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	Kommentare zu: #meerverstehen: 25 Jahre nach Mogadischu - was bleibt?	</title>
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	<item>
		<title>
		Von: Krüger		</title>
		<link>https://cbmaritim.46181.onlineshophosting.de/25-jahre-nach-mogadischu-was-bleibt/#comment-243</link>

		<dc:creator><![CDATA[Krüger]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 27 Feb 2019 15:34:54 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://meerverstehen.net/?p=2553#comment-243</guid>

					<description><![CDATA[@Autor: 
Vielen Dank für Ihren Text und den Anstoß einer lesenswerten Debatte.

@Segler:
Ich finde Ihre Idee eines mittlelgroßen Mehrzweckschiffes sehr zielführend. Diese Idee gab es schon immer wieder mal. In der &quot;Zielvorstellung Marine 2025+&quot; (VS-NfD) etwa können dsbzgl. übrigens die entsprechenden Passagen nachgelesen werden, über das von Herrn Vizeadmiral Nolting als Ersatz für die Tender Klasse 404 konzipierte &quot;Mehrzweck-Einsatzschiff&quot; (MEZS). 

Meines Erachtens bietet ein mittelgroßes Landungsschiff, wie etwa die russische &quot;Iwan Gren-Klasse&quot; (oder Ihre aufgezeigten Modelle), die besten Voraussetzungen, um - neben den Stabs- und Versorgungsfunktionen eines Tenders Klasse 404 - auch noch ein möglichst breites Spektrum an zusätzlichen Einsatzaufgaben modular wahrnehmen zu können, z.B.:

- &quot;Mutterschiff&quot; für &quot;Unmanned Surface Vessels&quot;, z.B. zwei Minenräumdrohnen &quot;Seehund&quot; im Flutdeck;
- &quot;Mutterschiff&quot; für un-/bemannte Hubschrauber/-drohnen samt Wartungs-/Instandhaltungstrupps;
- „Mutterschiff“ für Einsatzboote SeeBtl, KS M und KS K im Flutdeck;
- Mini-&quot;Joint Support Ship&quot; (JSS) durch Einrüstung mobiler Planungsräume und Lasten im Fahrzeugdeck;
- Plattform  für „Joint Fire Support“;
- &quot;Schulschiff&quot; für Offizieranwärter durch Einrüstung mobiler Klassenräume (wie auf CH &quot;Jeanne d&#039;Arc&quot;);
- Transport und Landung einer verstärkten Marineinfanteriekompanie des Seebataillons mit allem Personal und Material (inkl. geschützte Fahrzeuge);
- Transport und Aufbau eines mobilen Feldlagers bzw. Lazaretts an fremder Küste, auch über den Strand;
- Transport von rd. 1.500 ts an Hilfsgütern für Katastrophengebiete (Humanitäre Hilfe); Lieferung ggf. auch über den Strand;
- Kombination mit leichten „Fährprämen“ (z.B. MEXE Float System);
- Befristete Aufnahme von bis zu ca. 1.000 „in Seenot geratene Menschen“ usw.

Möglicherweise böte es sich künftig an, die - zumindest grundsätzlich noch bestehenden - Forderungen an zwei JSS mit den Forderungen an den &quot;Ersatz Tender Kl. 404 / Neubau MEZS&quot; zu harmonisieren? 

