Over the next few years, many modern ships will be joining Flotilla 2. But personnel is the strategic challenge for operational readiness.
The commander of Operational Flotilla 2 is tasked with providing ships capable of assertiveness and perseverance for combat on the high seas in order to provide the naval inspector with maritime capabilities and options for action for the defence of the Federal Republic of Germany and its allies - worldwide, multidimensional and capable of leadership.
Um diesem Anspruch, insbesondere im Rahmen der Refokussierung auf Landes- und Bündnisverteidigung gerecht zu werden, bedarf es nicht nur materiell gut ausgerüsteter Kriegsschiffe, sondern vor allem voll ausgebildeter, durchhaltefähiger und in ausreichender Anzahl zur Verfügung stehender Besatzungen.[ds_preview]
Aber was, wenn der Personalkörper abnimmt, während die Aufträge zunehmen?
Der Mangel an Personal hat sich innerhalb der Streitkräfte, analog zum Fach- und Arbeitskräftemangel in unserem Land, zu einer der größten Herausforderungen entwickelt. Auch innerhalb der Marine – und hier insbesondere auf den seegehenden Einheiten der Flotte – gefährdet der weiter schrumpfende Personalkörper in zunehmendem Maß die Einsatzbereitschaft.
In den zurückliegenden Jahren hat die Marine einen nicht unerheblichen Aufwuchs an Dienstposten erfahren. Standen 2016 noch knapp 12 000 Dienstposten im Besetzungsportfolio, so sind es bis 2025 rund 3000 mehr, die durch qualifiziertes Personal besetzt werden müssen.
Grund dafür ist unter anderem der personelle Aufwuchs im Bereich des künftigen Seefernaufklärers P-8A Poseidon, die Neuaufstellung der Besatzungen für die Fregatten der Klasse 126 sowie die Besetzung der Einheiten des zweiten Korvettenloses. Daneben zeichnet sich, nach erfolgtem Fähigkeitserhalt der Fregatten Klasse 123, der Parallelbetrieb mit den neu in Dienst zu stellenden Fregatten der Klasse 126 bis mindestens 2035 als weitere große Herausforderung am Horizont ab.
Seit Jahren gelingt es nicht mehr, in ausreichendem Maß Nachwuchs zu rekrutieren, um den Bedarf der Marine an Soldatinnen und Soldaten qualifiziert zu decken.
Die aktuellen und prognostizierten Zahlen bleiben in mehreren einsatzrelevanten Verwendungen sehr kritisch. Die demografische Entwicklung in der Bevölkerung, der bestehende Fach- und Arbeitskräftemangel sowie die zurückliegenden Covid-bedingten Einschränkungen im Bereich der Personalgewinnungsorganisation sind deutlich spürbar. Der Personalkörper kann dem Dienstpostenaufwuchs nicht mehr folgen.
In der Einsatzflottille 2 sind aktuell auf den Schiffen durchweg mehr als 20 Prozent der Dienstposten vakant. Die tatsächliche „Antretestärke“ – das Personal, das sich zwar auf Dienstposten befindet, aber dem Bordkommando ganz oder teilweise nicht zur Verfügung steht – reduziert das verfügbare Personal noch einmal deutlich. Gründe dafür sind beispielsweise:
Ø z. T. erhebliche Freistellungsansprüche durch die Soldatenarbeitszeitverordnung
Ø fehlende Borddienstverwendungsfähigkeit
Ø Zuversetzung von nicht qualifiziertem Personal, weshalb die Regelausbildung oft auf dem Dienstposten nachgeholt wird
Ø fehlender Sicherheitsstatus aufgrund später Beantragung nach Einstellung des Soldaten durch die personalführende Stelle und langwierige Bearbeitung der Sicherheitsüberprüfung
Auch an Bord der seegehenden Einheiten der Einsatzflottille 2 macht sich die Unterdeckung von Personal deutlich bemerkbar, insbesondere in der Laufbahn der Unteroffiziere ohne Portepee und in zunehmendem Maße auch in der Laufbahn der Mannschaften.
Dieser Trend weitet sich zunehmend auch in den Laufbahnen der Offiziere und Stabsoffiziere aus. Wie schaffen wir es nun also, als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen zu werden, ohne zwingend Themen rund um die Vereinbarkeit von Familie und Dienst, wie Teilzeit, Telearbeit oder Homeoffice, in den Vordergrund zu stellen, damit der Personalkörper einsatzbereit bleibt?

Tage der offenen Tür ziehen stets viele Besucher an – aber zu wenige wollen als Soldat anheuern, Foto: Bw/Leon Rodewald
Initiativen
Der Kommandeur der Einsatzflottille 2 hat in seinem Commander`s Intent, mit dem er jährlich seine Schwerpunkte setzt, festgelegt, der aktuellen Personallage besondere Priorität beizumessen. Damit begegnet er der „Herausforderung Personal“ durch die Identifizierung von Handlungsfeldern in den Bereichen Personalbindung und Personalgewinnung und nutzt jede sich bietende Gelegenheit, für die Einsatzflottille 2 und den Soldatenberuf zu werben.
