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	<title>Streitkräfte Archive - marineforum</title>
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		<title>Packen wir‘s an!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[MarineForum]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 18 Sep 2025 07:00:54 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Seit dem Beginn des russischen Einmarschs in die Ukraine fokussiert sich die Deutsche Marine wieder auf die Ostsee. Die Besatzungen des 1. Korvettengeschwaders sind für eine Abwehr der vielfältigen Bedrohungen gut gerüstet. Die Korvetten der Deutschen Marine waren in den letzten Jahren bei Einsätzen im Mittelmeer gefordert – dafür aber wurden sie nicht konzipiert. Der [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Seit dem Beginn des russischen Einmarschs in die Ukraine fokussiert sich die Deutsche Marine wieder auf die Ostsee. Die Besatzungen des 1. Korvettengeschwaders sind für eine Abwehr der vielfältigen Bedrohungen gut gerüstet.</strong></p>
<p data-start="49" data-end="370"><strong data-start="49" data-end="87">Die Korvetten der Deutschen Marine</strong> waren in den letzten Jahren bei Einsätzen im Mittelmeer gefordert – dafür aber wurden sie nicht konzipiert. Der Bedarf an Einheiten war bereits während der Planungsphase höher als die Anzahl der heute verfügbaren Einheiten. Trotzdem lässt das zweite Los bis heute auf sich warten.</p>
<p data-start="372" data-end="788">Wie geht es dem Verband unter den gegebenen Rahmenbedingungen? Zeit, sich mal wieder ins sommerlich schöne Warnemünde aufzumachen, um die Stimmung einzufangen. Man kennt sich, die Begrüßung durch den Kommandeur, <strong data-start="584" data-end="620">Fregattenkapitän Marc T. Tippner</strong>, und den Leiter des Einsatz- und Ausbildungszentrums Korvette, <strong data-start="684" data-end="720">Fregattenkapitän Thorsten Vögler</strong>, ist kameradschaftlich herzlich und die Stimmung vertraulich gut.[ds_preview]</p>
<p data-start="790" data-end="997">Der Kommandeur kommt sogleich auf die Kernfrage, was das 1. Korvettengeschwader ausmacht:<br data-start="879" data-end="882" />„Wir sind der für die Überwasserseekriegsführung in Randmeeren spezialisierte Kampfverband der Deutschen Marine.“</p>
<p data-start="999" data-end="1210">Er verweist auf den landzielfähigen schweren Seezielflugkörper <strong data-start="1062" data-end="1086">RBS 15 Mk 3 von Saab</strong>, die Fähigkeit, Seeminen zu legen, Aufklärung zu betreiben und sich gegen Luft- und Überwasserbedrohungen zu verteidigen.</p>
<div id="attachment_48527" style="width: 441px" class="wp-caption alignleft"><img fetchpriority="high" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-48527" class=" wp-image-48527" src="/wp-content/uploads/2025/09/Schlueter-Tippner-Kopie-300x200.jpg" alt="Fregattenkapitän Marc Tippner mit marineforum-Chefredakteur Holger Schlüter, Foto: hsc" width="431" height="287" srcset="/wp-content/uploads/2025/09/Schlueter-Tippner-Kopie-300x200.jpg 300w, /wp-content/uploads/2025/09/Schlueter-Tippner-Kopie-1024x683.jpg 1024w, /wp-content/uploads/2025/09/Schlueter-Tippner-Kopie-768x512.jpg 768w, /wp-content/uploads/2025/09/Schlueter-Tippner-Kopie-18x12.jpg 18w, /wp-content/uploads/2025/09/Schlueter-Tippner-Kopie-1080x720.jpg 1080w, /wp-content/uploads/2025/09/Schlueter-Tippner-Kopie-750x500.jpg 750w, /wp-content/uploads/2025/09/Schlueter-Tippner-Kopie-1140x760.jpg 1140w, /wp-content/uploads/2025/09/Schlueter-Tippner-Kopie.jpg 1200w" sizes="(max-width: 431px) 100vw, 431px" /><p id="caption-attachment-48527" class="wp-caption-text">Fregattenkapitän Marc Tippner mit marineforum-Chefredakteur Holger Schlüter, Foto: hsc</p></div>
<p data-start="49" data-end="839">Zwar sei das luftgestützte Projekt Aufklärung und Identifizierung im maritimen Einsatzgebiet noch nicht realisiert, es gebe aber einen neuen Ansatz und mit dem Future Combat Surface System werde zudem die Integration von schwarmfähigen Überwasserdrohnen angestrebt. Das Future Combat Surface System soll die bestehenden Überwassereinheiten vernetzt ergänzen, weshalb das Geschwader die Entwicklung und den Einsatz autonomer Systeme im Rahmen von Operational Experimentation unterstütze. „Das macht eine Korvette zu einem flexiblen Seekriegsmittel im gesamten Intensitätsspektrum“, fügt Tippner hinzu. Zusammen mit dem Stab, dem Einsatz- und Ausbildungszentrum und der Systemunterstützungsgruppe sei das ein „starkes Team, das gegebenenfalls weltweit zur Sicherheit Deutschlands beiträgt“.</p>
<p data-start="841" data-end="1518">Weltweit, wirklich? Bisher war es doch nur das Mittelmeer! Der Kommandeur lässt sich nicht beirren. Man habe in der Tat über viele Jahre durchgehend Beiträge zur Verteidigungsdiplomatie, der nationalen Risikovorsorge und dem Internationalen Krisenmanagement insbesondere bei Unifil geleistet. Zuletzt sei die Korvette <strong data-start="1159" data-end="1184">LUDWIGSHAFEN AM RHEIN</strong> kurz vor Weihnachten von der libanesischen Küste zurückgekehrt, ein weiterer Einsatz, der die Besatzung besonders gefordert habe. „Die erfolgreiche Abwehr eines Angriffs mit einer bewaffneten Drohne am 17. Oktober 2024 hat gezeigt, dass unsere Besatzungen für ihre Einsätze gut ausgebildet werden und ihr Waffensystem beherrschen.“</p>
<p data-start="1520" data-end="1660">Und weiter: „Unser Kernauftrag lautet jedoch Abschreckung und Verteidigung an der Nordflanke und fordert uns nun verstärkt in der Ostsee.“</p>
<p data-start="1662" data-end="2433">Zurück in die Seegebiete vor der Haustür, ist das nicht auch eine Erleichterung? Tippner betont, dass man auf die geleisteten Unifil-Einsätze durchaus stolz sei und er über deren Relevanz nicht zu urteilen habe. Für ihn sei Einsatzfähigkeit der Kern, und zwar sowohl für die ständige Präsenz in der Ostsee wie auch vor der Levante. „Dass wir uns jedoch in der aktuellen sicherheitspolitischen Lage auf die Ostsee konzentrieren, verschafft uns im Kriegsfall einen klaren taktischen Vorteil. Wir operieren seit Jahresbeginn zeitgleich mit bis zu drei Korvetten in der Ostsee, tragen hierdurch zu einem engmaschigen Lagebild und der notwendigen Raumkenntnis in einer anspruchsvollen Geografie bei und stellen Reaktionsfähigkeit auch gegenüber hybriden Bedrohungen sicher.“</p>
<p data-start="2435" data-end="2881">Zugleich nutze man eine Vielzahl von Manövern und Übungen zur Ausbildung der Besatzungen und zur Intensivierung der Kooperation mit anderen Seestreitkräften. Das stärke die Allianz und trage zur glaubwürdigen Abschreckung bei. Und wie sehen das die Besatzungen, oder besser: das ganze Team? Tippner hat die Frage erwartet, lehnt sich lächelnd zurück und stellt nicht ohne Stolz fest: „Das hat etwas gemacht mit den Menschen; vor der eigenen Haustür zu operieren, empfinden viele als einen sehr sinnstiftenden Dienst.“ Die Bedrohung der kritischen Infrastruktur in der Ostsee sei allen bewusst. Man wisse auch, dass durch russische Propaganda ein verzerrtes Bild über die Deutschen und ihre Marine verbreitet werde. Dieser mit sichtbarer Präsenz zu begegnen, sei ein von den Besatzungen verstandener Auftrag, zu dem man überzeugt stehe. Das Geschwadermotto „Packen wir’s an“ treffe es, sagt er. „Und weil Menschen kämpfen und nicht Schiffe, sind wir auf eine langfristige Bindung motivierter Menschen an unser Geschwader angewiesen.“ Daher sei ihm die Attraktivität des Diensts wichtig, betont er. Und dazu gehöre neben einer bestmöglichen Vereinbarkeit mit familiären Belangen und der Verfügbarkeit funktionsfähiger Einheiten aus seiner Sicht auch eine fundierte Ausbildung, die Perspektiven eröffnet.</p>
<p data-start="925" data-end="1262">Auf die Frage, wie sich die neue Ausbildungsanlage von Rheinmetall bewähre, zeigen sich beide Offiziere sehr zufrieden. Das habe den Verband vorangebracht, sowohl in der Effizienz der Ausbildung als auch im Teambuilding. „Wir haben den Besatzungen die Gewissheit zu geben, dass sie den bevorstehenden Herausforderungen gewachsen sind.“</p>
<p data-start="1264" data-end="1808">Mussten Änderungen vorgenommen werden, um der aktuellen sicherheitspolitischen Lage zu begegnen? Kommandeur Tippner holt weit aus, ein ganzes Bündel an Maßnahmen sei angestoßen. „Wir haben unsere Geschwaderstruktur überarbeitet und evaluieren derzeit eine neue Besatzungsstruktur, die auf kurzfristige Regenerierbarkeit und langfristigen Erfahrungsaufbau ausgerichtet ist. Auch die Ausbildung unter Kriegsbedingungen betrachten wir intensiv.“ Ihm komme es jedoch besonders auf die Zusammenarbeit im Verband an: „Nur gemeinsam sind wir stark.“</p>
<div id="attachment_48526" style="width: 432px" class="wp-caption alignright"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-48526" class=" wp-image-48526" src="/wp-content/uploads/2025/09/FGS_Ludwigshafen_am_Rhein_12_2018_23-Kopie-300x200.jpg" alt="Auf dem Hubschrauberdeck kann ein NH 90 landen, der Hangar ist jedoch nur für Aufklärungsdrohnen ausgelegt, Foto: Michael Nitz" width="422" height="281" srcset="/wp-content/uploads/2025/09/FGS_Ludwigshafen_am_Rhein_12_2018_23-Kopie-300x200.jpg 300w, /wp-content/uploads/2025/09/FGS_Ludwigshafen_am_Rhein_12_2018_23-Kopie-1024x682.jpg 1024w, /wp-content/uploads/2025/09/FGS_Ludwigshafen_am_Rhein_12_2018_23-Kopie-768x512.jpg 768w, /wp-content/uploads/2025/09/FGS_Ludwigshafen_am_Rhein_12_2018_23-Kopie-18x12.jpg 18w, /wp-content/uploads/2025/09/FGS_Ludwigshafen_am_Rhein_12_2018_23-Kopie-1080x720.jpg 1080w, /wp-content/uploads/2025/09/FGS_Ludwigshafen_am_Rhein_12_2018_23-Kopie-750x500.jpg 750w, /wp-content/uploads/2025/09/FGS_Ludwigshafen_am_Rhein_12_2018_23-Kopie-1140x759.jpg 1140w, /wp-content/uploads/2025/09/FGS_Ludwigshafen_am_Rhein_12_2018_23-Kopie.jpg 1465w" sizes="(max-width: 422px) 100vw, 422px" /><p id="caption-attachment-48526" class="wp-caption-text">Auf dem Hubschrauberdeck kann ein NH 90 landen, der Hangar ist jedoch nur für Aufklärungsdrohnen ausgelegt, Foto: Michael Nitz</p></div>
<p data-start="1810" data-end="2156"><strong data-start="1810" data-end="1868">Apropos gemeinsam: Wie steht es denn um den Nachwuchs?</strong> Tippner erwähnt, wie wichtig der Arbeitgeber Marine auch in der Region sei, und dass er auch mit Blick auf den neuen Wehrdienst zuversichtlich in die Zukunft schaue. Natürlich sei auch die Marine vom Fachkräftemangel betroffen und müsse daher als guter Arbeitgeber wahrgenommen werden.</p>
<p data-start="2158" data-end="2853">Welche Rolle fällt den Kommandanten dabei heutzutage zu? Tippner zitiert aus der Vorschrift: „Der Kommandant trägt für Führung und Einsatzbereitschaft der Einheit, den Ausbildungsstand, die Disziplin und Pflichterfüllung der Untergebenen, das Wohl der Besatzung und für Rechtmäßigkeit und Zweckmäßigkeit seiner Befehle die Verantwortung.“ Der Kommandeur ist überzeugt, dass es keine andere Verwendung gibt, die eine vergleichbar vollumfängliche Verantwortung beinhaltet. „Es bedarf charakterlicher und geistiger Kraft sowie auf zielgerichteter Ausbildung und tiefgreifender Erfahrung beruhendem Können!“ Das brauche Zeit, die Erlangung der Kommandanten­eignung benötige im Schnitt sechs Jahre.</p>
<p data-start="2855" data-end="3477">Zum Schluss die brennende Frage, wie es denn um den Zulauf der neuen Korvetten des zweiten Loses bestellt ist. Tippner reagiert abgeklärt, man tue seinen Job in der guten Zusammenarbeit mit der Werft. Die Vorbereitung der Besatzungen habe hohe Priorität, und es sei Licht am Ende des Tunnels zu erkennen: „Die <strong data-start="3165" data-end="3174">EMDEN</strong> fährt bereits unter Bundesdienstflagge, und wir erwarten im kommenden Jahr alle fünf Einheiten des zweiten Loses in See.“ Man darf gespannt sein. Als Kommandeur wird Tippner diesen Meilenstein nicht mehr erleben dürfen, er übergibt sein Kommando am 24. September an Fregattenkapitän Stephan Lukaszyk.</p>
<p>Holger Schlüter</p>
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		<title>Neue Bevölkerungsumfrage: Deutschland in der militärischen Führungsrolle?</title>
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		<pubDate>Thu, 11 Sep 2025 11:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Russland führt seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine unvermindert fort, während das Vertrauen in den Bündnispartner USA schwindet. Wie reagiert die deutsche Bevölkerung auf diese doppelte Herausforderung? Antworten auf Fragen zur Bedrohungswahrnehmung, zu den transatlantischen Beziehungen und zur Wehrbereitschaft in Deutschland liefert die jährliche Bevölkerungsbefragung des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr (ZMSBw). Über 2.000 [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Russland führt seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine unvermindert fort, während das Vertrauen in den Bündnispartner USA schwindet. Wie reagiert die deutsche Bevölkerung auf diese doppelte Herausforderung? Antworten auf Fragen zur Bedrohungswahrnehmung, zu den transatlantischen Beziehungen und zur Wehrbereitschaft in Deutschland liefert die jährliche Bevölkerungsbefragung des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr (ZMSBw). Über 2.000 zufällig ausgewählte Bürgerinnen und Bürger nahmen im Zeitraum vom 11. April bis 17. Mai 2025 an der repräsentativen Umfrage teil.</strong></p>
<p><strong>Mehrheit sieht Russland als Bedrohung </strong></p>
<div id="attachment_47184" style="width: 310px" class="wp-caption alignleft"><a href="/wp-content/uploads/2025/06/MFO-Header-hafeninsel-Stralsund-–-3-2.jpg"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-47184" class="size-medium wp-image-47184" src="/wp-content/uploads/2025/06/MFO-Header-hafeninsel-Stralsund-–-3-2-300x153.jpg" alt="Der Generalinspekteur der Bundeswehr, Carsten Breuer, flog mit einem „Sea Lynx“ ein. Foto: Daniel Angres" width="300" height="153" srcset="/wp-content/uploads/2025/06/MFO-Header-hafeninsel-Stralsund-–-3-2-300x153.jpg 300w, /wp-content/uploads/2025/06/MFO-Header-hafeninsel-Stralsund-–-3-2-768x391.jpg 768w, /wp-content/uploads/2025/06/MFO-Header-hafeninsel-Stralsund-–-3-2-18x9.jpg 18w, /wp-content/uploads/2025/06/MFO-Header-hafeninsel-Stralsund-–-3-2-750x382.jpg 750w, /wp-content/uploads/2025/06/MFO-Header-hafeninsel-Stralsund-–-3-2.jpg 840w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><p id="caption-attachment-47184" class="wp-caption-text">Der Generalinspekteur der Bundeswehr, Carsten Breuer, flog mit einem „Sea Lynx“ ein. Foto: Daniel Angres</p></div>
<p>Russland wird von zwei Dritteln der Bevölkerung als Bedrohung für die Sicherheit Deutschlands wahrgenommen. Zugenommen hat die Angst vor russischen Cyberangriffen und der Aufrüstung der russischen Streitkräfte. Dieses Bedrohungsgefühl ist in allen Gruppen der deutschen Bevölkerung ähnlich stark ausgeprägt: Selbst Befragte mit einer Wahlpräferenz für die AfD oder die Linke sehen Russland mehrheitlich als Bedrohung. Die Spannungen zwischen dem Westen und Russland stellen aus Sicht der Befragten inzwischen die zweitgrößte Bedrohung für ihre persönliche Sicherheit dar – nach der Inflation, aber noch vor der Zuwanderung nach Deutschland.</p>
<p><strong>Vertrauen gegenüber dem Bündnispartner USA schwindet</strong></p>
<p>Das vormals große Vertrauen der deutschen Bevölkerung in die USA als verlässlichen (Bündnis-)Partner ist seit der Wiederwahl von Donald Trump zum US-Präsidenten um 21 Prozentpunkte im Vergleich zu 2024 auf jetzt 41 Prozent stark gesunken. Nur noch 37 Prozent der Befragten sehen die USA grundsätzlich als zuverlässigen Partner. Dies bedeutet einen Verlust von 28 Prozentpunkten und die größte Einstellungsveränderung im Vergleich zum Vorjahr. Von einer relativen Mehrheit wird die Außen- und Sicherheitspolitik der USA als Gefahr für den Zusammenhalt in der NATO wahrgenommen. Obwohl das Vertrauen in die USA als NATO-Partner aktuell leidet, möchte eine Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger nicht auf den militärischen Beistand der USA verzichten.</p>