Mit freundlichen Grüßen 
B. Krüger]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>@Autor:<br />
Vielen Dank für Ihren Text und den Anstoß einer lesenswerten Debatte.</p>
<p>@Segler:<br />
Ich finde Ihre Idee eines mittlelgroßen Mehrzweckschiffes sehr zielführend. Diese Idee gab es schon immer wieder mal. In der &#8222;Zielvorstellung Marine 2025+&#8220; (VS-NfD) etwa können dsbzgl. übrigens die entsprechenden Passagen nachgelesen werden, über das von Herrn Vizeadmiral Nolting als Ersatz für die Tender Klasse 404 konzipierte &#8222;Mehrzweck-Einsatzschiff&#8220; (MEZS). </p>
<p>Meines Erachtens bietet ein mittelgroßes Landungsschiff, wie etwa die russische &#8222;Iwan Gren-Klasse&#8220; (oder Ihre aufgezeigten Modelle), die besten Voraussetzungen, um &#8211; neben den Stabs- und Versorgungsfunktionen eines Tenders Klasse 404 &#8211; auch noch ein möglichst breites Spektrum an zusätzlichen Einsatzaufgaben modular wahrnehmen zu können, z.B.:</p>
<p>&#8211; &#8222;Mutterschiff&#8220; für &#8222;Unmanned Surface Vessels&#8220;, z.B. zwei Minenräumdrohnen &#8222;Seehund&#8220; im Flutdeck;<br />
&#8211; &#8222;Mutterschiff&#8220; für un-/bemannte Hubschrauber/-drohnen samt Wartungs-/Instandhaltungstrupps;<br />
&#8211; „Mutterschiff“ für Einsatzboote SeeBtl, KS M und KS K im Flutdeck;<br />
&#8211; Mini-&#8222;Joint Support Ship&#8220; (JSS) durch Einrüstung mobiler Planungsräume und Lasten im Fahrzeugdeck;<br />
&#8211; Plattform  für „Joint Fire Support“;<br />
&#8211; &#8222;Schulschiff&#8220; für Offizieranwärter durch Einrüstung mobiler Klassenräume (wie auf CH &#8222;Jeanne d&#8217;Arc&#8220;);<br />
&#8211; Transport und Landung einer verstärkten Marineinfanteriekompanie des Seebataillons mit allem Personal und Material (inkl. geschützte Fahrzeuge);<br />
&#8211; Transport und Aufbau eines mobilen Feldlagers bzw. Lazaretts an fremder Küste, auch über den Strand;<br />
&#8211; Transport von rd. 1.500 ts an Hilfsgütern für Katastrophengebiete (Humanitäre Hilfe); Lieferung ggf. auch über den Strand;<br />
&#8211; Kombination mit leichten „Fährprämen“ (z.B. MEXE Float System);<br />
&#8211; Befristete Aufnahme von bis zu ca. 1.000 „in Seenot geratene Menschen“ usw.</p>
<p>Möglicherweise böte es sich künftig an, die &#8211; zumindest grundsätzlich noch bestehenden &#8211; Forderungen an zwei JSS mit den Forderungen an den &#8222;Ersatz Tender Kl. 404 / Neubau MEZS&#8220; zu harmonisieren? </p>
<p>Mit freundlichen Grüßen<br />
B. Krüger</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Dr. Sebastian Bruns		</title>
		<link>https://cbmaritim.46181.onlineshophosting.de/25-jahre-nach-mogadischu-was-bleibt/#comment-242</link>

		<dc:creator><![CDATA[Dr. Sebastian Bruns]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 27 Feb 2019 07:25:32 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://meerverstehen.net/?p=2553#comment-242</guid>

					<description><![CDATA[Als Antwort auf &lt;a href=&quot;https://cbmaritim.46181.onlineshophosting.de/25-jahre-nach-mogadischu-was-bleibt/#comment-240&quot;&gt;Gottfried Hoch&lt;/a&gt;.

Bravo Zulu für den Anstoß und die Diskussion. Danke, Herr Hoch, für Ihren Beitrag!]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Antwort auf <a href="https://cbmaritim.46181.onlineshophosting.de/25-jahre-nach-mogadischu-was-bleibt/#comment-240">Gottfried Hoch</a>.</p>
<p>Bravo Zulu für den Anstoß und die Diskussion. Danke, Herr Hoch, für Ihren Beitrag!</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Segler		</title>
		<link>https://cbmaritim.46181.onlineshophosting.de/25-jahre-nach-mogadischu-was-bleibt/#comment-241</link>

		<dc:creator><![CDATA[Segler]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 27 Feb 2019 05:03:07 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://meerverstehen.net/?p=2553#comment-241</guid>

					<description><![CDATA[Als Antwort auf &lt;a href=&quot;https://cbmaritim.46181.onlineshophosting.de/25-jahre-nach-mogadischu-was-bleibt/#comment-240&quot;&gt;Gottfried Hoch&lt;/a&gt;.

