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	Kommentare zu: „Autonomie und KI zur See“ – Bremen probt den Trialog	</title>
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		Von: Torge Milthaler		</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Torge Milthaler]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 16 Aug 2025 15:37:29 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Es freut mich ungemein, dass in diesem Artikel das Gebot der Stunde auf den Punkt bringt: Der „Bremer Dialog“ ist weit mehr als ein einfacher Sitzkreis – er ist der dringend benötigte Arbeits- und Vertrauensraum, in dem die Zukunft der deutschen Marine Gestalt annimmt. Die hier beschriebene Etablierung eines echten Trialogs zwischen Marine, Industrie und Rüstungsverantwortlichen ist der grundlegende Schlüssel, um die Fehler der Vergangenheit, wie sie leider bei Projekten wie der F126 schmerzlich bewusst wurden, zu überwinden und den Weg für eine strategisch und technologisch besser Flotte zu ebnen.

Der Artikel selbst fängt die besondere Atmosphäre und den produktiven Charakter des Formats hervorragend ein. Die bewusste Entscheidung für die Chatham House Rules und der Verzicht auf „Produktfolklore“ schaffen eine Umgebung, in der offen und auf Augenhöhe über konkrete Herausforderungen und Lösungswege diskutiert werden kann. Es geht nicht um die Präsentation fertiger Produkte, sondern um das gemeinsame Ringen um die besten Konzepte für den Weg in die Zukunft. Dieser arbeitsorientierte Ansatz, der Bedarf, technische Optionen und Beschaffbarkeit sowie Schnittstellen frühzeitig synchronisiert, ist sehr wertvoller als in diesem Format auf ein starres, bürokratisches Verfahren zu setzen und baut genau jenes Vertrauen auf, das für komplexe Großprojekte essenziell ist.

Besonders hervorzuheben ist die konsequente Fokussierung auf die Themen KI und Autonomie. Die in den Workshops behandelten Fragestellungen – von Sensor-Effektor-Verbünden über Manned-Unmanned-Teaming bis hin zur Neudefinition von Führung – sind exakt die Bausteine, die für die Realisierung zukunftsweisender Konzepte erforderlich sind. Hier wird nicht über abstrakte Digitalisierung philosophiert, sondern es werden die konkreten und nötigen Grundlagen für die Seekriegsführung von morgen geschaffen.

Genau hier schließt sich der Kreis zu meinen früheren Überlegungen bezüglich einer zweistufigen Flottenarchitektur. Eine schlagkräftige, bemannte Plattform wie die zukünftige Fregatte F127 kann ihr volles Potenzial erst dann entfalten, wenn sie als Führungs- und Kommandozentrale eines vernetzten Systems agiert. Die in Bremen diskutierten unbemannten Über- und Unterwassersysteme (USV/UUV) sind die Vorläufer und Wegbereiter für genau jene Fähigkeit, die ich in meinem Denkmodell des Large Remote Missile Vessel (LRMV) skizziert habe.

Gleichwohl darf man die immensen Herausforderungen eines solchen Projekts nicht unterschätzen. Selbst in mein Gedankenmodell (Denkmodel) vom LRMV zeigt erdrückend die technologische Komplexität: die Gewährleistung höchster Cybersicherheit, die Entwicklung einer robusten Autonomie auf den Stufen 4 und 5, die Integration von KI in kritische Entscheidungsprozesse und nicht zuletzt die Klärung fundamentaler rechtlicher und ethischer Fragen. Die Notwendigkeit eines parlamentarischen Prüf- und Freigabeverfahrens (Mandat) für den Waffeneinsatz unterstreicht die Tragweite. Der Weg vom Konzept zum einsatzbereiten System ist lang und wird eine vertrauensvolle Zusammenarbeit erfordern, wie auch in Bremen praktiziert wird.

Das LRMV-Konzept, als unbemannter oder minimal bemannter, aber schwer bewaffneter „externer Waffenträger“, ist eine logische Konsequenz der in Bremen angestoßenen Entwicklungen. Es verkörpert die Prinzipien der verteilten Kampfkraft („Distributed Lethality“), der Risikominimierung für die eigenen Besatzungen und der skalierbaren, modularen Einsatzfähigkeit. Ein Format wie der Bremer Dialog ist unverzichtbar, um die dafür notwendigen Schnittstellen, die Interoperabilität und die robusten Standards zu definieren, damit solche revolutionären Konzepte nicht an „Systemkanten“ scheitern.

Dass dieser Dialog von führenden Industrieunternehmen wie Rheinmetall, TKMS/Atlas Elektronik, NVL und Abeking &#038; Rasmussen getragen und mit der Zusage für 2026 verstetigt wird, ist ein starkes und überaus positives Signal. Es zeigt, dass das Momentum erkannt wurde und den Willen mitzuziehen. Dieser Trialog kann der Katalysator sein, der aus strategischen Visionen wie der Kombination von F127 und LRMV Erprobungsreife, inkrementell einführbare und letztlich kriegstüchtige Realität für die Marine 2035+ machen kann. Ein absolut richtiger und wichtiger Schritt für die kommende Zeit.