<div id="attachment_41769" style="width: 310px" class="wp-caption alignright"><a href="/wp-content/uploads/2024/12/241208-einlaufen-fgs-frt-rodewald011.jpg"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-41769" class="size-medium wp-image-41769" src="/wp-content/uploads/2024/12/241208-einlaufen-fgs-frt-rodewald011-300x169.jpg" alt="Zahlreiche Angehörige sehnten der Rückkehr ihrer Soldatinnen und Soldaten entgegen. Das Marinemusikkorps Willhelmshaven spielte zum Einlaufen. Bundeswehr/Leon Rodewald" width="300" height="169" srcset="/wp-content/uploads/2024/12/241208-einlaufen-fgs-frt-rodewald011-300x169.jpg 300w, /wp-content/uploads/2024/12/241208-einlaufen-fgs-frt-rodewald011-1024x576.jpg 1024w, /wp-content/uploads/2024/12/241208-einlaufen-fgs-frt-rodewald011-768x432.jpg 768w, /wp-content/uploads/2024/12/241208-einlaufen-fgs-frt-rodewald011-1536x864.jpg 1536w, /wp-content/uploads/2024/12/241208-einlaufen-fgs-frt-rodewald011-18x10.jpg 18w, /wp-content/uploads/2024/12/241208-einlaufen-fgs-frt-rodewald011-1080x608.jpg 1080w, /wp-content/uploads/2024/12/241208-einlaufen-fgs-frt-rodewald011-750x422.jpg 750w, /wp-content/uploads/2024/12/241208-einlaufen-fgs-frt-rodewald011-1140x641.jpg 1140w, /wp-content/uploads/2024/12/241208-einlaufen-fgs-frt-rodewald011.jpg 2000w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><p id="caption-attachment-41769" class="wp-caption-text">Zahlreiche Angehörige warten sehnsüchtig auf ihre Liebsten.<br />Bundeswehr/Leon Rodewald</p></div>
<p><strong>Zuspruch zur Verteidigungsfähigkeit wächst</strong></p>
<p>In dieser Bedrohungslage findet die finanzielle und personelle Stärkung der Bundeswehr immer größere Zustimmung: Nie haben sich mehr Bürgerinnen und Bürger für eine Erhöhung der Verteidigungsausgaben (64 Prozent; +7 Prozentpunkte im Vergleich zu 2024) und für einen personellen Aufwuchs der Bundeswehr (65 Prozent; +7 Prozentpunkte) ausgesprochen. Die Stärkung der Bundeswehr wird von einer Mehrheit in allen untersuchten Gruppen in der Bevölkerung befürwortet. Nur eine kleine Minderheit spricht sich für eine Verringerung der Verteidigungsausgaben (8 Prozent) und des Personalumfangs der Bundeswehr (7 Prozent) aus, während jeweils ein Viertel (24 Prozent; -6 Prozentpunkte) für ein gleichbleibendes Niveau plädiert. Eine unverändert große Mehrheit der Gesellschaft von mehr als 80 Prozent hat eine positive Einstellung zur Bundeswehr, bringt ihr Vertrauen entgegen und bewertet das Verhältnis zwischen Bundeswehr und Gesellschaft positiv. „Die Stärkung der Bundeswehr und der nationalen Verteidigungsfähigkeit ist gesamtgesellschaftlicher Konsens“, so Dr. Timo Graf, Leiter der Bevölkerungsumfrage.</p>
<p>Die Einführung eines neuen Wehrdienstes für junge Menschen stößt ebenfalls auf mehrheitlichen Zuspruch in der Bevölkerung. Im Vergleich zum Vorjahr ist hier die Akzeptanz auch unter den 16–29-Jährigen gestiegen und eine relative Mehrheit in dieser Gruppe betrachtet die Einführung inzwischen als notwendig. Ein großer Teil der Bevölkerung unter 50 Jahren wäre zudem nach eigenem Bekunden bereit, im Falle eines militärischen Angriffs das Land mit der Waffe zu verteidigen: Bei den Männern liegt der Wert für die persönliche Verteidigungsbereitschaft bei 54 Prozent, bei den Frauen sind es 21 Prozent. Damit wird deutlich, dass „die Bürgerinnen und Bürger nicht nur eine Stärkung der Bundeswehr durch eine Erhöhung der Verteidigungsausgaben fordern, sondern auch bereit wären, sich persönlich militärisch zu engagieren“, so Dr. Graf.</p>
<div id="attachment_46719" style="width: 310px" class="wp-caption alignleft"><a href="/wp-content/uploads/2025/06/B2_Veteranenabzeichen-der-Bundeswehr_Bild_Bundeswehr-Torsten-Kraatz-e1749718181460.jpg"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-46719" class="size-medium wp-image-46719" src="/wp-content/uploads/2025/06/B2_Veteranenabzeichen-der-Bundeswehr_Bild_Bundeswehr-Torsten-Kraatz-e1749718181460-300x227.jpg" alt="" width="300" height="227" srcset="/wp-content/uploads/2025/06/B2_Veteranenabzeichen-der-Bundeswehr_Bild_Bundeswehr-Torsten-Kraatz-e1749718181460-300x227.jpg 300w, /wp-content/uploads/2025/06/B2_Veteranenabzeichen-der-Bundeswehr_Bild_Bundeswehr-Torsten-Kraatz-e1749718181460-768x580.jpg 768w, /wp-content/uploads/2025/06/B2_Veteranenabzeichen-der-Bundeswehr_Bild_Bundeswehr-Torsten-Kraatz-e1749718181460-16x12.jpg 16w, /wp-content/uploads/2025/06/B2_Veteranenabzeichen-der-Bundeswehr_Bild_Bundeswehr-Torsten-Kraatz-e1749718181460-750x566.jpg 750w, /wp-content/uploads/2025/06/B2_Veteranenabzeichen-der-Bundeswehr_Bild_Bundeswehr-Torsten-Kraatz-e1749718181460.jpg 927w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><p id="caption-attachment-46719" class="wp-caption-text">Veteranenabzeichen der Bundeswehr. Foto: Bundeswehr/Torsten Kraatz</p></div>
<p><strong>NATO und EU wichtiger denn je</strong></p>
<p>Trotz des massiven Vertrauensverlustes in den Bündnispartner USA bekennt sich die Mehrheit der Befragten klar zur NATO-Bündnisverteidigung. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zustimmung zur NATO-Bündnisverteidigung weiter gestiegen, insbesondere zu einer militärischen Führungsrolle Deutschlands. Auch das bereits seit vielen Jahren positive Meinungsbild zur EU-Verteidigungskooperation hat sich noch einmal deutlich verbessert. Eine absolute Mehrheit der Befragten befürwortet eine gemeinsame europäische Sicherheits- und Verteidigungspolitik, finanzielle Unterstützung europäischer Rüstungsprojekte, das Auftreten der EU als eigenständiger sicherheits- und verteidigungspolitischer Akteur sowie eine gemeinsame europäische Armee. Die öffentliche Zustimmung zu einer militärischen Führungsrolle Deutschlands in der EU ist ebenfalls deutlich gestiegen (44 Prozent; +7 Prozentpunkte; Ablehnung: 27 Prozent; Teils/teils: 26 Prozent).</p>
<p><strong>Fazit</strong></p>
<p><strong>Der öffentliche Zuspruch in Deutschland zu einer ambitionierten deutschen Verteidigungspolitik und zu einer militärischen Führungsrolle Deutschlands in der NATO und der EU ist im Vergleich zum Vorjahr gestiegen und stärker denn je.</strong> Die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger fühlt sich durch Russland militärisch bedroht und viele haben seit dem Amtsantritt von Präsident Trump das Vertrauen in die USA als verlässlichen NATO-Bündnispartner verloren – nicht aber das Vertrauen in die NATO und die europäischen Partner. Dieser doppelten Herausforderung für die Sicherheit Europas und Deutschlands sollte aus Sicht einer großen Mehrheit in der deutschen Bevölkerung durch eine zweifache Stärkung der eigenen Verteidigungsfähigkeit begegnet werden: zum einen durch die finanzielle und personelle Stärkung der Bundeswehr, zum anderen durch eine noch stärkere Verteidigungszusammenarbeit im Rahmen der NATO und der EU.</p>
<p><strong>Autor: </strong>Dr. Timo Graf leitet die jährliche ZMSBw-Bevölkerungsbefragung und ist der Autor des Forschungsberichts.</p>
<p><strong>Studie: </strong>Die jährliche ZMSBw-Bevölkerungsbefragung ist seit Beginn der Umfragestudie im Jahr 1996 der Gradmesser für die gesellschaftliche Legitimation, Relevanz und Integration der Streitkräfte.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://cbmaritim.46181.onlineshophosting.de/neue-bevoelkerungsumfrage-deutschland-in-der-militaerischen-fuehrungsrolle/">Neue Bevölkerungsumfrage: Deutschland in der militärischen Führungsrolle?</a> erschien zuerst auf <a href="https://cbmaritim.46181.onlineshophosting.de">marineforum</a>.</p>
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		<title>Die Macht der Flexibilität</title>
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		<pubDate>Mon, 18 Aug 2025 07:30:48 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Nach drei Jahrzehnten kommen die bewährten Tender der Klasse 404 ans Ende ihrer Nutzungsdauer. In einem dramatisch veränderten Umfeld sollen die geplanten Nachfolger möglichst vielfältig einsetzbar sein.  Mit der Mittleren Unterstützungseinheit hat die Zukunft der Tender begonnen. Die zukünftigen Einheiten erfüllen die aktuellen Anforderungen der Deutschen Marine an eine bedarfsgerechte Versorgungs-, Unterstützungs- und Führungseinheit in [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://cbmaritim.46181.onlineshophosting.de/die-macht-der-flexibilitaet/">Die Macht der Flexibilität</a> erschien zuerst auf <a href="https://cbmaritim.46181.onlineshophosting.de">marineforum</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Nach drei Jahrzehnten kommen </strong><strong>die bewährten Tender der Klasse 404 </strong><strong>ans Ende ihrer Nutzungsdauer. In einem </strong><strong>dramatisch veränderten Umfeld sollen </strong><strong>die geplanten Nachfolger möglichst </strong><strong>vielfältig einsetzbar sein. </strong></p>
<p data-pm-slice="1 1 []">Mit der Mittleren Unterstützungseinheit hat die Zukunft der Tender begonnen. Die zukünftigen Einheiten erfüllen die aktuellen Anforderungen der Deutschen Marine an eine bedarfsgerechte Versorgungs-, Unterstützungs- und Führungseinheit in See umfassend und zukunftssicher. Versorgung und Unterstützung von Bootsverbänden zusammen mit der Möglichkeit, durch einen eingeschifften Stab die Verbandsführung auf Ebene Commander Task Group zu ermöglichen, bilden die Basisfähigkeiten dieser Einheiten. Darüber hinaus können durch die multifunktionale Auslegung mit einem anpassungsfähigen Flexdeck in Verbindung mit einer Roll-onroll- off-Fähigkeit Soldaten inklusive Fahrzeuge des Seebataillons schnell und sicher verlegt werden. Alternativ ist der weltweite Transport und Einsatz von Spezial- und spezialisierten Kräften möglich, [ds_preview]wobei über eine interne Heckrampe inklusive Slipvorrichtung das schnelle Aussetzen und Aufnehmen der Boote gewährleistet wird. Die Möglichkeit zum Patiententransport in größerem Umfang rundet die enorme Bandbreite möglicher Einsätze ab. Zukunftsweisend ist zudem die Fähigkeit, als schwimmende Führungsplattform für unbemannte Systeme – in der Luft, zu Wasser und unter Wasser – zu dienen. Damit werden aktuelle und künftige Fähigkeiten unbemannter Systeme unter anderem in den Bereichen Aufklärung, Kommunikation und Bekämpfung weltweit von See verfügbar.</p>
<div id="attachment_47832" style="width: 417px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-47832" class=" wp-image-47832" src="/wp-content/uploads/2025/08/1-Bild-3-MUsE-Gesamtansichtl-Kopie-300x169.jpg" alt="Zukünftig soll die Mittlere Unterstützungseinheit ein breites Spektrum an Einsatzmöglichkeiten offerieren, Grafik: Bw" width="407" height="229" srcset="/wp-content/uploads/2025/08/1-Bild-3-MUsE-Gesamtansichtl-Kopie-300x169.jpg 300w, /wp-content/uploads/2025/08/1-Bild-3-MUsE-Gesamtansichtl-Kopie-1024x576.jpg 1024w, /wp-content/uploads/2025/08/1-Bild-3-MUsE-Gesamtansichtl-Kopie-768x432.jpg 768w, /wp-content/uploads/2025/08/1-Bild-3-MUsE-Gesamtansichtl-Kopie-18x10.jpg 18w, /wp-content/uploads/2025/08/1-Bild-3-MUsE-Gesamtansichtl-Kopie-1080x608.jpg 1080w, /wp-content/uploads/2025/08/1-Bild-3-MUsE-Gesamtansichtl-Kopie-750x422.jpg 750w, /wp-content/uploads/2025/08/1-Bild-3-MUsE-Gesamtansichtl-Kopie-1140x641.jpg 1140w, /wp-content/uploads/2025/08/1-Bild-3-MUsE-Gesamtansichtl-Kopie.jpg 1200w" sizes="(max-width: 407px) 100vw, 407px" /><p id="caption-attachment-47832" class="wp-caption-text">Zukünftig soll die Mittlere Unterstützungseinheit ein breites<br />Spektrum an Einsatzmöglichkeiten offerieren, Grafik: Bw</p></div>
<p data-pm-slice="1 1 []">Dieses breite, zukunftssichere Fähigkeitsprofil wird durch ein durchdachtes, gleichermaßen mit Experten wie mit Personen aus der Praxis abgestimmtes Design ermöglicht, wobei ein gewaltiges Spektrum unterschiedlichster Technik in einem ausgesprochen kompakten Schiffsentwurf untergebracht wurde. Die Notwendigkeit zur signifikanten Steigerung der Durchhaltefähigkeit von Booten durch Bereitstellung einer Versorgung und Unterstützung mittels Tender erkannte die deutsche Marine bereits Ende der 1950er-Jahre. Seit Anfang der Sechzigerjahre wurden insgesamt 13 Tender in Dienst gestellt, acht als Rhein-Klasse (Klasse 401) für die Schnellbootgeschwader, drei als Klasse 402 für die Minensucher und zwei als Klasse 403 zur Unterstützung der U-Boote. Die Boote wiesen eine Verdrängung von fast 3000 Tonnen bei einer Länge von 100 Metern auf und waren mit einer Höchstgeschwindigkeit von 21 Knoten nicht nur besonders schnell, sondern für die damalige Zeit mit zwei 100-Millimeter-Seezielgeschützen und vier 40-Millimeter-Marineeinzellafetten inklusive Feuerleitradaranlagen auch außergewöhnlich stark bewaffnet. Anfang der Neunzigerjahre wurden diese Einheiten durch sechs Tender der Klasse 404 ersetzt. Auch hier standen grundsätzlich die Aufgaben Versorgung und Unterstützung von Bootseinheiten im Vordergrund. Als schwimmende „Tankstelle“, zur Versorgung maritimer Kräfte in See mit Kraftstoff, Frischwasser, Proviant, Ersatzteilen und Munition, als schwimmende „Werkstatt“, für Wartungs- und Reparaturarbeiten und durch die eingeschifften Systemunterstützungsgruppen für die zu unterstützenden Boote erfüllten sie beständig und zuverlässig ihre Aufgaben. Im Lauf der Zeit wurde ein Tender, der Main, zu einer U-Boot-Unterstützungeinheit umgebaut, um den U-Boot-Verbänden passgenaue Hilfe bieten zu können. Mit einer Bootslänge von 100 Metern und einer Verdrängung von rund 3300 Tonnen verfügen die Tender Klasse 404 über vergleichbare Abmessungen wie ihre Vorgänger. Und auch die vorgesehenen Einsatzräume in der Ostsee blieben zunächst gleich. Dies änderte sich nach der Jahrtausendwende mit immer häufigeren Einsätzen im Mittelmeer und weit darüber hinaus, beispielsweise am Horn von Afrika. Mit den neuen Einsatzgebieten gingen neue Aufgaben wie die Führung von Verbänden einher. Um die Tender technisch optimal auf ihre erweiterten Aufgaben vorzubereiten, stand neben schiffbaulichen Aspekten insbesondere die Verbesserung der Kommunikations- und Führungsfähigkeiten im Vordergrund.</p>
<p data-pm-slice="1 1 []"><strong>Bewährtes Konzept mit Grenzen </strong></p>
<p data-pm-slice="1 1 []">Ein entscheidendes konzeptionelles Wesensmerkmal der Tender Klasse 404 ist ihre hohe Flexibilität hinsichtlich der Aufnahmefähigkeit unterschiedlicher Ausrüstungen und Personal. So können 20 Fuß große Container auf zwölf Stellplätzen zweilagig gestapelt sowie auf einem weiteren Stellplatz einlagig mitgeführt werden. Damit ergibt sich in Summe eine materielle Aufnahmefähigkeit von bis zu 25 Containern auf insgesamt dreizehn Containerstellplätzen an Bord. Auf diese Weise werden unterschiedlichste Materialien und Ausrüstungsgegenstände verfügbar – über die Mitnahme von Ersatzteilen bis hin zu Spezialcontainern, ausgestattet mit Führungsmitteln und Platz für einen Stab. Die personelle Aufnahmefähigkeit ergibt sich aus der Möglichkeit, aufgabenspezifisches Personal in größeren Umfang aufnehmen zu können. So kann zum Beispiel ein Team von Spezialisten der Systemunterstützungsgruppe für Wartungs- und Reparaturarbeiten an Bord eingeschifft werden. Oder es wird ein Geschwaderstab aufgenommen, um so als Führungsplattform wirken zu können. Derart flexibel aufgestellt, können Tender auch Aufgaben wahrnehmen, die über die reine Versorgung hinausgehen. Beispiele hierfür sind unter anderem die Operation Enduring Freedom, EU Navfor Med, Unifil oder die Standing NATO Maritime Countermeasures Group 2, bei denen die Tender der Klasse 404 stets wertvolle Dienste leisteten.</p>
<div id="attachment_47833" style="width: 421px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-47833" class=" wp-image-47833" src="/wp-content/uploads/2025/08/2-Bild-2-MUsE-FlexDeck-Kopie-300x169.jpg" alt="Im gewaltigen Flexdeck können zahlreiche Fahrzeuge des Seebataillons transportiert werden, Grafik: Bw" width="411" height="232" srcset="/wp-content/uploads/2025/08/2-Bild-2-MUsE-FlexDeck-Kopie-300x169.jpg 300w, /wp-content/uploads/2025/08/2-Bild-2-MUsE-FlexDeck-Kopie-1024x576.jpg 1024w, /wp-content/uploads/2025/08/2-Bild-2-MUsE-FlexDeck-Kopie-768x432.jpg 768w, /wp-content/uploads/2025/08/2-Bild-2-MUsE-FlexDeck-Kopie-18x10.jpg 18w, /wp-content/uploads/2025/08/2-Bild-2-MUsE-FlexDeck-Kopie-1080x608.jpg 1080w, /wp-content/uploads/2025/08/2-Bild-2-MUsE-FlexDeck-Kopie-750x422.jpg 750w, /wp-content/uploads/2025/08/2-Bild-2-MUsE-FlexDeck-Kopie-1140x641.jpg 1140w, /wp-content/uploads/2025/08/2-Bild-2-MUsE-FlexDeck-Kopie.jpg 1280w" sizes="(max-width: 411px) 100vw, 411px" /><p id="caption-attachment-47833" class="wp-caption-text">Im gewaltigen Flexdeck können zahlreiche Fahrzeuge des Seebataillons transportiert werden, Grafik: Bw</p></div>
<p data-pm-slice="1 1 []">Über 30 Jahre bewährte sich dieses flexibel nutzbare Auslegungskonzept mit vielen Containerstellplätzen und Räumlichkeiten für Einschiffungspersonal. Mit seinen begrenzten Flächen wie auch den begrenzten schiffbaulichen Auslegungen stößt die Auslegung des Tenders Klasse 404 aber bereits heute an ihre Grenzen. Die neuen, vielfältigen und umfassenden Anforderungen, wie sie heute an die Mittlere Unterstützungseinheit gestellt werden, können nur erfüllt werden, wenn das bewährte Konzept deutlich weiterentwickelt wird.</p>
<p data-pm-slice="1 1 []"><strong>Komplexität der Zukunft</strong></p>