Danke, Herr Admiral, für diesen persönlichen Bericht und die Klarstellung! Ich hoffe, dass es viele Leser gibt.
Der Segler]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Antwort auf <a href="https://cbmaritim.46181.onlineshophosting.de/25-jahre-nach-mogadischu-was-bleibt/#comment-240">Gottfried Hoch</a>.</p>
<p>Danke, Herr Admiral, für diesen persönlichen Bericht und die Klarstellung! Ich hoffe, dass es viele Leser gibt.<br />
Der Segler</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Gottfried Hoch		</title>
		<link>https://cbmaritim.46181.onlineshophosting.de/25-jahre-nach-mogadischu-was-bleibt/#comment-240</link>

		<dc:creator><![CDATA[Gottfried Hoch]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 27 Feb 2019 00:35:15 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://meerverstehen.net/?p=2553#comment-240</guid>

					<description><![CDATA[Als Kommandeur des Unterstützungsverbandes Somalia und Mit-Verfasser des Operationsbefehls &quot;Southern Cross&quot; nach dem dieser Einsatz durchgeführt wurde, erlaube ich mir zu dem o.a. Text des unbekannten bzw. unbenannten Verfassers und den beiden bereits veröffentlichten Kommentaren insgesamt 3 Anmerkungen:

1. Allgemeine Feststellungen

Die zusammen gefasste Schilderung der Abläufe und der darum herum sich nach dem Abschluss der Operation Southern Cross ergebenden Diskussionen in und um die Bundeswehr herum - insbesondere im politischen Bereich - entspricht weitegehend den von mir persönlich gemachten Feststellung und Erfahrungen. Von daher ist die in dem Text etwas abschätzig genannte &quot;einzige noch verfügbare Quelle Wikipedia Bericht&quot; wirklich authentisch und entspricht den Tatsachen. Die mit Bedauern gemachte Feststellung des Fehls einer einheitlichen operativen Führung und einem sich daraus entwickelnden angeblichen Chaos kann ich - geführt durch das Flottenkommando und den Befehlshaber der Flotte - nicht teilen. Vielmehr lag die fehlende &quot;einheitliche Führung&quot; deutlich mindestens zwei Ebenen darüber im Bereich der militärpolitischen Entscheidungsträger. Denen man aber auch zu Gute halten muss, dass Sie damals noch nicht über die heutigen Erfahrungen verfügen, dass klare und eindeutige Absprachen mit vermeintlich verlässlichen Partnern nicht eingehalten wurden, als sich die Lage in Somalia im Herbst 1993 dramatisch verschlechtert hatte. Ein Ausdruck dieser Entscheidungsunsicherheit im BMVg und darüber hinaus führte dann zu den wechselnden Entscheidungen bei der Auswahl des Marineverbandes im Dezember 1993. Dabei hat man den materiell voll ausgerüsteten Einsatzausbildungsverband - auf dessen Einheiten bereits erste Voruntersuchungen über kurzfristige Umbauten für einen eventual Einsatz vor Somalia durch geführt worden waren - Richtung Südamerika auslaufen lassen. Als dann die Raum- Zeitfaktoren eine realistische Umroutung des Verbandes nicht mehr zu ließen, wurde die Marine am &quot;Portepeé &quot; gefasst und hat es geschafft, innerhalb von 5 Tagen (Aufstellungsbefehl 24.01.1994 / Auslaufen erste Einheit: 28.01.1994) einen Verband zusammenzustellen, auszurüsten und in Marsch zu setzen, der den Auftrag - wie der Rückblick zeigt - in vollem Umfang erfüllt hat.
2.  Diskussion um die Ausrüstung
      Alle dargestellten vergeblichen Versuche, die Lehren aus der Operation Southern Cross&quot; in nutzbare Rüstungsvorhaben der Marine (mit Ausnahme der Führungs- und Fernmeldemittel) umzusetzen, sind - wie richtig beschrieben - gescheitert. Gleichwohl zeigt der Rückblick auf die Einsätze der Marine in den letzten 25 Jahren auch, dass sie so verschiedenartig waren, dass eine &quot;Optimierung&quot; auf  eine bestimmte Einsatzart in den &quot;Post-Somalia Einsätzen der Marine&quot; auch nicht wirklich weiter geholfen hätte. Es sei hier nur an die Erfahrungsspanne vom Anti-Piraten-Einsatz über Operation Sophia bis nun zur &quot;Refocusierung auf die Landes - und Bündnis-Verteidigung&quot; verwiesen (nachdem wir wegen der angeblich in Dekaden zu rechnenden &quot;Vorwarnzeit&quot; die Schnellboote als Erfahrung aus den Einsätzen &quot;jenseits von Afrika&quot; gerade abgeschafft haben!).
 Deshalb ist der bewertende Satz über den Einsatz  in dem o.a. Beitrag:  &quot;...als Improvisation eine Meisterleistung prinzipiell aber ein Armutszeugnis...&quot; falsch. Oder um es noch deutlicher zu sagen: Der militärisch geschützte Transportauftrag (mehr war nicht gefordert) wurde in vollem Umfang und zur Zufriedenheit aller unmittelbar Beteiligten ausgeführt - er wäre auch nicht anders verlaufen, wenn für die eingeschifften Soldaten &quot;Kammern mit Flachbildschirmen&quot; zur Verfügung gestanden hätte. Die Tatsache, dass das Heers-Kontingent in 6 Umläufen abtransportiert wurde, lag weniger an den Aufnahmekapazitäten des Marineverbandes als an der Marschplanung des Heers von Beletuen nach Dschibouti.
Allerdings setzt eine solche, die Flexibilität der Truppe mit einbeziehende Rüstungsplanung auch eine Mindestanzahl verfügbarer Einheiten mit unterschiedlichen Fähigkeitsmerkmalen voraus, die dann auftragsbezogen zu einem Verband zusammen gestellt werden können. Die Rüstungsplanung der Marine in den letzten 25 Jahren ging da ob mit oder ohne &quot;ETRUS&quot; oder &quot;Naumann-Arche&quot; eher in die negative Richtung.