Mit freundlichen Grüßen an Holger Schlüter und in der Hoffnung, ihn mit meinen Nachrichten, wie der gestrigen Mail, nicht über Gebühr zu beanspruchen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es freut mich ungemein, dass in diesem Artikel das Gebot der Stunde auf den Punkt bringt: Der „Bremer Dialog“ ist weit mehr als ein einfacher Sitzkreis – er ist der dringend benötigte Arbeits- und Vertrauensraum, in dem die Zukunft der deutschen Marine Gestalt annimmt. Die hier beschriebene Etablierung eines echten Trialogs zwischen Marine, Industrie und Rüstungsverantwortlichen ist der grundlegende Schlüssel, um die Fehler der Vergangenheit, wie sie leider bei Projekten wie der F126 schmerzlich bewusst wurden, zu überwinden und den Weg für eine strategisch und technologisch besser Flotte zu ebnen.</p>
<p>Der Artikel selbst fängt die besondere Atmosphäre und den produktiven Charakter des Formats hervorragend ein. Die bewusste Entscheidung für die Chatham House Rules und der Verzicht auf „Produktfolklore“ schaffen eine Umgebung, in der offen und auf Augenhöhe über konkrete Herausforderungen und Lösungswege diskutiert werden kann. Es geht nicht um die Präsentation fertiger Produkte, sondern um das gemeinsame Ringen um die besten Konzepte für den Weg in die Zukunft. Dieser arbeitsorientierte Ansatz, der Bedarf, technische Optionen und Beschaffbarkeit sowie Schnittstellen frühzeitig synchronisiert, ist sehr wertvoller als in diesem Format auf ein starres, bürokratisches Verfahren zu setzen und baut genau jenes Vertrauen auf, das für komplexe Großprojekte essenziell ist.</p>
<p>Besonders hervorzuheben ist die konsequente Fokussierung auf die Themen KI und Autonomie. Die in den Workshops behandelten Fragestellungen – von Sensor-Effektor-Verbünden über Manned-Unmanned-Teaming bis hin zur Neudefinition von Führung – sind exakt die Bausteine, die für die Realisierung zukunftsweisender Konzepte erforderlich sind. Hier wird nicht über abstrakte Digitalisierung philosophiert, sondern es werden die konkreten und nötigen Grundlagen für die Seekriegsführung von morgen geschaffen.</p>
<p>Genau hier schließt sich der Kreis zu meinen früheren Überlegungen bezüglich einer zweistufigen Flottenarchitektur. Eine schlagkräftige, bemannte Plattform wie die zukünftige Fregatte F127 kann ihr volles Potenzial erst dann entfalten, wenn sie als Führungs- und Kommandozentrale eines vernetzten Systems agiert. Die in Bremen diskutierten unbemannten Über- und Unterwassersysteme (USV/UUV) sind die Vorläufer und Wegbereiter für genau jene Fähigkeit, die ich in meinem Denkmodell des Large Remote Missile Vessel (LRMV) skizziert habe.</p>
<p>Gleichwohl darf man die immensen Herausforderungen eines solchen Projekts nicht unterschätzen. Selbst in mein Gedankenmodell (Denkmodel) vom LRMV zeigt erdrückend die technologische Komplexität: die Gewährleistung höchster Cybersicherheit, die Entwicklung einer robusten Autonomie auf den Stufen 4 und 5, die Integration von KI in kritische Entscheidungsprozesse und nicht zuletzt die Klärung fundamentaler rechtlicher und ethischer Fragen. Die Notwendigkeit eines parlamentarischen Prüf- und Freigabeverfahrens (Mandat) für den Waffeneinsatz unterstreicht die Tragweite. Der Weg vom Konzept zum einsatzbereiten System ist lang und wird eine vertrauensvolle Zusammenarbeit erfordern, wie auch in Bremen praktiziert wird.</p>
<p>Das LRMV-Konzept, als unbemannter oder minimal bemannter, aber schwer bewaffneter „externer Waffenträger“, ist eine logische Konsequenz der in Bremen angestoßenen Entwicklungen. Es verkörpert die Prinzipien der verteilten Kampfkraft („Distributed Lethality“), der Risikominimierung für die eigenen Besatzungen und der skalierbaren, modularen Einsatzfähigkeit. Ein Format wie der Bremer Dialog ist unverzichtbar, um die dafür notwendigen Schnittstellen, die Interoperabilität und die robusten Standards zu definieren, damit solche revolutionären Konzepte nicht an „Systemkanten“ scheitern.</p>
<p>Dass dieser Dialog von führenden Industrieunternehmen wie Rheinmetall, TKMS/Atlas Elektronik, NVL und Abeking &amp; Rasmussen getragen und mit der Zusage für 2026 verstetigt wird, ist ein starkes und überaus positives Signal. Es zeigt, dass das Momentum erkannt wurde und den Willen mitzuziehen. Dieser Trialog kann der Katalysator sein, der aus strategischen Visionen wie der Kombination von F127 und LRMV Erprobungsreife, inkrementell einführbare und letztlich kriegstüchtige Realität für die Marine 2035+ machen kann. Ein absolut richtiger und wichtiger Schritt für die kommende Zeit.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen an Holger Schlüter und in der Hoffnung, ihn mit meinen Nachrichten, wie der gestrigen Mail, nicht über Gebühr zu beanspruchen.</p>
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