<p data-pm-slice="1 1 []">Das Konzept der flexibel nutzbaren Bordflächen und Räumlichkeiten ist der Schlüssel zur Bewältigung der neuen Anforderungen, denn von seiner Grundidee ist es alternativlos, will man derart umfassende und vielfältige Aufgaben mit einer weiterhin kompakten Einheit erfüllen. Um wie gefordert Kräfte des Seebataillons mit einer Vielzahl von Soldaten und militärischen Fahrzeugen transportieren zu können, ist eine große, zusammenhängende Ladefläche erforderlich. Die Mittlere Unterstützungseinheit stellt diese Fläche zukünftig bereit. Damit die Fahrzeuge schnell an Bord und auch von Bord kommen können, müssen zudem hinreichend Rampen und Zugangsöffnungen vorhanden sein, wobei durch das Roll-on-roll-off-System eine optimale Be- und Entlademöglichkeit geboten wird. Um die Fahrzeuge ohne große Vorbereitungen vor den Widrigkeiten der See zu schützen, ist ein abgeschirmter Transport im Bootsinneren erforderlich. Der hierfür vorgesehene Innenraum – als Flexdeck oder Missionsdeck bezeichnet – ist von gewaltiger Dimension und verläuft durchgängig über die Hälfte der gesamten Einheit. Damit bildet er das designbestimmende Kernelement zur Sicherstellung der vielfältigen Missionsanforderungen. Das Flexdeck bildet die Basis, um eine Vielzahl der neuen Forderungen abdecken zu können. So können auch Boote der Spezialkräfte dort gelagert und mitgeführt werden. Um diese weltweit in See zum Einsatz bringen zu können, sind zum Aussetzen beziehungsweise Einholen weitere Ergänzungen notwendig, beispielsweise eine Bootsrampe in Form einer Slipanlage. Weiterhin kann der Raum zum Transport einer größeren Anzahl Container genutzt werden, um unterschiedlichste Ausrüstungen oder Material zu transportieren. So spannt das Flexdeck einen breiten Raum auf, um die geforderten Fähigkeiten bereitzustellen. Gleichzeitig macht es die Einheit zukunftssicher, denn auch künftige Anforderungen an die Lagerung, den Transport und den Einsatz von Ausrüstung können dort umgesetzt werden. Über das Flexdeck hinaus weist die Mittlere Unterstützungseinheit an fast allen Stellen signifikante Änderungen gegenüber den heutigen Tendern auf. Die Brücke wird deutlich größer ausfallen und verfügt über ein vollintegriertes State-of-the-Art-Layout für eine sichere Bootsführung. Die zunehmende Bedeutung der Führungsfähigkeiten spiegelt sich einerseits in der Auslegung der Operationszentrale wieder, die eine hohe Anzahl flexibel nutzbarer Arbeitsplätze aufweist. Anderseits wird eine anforderungsgerechte Ausstattung für Kommunikation und Datenaustausch implementiert. Serverräume sind bereits durch ihre großzügige Auslegung zukunftssicher dimensioniert – was auch für Energieversorgung und Klimatisierung gilt. Und die große Anzahl der Besprechungsräume mit vielfältiger IT- und Netzausstattung unterstreicht den Anspruch, für Führungsaufgaben eine optimale Ausrüstung bereitzustellen. Nicht weniger komplex gestaltet sich die Auslegung der Patiententransportfähigkeit, sind doch neben der Gestaltung von Räumlichkeiten auch Aspekte der optimalen Transportwege wie auch der Rettungswege im Schiffsdesign unterzubringen. Eine besondere Herausforderung stellt die Gestaltung der Bereiche dar, die für den künftigen Einsatz unbemannter Drohnen vorgesehen sind. Insofern müssen bereits heute notwendige Designentscheidungen hinsichtlich solcher Aufnahmekapazitäten getroffen werden. Zu berücksichtigen sind unter anderem Raum, Energieversorgung, Führungsmittel, IT-Sicherheit, Startund Landemöglichkeiten, Aussetz- und Aufnahmemöglichkeit. Einen wesentlichen Schwerpunkt bei der Neuausrichtung der Mittleren Unterstützungseinheit bildet die erhöhte Befähigung zum Eigenschutz. Deren Bedeutung wird durch jüngste Erfahrungen wie die Drohnenangriffe auf Schiffe im Roten Meer unterstrichen. Im Nahbereich wird eine leistungsgesteigerte Rohrwaffe mit der Möglichkeit zum Einsatz von Air-Burst-Munition (englisch: in der Luft explodierende Munition), unter anderem zur Flugdrohnenabwehr, vorgesehen. Das Thema querschnittliche Ausrüstung in der Marine wird bei der Waffenauswahl eine wesentliche Rolle spielen. Weiterhin ist die Integration des bewährten flugkörperbasierten Nahbereichsverteidigungssystems RAM zur Bekämpfung von agilen Zielen wie Lenkflugkörpern oder Luftfahrzeugen geplant.</p>
<p data-pm-slice="1 1 []">Die bisher aufgeführten Themen beschreiben nur einen Teil der Komplexität, die mit der Zukunft der Tender – der Mittleren Unterstützungseinheit – beachtet und für eine Lösungsfindung bearbeitet werden muss. Doch die rein technische Betrachtung springt deutlich zu kurz. Themen wie die Gestaltung der Versorgungsreife mit Aspekten der Ausbildung und Einweisung, der Bereitstellung aller erforderlichen Unterlagen für die logistische Betreuung der Einheiten in der bundeswehrspezifischen und SASPF-gebundenen Umgebung, die Gestaltung der Instandsetzung bis hin zu Fragen der IT-Sicherheit mit all ihren Facetten von Abstrahlsicherheit bis Akkreditierung müssen umfassend und im Kontext komplexer Vorschriftenlagen bearbeitet werden. Darüber hinaus muss der Beschaffungsprozess gestaltet werden. Die Bewältigung von Aufgaben wie Planung und Koordination des Projekts hinsichtlich Zulassungen, Beurteilungen von Industrieleistungen, Abnahmen bis hin zu den Indienststellungen benötigt Ressourcen, die für die Zukunft der Tender unabdingbar sind. Und der Blick muss bereits heute auf die Nutzung gerichtet werden, denn mit der Beschaffung werden die Grundlagen für eine optimal funktionierende Nutzung gelegt, sei es in der Ausgestaltung von Rahmenverträgen zur Instandhaltung oder der bedarfsgerechten Einplanung von technisch-logistischen Unterstützungsleistungen. Die Zukunft der Tender hat begonnen. Erste technische Lösungsideen haben konkrete Gestalt angenommen und zeigen auf, dass die Vielzahl an neuen Anforderungen der Deutschen Marine mit einem kompakten und zukunftssicheren Schiffsdesign erfüllbar ist. Mit der Vielzahl an neuen Forderungen geht eine deutlich höhere Komplexität der Mittleren Unterstützungseinheit einher. Soll die Zukunft der Tender in Form der Mittleren Unterstützungseinheit gelingen, müssen alle Aspekte einer Beschaffung und späteren Nutzung bereits heute bedacht und bearbeitet werden. Soll eine schnelle und reibungslose Beschaffung funktionieren, müssen alle Projektaspekte – und nicht nur das Schiffsdesign – betrachtet werden.</p>
<p>Technischer Regierungsdirektor Gunther Brückner ist Leiter des Referats Einsatzgruppenversorger, Tender und Mittlere Unterstützungseinheit im Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr.</p>
<p>Gunther Brückner</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://cbmaritim.46181.onlineshophosting.de/die-macht-der-flexibilitaet/">Die Macht der Flexibilität</a> erschien zuerst auf <a href="https://cbmaritim.46181.onlineshophosting.de">marineforum</a>.</p>
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		<title>Fregatte F124 – eine Zäsur</title>
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		<dc:creator><![CDATA[MarineForum]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 08 Aug 2025 06:44:28 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Einst waren die Fregatten der Klasse 124 ihrer Zeit voraus. Doch insbesondere die rasch fortschreitende Entwicklung ihres Hauptsensors erfordert seit Jahren ein Upgrade. Noch vor Kurzem stellte das Marineforum im Glückwunschartikel zum 20. Indienststellungsjubiläum der Fregatte Sachsen am Ende des Beitrages die Frage „Quo Vadis F124?“. Zwischenzeitlich hat der Inspekteur der Marine eine Antwort zu [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Einst waren die Fregatten der Klasse 124 ihrer Zeit voraus. Doch insbesondere die rasch fortschreitende Entwicklung ihres Hauptsensors erfordert seit Jahren ein Upgrade.</strong></p>
<p>Noch vor Kurzem stellte das Marineforum im Glückwunschartikel zum 20. Indienststellungsjubiläum der Fregatte Sachsen am Ende des Beitrages die Frage „Quo Vadis F124?“.</p>
<p>Zwischenzeitlich hat der Inspekteur der Marine eine Antwort zu dieser Frage gegeben. Für ihn hat die Verfügbarkeit der Einheiten in See Priorität. Statt der seit Jahren geplanten umfangreichen und mittlerweile mit hohem Projektrisiko behafteten  Obsoleszenzbeseitigung des Weitbereichssensors und der Luftverteidigungsfähigkeiten sollen die drei Einheiten der Sachsen-Klasse bis zu Ihrer Ablösung Mitte der kommenden Dekade möglichst störungsfrei betrieben werden. Der gute Zustand der Schiffsbetriebsanlagen ermöglicht eine Verlängerung der Betriebserhaltungsperiode und[ds_preview] somit eine weitere Verbesserung der Verfügbarkeit der Einheiten.</p>
<div id="attachment_47705" style="width: 370px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-47705" class=" wp-image-47705" src="/wp-content/uploads/2025/07/Thales-SMART-L-MM-das-Bild-zeigt-die-Dimensionen-Foto-Thales-Kopie-300x200.jpg" alt="Thales Naval Nederland hat das gewaltige Radar des Smart-L entwickelt, Foto: Thales" width="360" height="240" srcset="/wp-content/uploads/2025/07/Thales-SMART-L-MM-das-Bild-zeigt-die-Dimensionen-Foto-Thales-Kopie-300x200.jpg 300w, /wp-content/uploads/2025/07/Thales-SMART-L-MM-das-Bild-zeigt-die-Dimensionen-Foto-Thales-Kopie-1024x683.jpg 1024w, /wp-content/uploads/2025/07/Thales-SMART-L-MM-das-Bild-zeigt-die-Dimensionen-Foto-Thales-Kopie-768x512.jpg 768w, /wp-content/uploads/2025/07/Thales-SMART-L-MM-das-Bild-zeigt-die-Dimensionen-Foto-Thales-Kopie-18x12.jpg 18w, /wp-content/uploads/2025/07/Thales-SMART-L-MM-das-Bild-zeigt-die-Dimensionen-Foto-Thales-Kopie-1080x720.jpg 1080w, /wp-content/uploads/2025/07/Thales-SMART-L-MM-das-Bild-zeigt-die-Dimensionen-Foto-Thales-Kopie-750x500.jpg 750w, /wp-content/uploads/2025/07/Thales-SMART-L-MM-das-Bild-zeigt-die-Dimensionen-Foto-Thales-Kopie-1140x760.jpg 1140w, /wp-content/uploads/2025/07/Thales-SMART-L-MM-das-Bild-zeigt-die-Dimensionen-Foto-Thales-Kopie.jpg 1200w" sizes="(max-width: 360px) 100vw, 360px" /><p id="caption-attachment-47705" class="wp-caption-text">Thales Naval Nederland hat das gewaltige Radar des Smart-L entwickelt, Foto: Thales</p></div>
<p>Die Fregatte F124 ist das Überwasserkampfschiff der Deutschen Marine, ihr Einsatz in See ein wichtiger Beitrag zur Abschreckung wie auch zur Landes- und Bündnisverteidigung. Sie wurde entwickelt, um eine Vielzahl von Bedrohungen abzuwehren. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf der Verbandsflugabwehr, also dem Schutz eines Schiffsverbandes vor Angriffen aus der Luft. Sie kann aber auch gegen Ziele auf und unter Wasser wirken.</p>
<p><strong>Vor 20 Jahren hochmodern</strong></p>
<p>Zu ihrer Indienststellung vor 20 Jahren waren die Fregatten F124 mit einer Vielzahl von damals hochmodernen Systemen ausgestattet, die ihre Fähigkeit zur Flugabwehr unterstützen:</p>
<p>• Sensorik: SMART-L-Langstreckenradar und APAR-Phased-Array-Radar zur frühzeitigen Erkennung und Verfolgung von Luftzielen</p>
<p>• Bewaffnung: Standard Missile 2 (SM-2) für große Entfernungen und (damals) vorrangig gegen Flugzeuge, Evolved Sea Sparrow Missile (ESSM) gegen anfliegende Flugkörper auf mittlere Entfernung und das System Rolling Airframe Missile (RAM) zur Abwehr gegen Ziele im Nächstbereich. Zusätzlich kann das Artilleriesystem OTO MELARA 76mm auch gegen Luftziele eingesetzt werden.</p>
<p><strong>Drei-Layer-System</strong></p>
<p>F124 war zur Zeit ihrer Indienststellung das einzige Kriegsschiff der westlichen Welt, das zur Abwehr von Bedrohungen aus der Luft mit einen 3-Layer-System von Flugabwehrraketen ausgerüstet war.</p>
<p>Gemäß dem noch aus den späten 80-er Jahren stammenden vorläufigen Einsatzkonzept sollte F124 als Teil einer größeren NATO-Flotte den Nachschub an Truppen und Material für den europäischen Kriegsschauplatz aus Nordamerika gegen Angriffe sowjetischer Bomber mit ihren Flugkörpern schützen. 1996 wurde dieses Konzept an die damals herrschende Einsatzrealität im Rahmen der Krisenreaktion angepasst.</p>
<div id="attachment_47704" style="width: 1210px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-47704" class="wp-image-47704 size-full" src="/wp-content/uploads/2025/07/Hessen-mit-Harry-S-Truman-US-Navy-Kopie.jpg" alt="Am Schutz von US-Flugzeugträgerverbänden beteiligten sich mehrmals deutsche Fregatten der Klasse 124, Foto: US Navy/Scott Swofford" width="1200" height="801" srcset="/wp-content/uploads/2025/07/Hessen-mit-Harry-S-Truman-US-Navy-Kopie.jpg 1200w, /wp-content/uploads/2025/07/Hessen-mit-Harry-S-Truman-US-Navy-Kopie-300x200.jpg 300w, /wp-content/uploads/2025/07/Hessen-mit-Harry-S-Truman-US-Navy-Kopie-1024x684.jpg 1024w, /wp-content/uploads/2025/07/Hessen-mit-Harry-S-Truman-US-Navy-Kopie-768x513.jpg 768w, /wp-content/uploads/2025/07/Hessen-mit-Harry-S-Truman-US-Navy-Kopie-18x12.jpg 18w, /wp-content/uploads/2025/07/Hessen-mit-Harry-S-Truman-US-Navy-Kopie-1080x721.jpg 1080w, /wp-content/uploads/2025/07/Hessen-mit-Harry-S-Truman-US-Navy-Kopie-750x501.jpg 750w, /wp-content/uploads/2025/07/Hessen-mit-Harry-S-Truman-US-Navy-Kopie-1140x761.jpg 1140w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /><p id="caption-attachment-47704" class="wp-caption-text">Am Schutz von US-Flugzeugträgerverbänden beteiligten sich mehrmals deutsche Fregatten der Klasse 124, Foto: US Navy/Scott Swofford</p></div>
<p>Die Einheiten reihten sich damit in ähnliche Projekte anderer Nationen ein, maßgeblich war der hohe Kooperationsanteil mit den Niederlanden. Deren Flugabwehrfregatten der De-Zeven-Provincien-Klasse waren systemtechnisch baugleich mit F124 (APAR/SMART-L-Familie). Später stellte Dänemark ebenfalls drei Fregatten der APAR/ SMART-L Familie in Dienst. Die britische, französische und italienische Marine rüsteten systemtechnisch nicht baugleiche, aber ähnliche Systeme auf den Zerstören der Daring-Klasse bzw. den Fregatten der Horizon-/Orizzonte-Klasse ein (PAAMS-Familie).</p>
<p>F124 wurde ab 2004 als Verbandsflugabwehrschiff in Dienst gestellt. Schon bald entwickelte sich eine enge Zusammenarbneit mit der bodengebundenen Luftverteidigung in Deutschland und den Niederlanden. Daraus ergaben sich zusätzliche Aufgaben für die Schiffe im Zusammenhang mit der integrierten Luftverteidigung. Hier konnten die Einheiten mit ihrem Weitbereichssensor zur Frühwarnung und Zielvoreinweisung die bodengebundene Luftverteidigung gegen die klassische Luftbedrohung unterstützen. Dies wurde zwischen 2004 und 2012 in der Simulation im Rahmen der Übung Joint Project Optic Windmill und in der Realität in mehreren Experimentalprojekten mit den Kräften der bodengebundenen Luftverteidigung  und dem Einsatzführungsdienst der Luftwaffe erprobt. Die königlich-niederländische Marine praktizierte dasselbe mit ihren vier Luftverteidigungsfregatten. Die zahlreichen streitkräftegemeinsamen Projekte führten hier zur Mitte der vergangenen Dekade zu einer Spitzenposition der deutschen und niederländischen Luftverteidigung innerhalb der NATO.</p>
<div id="attachment_47706" style="width: 421px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-47706" class=" wp-image-47706" src="/wp-content/uploads/2025/07/SMART-L-MM-hier-der-Demonstrator-Foto-Thales-Kopie-300x199.jpg" alt="Demonstrator des Smart-L MM, Foto: Thales" width="411" height="273" srcset="/wp-content/uploads/2025/07/SMART-L-MM-hier-der-Demonstrator-Foto-Thales-Kopie-300x199.jpg 300w, /wp-content/uploads/2025/07/SMART-L-MM-hier-der-Demonstrator-Foto-Thales-Kopie-1024x680.jpg 1024w, /wp-content/uploads/2025/07/SMART-L-MM-hier-der-Demonstrator-Foto-Thales-Kopie-768x510.jpg 768w, /wp-content/uploads/2025/07/SMART-L-MM-hier-der-Demonstrator-Foto-Thales-Kopie-18x12.jpg 18w, /wp-content/uploads/2025/07/SMART-L-MM-hier-der-Demonstrator-Foto-Thales-Kopie-1080x717.jpg 1080w, /wp-content/uploads/2025/07/SMART-L-MM-hier-der-Demonstrator-Foto-Thales-Kopie-750x498.jpg 750w, /wp-content/uploads/2025/07/SMART-L-MM-hier-der-Demonstrator-Foto-Thales-Kopie-1140x757.jpg 1140w, /wp-content/uploads/2025/07/SMART-L-MM-hier-der-Demonstrator-Foto-Thales-Kopie.jpg 1372w" sizes="(max-width: 411px) 100vw, 411px" /><p id="caption-attachment-47706" class="wp-caption-text">Demonstrator des Smart-L MM, Foto: Thales</p></div>
<p>Bereits seit 2006 wurde im Rahmen des damaligen NATO Active Layer Ballistic Missile Defence Programmes eine Weiterentwicklung F124 zu einem Sensorbeitrag im Rahmen der Abwehr ballistischer Flugkörper (Ballistic Missile Defence – BMD) gearbeitet. Damals legte die Marine eine erstes Forderungsdokument dazu vor. Dieses kulmulierte 2011 in einer „Abschliessenden Fähigkeitsforderung“, welche allerdings zum Stichtag der Strukturreform der Bundeswehr von 2012 noch nicht unterschrieben war und somit nicht in den neuen Rüstungsprozess „umgeklappt“ wurde. Nun musste nach fünf Jahren Arbeit noch einmal von vorne begonnen werden.</p>