3. Führungs-Diskussion
Es gehört zu den heutigen &quot;Glaubensbekenntnissen&quot; der Einsatzführung, dass die Führungsstruktur Southern Cross &quot;chaotisch&quot; gewesen wäre. Dies trifft möglicherweis auf die Führungs - Ebenen über den TSK-FüKdo´s (HFüKdo und Flottenkdo)  zu. Die Führung der &quot;auf Zusammenarbeit angewiesenen&quot; Verbände vor Ort durch den jeweiligen TSK-Führungsstrang war insgesamt durchaus zielorientiert und angemessen.  Es ist zwar richtig, dass die Lehren aus den Bundeswehr-Einsätzen der 90 er Jahre mit verschiedenen Zwischenstufen wie z.B &quot;FüZBw&quot; zum Geburtshelfern des heutigen Einsatzführungskommando der Bundeswehr zählen. Gleichwohl halte ich es für bedenkenswert, ob der oberste Grundsatz des &quot;Führens aus einer Hand&quot; (Ausbildung - Vorbereitung - Einsatz - Einsatzauswertung - Umsetzen der Erfahrungen) mit den heutigen &quot;flachen Führungsstrukturen&quot; gewahrt bleibt. Insbesondere dann wenn jeweils vor dem Einsatz ein &quot;Unterstellungswechsel&quot; durchgeführt werden muss. Zumindest sind es höchst Personal-intensive Führungsstrukturen. Mein Stab bei der Operation Southern Cross umfasste 6 Soldaten (Kdr, S3, SMO, FMO, Signalmeister, HeeresVerbOffz). Ich lese gerade in den jüngsten Verlautbarungen des MarKdo, dass der (natürlich nicht vergleichbare!) Stab DEUMARFOR 120 Dienstposten umfassen soll. 

4. Was bleibt?
Die Forderung Bilanz zu ziehen ist bestimmt - vielleicht gerade mit einem Abstand von 25 Jahren - richtig und wichtig. Die dafür verfügbaren Dokumentationen, Auswertungen und Erfahrungsberichte etc. liegen zu Hauf vor. Auch die &quot;Zeitzeugen&quot; sind noch verfügbar. Das ZMS bearbeitet die Operation derzeit bereits unter militärhistorischen Aspekten.  Allerdings nützt diese Bilanz nichts, wenn es nicht gelingt, die politischen Entscheidungsträger mit einzubeziehen, in dem man neben jeder &quot;Lehre&quot; das entsprechend darauf aufbauende militärpolitische oder rüstungspolitische  &quot;Phasendokument&quot; daneben packt, das dann nicht umgesetzt wurde.  Insofern stimme ich dem Beitrag von KptzS a.D. Jopp in vollem Umfang zu - einschließlich seiner immer wieder geforderten und noch immer fehlenden  &quot;Grand Strategie&quot;.    

Gottfried Hoch, KAdm a.D.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Kommandeur des Unterstützungsverbandes Somalia und Mit-Verfasser des Operationsbefehls &#8222;Southern Cross&#8220; nach dem dieser Einsatz durchgeführt wurde, erlaube ich mir zu dem o.a. Text des unbekannten bzw. unbenannten Verfassers und den beiden bereits veröffentlichten Kommentaren insgesamt 3 Anmerkungen:</p>
<p>1. Allgemeine Feststellungen</p>
<p>Die zusammen gefasste Schilderung der Abläufe und der darum herum sich nach dem Abschluss der Operation Southern Cross ergebenden Diskussionen in und um die Bundeswehr herum &#8211; insbesondere im politischen Bereich &#8211; entspricht weitegehend den von mir persönlich gemachten Feststellung und Erfahrungen. Von daher ist die in dem Text etwas abschätzig genannte &#8222;einzige noch verfügbare Quelle Wikipedia Bericht&#8220; wirklich authentisch und entspricht den Tatsachen. Die mit Bedauern gemachte Feststellung des Fehls einer einheitlichen operativen Führung und einem sich daraus entwickelnden angeblichen Chaos kann ich &#8211; geführt durch das Flottenkommando und den Befehlshaber der Flotte &#8211; nicht teilen. Vielmehr lag die fehlende &#8222;einheitliche Führung&#8220; deutlich mindestens zwei Ebenen darüber im Bereich der militärpolitischen Entscheidungsträger. Denen man aber auch zu Gute halten muss, dass Sie damals noch nicht über die heutigen Erfahrungen verfügen, dass klare und eindeutige Absprachen mit vermeintlich verlässlichen Partnern nicht eingehalten wurden, als sich die Lage in Somalia im Herbst 1993 dramatisch verschlechtert hatte. Ein Ausdruck dieser Entscheidungsunsicherheit im BMVg und darüber hinaus führte dann zu den wechselnden Entscheidungen bei der Auswahl des Marineverbandes im Dezember 1993. Dabei hat man den materiell voll ausgerüsteten Einsatzausbildungsverband &#8211; auf dessen Einheiten bereits erste Voruntersuchungen über kurzfristige Umbauten für einen eventual Einsatz vor Somalia durch geführt worden waren &#8211; Richtung Südamerika auslaufen lassen. Als dann die Raum- Zeitfaktoren eine realistische Umroutung des Verbandes nicht mehr zu ließen, wurde die Marine am &#8222;Portepeé &#8220; gefasst und hat es geschafft, innerhalb von 5 Tagen (Aufstellungsbefehl 24.01.1994 / Auslaufen erste Einheit: 28.01.1994) einen Verband zusammenzustellen, auszurüsten und in Marsch zu setzen, der den Auftrag &#8211; wie der Rückblick zeigt &#8211; in vollem Umfang erfüllt hat.<br />
2.  Diskussion um die Ausrüstung<br />
      Alle dargestellten vergeblichen Versuche, die Lehren aus der Operation Southern Cross&#8220; in nutzbare Rüstungsvorhaben der Marine (mit Ausnahme der Führungs- und Fernmeldemittel) umzusetzen, sind &#8211; wie richtig beschrieben &#8211; gescheitert. Gleichwohl zeigt der Rückblick auf die Einsätze der Marine in den letzten 25 Jahren auch, dass sie so verschiedenartig waren, dass eine &#8222;Optimierung&#8220; auf  eine bestimmte Einsatzart in den &#8222;Post-Somalia Einsätzen der Marine&#8220; auch nicht wirklich weiter geholfen hätte. Es sei hier nur an die Erfahrungsspanne vom Anti-Piraten-Einsatz über Operation Sophia bis nun zur &#8222;Refocusierung auf die Landes &#8211; und Bündnis-Verteidigung&#8220; verwiesen (nachdem wir wegen der angeblich in Dekaden zu rechnenden &#8222;Vorwarnzeit&#8220; die Schnellboote als Erfahrung aus den Einsätzen &#8222;jenseits von Afrika&#8220; gerade abgeschafft haben!).<br />