<p>2013 legte die Marine im neuen Planungsprozess der Bundeswehr eine erneute Initiative für einen Sensorbeitrag zum ebenfalls neuen NATO Ballistic Missile Defence (BMD) Programm vor.  Ziel war es, in Kooperation mit den Niederlanden die SMART-L Weitbereichssensoren gegen eine Weiterentwicklung derselben auszutauschen, da die vorhandenen SMART-L keine Ziele im Weltraum entdecken konnten und ohnehin von Obsoleszenzen betroffen waren.  Damit sollte für zur BMD bereits befähigte Einheiten (z.B. US Aegis Zerstörer oder bodengebundene Patriot-Einheiten) die dringend benötigte Fähigkeit zur Frühwarnung und Zielvoreinweisung geschaffen werden.</p>
<p>Dieser Plan firmierte unter dem zähen Begriff „Obsoleszenzbeseitigung. des Weitbereichssensors und Fähigkeitserweiterung F124 in der Luftverteidigung“ (ObsWuF LV F124) und sollte den ministeriellen Phasendokumenten folgend ab 2019 umgesetzt werden. Das Vorhaben selbst hat  sich in der Folge aber als ebenso zäh heraus gestellt. Immer mehr neue Forderungen begründeten eine Abkehr vom ursprünglich gemeinsamen deutsch-niederländischen Weg der Beschaffung der SMART-L Multi Mission (MM). 2021 wurde durch den Rüstungsbereich ein Vertrag zur Entwicklung und Beschaffung eines neuen Radars vom Typ TRS-4D/LR ROT gezeichnet. Das deutsche Systemhaus Hensoldt kooperiert bei diesem Sensor mit dem Radarhersteller ELTA, einer Tochter des israelischen Unternehmens IAI.</p>
<p>Das niederländische Typschiff, die De Zeven Proviencien, übertrug zur selben Zeit im Rahmen der Übung FORMIDABLE SHIELD mit der neuen SMART-L MM erstmals die Zielspur einer ballistischen Rakete an die Feuerleitanlagen des US-Zerstörers Paul Ignatius, der daraufhin das Ziel mit einem Standard Missile 3 erfolgreich bekämpfte. Der Nachweis des Sensorbeitrages zur BMD (“launch on remote”) war erstmals zwischen europäischen und US Systemen erbracht. Die Simplizität, das alte niederländische SMART-L Radar mit einem daraus weiterentwickelten SMART-L MM in ein niederländisches Einsatzsystem, das auch in der F124 verwendet wird, zu integrieren, führte zum Erfolg. Hingegen scheitert das Vorhaben der Fähigkeitserweiterung in Deutschland nach fast 20 Jahren am hohen Integrationsrisiko des deutsch-israelischen Radars in das deutsch-niederländische Einsatzsystem der F124.</p>
<p>Die folgerichtige Entscheidung zur Nichtumsetzung des hochkomplexen Projektes ObsWuF LV F124 hat ihren Ursprung nicht in der Marine. Sie war auf Grund der zeitlichen Verzögerungen im Projekt sowie der hohen Risiken notwendig geworden. Anstatt die Einheiten für viele Jahr mit ungewissem Ausgang in das Dock zu schicken, soll F124 nun der Flotte für die umfangreichen Aufgaben zur Verfügung stehen. Die - von Obs WuF LV unabhängigen - noch anstehenden Umrüstungen im Zusammenhang mit dem Masterplan F124 können dann größtenteils in den planmäßigen Instandsetzungsphasen eingerüstet werden. Dies betrifft Modernisierungen der EloKa-Anlage, den Upgrade der ESSM-Flugkörper und zahlreiche andere wichtige Komponenten.</p>
<p>Trotz dieser vorgesehenen Upgrades bleibt F124 in ihrem Rüststand hinter der technologischen Entwicklung und hinter dem sich weiter entwickelnden Bedrohungsspektrum (z.B. Drohnen, hypersonische Flugkörper und Anti-Schiff Ballistic Missiles) zurück. Benchmark sind dabei einerseits die niederländischen Schwesterschiffe und andererseits Erkenntnisse aus der internationalen Kooperation. Die niederländischen Pendants verfügen nicht nur über die geforderten Sensorfähigkeit und die technischen Voraussetzungen für die erfolgreiche Vernetzung mit und Einbindung in multinationale Verbände (u. a. durch zeitgemäße Rüststände der Führungssysteme) sondern haben erst vor wenigen Wochen auch die Fähigkeit zum Einsatz von weitreichenden Tomahawk Flugkörpern gegen See-und Landziele nachgewiesen.</p>
<p>Im Rahmen der gemeinsamen Fähigkeitsanalysen im Maritime Theatre Defense Forum wird deutlich, dass F124 aufgrund der gescheiterten Obsoleszenzbeseitigung zunehmend Fähigkeitseinbußen im Vergleich zu den Eingangs erwähnten Partnermarinen hinnehmen muss. Auch in der aktuellen Anlaufphase der durch Deutschland initiierten European Sky Shield Inititive (ESSI) spielt F124 keine Rolle. Es wird nun in den kommenden Jahren bis zum Zulauf der Nachfolgeeinheiten darum gehen, die noch vorhandene Luftverteidigungsexpertise in der Marine zu erhalten und für die künftigen hochkomplexen Anforderungen weiter zu entwickeln.</p>
<p>Darüber hinaus gäbe es tatsächlich noch zahlreiche Optionen, das Einsatzsystem F124, seine Sensoren und Effektoren durch kleinere Eingriffe den aktuellen Bedrohungen gerecht zu optimieren.</p>
<p>Als Fazit können zwei Sachverhalte festgestellt werden: Bis zum Zulauf der Nachfolgeklasse F127 bleiben die drei Fregatten F124 trotz ihrer Einschränkungen die kampfstärksten Einheiten und damit ein unverzichtbarer Bestandteil der deutschen Flotte, auch über die Luftverteidigung hinaus. Und zweitens: die eingeführten Verfahren und Prozesse haben nicht zu der seit 2006 bzw. 2013 geforderten Fähigkeitserweiterung geführt und führen in der Marine zu harten Entscheidungen, die dort nicht zu verantworten sind.</p>
<div>Andreas Uhl</div>
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		<title>Ich schick keinen weg!</title>
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		<pubDate>Wed, 06 Aug 2025 10:30:54 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Wie ist es um die Nachwuchsgewinnung für die Marine bestellt? Ein Gesprächs-Update mit dem Leiter des Karrierecenters der Bundeswehr in Wilhelmshaven Kapitän zur See Christian Clausing hat einen dieser Dienstposten, bei denen man an „Mission Impossible“ denken muss. Dennoch hat der 52-Jährige, mit dem das marineforum letztes Jahr erstmalig sprach, seinen Optimismus bewahrt. Was hat [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wie ist es um die Nachwuchsgewinnung für die Marine bestellt? Ein Gesprächs-Update mit dem Leiter des Karrierecenters der Bundeswehr in Wilhelmshaven</strong></p>
<p data-start="233" data-end="881">Kapitän zur See Christian Clausing hat einen dieser Dienstposten, bei denen man an „Mission Impossible“ denken muss. Dennoch hat der 52-Jährige, mit dem das <em data-start="390" data-end="403">marineforum</em> letztes Jahr erstmalig sprach, seinen Optimismus bewahrt. Was hat sich denn in den letzten Monaten getan, insbesondere bei der Bürokratie? Er lacht: „Ein wenig schon“, sagt er und zeigt eine kleine Lücke zwischen Daumen und Zeigefinger. Und für Optimismus ist auch Anlass, denn die Bewerberzahlen entwickeln sich gut. Wofür ist er zuständig? Als Leiter des Karrierecenters in Wilhelmshaven ist er dem Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr[ds_preview] unmittelbar unterstellt.</p>
<div id="attachment_47696" style="width: 372px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-47696" class=" wp-image-47696" src="/wp-content/uploads/2025/08/Test-Bewerber-II-Kopie-300x169.jpg" alt="Im Computertest müssen die Bewerberinnen und Bewerber ihre geistigen Fähigkeiten unter Beweis stellen, Foto: Bw" width="362" height="204" srcset="/wp-content/uploads/2025/08/Test-Bewerber-II-Kopie-300x169.jpg 300w, /wp-content/uploads/2025/08/Test-Bewerber-II-Kopie-1024x576.jpg 1024w, /wp-content/uploads/2025/08/Test-Bewerber-II-Kopie-768x432.jpg 768w, /wp-content/uploads/2025/08/Test-Bewerber-II-Kopie-18x10.jpg 18w, /wp-content/uploads/2025/08/Test-Bewerber-II-Kopie-1080x608.jpg 1080w, /wp-content/uploads/2025/08/Test-Bewerber-II-Kopie-750x422.jpg 750w, /wp-content/uploads/2025/08/Test-Bewerber-II-Kopie-1140x641.jpg 1140w, /wp-content/uploads/2025/08/Test-Bewerber-II-Kopie.jpg 1200w" sizes="(max-width: 362px) 100vw, 362px" /><p id="caption-attachment-47696" class="wp-caption-text">Im Computertest müssen die Bewerberinnen und Bewerber ihre geistigen Fähigkeiten unter Beweis stellen, Foto: Bw</p></div>
<p data-start="883" data-end="1872">Es ist viel, was man von den 15 Dienststellen der Personalgewinnungsorganisation der Bundeswehr fordert. Davon sind derzeit nur acht für die Einstellungen ausgelegt, denn nicht nur Personalgewinnung, auch Berufs­förderungsdienst und die nach Aussetzung der Wehrpflicht verbliebenen Kompetenzen der ehemaligen Kreiswehrersatzämter gehören dazu. Das Wehrersatzwesen also, aber dazu kommen wir später. Zunächst schildert Clausing den Rahmen dessen, was man von ihm erwartet und beginnt mit einer düsteren Prognose: „Im Jahr 2025 werden wir die größte Zahl von Abgängen haben, die es seit Aussetzung der Wehrpflicht je gab: 24 000 Menschen verlassen die Streitkräfte. Und die müssen wir nicht nur regenerieren, sondern auch noch einen Aufwuchs leisten. Beginnend mit 2025 sind es jährlich 5000 Freiwillig Wehrdienst Leistende mehr, bis 2032 sind wir bei 40 000.“ Mit rund 182 000 aktiven Soldaten und Soldatinnen liegt die Bundeswehr weit hinter dem für 2031 gesetzten Ziel von 203 000 zurück.</p>
<p data-start="1874" data-end="2830">Über 20 000 unbesetzte Dienstposten müssten Clausing ver­zweifeln lassen, tut er aber nicht. „Erstens wird es mit den Abgängen nach 2026 leichter und des Weiteren spüren wir eine gute Tendenz bei den Bewerberzahlen. Das hilft bei der Besicherung, aber auch die schlechtere Wirtschaftslage lässt viele junge Menschen über die Bundeswehr als Alternative nachdenken.“ Die Debatte um Überalterung hält er für nutzlos: „Wer etwas kann und fit ist, sollte dienen dürfen.“ Das Bundesamt für das Personalmanagement hat ihm als Folge eines Gerichtsurteils die Arbeit aber auch leichter gemacht: Seit letztem Jahr müssen die sogenannten Potenzialfeststellungen für aktive Soldaten nicht mehr geleistet werden. Diese im Jargon PF genannten Prüfungen, denen sich Soldaten und Soldatinnen unterziehen mussten, die sich zum Berufssoldaten oder für die Offizierlaufbahn beworben haben, sind ausgesetzt. Das schaffte für die Prüfer und den psychologischen Dienst Freiraum.</p>
<p data-start="2832" data-end="3212">Zum Beweis hält er Zahlen hoch: Die Einplanungsleistung ist 2025 um ein Viertel höher als im vergangenen Jahr, ein Plus von über 4000 Personen lässt ihn vorsichtig prognostizieren, dass man Ende des Jahres an die 25 000 Einplanungen schauen könnte. Er spricht von einem guten Niveau, aber: „Zur Wahrheit gehört auch, dass, wenn man ableitet aus den Forderungen der NATO am Ende 260 000 Aktive und 200 000 Reservisten stehen sollten, diese politischen Ziele mit den derzeitigen Verfahren nur schwerlich erreichbar sind. Dann fällt mir die Vorstellung schwer, wie wir dies ohne verpflichtende Anteile erreichen können." Mit dieser Sprachwendung meint er sowohl die Wehrpflicht als auch eine verpflichtende Musterung. Die Wehrüberwachung mit Musterung wäre nämlich Grundvoraussetzung für eine Mobilmachung. Aber das gesamte komplexe System der Erfassung, Überwachung und Musterung ist nicht nur ausgesetzt und schlafend, es ist praktisch tot. Die Datensätze sind laut Clausing seit 2011 eingefroren und was das für die Aktualität dieser Daten bedeutet, kann man sich leicht vorstellen. „Deutschland muss das gesamte System wieder neu aufbauen, von Erweckung kann nicht wirklich die Rede sein.“ Und Clausing setzt noch einen drauf: „Wie groß sollen wir werden und vor allem wie schnell?“ Es wird eindrucksvoll klar, was für eine übermächtige Aufgabe das Bundesamt für das Personalmanagement hat – und die kann es nicht allein von Köln aus leisten, das Amt wirbt bundesweit.</p>
<div id="attachment_47697" style="width: 386px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-47697" class=" wp-image-47697" src="/wp-content/uploads/2025/08/Test-Bewerber-IV-Kopie-300x169.jpg" alt="Teil des medizinischen Assessments sind Seh- und Hörtests, Foto: Bw" width="376" height="212" srcset="/wp-content/uploads/2025/08/Test-Bewerber-IV-Kopie-300x169.jpg 300w, /wp-content/uploads/2025/08/Test-Bewerber-IV-Kopie-1024x576.jpg 1024w, /wp-content/uploads/2025/08/Test-Bewerber-IV-Kopie-768x432.jpg 768w, /wp-content/uploads/2025/08/Test-Bewerber-IV-Kopie-18x10.jpg 18w, /wp-content/uploads/2025/08/Test-Bewerber-IV-Kopie-1080x608.jpg 1080w, /wp-content/uploads/2025/08/Test-Bewerber-IV-Kopie-750x422.jpg 750w, /wp-content/uploads/2025/08/Test-Bewerber-IV-Kopie-1140x641.jpg 1140w, /wp-content/uploads/2025/08/Test-Bewerber-IV-Kopie.jpg 1200w" sizes="(max-width: 376px) 100vw, 376px" /><p id="caption-attachment-47697" class="wp-caption-text">Teil des medizinischen Assessments sind Seh- und Hörtests, Foto: Bw</p></div>
<p data-start="1171" data-end="2336">Und wie sieht es mit der Marine aus? Christian Clausing legt eine Liste mit rund dreißig Veranstaltungen vor – allein für die Einplanung Marine. Es beginnt mit vier „Seeluft schnuppern“-betitelten Events, für die in Nordrhein-Westfalen geworben wird und geht bis nach Rheinland-Pfalz, Sachsen und Thüringen. Wenn er mit seinem Personal ausrückt, um für die Bundeswehr gesamt zu werben, muss er aber bei der Marine einige Blockaden überwinden: „Wir haben zwar mehr Einplanungen, aber die Marine profitiert davon nicht so sehr wie Heer und Luftwaffe.“ Den Grund gab es schon immer: Die Marine ist an der Küste, von dort kann der Bedarf allein aber nicht gedeckt werden, also müssen Menschen bereit sein, an die Küste zu ziehen. „Das mag für Nordrhein-Westfalen noch gehen, man sieht das an den Zahlen, die das Karrierecenter in Düsseldorf für die Marine erbringt. Aber aus Berlin, aus Thüringen, Bayern oder Rheinland-Pfalz ist es spärlich. Zudem kann man die Entfernung aus NRW nach Wilhelmshaven noch vermarkten, nach Parow wird das eher schwieriger. „Der Trend der letzten Jahre, heimatnah seinen Beruf zu wählen, schlägt viele andere gute Argumente“, so Clausing.</p>
<p data-start="2338" data-end="2584">Und wie ist die Zusammenarbeit mit der Marine? Kapitän zur See Clausing atmet tief durch. Er ist lange Angehöriger der Einsatzflottille 2 gewesen, die nur zwei Blocks weiter in der Liegenschaft Heppenser Groden beheimatet ist. Er war Kommandant der Fregatte <strong data-start="59" data-end="72">KARLSRUHE</strong>, als einstiger Personaloffizier kennt er die Nöte seiner Marine. Er ist bestens vernetzt und will nicht gern anprangern, aber Wahrheit tut manchmal weh:<br data-start="225" data-end="228" />„Im Gegensatz zu Heer und Luftwaffe sind wir sehr viel mehr an Spezialistentum und Berufe gebunden.“ Forderungen, die er in Teilen für überzogen hält. Er erläutert am Beispiel der Eignungsfeststellung seine Gründe:<br data-start="442" data-end="445" />„Warum sollte ein Bewerber Unteroffizier ohne Portepee werden wollen, wenn er auch zum Unteroffizier mit Portepee geeignet ist?“</p>
<p data-start="577" data-end="1166">Auch in Sachen Bürokratie sieht er noch Verbesserungsbedarf. Ob er das Marinekommando meine? Er beantwortet die Frage nicht und zählt auf, wie er mit den Kapazitäten für die Grundausbildung.<br data-start="767" data-end="770" />Gleichwie eine ungeplante Rettung. Christian Clausing leitet nicht nur das Kompetenzzentrum Marine, er lebt es auch.<br data-start="890" data-end="893" />Es hat sich bewährt, vor Jahren für den Standort Wilhelmshaven als Sitz eines starken Zentrums zu kämpfen. Clausing betont die gute Zusammenarbeit mit den Zentren in Hannover und Düsseldorf. Früher als Pilotprojekt und nur halbherzig gestartet, gibt der Erfolg heute Recht.</p>
<p data-start="1168" data-end="1478">Auf die Frage nach der Personallage Marine räumt er ein, dass er die Zahlen zwar kenne, dessen Bewertung aber dem Marinekommando obliege. Dass diese nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind, liegt nur zum Teil daran, dass man daraus Rückschlüsse auf die Einsatzbereitschaft ziehen könne. Personallagen sind bildung zu kämpfen hat. „Wir haben eine Ost-West-Unwucht“, zeigt er anhand der Schulen auf und außerdem wird die saisonale Welle – gemeint sind die Zeitpunkte von Schulabschlüssen und Freisprechungen von Auszubildenden – nicht optimal genutzt. Schulen wollen gerne gleichmäßige Auslastung, aber das ist nicht möglich. Ein seit Jahren sattsam bekanntes Phänomen, das sich wohl nie zu ändern scheint.</p>
<p data-start="512" data-end="948">Mit Blick auf die Zahlen fällt auf, dass in Wilhelmshaven Kapazitäten entstanden sind: Nun, die Gebäude in der 4. Einfahrt, wie man in der Marine sagt, sind ursprünglich für Besatzungen entstanden, die auf ihre Einwechslung an Bord warten und in der Ausbildung sind. Mit Aussetzung des Mehrbesatzungsmodells im Jahr 2024 wurde dem Personalfehl Rechnung getragen. Nebeneffekt: Heiß begehrte Unterkunftskapazitäten stehen zur Verfügung.</p>