 Deshalb ist der bewertende Satz über den Einsatz  in dem o.a. Beitrag:  &#8222;&#8230;als Improvisation eine Meisterleistung prinzipiell aber ein Armutszeugnis&#8230;&#8220; falsch. Oder um es noch deutlicher zu sagen: Der militärisch geschützte Transportauftrag (mehr war nicht gefordert) wurde in vollem Umfang und zur Zufriedenheit aller unmittelbar Beteiligten ausgeführt &#8211; er wäre auch nicht anders verlaufen, wenn für die eingeschifften Soldaten &#8222;Kammern mit Flachbildschirmen&#8220; zur Verfügung gestanden hätte. Die Tatsache, dass das Heers-Kontingent in 6 Umläufen abtransportiert wurde, lag weniger an den Aufnahmekapazitäten des Marineverbandes als an der Marschplanung des Heers von Beletuen nach Dschibouti.<br />
Allerdings setzt eine solche, die Flexibilität der Truppe mit einbeziehende Rüstungsplanung auch eine Mindestanzahl verfügbarer Einheiten mit unterschiedlichen Fähigkeitsmerkmalen voraus, die dann auftragsbezogen zu einem Verband zusammen gestellt werden können. Die Rüstungsplanung der Marine in den letzten 25 Jahren ging da ob mit oder ohne &#8222;ETRUS&#8220; oder &#8222;Naumann-Arche&#8220; eher in die negative Richtung.</p>
<p>3. Führungs-Diskussion<br />
Es gehört zu den heutigen &#8222;Glaubensbekenntnissen&#8220; der Einsatzführung, dass die Führungsstruktur Southern Cross &#8222;chaotisch&#8220; gewesen wäre. Dies trifft möglicherweis auf die Führungs &#8211; Ebenen über den TSK-FüKdo´s (HFüKdo und Flottenkdo)  zu. Die Führung der &#8222;auf Zusammenarbeit angewiesenen&#8220; Verbände vor Ort durch den jeweiligen TSK-Führungsstrang war insgesamt durchaus zielorientiert und angemessen.  Es ist zwar richtig, dass die Lehren aus den Bundeswehr-Einsätzen der 90 er Jahre mit verschiedenen Zwischenstufen wie z.B &#8222;FüZBw&#8220; zum Geburtshelfern des heutigen Einsatzführungskommando der Bundeswehr zählen. Gleichwohl halte ich es für bedenkenswert, ob der oberste Grundsatz des &#8222;Führens aus einer Hand&#8220; (Ausbildung &#8211; Vorbereitung &#8211; Einsatz &#8211; Einsatzauswertung &#8211; Umsetzen der Erfahrungen) mit den heutigen &#8222;flachen Führungsstrukturen&#8220; gewahrt bleibt. Insbesondere dann wenn jeweils vor dem Einsatz ein &#8222;Unterstellungswechsel&#8220; durchgeführt werden muss. Zumindest sind es höchst Personal-intensive Führungsstrukturen. Mein Stab bei der Operation Southern Cross umfasste 6 Soldaten (Kdr, S3, SMO, FMO, Signalmeister, HeeresVerbOffz). Ich lese gerade in den jüngsten Verlautbarungen des MarKdo, dass der (natürlich nicht vergleichbare!) Stab DEUMARFOR 120 Dienstposten umfassen soll. </p>
<p>4. Was bleibt?<br />
Die Forderung Bilanz zu ziehen ist bestimmt &#8211; vielleicht gerade mit einem Abstand von 25 Jahren &#8211; richtig und wichtig. Die dafür verfügbaren Dokumentationen, Auswertungen und Erfahrungsberichte etc. liegen zu Hauf vor. Auch die &#8222;Zeitzeugen&#8220; sind noch verfügbar. Das ZMS bearbeitet die Operation derzeit bereits unter militärhistorischen Aspekten.  Allerdings nützt diese Bilanz nichts, wenn es nicht gelingt, die politischen Entscheidungsträger mit einzubeziehen, in dem man neben jeder &#8222;Lehre&#8220; das entsprechend darauf aufbauende militärpolitische oder rüstungspolitische  &#8222;Phasendokument&#8220; daneben packt, das dann nicht umgesetzt wurde.  Insofern stimme ich dem Beitrag von KptzS a.D. Jopp in vollem Umfang zu &#8211; einschließlich seiner immer wieder geforderten und noch immer fehlenden  &#8222;Grand Strategie&#8220;.    </p>
<p>Gottfried Hoch, KAdm a.D.</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: heinzdieterjopp		</title>
		<link>https://cbmaritim.46181.onlineshophosting.de/25-jahre-nach-mogadischu-was-bleibt/#comment-239</link>

		<dc:creator><![CDATA[heinzdieterjopp]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 26 Feb 2019 11:50:34 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://meerverstehen.net/?p=2553#comment-239</guid>

					<description><![CDATA[Als Antwort auf &lt;a href=&quot;https://cbmaritim.46181.onlineshophosting.de/25-jahre-nach-mogadischu-was-bleibt/#comment-238&quot;&gt;Segler&lt;/a&gt;.

Afghanistan war nur der Reminder, dass wir angesichts des US Präsidenten mit anderen Verbündeten in eine Diskussion über Plan B eintreten sollten. Ausgangspunkt muss eine Übersicht über zurückzuführendes Gerät sein. Benötigter Lufttransport muss längerfristig geplant werden. Weitere Überlegungen sind durch SKB und Heer anzustellen.

Sie haben Recht mit der Erinnerung an die Arche Naumann. Jede TSK hat ihre Sonderwünsche eingebracht, ohne dass diese mal gemeinsam diskutiert wurden.

Ihre Vorschläge führen in die richtige Richtung. Wir brauchen jetzt keine Neubaumaßnahme,die frühestens in 15 Jahren realisierbar ist. Eine verstärkte Zusammenarbeit mit Frankreich (Mistral) erscheint ebenso sinnvoll wie mit den Niederlanden (de Witt) oder auch anderen EU/NATO Partnern. 
Wir brauchen dringend einen europäischen Ansatz.

Es ist Zeit zu handeln. Das deutsche Rumgeeiere muss aufhören.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Antwort auf <a href="https://cbmaritim.46181.onlineshophosting.de/25-jahre-nach-mogadischu-was-bleibt/#comment-238">Segler</a>.</p>
<p>Afghanistan war nur der Reminder, dass wir angesichts des US Präsidenten mit anderen Verbündeten in eine Diskussion über Plan B eintreten sollten. Ausgangspunkt muss eine Übersicht über zurückzuführendes Gerät sein. Benötigter Lufttransport muss längerfristig geplant werden. Weitere Überlegungen sind durch SKB und Heer anzustellen.</p>
<p>Sie haben Recht mit der Erinnerung an die Arche Naumann. Jede TSK hat ihre Sonderwünsche eingebracht, ohne dass diese mal gemeinsam diskutiert wurden.</p>
<p>Ihre Vorschläge führen in die richtige Richtung. Wir brauchen jetzt keine Neubaumaßnahme,die frühestens in 15 Jahren realisierbar ist. Eine verstärkte Zusammenarbeit mit Frankreich (Mistral) erscheint ebenso sinnvoll wie mit den Niederlanden (de Witt) oder auch anderen EU/NATO Partnern.<br />
Wir brauchen dringend einen europäischen Ansatz.</p>
<p>Es ist Zeit zu handeln. Das deutsche Rumgeeiere muss aufhören.</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Segler		</title>
		<link>https://cbmaritim.46181.onlineshophosting.de/25-jahre-nach-mogadischu-was-bleibt/#comment-238</link>

		<dc:creator><![CDATA[Segler]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 25 Feb 2019 20:14:40 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://meerverstehen.net/?p=2553#comment-238</guid>