<p data-start="950" data-end="1346">Gleichwie eine ungeplante Rettung. Christian Clausing leitet nicht nur das Kompetenzzentrum Marine, er lebt es auch. Es hat sich bewährt, vor Jahren für den Standort Wilhelmshaven als Sitz eines starken Zentrums zu kämpfen. Clausing betont die gute Zusammenarbeit mit den Zentren in Hannover und Düsseldorf. Früher als Pilotprojekt und nur halbherzig gestartet, gibt der Erfolg heute Recht.</p>
<p data-start="1348" data-end="1723">Auf die Frage nach der Personallage Marine räumt er ein, dass er die Zahlen zwar kenne, dessen Bewertung aber dem Marinekommando obliege. Dass diese nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind, liegt nur zum Teil daran, dass man daraus Rückschlüsse auf die Einsatzbereitschaft ziehen könne. Personallagen sind komplex und in ihrer Tiefe nur von Fachleuten richtig zu deuten.</p>
<p data-start="1725" data-end="2265">Aber so viel kann man wiedergeben: Über alle Verwendungsreihen und Dienstgrade hinweg hat der Bereich Marine einen Besetzungsgrad von rund 80 Prozent. Zwar sind bei den Offizieren und Portepeeunteroffizieren – also mit dem Anteil der Berufssoldaten – die Besetzungsgrade bei nahezu 90 Prozent. Aber bei Unteroffizieren und Mannschaften ist das teils deutlich niedriger. Die Defizite in den unterschiedlichen Verwendungen haben starke Schwankungen. Insbesondere bei den seefahrenden „Spezialisten“ besteht weiterhin noch deutlicher Bedarf.</p>
<p data-start="2267" data-end="2489">Die Lage ist also unschön, kann er Hoffnung vermitteln? „Derzeit sind wir bei einer Potenzialausschöpfung von 84,6 Prozent der Bewerbenden“, sagt Clausing optimistisch. „Ich schick’ keinen Geeigneten ohne ein Angebot weg!“</p>
<p>Holger Schlüter</p>
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		<title>Marineflieger leisten Amtshilfe vor britischer Küste</title>
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		<pubDate>Thu, 10 Jul 2025 07:32:20 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Schiffsunfall Nordsee]]></category>
		<category><![CDATA[Umweltüberwachung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im Zusammenhang mit der Kollision eines Frachters und eines Tankschiffes am 10. März vor der britischen Küste leisteten die Marineflieger des Marinefliegergeschwaders 3 „Graf Zeppelin“ mit einer Dornier DO 228 LM wertvolle Amtshilfe. Der Einsatz erfolgte im Auftrag des Havariekommandos, das der Küstenwache des Vereinigten Königreichs unmittelbar nach Bekanntwerden der Schiffskollision am Vormittag des 10. [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Im Zusammenhang mit der Kollision eines Frachters und eines Tankschiffes am 10. März vor der britischen Küste leisteten die Marineflieger des Marinefliegergeschwaders 3 „Graf Zeppelin“ mit einer Dornier DO 228 LM wertvolle Amtshilfe.</strong></p>
<p>Der Einsatz erfolgte im Auftrag des Havariekommandos, das der Küstenwache des Vereinigten Königreichs unmittelbar nach Bekanntwerden der Schiffskollision am Vormittag des 10. März schnelle Unterstützung angeboten hatte. Vor der britischen Nordseeküste kollidierten das Containerschiff SOLONG und der Tanker STENA IMMACULATE. Beide Schiffe gerieten in Brand und es bestand die Gefahr, dass auslaufendes Öl und eventuell ins Wasser stürzende Container zu weiteren Gefahren und [ds_preview]Umweltverschmutzungen führen.</p>
<div id="attachment_47340" style="width: 395px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-47340" class=" wp-image-47340" src="/wp-content/uploads/2025/07/20250313_SOLONG_Infrarot_DO228-Kopie-300x169.jpg" alt="Rettungskräfte im Einsatz beim Havaristen Solong, Foto: Havariekommando" width="385" height="217" srcset="/wp-content/uploads/2025/07/20250313_SOLONG_Infrarot_DO228-Kopie-300x169.jpg 300w, /wp-content/uploads/2025/07/20250313_SOLONG_Infrarot_DO228-Kopie-1024x576.jpg 1024w, /wp-content/uploads/2025/07/20250313_SOLONG_Infrarot_DO228-Kopie-768x432.jpg 768w, /wp-content/uploads/2025/07/20250313_SOLONG_Infrarot_DO228-Kopie-18x10.jpg 18w, /wp-content/uploads/2025/07/20250313_SOLONG_Infrarot_DO228-Kopie-1080x608.jpg 1080w, /wp-content/uploads/2025/07/20250313_SOLONG_Infrarot_DO228-Kopie-750x422.jpg 750w, /wp-content/uploads/2025/07/20250313_SOLONG_Infrarot_DO228-Kopie-1140x641.jpg 1140w, /wp-content/uploads/2025/07/20250313_SOLONG_Infrarot_DO228-Kopie.jpg 1200w" sizes="(max-width: 385px) 100vw, 385px" /><p id="caption-attachment-47340" class="wp-caption-text">Rettungskräfte im Einsatz<br />beim Havaristen Solong, Foto: Havariekommando</p></div>
<p><strong>Zwei Tage im Einsatz</strong></p>
<p>Nachdem die Küstenwache des Vereinigten Königreichs am Vormittag des 11. März das Angebot des Havariekommandos zur Bereitstellung eines Überwachungsflugzeuges angenommen hatte, begann der Einsatz. Gegen 12:30 Uhr startete eine der beiden Dornier DO 228 Ölüberwachungsflugzeuge des Havariekommandos vom Marinefliegerstützpunkt Nordholz und traf nach rund zwei Stunden Flugzeit im betroffenen Seegebiet der britischen Nordseeküste ein, wo es sodann direkt erste Überwachungsflüge durchführte. Laut der Flugradar-Webseite FLIGHTRADAR handelt es sich bei der eingesetzten Maschine um die DO 228-212 LM mit der Registrierung 57+04. Bis zum Nachmittag des folgenden Tages operierte das mit verschiedenen Sensoren ausgerüstete Flugzeug vom Flugplatz Humberside in North Lincolnshire aus und lieferte dabei eine Vielzahl hochauflösender Bilder der Havaristen. Damit unterstützte die deutsche Besatzung mit ihrem Sensorflugzeug die Besatzungen des britischen Überwachungsflugzeugs und lieferte wertvolle Informationen zum Lagebild. Am Abend des 12.März traf die 57+04 nach Beendigung des Einsatzes wieder auf dem Marinefliegerstützpunkt in Nordholz ein.</p>
<p><strong>Im Einsatz für den Umweltschutz</strong></p>
<p>Das im niedersächsischen Nordholz stationierte Marinefliegergeschwader 3 „Graf Zeppelin“ betreibt im Auftrag des Havariekommandos zwei Dornier DO228 zur Überwachung von Meeresverschmutzung. Zum Einsatz kommt neben der bereits erwähnten DO 228-212 LM (57+04) auch eine DO 228 NG (57+05). Beide Sensorflugzeuge verfügen über eine hochsensible technische Ausstattung. Mit Radar, Infrarot- und Ultraviolett-Sensoren sowie Mikrowellenradiometer, Fluoreszenz-Laser und Videokameras können die Turbopropellerflugzeuge aus der Luft bei Tag und Nacht jegliche Verschmutzungen auf der Wasseroberfläche entdecken. Die gewonnenen Daten werden direkt und unverzüglich an das Havariekommando übermittelt. Ob im Rahmen der Ölüberwachung oder bei Unfällen auf See, die beiden Überwachungsflugzeuge können dem Havariekommando jederzeit wertvolle Informationen liefern. Im vergangenen Jahr haben die beiden DO 228 Ölaufklärer 407 Einsätze mit mehr als 1.000 Flugstunden Missionszeit über der Nord- und Ostsee im Rahmen der Umweltüberwachung durchgeführt. Dabei wurden 43 Verschmutzungen in den deutschen Territorialgewässern sowie in den Ausschließlichen Wirtschaftszonen (AWZ) der Nord- und Ostsee identifiziert – davon 33 in der Nordsee und 10 in der Ostsee. Zudem wurden 58 weitere Verunreinigungen außerhalb deutscher Gewässer gefunden und routinemäßig an die zuständigen Behörden weitergegeben. Diese befanden sich in Seegebieten der Niederlande, Dänemarks, Großbritanniens, Polens und Schwedens teilt das Havariekommando in seinem jüngst veröffentlichten Jahresbericht 2024 zur Ölüberwachung mit.</p>
<p>Carsten Vennemann</p>
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		<title>Cross Domain Command</title>
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		<dc:creator><![CDATA[MarineForum]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 02 Jul 2025 12:00:49 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Im Kern resultiert die moderne Kriegsführung in einer zunehmenden Komplexität des Zusammenspiels der Domänen. Mit ihrem Cross-Domain Command Concept macht sich die NATO zum Vorreiter dieser Entwicklung. Als das Dritte Reich am 11. Dezember 1941, vier Tage nach dem Angriff der japanischen Marine auf den amerikanischen Flottenstützpunkt Pearl Harbor, den USA den Krieg erklärte, traf [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Im Kern resultiert die moderne Kriegsführung in einer zunehmenden Komplexität des Zusammenspiels der Domänen. Mit ihrem Cross-Domain Command Concept macht sich die NATO zum Vorreiter dieser Entwicklung.</strong></p>
<p data-start="58" data-end="682"><strong data-start="58" data-end="103">Als das Dritte Reich am 11. Dezember 1941</strong>, vier Tage nach dem Angriff der japanischen Marine auf den amerikanischen Flottenstützpunkt Pearl Harbor, den USA den Krieg erklärte, traf dies die Streitkräfte der USA nicht überraschend. Bereits mehr als ein halbes Jahr zuvor waren sich führende Offiziere der US Navy darüber im Klaren, dass es zu einem Krieg mit dem Dritten Reich kommen würde. Die Frage war nicht das Ob, sondern eher das Wann. Dies belegen ein ausgiebiger Schriftwechsel zwischen[ds_preview] hochrangigen amerikanischen Admiralen wie auch das 1940 verfasste Plan-Dog-Memorandum des damaligen Chief of Naval Operations.</p>
<p data-start="684" data-end="1582">Zu diesem Zeitpunkt befand sich Großbritannien bereits in einem existentiellen Überlebenskampf mit Hitler-Deutschland, dessen U-Boote die Versorgung des Königreichs zu unterbinden drohten. Die Royal Navy hatte zu diesem Zeitpunkt ein herausragendes und komplexes System zur Bekämpfung der deutschen Unterseeboote aufgebaut. Die <em data-start="1012" data-end="1024">kill chain</em> umfasste nicht nur für die damalige Zeit moderne Taktiken und Technologien wie Radar und Sonar. Das Geheimnis der Erfolge der Royal Navy war vielmehr das Orchestrieren und Synchronisieren der gesamten Wertschöpfungskette zwischen Wissenschaft, Kryptologie, Aufklärung und Taktik in Form von <em data-start="1316" data-end="1341">actionable intelligence</em>. Diese stand in der Folge zielgerichtet und für die damaligen Verhältnisse ungewöhnlich schnell den U-Boot-Jägern im Atlantik zur Verfügung. Die Royal Navy markierte Ende 1941 den ungefochtenen weltweiten Goldstandard im Bereich der U-Jagd.</p>
<p data-start="1584" data-end="2006">Zu diesem Zeitpunkt hatte bereits ein umfangreicher Technologie- und Doktrinentransfer zwischen der Royal Navy und der US Navy eingesetzt. Zahlreiche amerikanische Offiziere fuhren als Observer auf britischen Schiffen mit, besuchten britische Einrichtungen und waren teilweise in britische Stäbe integriert, wo sie tiefe Einblicke in Schlüsseltechnologien und erprobte und bewährte Taktiken wie das Konvoisystem erhielten.</p>
<div id="attachment_47166" style="width: 306px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-47166" class=" wp-image-47166" src="/wp-content/uploads/2025/06/Bildschirmfoto-2025-06-30-um-17.23.38-266x300.jpg" alt="Beim Joint Warfighting Assessment der US Army werden neue Konzepte aus dem Bereich der Multi Domain Operations getestet und bewertet, Foto: US Army/Tenzing Sherpa" width="296" height="334" srcset="/wp-content/uploads/2025/06/Bildschirmfoto-2025-06-30-um-17.23.38-266x300.jpg 266w, /wp-content/uploads/2025/06/Bildschirmfoto-2025-06-30-um-17.23.38-907x1024.jpg 907w, /wp-content/uploads/2025/06/Bildschirmfoto-2025-06-30-um-17.23.38-768x867.jpg 768w, /wp-content/uploads/2025/06/Bildschirmfoto-2025-06-30-um-17.23.38-11x12.jpg 11w, /wp-content/uploads/2025/06/Bildschirmfoto-2025-06-30-um-17.23.38-750x847.jpg 750w, /wp-content/uploads/2025/06/Bildschirmfoto-2025-06-30-um-17.23.38.jpg 1054w" sizes="(max-width: 296px) 100vw, 296px" /><p id="caption-attachment-47166" class="wp-caption-text">Beim Joint Warfighting Assessment der US Army werden neue Konzepte aus dem Bereich der Multi Domain Operations getestet und bewertet, Foto: US Army/Tenzing Sherpa</p></div>
<p data-start="2008" data-end="2369">Trotz dieser Erkenntnisse in bewährte Taktiken und Technologien und deren operativer Anwendung sowie dem Wissen um einen bevorstehenden Krieg mit dem Dritten Reich trafen die deutsche Kriegserklärung und die unmittelbar folgende Operation Paukenschlag die US Navy völlig unvorbereitet. Es dauerte über sechs Monate, bis die amerikanischen Streitkräfte an der amerikanischen Ostküste eine Struktur und eine Command-and-Control-Organisation eingenommen hatten und Verfahren anwendeten, die ihnen bereits seit über einem Jahr bekannt waren. Die Unfähigkeit, rechtzeitig und schnell zu lernen, ist ein in der Fachliteratur bekanntes Beispiel für die Trägheit großer Organisationen, sich rechtzeitig auf bekannte Herausforderungen einzustellen und vorzubereiten. Im Fall der US Navy bezahlten die Alliierten mit Tausenden versenkter Bruttoregistertonnen und Hunderten Menschenleben – mit <em data-start="591" data-end="611">blood and treasure</em> – wie man in den USA zu sagen pflegt.</p>
<p data-start="651" data-end="1187">Wir stehen heute an einem ähnlichen Punkt der Geschichte. Unsere Nachrichtendienste warnen vor einem Russland, das in einem verdächtigen Maße aufrüstet, sich gesellschaftlich auf einen langanhaltenden und intensiven Konflikt vorbereitet und uns bereits heute an vielen Stellen testet und herausfordert. Der Oberbefehlshaber der alliierten Streitkräfte in Europa schließt einen größeren militärischen Konflikt auf dem Kontinent in den nächsten sieben bis zehn Jahren nicht mehr aus – ebenso der deutsche Generalinspekteur Carsten Breuer.</p>
<p data-start="1189" data-end="1723">Die NATO reagiert auf die veränderte Bedrohungslage mit einer Anpassung ihrer Planungsziele, die materiell und personell eine massive Aufrüstung der einzelnen Mitgliedsstaaten nach sich zieht. Gleichzeitig reagiert sie mit einer Weiterentwicklung ihrer Strategie, um geringere Verlustakzeptanz und zeitweise zahlenmäßige Unterlegenheit auf dem Gefechtsfeld durch technologischen Vorsprung auszugleichen. Der technologische Ausgleich soll A2/AD-Herausforderungen glaubwürdig relativieren und potenzielle Gegner ausreichend abschrecken.</p>
<p data-start="1725" data-end="2795">Auf der operativen Ebene bedeutet dies die Einführung von Multi Domain Operations (MDO), von manchen auch als <em data-start="1835" data-end="1864">„joint warfare on steroids“</em> bezeichnet. Doch MDO bedeutet viel mehr als eine Erweiterung des auf operativem Level geführten Gefechts der verbundenen Waffen (<em data-start="1994" data-end="2009">joint warfare</em>). MDO bindet mit Cyber und Space nicht nur zum ersten Mal zwei weitere Domänen aktiv in die Gefechtsführung mit ein, sondern zielt auch auf Effekte durch die zielgerichtete Aktivierung und Einbindung nichtmilitärischer Akteure ab. Darüber hinaus – und das ist nicht zu unterschätzen – strebt MDO eine maßgebliche Steigerung des operativen Tempos durch den Rückgriff auf die Fähigkeit zur Massendatenauswertung und -analyse und der Erarbeitung von Möglichkeiten des Handelns unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz an. Der Gegner wird durch eine schnelle Abfolge sich gegenseitig überlappender Effekte frühzeitig in einem Konflikt überfordert und überwältigt. Es kommt gar nicht erst dazu, dass Abnutzung, materielle Reserven und Leidensfähigkeit der Gesellschaft eine Rolle spielen.</p>
<p data-start="2797" data-end="3411">Das Kernstück von MDO ist seine Command-and-Control-Architektur, das sogenannte Cross Domain Command. Die NATO wird hierzu in Kürze das Cross-Domain Command Concept (CDCC) als Grundlage für die weitere Implementierung beschließen. Das CDCC beschreibt in seinem Aufbau die zunehmende Komplexität des Zusammenspiels der Domänen und der unterschiedlichen Akteure im Kontext mit dem Aktionsraum des militärischen Führers (<em data-start="3215" data-end="3244">commander’s influence space</em>). Damit verbunden ist der notwendige Wandel, die Evolution von <em data-start="3308" data-end="3329">command and control</em> zu <em data-start="3333" data-end="3361">command intent and mindset</em>, auf die das CDCC mit Prinzipien und Imperativen Antworten für einen zu schaffenden CDC-Rahmen gibt. Das angestrebte Ergebnis ist eine agile und vereinte Führung für informierte, schnellere und bessere Entscheidungen, die datenbasiert und technologieunterstützt die erwünschten Effekte erzielt.</p>
<p data-start="313" data-end="1420">In dieser neuen CDC-Welt sind die Kommandeure im Feld mit weitreichenden Befugnissen ausgestattet und greifen auf eine nahezu an Echtzeit heranreichende Lagebilderstellung und -auswertung sowie Entscheidungsprozesse zurück. Diese stützen sich ganz wesentlich auf künstliche Intelligenz und Data Analytics ab. Gleichzeitig werden Unterstellungsverhältnisse im Sinne eines <em data-start="684" data-end="696">supporting</em> und <em data-start="701" data-end="723">supported commanders</em> deutlich dynamischer. Sie wechseln fließend über alle Domänen hinweg. Militärische Führer erhalten für bestimmte Operationen und Zeiträume Zugriff auf Fähigkeiten, die teilweise außerhalb ihrer eigenen Domäne liegen. Dies bedeutet eine enorme mentale Herausforderung für Kommandeure, die bisher in einer stark hierarchisch geprägten C2-Welt sozialisiert und trainiert wurden. Wenn wir bisher von einer anzustrebenden <em data-start="1141" data-end="1153">kill chain</em> sprachen, dachten wir immer auch eine hierarchische und aufeinanderfolgende Kette von Autoritäten und Befugnissen mit. Die Zukunft aber wird vielmehr ein <em data-start="1308" data-end="1318">kill web</em> sein, welches sich elastisch und immer neu um bestehende Bedrohungen oder <em data-start="1393" data-end="1412">courses of action</em> spinnt.</p>
<p data-start="1422" data-end="2121">Für unsere Streitkräfte und damit auch für unsere Marine hat das entscheidende Konsequenzen. Wir werden unseren zukünftigen <em data-start="1546" data-end="1558">way of war</em> nicht nur in der Beschaffung unserer Plattformen, sondern auch bei unserer Personalauswahl und -ausbildung mitdenken müssen. Wie rekrutieren wir unser Personal und wie bilden wir es aus? Wie fördern wir unser Personal und wie wählen wir zu fördernde Kommandeure überhaupt aus? Hier spielen aus Sicht des CDCC Kompetenzen im Bereich <em data-start="1891" data-end="1906">data literacy</em>, kritisches Denken, technisches Interesse und technische Eignung eine Schlüsselrolle. Gleiches gilt für die Frage, wie wir taktische und operative Kriegsführung – auch in den Domänen – denken, planen und ausbilden.</p>
<p data-start="2123" data-end="2776">Leitbegriffe wie <em data-start="2140" data-end="2154">data sharing</em>, <em data-start="2156" data-end="2171">data exchange</em>, <em data-start="2173" data-end="2192">data appreciation</em> und <em data-start="2197" data-end="2216">data exploitation</em> sind geeignet, unserer Führung als Orientierungspunkte bei der notwendigen Einnahme neuer Strukturen und Etablierung neuer Verfahren zu dienen. Gleichzeitig unterstreichen sie die Unausweichlichkeit einer dringend notwendigen Verschmelzung der Führungsgrundgebiete Intelligence und Operationsführung. Insgesamt müssen wir uns fragen, ob die klassische M-Struktur mit ihrer Aufteilung der Führungsgrundgebiete noch die richtige Antwort auf den Krieg von morgen ist. Das wird sicherlich für viele auf beiden Seiten herausfordernd und schwer zu akzeptieren sein.</p>
<p data-start="2778" data-end="3222">Wenn es uns aber nicht gelingt, eine Marine entlang dieser Leitmarken weiterzuentwickeln, dann werden wir auf dem Gefechtsfeld nicht stattfinden und wie die US Navy vor über 80 Jahren unsere Lektionen mit <em data-start="2983" data-end="3003">blood and treasure</em>bezahlen. Konsequenterweise fordert der Inspekteur der Marine in seinem diesjährigen <em data-start="3089" data-end="3109">Commander’s Intent</em>, diese Trends aufzugreifen und die Anpassungsfähigkeit und Innovation der Marine zentral zu denken und zu leben.</p>
<div id="attachment_47167" style="width: 380px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-47167" class=" wp-image-47167" src="/wp-content/uploads/2025/06/Bildschirmfoto-2025-06-30-um-17.24.17-Kopie-300x211.jpg" alt="US-Soldaten bereiten den Start einer RQ-20 Puma während der Übung Baltic Sentry im Süden Finnlands vor, Foto: US Marine Corps/Brian Bolin Jr." width="370" height="260" srcset="/wp-content/uploads/2025/06/Bildschirmfoto-2025-06-30-um-17.24.17-Kopie-300x211.jpg 300w, /wp-content/uploads/2025/06/Bildschirmfoto-2025-06-30-um-17.24.17-Kopie-1024x720.jpg 1024w, /wp-content/uploads/2025/06/Bildschirmfoto-2025-06-30-um-17.24.17-Kopie-768x540.jpg 768w, /wp-content/uploads/2025/06/Bildschirmfoto-2025-06-30-um-17.24.17-Kopie-18x12.jpg 18w, /wp-content/uploads/2025/06/Bildschirmfoto-2025-06-30-um-17.24.17-Kopie-1080x759.jpg 1080w, /wp-content/uploads/2025/06/Bildschirmfoto-2025-06-30-um-17.24.17-Kopie-750x527.jpg 750w, /wp-content/uploads/2025/06/Bildschirmfoto-2025-06-30-um-17.24.17-Kopie-1140x801.jpg 1140w, /wp-content/uploads/2025/06/Bildschirmfoto-2025-06-30-um-17.24.17-Kopie.jpg 1219w" sizes="(max-width: 370px) 100vw, 370px" /><p id="caption-attachment-47167" class="wp-caption-text">US-Soldaten bereiten den Start einer RQ-20 Puma während der Übung Baltic Sentry im Süden Finnlands vor, Foto: US Marine Corps/Brian Bolin Jr.</p></div>
<p data-start="3224" data-end="3398">Interessant ist übrigens, dass die Autoren des CDCC davon überzeugt sind, dass wir Cross-Domain Command im Rahmen eines stufenweisen Experimentierens ausrollen und einführen müssen. Das konzeptionelle Erarbeiten unter Beschaffung aller notwendigen technischen Fähigkeiten vorab erachten sie als fatal. Damit müssen wir auch nicht notwendigerweise jetzt schon wissen, wie unsere zukünftige Führungsstruktur aussehen wird. Wir müssen sie am „laufenden Gefecht“ im Rahmen von Übungen und Operationen experimentell erproben und stufenweise ausbauen. Die kommende enhancing and <em data-start="465" data-end="485">vigilance activity</em> Baltic Sentry bietet hierzu eine günstige Gelegenheit für unsere Marine, nicht nur Geräte und Verfahren zu erproben, sondern auch ihre Führungsstrukturen zu überprüfen.</p>
<p data-start="656" data-end="994">Das macht Hoffnung. Denn wenn wir es zulassen, Dinge auszuprobieren und experimentell neue Wege zu beschreiten, dann wird es uns im Rahmen eines Change Managements besser gelingen, die Menschen zu motivieren, zu aktivieren und mitzunehmen. Im selben Zug werden wir auch schneller und mehr erreichen als auf unseren alteingefahrenen Wegen.</p>
<p data-start="996" data-end="1770">Unsere Marine hat schon einmal bewiesen, dass sie das kann. 2020 und 2021 führte sie eine der größten teilstreitkraftübergreifenden Aufklärungsoperationen mit Luftwaffe und Cyber unter Einbindung neuer Schlüsseltechnologien und nicht für diesen Zweck vorgesehenen Führungsmitteln durch – mit so nicht erwarteten und bahnbrechenden Ergebnissen. Damals generierte sie wie die Royal Navy vor über 80 Jahren durch ein zielgerichtetes Vernetzen von Wissenschaft, Technologie, Kryptologie und dem Orchestrieren verschiedener Lagebilder <em data-start="1526" data-end="1552">operational intelligence</em>, wie sie U-Jägern bis dahin so noch nicht zur Verfügung gestanden hatte. Die dabei erzielten Ergebnisse stellten die angestrebten Ziele einer jahrelangen konzeptionellen Beschaffung in der U-Jagd weit in den Schatten.</p>
<p data-start="1772" data-end="2741">Menschen sind für eine Organisation entscheidend: Sie machen den Unterschied. Jedoch übersehen wir dabei, dass Menschen in ihnen vorgegebenen Strukturen agieren müssen. Mit unseren Führungs- und Entscheidungsstrukturen, unserer Kultur, etwas Neues einfach mal auszuprobieren, setzen wir den Rahmen für das Handeln unserer Männer und Frauen. Es sind die Organisation und ihre Struktur, die über ihre eigene Effektivität und die <em data-start="2199" data-end="2210">lethality</em> entscheiden und damit ein <em data-start="2237" data-end="2247">kill web</em> auswerfen, das den Unterschied auf dem Gefechtsfeld macht. Wer dies in der Organisation nicht ermöglicht, der verhindert wirksame Abschreckung und den Erfolg im Gefecht. Die US Navy passte sich nach den herben Rückschlägen vor über 80 Jahren an und fand dann die richtigen Antworten auf die Bedrohungen. Doch die anfängliche Inkonsequenz im Handeln hatte einen hohen Preis: Tote, Verwundete, Kampfkraftverlust und existenzgefährdende Kaskadeneffekte für ihren wichtigsten Alliierten in Europa.</p>
<p data-start="1772" data-end="2741">Fregattenkapitän Frédéric Strauch ist Grundsatzreferent im Stab des Deutschen Militärischen Vertreters im Militärausschuss der NATO und der EU.</p>
<p data-start="2008" data-end="2369">Frédéric Strauch</p>
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		<title>Marinetaucher: Verantwortung unter Druck</title>
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		<pubDate>Tue, 01 Jul 2025 07:00:28 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Marinetaucher kombinieren tiefgehende Fachkenntnis mit kreativer Anpassungsfähigkeit, um auch bei unvorhersehbaren Situationen in der Tiefe effektiv zu handeln. Die Marine wird der hohen Verantwortung für diese Menschen und ihr Material mit dem wenig bekannten Beauftragten für den Taucherdienst der Marine gerecht. Am 27. Juni 2006 ereignete sich ein tragischer Tauchunfall, der eine umfassende Überprüfung des [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Marinetaucher kombinieren tiefgehende Fachkenntnis mit kreativer Anpassungsfähigkeit, um auch bei unvorhersehbaren Situationen in der Tiefe effektiv zu handeln. Die Marine wird der hohen Verantwortung für diese Menschen und ihr Material mit dem wenig bekannten Beauftragten für den Taucherdienst der Marine gerecht.</strong></p>
<p>Am 27. Juni 2006 ereignete sich ein tragischer Tauchunfall, der eine umfassende Überprüfung des Taucherwesens der Bundeswehr nach sich zog. Der Taucherunfalluntersuchungsausschuss unter der Leitung von Kapitän zur See Michael Brühn (damaliger Beauftragter für Havarieuntersuchungen der Marine) führte eine detaillierte Untersuchung durch, um die Ursachen sowie Risiken zu identifizieren und Maßnahmen zur Verbesserung der Tauchsicherheit zu entwickeln. Diese Analyse führte zu einer ganzheitlichen Risikoabschätzung des Tauchens in der Bundeswehr. Die Risikoabschätzung zeigte, dass unterschiedliche Tauchbereiche spezifische Anpassungen benötigten, um[ds_preview] Schwachstellen zu beheben.</p>
<div id="attachment_47156" style="width: 370px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-47156" class=" wp-image-47156" src="/wp-content/uploads/2025/07/Bild-8-Schwimmtaucher-an-einer-Schiffswelle-2-300x225.jpg" alt="Schwimmtaucher an einer Schiffswelle, Foto: Bw" width="360" height="270" srcset="/wp-content/uploads/2025/07/Bild-8-Schwimmtaucher-an-einer-Schiffswelle-2-300x225.jpg 300w, /wp-content/uploads/2025/07/Bild-8-Schwimmtaucher-an-einer-Schiffswelle-2-1024x768.jpg 1024w, /wp-content/uploads/2025/07/Bild-8-Schwimmtaucher-an-einer-Schiffswelle-2-768x576.jpg 768w, /wp-content/uploads/2025/07/Bild-8-Schwimmtaucher-an-einer-Schiffswelle-2-1536x1152.jpg 1536w, /wp-content/uploads/2025/07/Bild-8-Schwimmtaucher-an-einer-Schiffswelle-2-16x12.jpg 16w, /wp-content/uploads/2025/07/Bild-8-Schwimmtaucher-an-einer-Schiffswelle-2-1080x810.jpg 1080w, /wp-content/uploads/2025/07/Bild-8-Schwimmtaucher-an-einer-Schiffswelle-2-750x563.jpg 750w, /wp-content/uploads/2025/07/Bild-8-Schwimmtaucher-an-einer-Schiffswelle-2-1140x855.jpg 1140w, /wp-content/uploads/2025/07/Bild-8-Schwimmtaucher-an-einer-Schiffswelle-2.jpg 1920w" sizes="(max-width: 360px) 100vw, 360px" /><p id="caption-attachment-47156" class="wp-caption-text">Schwimmtaucher an einer Schiffswelle, Foto: Bw</p></div>
<p>Im November 2007 empfahl die mit der Ermittlung betraute und sogenannte „Crash Crew“ die Einrichtung einer speziellen Fachaufsicht für das gesamte Taucherwesen. Sie sollte die Umsetzung der „Lessons Learned“ als Ergebnis der Risikoabschätzung sicherstellen und die Verantwortung für die damals über 500 Taucher zentralisieren. Vizeadmiral Wolfgang Edgar Nolting, der damalige Inspekteur der Marine, ließ daraufhin den Dienstposten Beauftragter Taucherdienst der Marine (BeaTD) einrichten, um die Tauchsicherheit innerhalb der Marine nachhaltig zu gewährleisten. Der erste BeaTD, Fregattenkapitän Ulrich Tschauder, erhielt den Auftrag, alle Aspekte des Taucherdienstes zu überwachen, Mängel zu beseitigen und die Einhaltung von Mindeststandards in der Ausbildung sicherzustellen. Diese zentrale Rolle des BeaTD wird durch die enge Zusammenarbeit mit verschiedenen militärischen und zivilen Institutionen gestärkt.</p>
<div id="attachment_47155" style="width: 216px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-47155" class=" wp-image-47155" src="/wp-content/uploads/2025/07/Bild-4-Minentaucher-mit-neuer-Ausruestung-Strand--200x300.jpg" alt="Minentaucher mit neuer Ausrüstung, Foto: Bw/PWT" width="206" height="309" srcset="/wp-content/uploads/2025/07/Bild-4-Minentaucher-mit-neuer-Ausruestung-Strand--200x300.jpg 200w, /wp-content/uploads/2025/07/Bild-4-Minentaucher-mit-neuer-Ausruestung-Strand--683x1024.jpg 683w, /wp-content/uploads/2025/07/Bild-4-Minentaucher-mit-neuer-Ausruestung-Strand--768x1152.jpg 768w, /wp-content/uploads/2025/07/Bild-4-Minentaucher-mit-neuer-Ausruestung-Strand--1024x1536.jpg 1024w, /wp-content/uploads/2025/07/Bild-4-Minentaucher-mit-neuer-Ausruestung-Strand--8x12.jpg 8w, /wp-content/uploads/2025/07/Bild-4-Minentaucher-mit-neuer-Ausruestung-Strand--1080x1620.jpg 1080w, /wp-content/uploads/2025/07/Bild-4-Minentaucher-mit-neuer-Ausruestung-Strand--360x540.jpg 360w, /wp-content/uploads/2025/07/Bild-4-Minentaucher-mit-neuer-Ausruestung-Strand--750x1125.jpg 750w, /wp-content/uploads/2025/07/Bild-4-Minentaucher-mit-neuer-Ausruestung-Strand--1140x1710.jpg 1140w, /wp-content/uploads/2025/07/Bild-4-Minentaucher-mit-neuer-Ausruestung-Strand-.jpg 1168w" sizes="(max-width: 206px) 100vw, 206px" /><p id="caption-attachment-47155" class="wp-caption-text">Minentaucher mit neuer Ausrüstung, Foto: Bw/PWT</p></div>
<p>Der BeaTD ist aufbauorganisatorisch Teil des Schifffahrtmedizinischen Instituts der Marine (SchiffMedInstM) in Kronshagen, meldet aber direkt dem Inspekteur der Marine. Seit 9/2022 wird diese Tätigkeit von FKpt Enghuber wahrgenommen. Das SchiffMedInstM ist verantwortlich für die Tauchmedizin der gesamten Bundeswehr und bietet Notfallbereitschaft rund um die Uhr an. Grundsätzlich fungiert das Institut als Ausbildungs- und Fachstelle für medizinische Belange im maritimen Bereich und unterstützt so auch den BeaTD bei der Taucherunfallprävention und Taucherunfalluntersuchung.</p>
<p>Die medizinische Auswahl der Taucher erfolgt am SchiffMedInstM entlang von Verwendungsfähigkeitsstufen mit umfangreichen Untersuchungen und psychologischen Tests, um sicherzustellen, dass nur geeignetes Personal im Taucherdienst eingesetzt wird. Dadurch wird jeder Taucher zu besonders ausgesuchtem Personal; vergleichbar dem fliegenden Personal der Luftwaffe. Durchschnittlich werden ca. 1.500 Tauchuntersuchungen jährlich durch das SchiffMedInstM durchgeführt.</p>
<div id="attachment_47158" style="width: 341px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-47158" class=" wp-image-47158" src="/wp-content/uploads/2025/07/Bild-10-Schwimmtaucher-Ausbildung-in-Neustadt-300x225.jpg" alt="In der Schwimmhallte startet die fordernde Ausbildung der Schwimmtaucher, Foto: Bw" width="331" height="248" srcset="/wp-content/uploads/2025/07/Bild-10-Schwimmtaucher-Ausbildung-in-Neustadt-300x225.jpg 300w, /wp-content/uploads/2025/07/Bild-10-Schwimmtaucher-Ausbildung-in-Neustadt-1024x768.jpg 1024w, /wp-content/uploads/2025/07/Bild-10-Schwimmtaucher-Ausbildung-in-Neustadt-768x576.jpg 768w, /wp-content/uploads/2025/07/Bild-10-Schwimmtaucher-Ausbildung-in-Neustadt-1536x1152.jpg 1536w, /wp-content/uploads/2025/07/Bild-10-Schwimmtaucher-Ausbildung-in-Neustadt-16x12.jpg 16w, /wp-content/uploads/2025/07/Bild-10-Schwimmtaucher-Ausbildung-in-Neustadt-1080x810.jpg 1080w, /wp-content/uploads/2025/07/Bild-10-Schwimmtaucher-Ausbildung-in-Neustadt-750x563.jpg 750w, /wp-content/uploads/2025/07/Bild-10-Schwimmtaucher-Ausbildung-in-Neustadt-1140x855.jpg 1140w, /wp-content/uploads/2025/07/Bild-10-Schwimmtaucher-Ausbildung-in-Neustadt.jpg 1920w" sizes="(max-width: 331px) 100vw, 331px" /><p id="caption-attachment-47158" class="wp-caption-text">In der Schwimmhallte startet die fordernde Ausbildung der Schwimmtaucher, Foto: Bw</p></div>
<p>Für den Schwimmtaucher, den Einstieg in das Taucherwesen der Marine, ist das Einsatzausbildungszentrum Schadensabwehr Marine (EAZS M) in Neustadt (Holstein) das Mutterhaus der Taucher. Hierher kehren die Taucher auch zur Inübunghaltung oder zur weiterführenden Ausbildung zurück. Mit bis zu 144 Schwimmtauchern jährlich wird am EAZS M somit auch den Grundstein für die weiterführende Ausbildung zu Kampfschwimmer, Minentaucher und Schiffstaucher in den jeweiligen Verbänden, gelegt.</p>
<p>Grundsätzlich zeigt sich eine hohe Attraktivität im Taucherdienstes der Marine, die stabile Bewerberzahlen aufweist und mit einer attraktiven zusätzlichen Vergütung sowie der vertrauensvollen “kleinen Kampfgemeinschaft“ außerordentlich gefördert wird. Um weiterhin den Bedarf an qualifiziertem Personal zu decken, werden aber auch innovative Ansätze verfolgt. Dazu gehören direkte Einstiegsmöglichkeiten in die Kampfschwimmer- und Minentaucherausbildung sowie Praktika in der Truppe. Ein herausragendes Beispiel für unkonventionelle Ausbildungsansätze ist der Einsatz von Anna von Boetticher, Deutschlands erfolgreichster Apnoetaucherin, die die Ausbildung in der Marine bereichert hat. Als zukunftsorientierter Handlungsstrang und kontinuierliche Verbesserung der Personaldeckung, werden momentan die Voraussetzung für eine eigene Verwendungsreihe Tauchen (aus der die Spezialisten wie Schiffstaucher, Minentaucher und Kampfschwimmer hervorgehen) geprüft. Dadurch könnte zusätzlich die Attraktivität für die Marine gesteigert und den aktuellen Herausforderungen der Personalgewinnung besser entsprochen werden.</p>