					<description><![CDATA[Wohl wahr, Herr Jopp, wohl wahr! Als ich die Zeilen über den überstürzten US-Abzug las, schoss mir Ähnliches durch den Kopf. Nur dass Afghanistan außerhalb der Reichweite solcher Schiffe liegt.
Ich meine mich zu erinnern, dass das Mehrzweckschiff seinerzeit an überzogenen Forderungen gescheitert ist. Man wollte wohl ein voll ausgestattetes Bataillon mit fast tausend Mann und schwerem Gerät mitnehmen, was einfach zuviel war. 
Andere Marinen haben mittelgroße Landungsschiffe, die ein Dock haben, Hubschrauber tragen können und Platz haben für ein Lazarett oder eine verstärkte Kompanie. 
Zwei habe ich gefunden, die man mal ansehen sollte:
- die Endurance-Klasse aus Singapur (https://en.wikipedia.org/wiki/Endurance-class_landing_platform_dock)
- die italienische San-Giorgio-Klasse (https://de.wikipedia.org/wiki/San-Giorgio-Klasse) 
Die mögen zwar nicht mehr neu sein, aber das Design und die Leistungsparameter finde ich interessant. Sie sind viel realistischer als amphibische Träger US-amerikanischer Ausmaße, 
findet
der Segler]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wohl wahr, Herr Jopp, wohl wahr! Als ich die Zeilen über den überstürzten US-Abzug las, schoss mir Ähnliches durch den Kopf. Nur dass Afghanistan außerhalb der Reichweite solcher Schiffe liegt.<br />
Ich meine mich zu erinnern, dass das Mehrzweckschiff seinerzeit an überzogenen Forderungen gescheitert ist. Man wollte wohl ein voll ausgestattetes Bataillon mit fast tausend Mann und schwerem Gerät mitnehmen, was einfach zuviel war.<br />
Andere Marinen haben mittelgroße Landungsschiffe, die ein Dock haben, Hubschrauber tragen können und Platz haben für ein Lazarett oder eine verstärkte Kompanie.<br />
Zwei habe ich gefunden, die man mal ansehen sollte:<br />
&#8211; die Endurance-Klasse aus Singapur (<a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Endurance-class_landing_platform_dock" rel="nofollow ugc">https://en.wikipedia.org/wiki/Endurance-class_landing_platform_dock</a>)<br />
&#8211; die italienische San-Giorgio-Klasse (<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/San-Giorgio-Klasse" rel="nofollow ugc">https://de.wikipedia.org/wiki/San-Giorgio-Klasse</a>)<br />
Die mögen zwar nicht mehr neu sein, aber das Design und die Leistungsparameter finde ich interessant. Sie sind viel realistischer als amphibische Träger US-amerikanischer Ausmaße,<br />
findet<br />
der Segler</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: heinzdieterjopp		</title>
		<link>https://cbmaritim.46181.onlineshophosting.de/25-jahre-nach-mogadischu-was-bleibt/#comment-237</link>

		<dc:creator><![CDATA[heinzdieterjopp]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 25 Feb 2019 17:48:10 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Im Grunde ist diese Forderung berechtigt. In Anbetracht der Realitäten im BMVg und dem Deutschen Bundestag kann man jedoch nur konstatieren, dass weder Ministeriumsführung noch Parlamentarier ein ernsthaftiges Interesse an Aufarbeitung und Lessons learned haben.
Aber die Erinnerung an Somalia könnte für 2019 ein Weckruf sein. Damals wie heute galt der Spruch: gemeinsam rein, gemeinsam raus. Und heute besteht auch in Afghanistan die Gefahr eines unabgestimmten Rückzugs der Amerikaner. Und dann? Haben wir einen Plan B eines unabgestimmten Abzugs aus Afghanistan? Wo kommen dann die Kapazitäten her? Oder geht es uns dann wie in Saigon, als die USA ihren Verbündeten im Stich ließen?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im Grunde ist diese Forderung berechtigt. In Anbetracht der Realitäten im BMVg und dem Deutschen Bundestag kann man jedoch nur konstatieren, dass weder Ministeriumsführung noch Parlamentarier ein ernsthaftiges Interesse an Aufarbeitung und Lessons learned haben.<br />
Aber die Erinnerung an Somalia könnte für 2019 ein Weckruf sein. Damals wie heute galt der Spruch: gemeinsam rein, gemeinsam raus. Und heute besteht auch in Afghanistan die Gefahr eines unabgestimmten Rückzugs der Amerikaner. Und dann? Haben wir einen Plan B eines unabgestimmten Abzugs aus Afghanistan? Wo kommen dann die Kapazitäten her? Oder geht es uns dann wie in Saigon, als die USA ihren Verbündeten im Stich ließen?</p>
]]></content:encoded>
		
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