<div id="attachment_47157" style="width: 399px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-47157" class=" wp-image-47157" src="/wp-content/uploads/2025/07/Bild-12-Unterwasserschweissen-Schiffstaucher-FK-Schachta-300x200.jpg" alt="Mühevolles Unterwasserschweißen, Foto: Bw/Schachta" width="389" height="259" srcset="/wp-content/uploads/2025/07/Bild-12-Unterwasserschweissen-Schiffstaucher-FK-Schachta-300x200.jpg 300w, /wp-content/uploads/2025/07/Bild-12-Unterwasserschweissen-Schiffstaucher-FK-Schachta-1024x682.jpg 1024w, /wp-content/uploads/2025/07/Bild-12-Unterwasserschweissen-Schiffstaucher-FK-Schachta-768x512.jpg 768w, /wp-content/uploads/2025/07/Bild-12-Unterwasserschweissen-Schiffstaucher-FK-Schachta-18x12.jpg 18w, /wp-content/uploads/2025/07/Bild-12-Unterwasserschweissen-Schiffstaucher-FK-Schachta-1080x720.jpg 1080w, /wp-content/uploads/2025/07/Bild-12-Unterwasserschweissen-Schiffstaucher-FK-Schachta-750x500.jpg 750w, /wp-content/uploads/2025/07/Bild-12-Unterwasserschweissen-Schiffstaucher-FK-Schachta-1140x760.jpg 1140w, /wp-content/uploads/2025/07/Bild-12-Unterwasserschweissen-Schiffstaucher-FK-Schachta.jpg 1280w" sizes="(max-width: 389px) 100vw, 389px" /><p id="caption-attachment-47157" class="wp-caption-text">Mühevolles Unterwasserschweißen, Foto: Bw/Schachta</p></div>
<p>Mit der Verschiebung des Fokus auf Landes- und Bündnisverteidigung ergeben sich für den Taucherdienst der Deutschen Marine im Hinblick auf die Vielfalt der kritischen Infrastruktur in der territorialen See und Anschlusszone, große Herausforderungen. Der BeaTD fungiert hier als Force Enabler, indem er die Tauchsicherheit gewährleistet und die seegehenden Einheiten in der Überwachung zum Schutz von unterseeischen Infrastrukturen unterstützt. Sein ständiges Arbeitsfeld sind geplante Regenerationsmaßnahmen von Material und Ausrüstung wie z.B. Druckkammern, um die Notfallbereitschaft der Taucher zu gewährleisten. Von der Bedrohungslage beeinflusst rückt momentan aber eine effiziente sowie beschleunigte Beschaffung von Ausrüstung in den Fokus. Hierbei steht der BeaTD in Verantwortung der Tauchsicherheit, als Bevollmächtigter (BV) und Betriebs- und Versorgungsverantwortlicher (BVV) mit elf in der Bundeswehr für die Weiterentwicklung, Erprobung, Prüfung sowie Beschaffung/Bewirtschaftung verantwortlichen Stellen, in Verbindung. Aufgabe ist es, tauchsicheres modernes Gerät für jeden spezifischen fähigkeitsbezogenen, voneinander unabhängigen Tauchbereich zu beschaffen und zu bewirtschaften. Im Jahr 2024 konnten hier neue Meilensteine im Bereich Tauchgeräte, Anzüge und Ausrüstung gesetzt werden, um beispielsweise in größere Tiefen mit Mischgasen vorzudringen. Darüber hinaus werden zukünftig moderne Technologien wie Remotely Operated Vehicles (ROV) und Autonomous Underwater Vehicles (AUV) in den Taucheinsatz integriert. Diese Systeme bieten neue Möglichkeiten und umfassende Unterstützung in den Tätigkeiten. Jedoch bergen sie auch Risiken für die Taucher, die sorgfältig abgewogen werden müssen. Eine weitere Herausforderung, der sich die Marine mit dem BeaTD auch zukünftig stellt.</p>
<div id="attachment_47154" style="width: 333px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-47154" class=" wp-image-47154" src="/wp-content/uploads/2025/07/Bild-2-Kampfschwimmer-mit-Verbringungsmittel-Scooter-im-Freiwasser_bea-300x225.jpg" alt="Kampfschwimmer mit Verbringungsmittel Scooter im Freiwasser, Foto: Bw/PWT" width="323" height="242" srcset="/wp-content/uploads/2025/07/Bild-2-Kampfschwimmer-mit-Verbringungsmittel-Scooter-im-Freiwasser_bea-300x225.jpg 300w, /wp-content/uploads/2025/07/Bild-2-Kampfschwimmer-mit-Verbringungsmittel-Scooter-im-Freiwasser_bea-1024x768.jpg 1024w, /wp-content/uploads/2025/07/Bild-2-Kampfschwimmer-mit-Verbringungsmittel-Scooter-im-Freiwasser_bea-768x576.jpg 768w, /wp-content/uploads/2025/07/Bild-2-Kampfschwimmer-mit-Verbringungsmittel-Scooter-im-Freiwasser_bea-1536x1152.jpg 1536w, /wp-content/uploads/2025/07/Bild-2-Kampfschwimmer-mit-Verbringungsmittel-Scooter-im-Freiwasser_bea-16x12.jpg 16w, /wp-content/uploads/2025/07/Bild-2-Kampfschwimmer-mit-Verbringungsmittel-Scooter-im-Freiwasser_bea-1080x810.jpg 1080w, /wp-content/uploads/2025/07/Bild-2-Kampfschwimmer-mit-Verbringungsmittel-Scooter-im-Freiwasser_bea-750x563.jpg 750w, /wp-content/uploads/2025/07/Bild-2-Kampfschwimmer-mit-Verbringungsmittel-Scooter-im-Freiwasser_bea-1140x855.jpg 1140w, /wp-content/uploads/2025/07/Bild-2-Kampfschwimmer-mit-Verbringungsmittel-Scooter-im-Freiwasser_bea.jpg 1920w" sizes="(max-width: 323px) 100vw, 323px" /><p id="caption-attachment-47154" class="wp-caption-text">Kampfschwimmer mit Verbringungsmittel<br />Scooter im Freiwasser, Foto: Bw/PWT</p></div>
<p><strong>Fazit</strong><br />
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Einrichtung einer speziellen Fachaufsicht für das Taucherwesen der Deutschen Marine, den Beauftragten Taucherdienst der Marine (BeaTD), in den letzten Jahren nicht nur die Sicherheit, Ausbildung und das Material der Taucher verbessert, sondern darüber hinaus die Marine als Arbeitgeber durch die Attraktivität des Tauchens im Wettbewerb um junge Talente gestärkt hat.</p>
<p>Fregattenkapitän Ingo Mathe ist Angehöriger der Crew 7/99, Diplom-Psychologe und Kampfschwimmer. Er leistet aktuell Dienst in der Abteilung Beauftragter für den Taucherdienst am Schifffahrtsmedizinischen Institut der Marine in Kronshagen.</p>
<p>Autor: Ingo Mathe</p>
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		<title>Wissen und Können: Ausbildung operative Marineoffiziere</title>
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		<dc:creator><![CDATA[MarineForum]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Jun 2025 07:00:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Headlines]]></category>
		<category><![CDATA[Magazin]]></category>
		<category><![CDATA[Streitkräfte]]></category>
		<category><![CDATA[Ausbildung KOA]]></category>
		<category><![CDATA[Ausbildung Marineoffiziere]]></category>
		<category><![CDATA[B-Lehrgang Deutsche Marine]]></category>
		<category><![CDATA[Bündnisverteidigung]]></category>
		<category><![CDATA[dreidimensionaler Seekrieg]]></category>
		<category><![CDATA[NATO-Nordflanke]]></category>
		<category><![CDATA[Northern Coasts 23]]></category>
		<category><![CDATA[Wargaming Bundeswehr]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mit der Rückbesinnung auf die Landes- und Bündnisverteidigung ändert sich für die Deutsche Marine nicht nur das Haupteinsatzgebiet. Nötig ist auch eine Anpassung der operativen Offizierausbildung. Das auf dem Lissabonner Gipfel 2010 verabschiedete strategische Konzept der NATO stellte fest, dass „im euro-atlantischen Raum Frieden herrscht“. Die Beziehungen zu Russland waren durch Dialog gekennzeichnet und die [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Mit der Rückbesinnung auf die Landes- und Bündnisverteidigung ändert sich für die Deutsche Marine nicht nur das Haupteinsatzgebiet. Nötig ist auch eine Anpassung der operativen Offizierausbildung.</strong></p>
<p style="font-weight: 400;">Das auf dem Lissabonner Gipfel 2010 verabschiedete strategische Konzept der NATO stellte fest, dass „im euro-atlantischen Raum Frieden herrscht“. Die Beziehungen zu Russland waren durch Dialog gekennzeichnet und die Aufmerksamkeit der Bundeswehr lag in erster Linie auf dem Afghanistaneinsatz. Insgesamt waren die Streitkräfte vor allem in ihrer Funktion als Krisenmanager weltweit gefragt. Für die Marine trat daher die Fähigkeit zum dreidimensionalen Seekrieg gegenüber Einsätzen des Internationalen Krisenmanagements (IKM) in den Hintergrund. Dementsprechend konzentrierten sich auch [ds_preview]Übungen und Ausbildung auf Einsätze zur Seeraumüberwachung, dem Unterstützen von Embargos oder Einsätzen zur Piratenabwehr.</p>
<p style="font-weight: 400;">Seitdem hat sich die Sicherheitslage massiv verändert. Schrittweise wurde die Bündnisverteidigung und Abschreckung (Deterrence and Defence Initiative des SACEUR in 2020) forciert und die Deutsche Marine hat die dreidimensionale Seekriegführung im Sinne einer Abwärtskompatibilität – „Wer Krieg kann, kann auch Piraten jagen“ - wieder verstärkt in den Fokus gerückt.</p>
<p style="font-weight: 400;">Spätestens der russische Angriffskrieg auf die Ukraine ab dem 24. Februar 2022 stellt aber eine sicherheitspolitische Zäsur dar. Die NATO rückt mit dem beim Gipfeltreffen in Madrid im Juni 2022 verabschiedeten neuen strategischen Konzept die Bündnisverteidigung und Abschreckung wieder ins Zentrum. Dies wird auch in der nationalen Sicherheitsstrategie der Bundesregierung „Wehrhaft. Resilient. Nachhaltig. Integrierte Sicherheit für Deutschland“ deutlich. Die Landes- und Bündnisverteidigung (LV/BV) einschließlich des Beitrags zur Abschreckungsfähigkeit der Allianz wird als Kernauftrag der Bundeswehr benannt. Diesem müssen sich alle anderen Aufgaben unterordnen.</p>
<div id="attachment_46782" style="width: 369px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-46782" class="wp-image-46782" src="/wp-content/uploads/2025/06/3-Wargaming_2_Bw_Marco-von-Koerber-Kopie-300x200.jpg" alt="Wargaming soll verstärkt bei der Ausbildunggenutzt werden, Foto: Bw/Marco von Körber" width="359" height="239" srcset="/wp-content/uploads/2025/06/3-Wargaming_2_Bw_Marco-von-Koerber-Kopie-300x200.jpg 300w, /wp-content/uploads/2025/06/3-Wargaming_2_Bw_Marco-von-Koerber-Kopie-768x512.jpg 768w, /wp-content/uploads/2025/06/3-Wargaming_2_Bw_Marco-von-Koerber-Kopie-18x12.jpg 18w, /wp-content/uploads/2025/06/3-Wargaming_2_Bw_Marco-von-Koerber-Kopie-750x500.jpg 750w, /wp-content/uploads/2025/06/3-Wargaming_2_Bw_Marco-von-Koerber-Kopie.jpg 1024w" sizes="(max-width: 359px) 100vw, 359px" /><p id="caption-attachment-46782" class="wp-caption-text">Wargaming soll verstärkt bei der Ausbildung genutzt werden, Foto: Bw/Marco von Körber</p></div>
<p style="font-weight: 400;">Im April 2022 hat der Inspekteur der Marine mit seiner Absicht (Commander’s Intent) die konsequente Ausrichtung der Marine auf die Landes- und Bündnisverteidigung und als Haupteinsatzgebiet die Nordflanke mit den sich anschließenden wichtigen Seeverbindungswegen über den Atlantik festgelegt. Hierauf gilt es, sich in Ausrüstung, Ausbildung, Führung und Übungsbeteiligungen einzustellen.</p>
<p style="font-weight: 400;">Diese Schwerpunktverlagerung von IKM zu LV/BV hat sich diesen September in der von Deutschland geplanten und geführten internationalen Großübung „Northern Coasts 23“ in der Ostsee unter Beteiligung von rund 3.200 Soldatinnen und Soldaten aus 14 Ländern deutlich widergespiegelt. Die Übung blieb auch der Bevölkerung nicht verborgen. Flugzeuge, wie den mit Kipprotoren ausgestatteten Senkrechtstarter V-22 Osprey des US-Marine Corps, sieht man an der Ostseeküste nicht alle Tage. Im Mittelpunkt von „Northern Coasts 23“ standen der dreidimensionale Seekrieg und das Wirken von See an Land.</p>
<p style="font-weight: 400;">Dies bedeutet für die im Bereich Operationsdienst verwendeten Offiziere der Deutschen Marine, dass diese ihr eigenes Waffensystem im Gefecht in LV/BV-Szenarien sicher beherrschen und dimensionsübergreifend sowie multinational denken, planen und handeln können. Zur anforderungsgerechten Vorbereitung auf diese Aufgabe bedarf es einer hochwertigen und möglichst realistischen Ausbildung. Diese erfolgt im Rahmen eines in der Deutschen Marine traditionell als B-Lehrgang bezeichneten Trainings an der Marineoperationsschule in Bremerhaven. Im Rahmen dieser Ausbildung werden die Offizierinnen im Anschluss an ihre erste Offizierverwendung für die Herausforderungen des Gefechts, herausgehobene Führungspositionen an Bord und die Planung von Operationen qualifiziert.</p>
<p style="font-weight: 400;">Kern der Ausbildung des B-Lehrgangs war und ist die umfassende Vermittlung der verschiedenen Facetten der Seekriegführung. Allerdings wurden dabei im Laufe der Jahre je nach wahrscheinlichem Einsatzprofil unterschiedliche Schwerpunkte gelegt. So standen lange Zeit die für IKM-Missionen relevanten Themen und Einsatzgebiete im Fokus der Ausbildung. Gleichzeitig wurden waffenspezifische Anteile gestärkt und gemeinsame operative Anteile gekürzt, um schnell Personal an Bord verfügbar zu machen. Von ehemals zwölf gemeinsamen Monaten blieben drei. Dies entspricht jedoch nun nicht mehr den aufgrund der heutigen Bedrohungsrealität im Ostseeraum und an der Nordflanke des Bündnisgebietes notwendigen Anforderungen an die Ausbildung des entsprechenden Personals.</p>
<p style="font-weight: 400;">Aus diesem Grund hat der Befehlshaber der Flotte und Unterstützungskräfte die Unterabteilung Ausbildung des Marinekommandos angewiesen, gemeinsam mit den Einsatzverbänden und der Marineoperationsschule die operative Ausbildung zu überprüfen und notwendige Anpassungen vorzunehmen. Ziel ist es, unsere Offiziere zu befähigen, im Gefecht erfolgreich zu bestehen und dieses gewinnen zu können. Im heutigen hochvernetzten Operationsumfeld ist dafür ein größeres gemeinsames taktisch-operatives Verständnis unabdingbar.</p>
<p style="font-weight: 400;">Hierfür werden zukünftig die Ausbildungsanteile, welche die gemeinsame taktische Basis legen, von drei auf vier Monate verlängert, da die erforderlichen Grundlagen durch Weiterentwicklung der einzelnen Seekriegsarten umfangreicher geworden sind. Um in die darauf aufbauende zweimonatige taktische Phase, die größtmögliche Kenntnis über den richtigen Ansatz der eigenen Einheit im Wirkverbund einbringen zu können, wird zudem ein waffenspezifischer Anteil zwischengeschaltet.</p>
<p style="font-weight: 400;">Dabei bildet der Grundlagenteil die Basis, um Kenntnisse über Seekriegsarten und operative Funktionen zu vermitteln, mit denen die Offiziere bisher wenig befasst waren. Dies schließt unter anderem Logistik, Führungsfähigkeit, Unter- und Überwasserkriegführung, Seekriegführung aus der Luft und von See an Land mit ein. Im Sinne der kompetenzorientierten Ausbildung (KOA) bedeutet dies, dass beispielsweise eine Ubootfahrerin in dieser Phase als Expertin für diesbezügliche Unterrichtungen zur Verfügung steht, gleichzeitig aber vom Wissen ihrer Kameraden profitiert.</p>
<p style="font-weight: 400;">Die in Abhängigkeit der Zugehörigkeit zu verschiedenen Verbänden und deren spezifische Bedarfe differenziert ausgestaltete  Ausbildung hat zum Ziel, Offiziere in der Tiefe der Besonderheiten ihres eigenen Waffensystems weiterzubilden und mit neuesten taktischen Entwicklungen zu befassen.</p>
<p style="font-weight: 400;">Dies stellt sicher, dass diese das für eine Teilnahme an der nun folgenden taktischen Phase erforderliche Wissen erlangt haben und hierdurch zu deren Erfolg der beitragen. In dieser Ausbildungsphase werden vermittelte Inhalte, Erfahrungen der Teilnehmenden, neue Ansätze der wehrtechnischen Forschung mit aktuellen Erkenntnissen des Militärischen Nachrichtenwesens über die Fähigkeiten des Gegners verknüpft. Damit erhalten die Offizierinnen eine solide taktische Bewertungsgrundlage, um in Planübungen und im Rahmen von Wargaming fundierte Entscheidungen treffen zu können. Dazu werden die Unterrichtungen an der Marineoperationsschule durch Vorträge bei externen Stellen ergänzt. So sind Anteile durch das Ausbildungszentrum Uboote, das Ausbildungszentrum Mine, das Seebataillon, das Kommando Spezialkräfte Marine, das Hydroakustische Analysezentrum der Marine, das Zentrum Einsatzprüfung und durch wehrtechnische Dienststellen als feste Bestandteile in diesen Ausbildungsabschnitt integriert.</p>
<p style="font-weight: 400;">Um den Fokus nicht nur in den theoretischen Unterrichtungen verstärkt auf LV/BV auszurichten, werden auch alle praktischen Übungen im Simulator, das Wargaming und der operative Planungsprozess auf die hauptsächlichen Einsatzräume der Deutschen Marine, die Ostsee und die Nordflanke, ausgerichtet. Geübt werden realistische Szenare im Rahmen von LV/ BV.</p>
<p style="font-weight: 400;">Wie schon erwähnt soll – wie auch in den Deutschen Streitkräften insgesamt – die Methode des Wargaming verstärkt in der Ausbildung der Marine genutzt werden. Vorreiter sind hier bislang die Führungsakademie der Bundeswehr oder auch die Offizierschule der Luftwaffe.</p>
<p style="font-weight: 400;">Durch die Nutzung der Methoden des Wargaming soll die Fähigkeit des Führungspersonals zur erfolgreichen Entscheidungs­findung verbessert werden. Durch Vereinfachung und Veranschaulichung komplexer Zusammenhänge, gepaart mit Spielelementen, kann Wargaming viele Lern- und Lehrsituationen sinnvoll und nachhaltig ergänzen. Wargaming passt sich zudem hervorragend in die erfolgende Umstellung des Trainings auf KOA ein; es weckt das Lernbedürfnis und stärkt die individuelle Handlungskompetenz.</p>
<p style="font-weight: 400;">Nach Beendigung der taktischen Phase verlassen die Trainingsteilnehmenden die Marineoperationsschule in Richtung ihrer künftigen Einheiten und Verbände. Für „Fregatten- und Korvettenfahrerinnen“ schließt sich ein weiteres 4 Monate umfassendes Vertiefungsmodul an, so dass deren gesamte Ausbildung künftig 13 Monate in Anspruch nehmen wird. Hier wird im Schwerpunkt mittels praktischer Übungen der dreidimensionale Seekrieg weiter vertieft. Das Modul schließt mit einer typspezifischen Systemausbildung – je nach künftigem Waffensystem – ab. Dadurch wird das Erlernen der Einsatzgrundsätze und -verfahren mit der Vermittlung der zwingend notwendigen Anlagen- und Systemkenntnisse zielführend verknüpft.</p>
<p style="font-weight: 400;">Mit der Anpassung des B-Lehrgangs  werden die „operativen Offiziere“ der Marine zukünftig umfassend dazu in die Lage versetzt  ihr eigenes Waffensystem im dreidimensionalen Seekrieg sicher zu beherrschen und mit einem umfangreichem Wissen über taktisch-operative Zusammenhänge, eigene wie auch Seekriegsmittel verbündeter Kräfte und der potentiellen Gegner, die im Gefecht notwendigen Effekte zu erzielen und ihre Vorgesetzten beim Ein- und Ansatz der Kräfte zielgerichtet zu beraten.</p>
<p>Fregattenkapitän Dr. rer.nat. Connie Walther ist Angehörige der Abteilung OP MilGeo im Marinekommando Rostock.</p>
<p>Christian Moritz und Daniel Wolter</p>
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		<title>Fähigkeiten und Bedeutung der Deutschen Marine</title>
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		<pubDate>Wed, 04 Jun 2025 10:00:07 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>In letzter Zeit ist es Mode geworden, europäische Marinen zu kritisieren, vor allem die Deutsche Marine. Kritiker argumentieren unter Anderem, dass europäische NATO-Mitglieder für ihre maritime Sicherheit und für die Marineführung im Bündnis vollständig auf die Vereinigten Staaten angewiesen seien. Dabei wird die Deutsche Marine als eine "Green Water Navy" bezeichnet. Weiter wird behauptet, die [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>In letzter Zeit ist es Mode geworden, europäische Marinen zu kritisieren, vor allem die Deutsche Marine. Kritiker argumentieren unter Anderem, dass europäische NATO-Mitglieder für ihre maritime Sicherheit und für die Marineführung im Bündnis vollständig auf die Vereinigten Staaten angewiesen seien. Dabei wird die Deutsche Marine als eine "Green Water Navy" bezeichnet. Weiter wird behauptet, die Deutsche Marine unterliege schweren "Einschränkungen", trage nicht ausreichend zur Bündnisverteidigung bei, und unternehme nicht genug, um diese Situation angesichts der von Russland ausgehenden Bedrohung zu korrigieren.[ds_preview]</p>
<div id="attachment_46298" style="width: 442px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-46298" class=" wp-image-46298" src="/wp-content/uploads/2025/06/BaWue-und-USS-Princeton-USN-Kopie-300x195.jpg" alt="2500 zusätzliche Tonnen bringen die US-Kreuzer der Ticonderoga-Klasse (r.) im Vergleich zur deutschen Fregatte 125 auf die Waage, Foto: USN/Larissa Dougherty" width="432" height="281" srcset="/wp-content/uploads/2025/06/BaWue-und-USS-Princeton-USN-Kopie-300x195.jpg 300w, /wp-content/uploads/2025/06/BaWue-und-USS-Princeton-USN-Kopie-1024x665.jpg 1024w, /wp-content/uploads/2025/06/BaWue-und-USS-Princeton-USN-Kopie-768x499.jpg 768w, /wp-content/uploads/2025/06/BaWue-und-USS-Princeton-USN-Kopie-18x12.jpg 18w, /wp-content/uploads/2025/06/BaWue-und-USS-Princeton-USN-Kopie-1080x701.jpg 1080w, /wp-content/uploads/2025/06/BaWue-und-USS-Princeton-USN-Kopie-750x487.jpg 750w, /wp-content/uploads/2025/06/BaWue-und-USS-Princeton-USN-Kopie-1140x740.jpg 1140w, /wp-content/uploads/2025/06/BaWue-und-USS-Princeton-USN-Kopie.jpg 1200w" sizes="(max-width: 432px) 100vw, 432px" /><p id="caption-attachment-46298" class="wp-caption-text">2500 zusätzliche Tonnen bringen die US-Kreuzer der Ticonderoga-Klasse (r.) im Vergleich zur deutschen Fregatte 125 auf die Waage, Foto: USN/Larissa Dougherty</p></div>
<p>Solche Kritik ist in bestimmtem Grad zulässig: Die letzten Jahrzehnte waren nicht gerade günstig für die Bundeswehr, wobei die Deutsche Marine besonders durch eine mangelnde Priorisierung seitens des Bundestags bei den Verteidigungsausgaben gelitten hat. Aber auch andere Probleme im deutschen Verteidigungswesen scheinen überproportionale Auswirkungen auf die Marine zu haben. In den 15 Jahren seit der Aussetzung der Wehrpflicht ist es Deutschland nicht gelungen, gerade in einem Land, wo Militärdienst immer noch mit großem Vorbehalt betrachtet wird, ein zuverlässiges System für Nachwuchsgewinnung und Personalerhalt zu entwickeln. Die zeitaufwändigen und kostspieligen Rüstungs- und Beschaffungsverfahren verzögern und verteuern häufig die Einführung neuer Fähigkeiten. Wie bei allen westlichen Marinen hat auch die Deutsche Marine nach „Nine-Eleven“ durch lange Einsätze zur Bekämpfung von Terrorismus und Piraterie – trotz geringer Intensität herausfordernd für Schiffe und Besatzungen – eine deutliche Abnutzung von Material und Personal sowie generell einen Schwund der Kampffähigkeit erlitten. Die Marine hatte auch bei einigen ihrer Beschaffungsvorhaben schlichtweg Pech: Erinnert sei hier an das Hauptgetriebe der Korvette K130 und die Systemintegration der Fregatte F125. Auch das Gesamtkonzept der F125 als Stabilisierungsfregatte erscheint in der heutigen Sicherheitslage aus der Zeit gefallen.</p>
<p>Kritik kann aber auch so weit gehen, dass sie der Realität nicht mehr entspricht. Es wird behauptet, "aktuelle Fähigkeiten der deutschen Marine sind begrenzt". Welche Fähigkeiten das sein sollen, wird nicht erklärt. Dazu fehlt es an einer Analyse bestimmter Entscheidungen zur Marineplanung auf oberster Ebene und ihrer Auswirkungen auf den Marinebetrieb, die sich erst nach Jahrzehnten einstellen. Dass die Deutsche Marine kleiner ist als vor 30 Jahren, dass sie Probleme hat mit Nachwuchs und Einsatzbereitschaft, oder dass nicht genügend Munition beschafft wurde, das soll nicht heißen, dass keinerlei Fähigkeiten vorliegen. Das würde verkennen, dass einige sehr reale und wesentliche Fähigkeiten dennoch vorhanden sind. Es gibt keinen Hinweis auf politische Ziele, Leitlinien des Verteidigungsministeriums oder NATO-Fähigkeitssziele, die als objektive Standards gelten können, nach denen Kapazität und Leistung einer Marine zu beurteilen wären.</p>
<p>Es ist beispielsweise schwer zu verstehen, wie die Deutsche Marine als "Green Water Navy" bezeichnet werden kann, wenn das Typschiff der neuesten Fregatten-Klasse vor Kurzem eine 18-monatige Weltumrundung abgeschlossen hat, darin eingeschlossen sechs Monate bei UNIFIL, Teilnahme an RIMPAC, Übungen mit der indischen Marine, vor allem aber auch einen Transit der Taiwanstraße.<br />
In ähnlicher Weise ignoriert eine Kritik wie, "die maritimen Einschränkungen Deutschlands werden noch deutlicher im Vergleich zu den Marinefähigkeiten der NATO-Mitglieder an der Ostsee, wie beispielsweise Polen," viele einfache Tatsachen. Die polnische Marine besteht aus zwei fast 50-jährigen FFG-7 Fregatten, einem einzigen polnisch gebauten Patrouillenschiff (das einzige Überlebende einer geplanten, aber abgesagten Klasse von acht Korvetten) und einigen Küstenminensuchern hauptsächlich sowjetischer Herkunft. Tragen diese Kräfte tatsächlich mehr zur Sicherheit in der Ostsee bei als Deutschlands in der Ostsee beheimatete Einsatzflottille 1, die aus modernen Korvetten, U-Booten, Minenjägern und Tendern besteht? Unberücksichtigt auch die großen Fregatten der Einsatzflottille 2 an der Nordsee? Dazu gibt’s auch die Marineflieger, die Deutschland – neben Schweden – zur einzigen NATO-Ostsee-Nation mit einer echten Komponente „Maritime Patrol“ machen und die ab 2028 mit P-8 Poseidon-Flugzeugen operieren werden.</p>
<div id="attachment_46299" style="width: 466px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-46299" class=" wp-image-46299" src="/wp-content/uploads/2025/06/link-HDW-Klasse-212CD_3-thyssenkrupp-Marine-Systems-Kopie-300x212.jpg" alt="Noch sind die Boote des Projekts U 212CD Zukunftsmusik, Grafik: TKMS" width="456" height="322" srcset="/wp-content/uploads/2025/06/link-HDW-Klasse-212CD_3-thyssenkrupp-Marine-Systems-Kopie-300x212.jpg 300w, /wp-content/uploads/2025/06/link-HDW-Klasse-212CD_3-thyssenkrupp-Marine-Systems-Kopie-1024x724.jpg 1024w, /wp-content/uploads/2025/06/link-HDW-Klasse-212CD_3-thyssenkrupp-Marine-Systems-Kopie-768x543.jpg 768w, /wp-content/uploads/2025/06/link-HDW-Klasse-212CD_3-thyssenkrupp-Marine-Systems-Kopie-1536x1086.jpg 1536w, /wp-content/uploads/2025/06/link-HDW-Klasse-212CD_3-thyssenkrupp-Marine-Systems-Kopie-18x12.jpg 18w, /wp-content/uploads/2025/06/link-HDW-Klasse-212CD_3-thyssenkrupp-Marine-Systems-Kopie-1080x764.jpg 1080w, /wp-content/uploads/2025/06/link-HDW-Klasse-212CD_3-thyssenkrupp-Marine-Systems-Kopie-750x530.jpg 750w, /wp-content/uploads/2025/06/link-HDW-Klasse-212CD_3-thyssenkrupp-Marine-Systems-Kopie-1140x806.jpg 1140w, /wp-content/uploads/2025/06/link-HDW-Klasse-212CD_3-thyssenkrupp-Marine-Systems-Kopie.jpg 1588w" sizes="(max-width: 456px) 100vw, 456px" /><p id="caption-attachment-46299" class="wp-caption-text">Noch sind die Boote des Projekts U 212CD Zukunftsmusik, Grafik: TKMS</p></div>
<p>Im selben Jahr, in dem die neue polnische Fregatte gerade erst mit ihrer Seeerprobung beginnen soll, wird Deutschland fünf neue Korvetten und zwei neue Flotten-Tanker gebaut haben, sowohl den Bau der F127 Luftverteidigungsfregatte und zweier neuer Typ212CD U-Boote begonnen haben, als auch mit den Fähigkeitsnachweisen der Fregatte F126 beschäftigt sein.</p>
<p>Deutschland besitzt auch bündnisführende Kompetenz in der Minenabwehr, und mit fortschreitender Entwicklung von MEKO S-X zudem in unbemannten U-Jagd-Systemen.</p>
<p>Die Anfangsschwierigkeiten der jüngsten Schiffsklassen haben sich ausgewachsen und die Plattformen sind jetzt zuverlässige, fähige Schiffe, die zur Sicherheit und Abschreckung an der Ostflanke der NATO beitragen. Die Korvetten leisten wichtige Dienste in Ostsee und Mittelmeer. Obwohl unterbewaffnet, ist die F125 ein großes, geräumiges und stabiles Schiff mit einem hervorragenden Kampfführungssystem, aber auch mit viel Platz, um flexibel neue Funktionen zu installieren, einschließlich Flugabwehrsysteme mittlerer Strecke. Genau wie die Spruance-Klasse aus den 1970ern, die einst mit ähnlichen Kritiken überzogen wurde, haben diese Schiffe ein unerschlossenes Potenzial, das sie für einen High-End-Konflikt noch ausbauen könnten.</p>
<p>Die Kritik, dass Deutschland keine "Flugzeugträger, Kreuzer oder Zerstörer" gebaut habe, ist noch seltsamer. Wozu denn? Deutschland hatte jeher nur einen einzigen Träger gebaut, sein Schicksal weit entfernt von „glorreich“. Wurde jemals in modernen Zeiten überlegt, einen Träger zu bauen? Der letzte gebaute Kreuzer der Welt war die USS Port Royal (Ticonderoga-Klasse, 10.000 Tonnen), vor 30 Jahren in Dienst gestellt. Und mit 7.000 Tonnen haben sowohl die F124 als auch die F125 die doppelte Verdrängung der letzten Klasse deutscher Zerstörer vom Typ 103 – oder ungefähr das gleiche Gewicht wie ein leichter Kreuzer der Königsberg-Klasse aus den 1930er Jahren. Es ist unaufrichtig, zu behaupten, Deutschland verfüge nicht über Zerstörer oder andere "große Überwasserkampfschiffe", nur weil diese Schiffe trotz ihrer Größe und Fähigkeiten aus politischen Gründen "Fregatten" genannt wurden. Wie Mahan es einst ausdrückte: "Es ist eine Nomenklatur, die wahrscheinlich das Genehmigen von Haushaltsmitteln erleichterte."</p>
<p>Diese Art von Kritik – gerichtet an die Deutsche Marine – übersieht auch, dass die meisten NATO-Marinen auf eine ähnliche Geschichte zurückblicken – nicht zuletzt die US-Navy selbst. Haben Kritiker eigentlich vergessen, dass die jüngsten Schiffbauprogramme der US-Navy sich nicht gerade mit Ruhm bekleckert haben (Littoral Combat Ship, Zumwalt-Klasse, Ford-Klasse, Cruiser Life Extension-Programm, und jetzt die Constellation-Klasse)? Die Kritik klingt nicht nur falsch, sondern unfair – in dem ausgerechnet Deutschland herausgegriffen wird. Damit erweist sie den Männern und Frauen der Deutschen Marine einen Bärendienst, die mit lobenswertem Bemühen bei durchaus begrenzten Ressourcen sowohl nationalen und NATO-Aufgaben nachkommen, als auch andere internationale Verpflichtungen erfüllen.</p>
<p>Die Deutsche Marine operiert weltweit. Sie nimmt an den Ständigen Einsatzverbänden und Operationen der NATO, an UNIFIL, an EUNAVFOR und unzähligen internationalen Großmanövern teil. Dieser Autor kann die professionelle Seemannschaft und die taktische Fähigkeit des Marinepersonals bestätigen; auch, dass es sich sorgfältig um seine Schiffe kümmert. Der Indo-Pazifik-Einsatz 2024 mit seinem Transit der Taiwanstraße wurde vom US-amerikanischen Indo-Pazifik Befehlshaber Admiral Sam Paparo als "fantastisch" bezeichnet. Dass Deutschland eine fähige Blauwasser-Marine besitzt, ist nirgends ersichtlicher, als mit der hervorragenden Leistung der Fregatte „Hessen“ in der EU-Operation Aspides.</p>
<p>Die Deutsche Marine trägt deshalb nicht nur sinnvoll und bedeutsam zur Freiheit der Meere und zur Sicherung der internationalen Regeln bei, sondern bietet auch einen Kader erfahrener und weltoffener Seeleute und Marineoffiziere, die über umfassende globale, multinationale Erfahrung auf See verfügen. Dank Aspides haben jetzt manche Marinesoldaten ebenfalls Erfahrung mit echter High-End Luftkriegsführung. Die dienstälteren Offiziere der Marine stehen im maritim-strategischen Denken auf intellektueller Augenhöhe mit den Admiralen aller anderen Nationen. Sie tragen routinemäßig zu globalen Diskussionen über maritime Angelegenheiten bei.<br />
Die Probleme und Lücken, unter denen die Deutsche Marine leidet, sind weitgehend auf unzureichende Ressourcen und mangelnden politischen Willen seitens der Bundesregierung zurückzuführen. Die US-Navy hat mit ihrem vergleichsweise massiven Budget keine vergleichbare Entschuldigung. Ihre derzeitigen Mängel im Bereich Schiffe und Einsatzbereitschaft sind das Ergebnis von Kurzsichtigkeit, Misswirtschaft, Überbeanspruchung und Verschwendung innerhalb des Pentagons und der Rüstungsindustrie. Zumindest ist die Deutsche Marine nicht in der misslichen Lage, den Steuerzahler um Vergebung bitten zu müssen. Allerdings steht vor der Aufgabe, die eigene Bevölkerung von der Bedeutung der Seemacht und der Wichtigkeit des Schutzes der Seewege überzeugen zu müssen.</p>
<p>Denn man darf nicht vergessen, dass der Grad, in dem eine Demokratie ihre militärischen Fähigkeiten pflegt, ein Produkt der politischen Entschlossenheit ihrer gewählten Führung und damit der Wähler der Nation ist. Die Entscheidung, die indopazifische Task Force um Afrika und nicht durch das Rote Meer zu schicken, wurde nicht von einem Admiral, sondern von einem gewählten Politiker getroffen. Ist es angesichts der Geschichte des Landes wirklich überraschend, dass Deutschland zögert – auch noch 80 Jahre später – sein Militär auf eine Weise einzusetzen, die als riskant, aggressiv, nationalistisch, oder sogar neoimperialistisch angesehen werden kann?</p>
<p>Die Deutschen haben eine Marine, auf die sie stolz sein können, trotz der finanziellen und politischen Fesseln. Diejenigen, die die Deutsche – oder eine andere NATO-Marine – kritisieren, sollten sich gut an die jeweiligen Fesseln erinnern und dann genau feststellen, was ihre Kritikpunkte sind, auf wen sie sich beziehen, und nach welchem Standard beurteilt werden sollte. Tun sie dies nicht, gehen sie das Risiko ein, auf der Suche nach Problemlösungen mögliche Verbündete zu verprellen, insbesondere die Führungskräfte dieser Marinen. Da jede NATO-Marine offenbar in einem Glashaus lebt, sollten sich Kritiker ihrer Ziele sicher sein, bevor sie Steine werfen.</p>
<p>Chuck Ridgway ist ehemaliger Offizier der US Navy und arbeitete zehn Jahre im NATO Joint Analysis and Lessons Learned Centre in Lissabon. Zwischen 2000 und 2003 war er als Austauschoffizier auf der Fregatte Lübeck eingesetzt.</p>
<p>Chuck Ridgway</p>
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