Da die Marine aufgrund zentraler Ansätze der Personalgewinnung und -werbung der Bundeswehr als Arbeitgeber in der breiten Öffentlichkeit zu wenig bekannt ist, hat sich die Einsatzflottille 2 das Ziel gesetzt, die Sichtbarkeit durch mehr Präsenz zu erhöhen. Durch gemeinsame Initiativen mit den Karrierecentern der Bundeswehr Hannover und Wilhelmshaven über Tage der offenen Tür im Marinestützpunkt Wilhelmshaven, die Woche der Schulen, der gemeinsam mit dem Deutschen Marinemuseum durchgeführten Veranstaltung „Marine Gestern und Heute“ und der Präsenz eines Einsatzgruppenversorgers am Bontekai in Wilhelmshaven sowie vielen weiteren Aktivitäten, konnte die öffentliche Wahrnehmung von Marine und Einsatzflottille 2 in der Region gesteigert werden.
Das im Juli durchgeführte Projekt „Erlebe Kameradschaft – Entdecke die Marine“ bot interessierten jungen Menschen die Möglichkeit, zwei Tage lang ein Boot in See sowie eine Fregatte im Hafen kennenzulernen. Dabei stand das Erlebnis der Seefahrt an erster Stelle. Realisiert wurde die Aktion in Zusammenarbeit mit der Truppenwerbeplattform Pegnitz, die in Kiel beheimatet ist und zur Einsatzflottille 1 gehört. Die sehr positive Resonanz bestärkt die Einsatzflottille 2, diesen Weg der Personalwerbung zukünftig weiter zu verfolgen.
Zudem erfreut sich das durchgängige Angebot, Praktika in der Einsatzflottille 2 zu absolvieren, steigender Beliebtheit. Nach der coronabedingten Aussetzung konnte dieses Angebot wiederbelebt und gleichzeitig erheblich erweitert werden. Seit März 2022 wurden über 120 Praktikanten durch das 2019 aufgebaute Flottillenbesuchscenter begrüßt. Der grundsätzlichen Vorgabe des Kommandeurs folgend, wird kein Bewerber abgelehnt. Das Praktikum bietet eine ausgezeichnete Möglichkeit, sich über die unterschiedlichen Laufbahnen und das Leben an Bord vor Ort gezielt zu informieren. Auf Wunsch kann im Rahmen des Praktikums, je nach Verfügbarkeit von Einschiffungsmöglichkeiten, auch eine ein- oder mehrtägige Mitfahrt an Bord ermöglicht werden. In wieweit sich diese Maßnahmen auf die zukünftige Bewerberlage positiv auswirken werden, bleibt abzuwarten.
Personalbindung
Ziel der Personalbindung ist es, Soldatinnen und Soldaten der seegehenden Einheiten der Einsatzflottille 2 für eine Verlängerung der Dienstzeit oder für einen Laufbahnwechsel zu gewinnen. Insbesondere vor dem Hintergrund der unzureichenden Personalgewinnung nimmt die Personalbindung einen immer größer werden Stellenwert ein. Erfreulicherweise konnten in diesem Jahr durch hohe Eigeninitiative der Vorgesetzten intern mehr Fachunteroffiziere für einen Laufbahnwechsel oder Erstverpflichtungen gewonnen werden als extern. Unterstützt werden die Einheiten durch ein eigens dafür zuständiges Personalwerbe- und Entwicklungsteam, welches den Ersten Offizieren und Schiffswachtmeistern bei der Beratung hinsichtlich Weiterverpflichtung und Laufbahnwechsel mit Rat und Tat zur Seite steht. Im Fokus der Personalgewinnung stehen auch in besonderem Maße unsere Freiwillig Wehrdienst Leistenden (FWDL). Ab sofort kommen auf seegehenden Einheiten der Einsatzflottille 2 nun auch FWDL mit kurzen Verpflichtungszeiten ab neun Monaten zum Einsatz, um so die Basis für eine Verlängerung des Dienstes in der Marine zu schaffen. Seit der Indienststellung der Fregatten der Klasse 125 und der damit verbundenen deutlichen Reduzierung der Besatzungsstärke sowie der Einführung des Mehrbesatzungsmodells, sind auf den neueren Einheiten der Einsatzflottille 2 kaum noch Mannschaften zu finden. Analog dazu verhält es sich bei den ab 2026 aufzustellenden Besatzungen der Klasse 126. Hier befinden sich Anpassungen in der Überprüfung, die sich auf die schwierig zu gewinnenden Unteroffiziere ohne Portepee konzentrieren. Mannschaftsdienstgraden soll dabei ein Aufstieg in die Laufbahn der Unteroffiziere mit Portepee ermöglicht werden.
Es zeigt sich, dass die FWDL einen relevanten Personalpool bilden, aus dem sich ein großer Teil durch Weiterverpflichtung langfristig an die Marine bindet. Zielgruppe sind hier auch die Abiturienten.
Durch tatkräftige Unterstützung von Reservedienstleistenden wurde 2019 neben der Struktur ein zusätzlicher Arbeitsmuskel in der Einsatzflottille 2 etabliert, um die Reservistenarbeit in der Flottille weiter voran zu bringen. Im Ergebnis konnte die Anzahl der Reservedienstleistenden-Tage von 6300 auf über voraussichtlich 18 000 bis Ende 2023 gesteigert werden. Durch die verstärkten Bemühungen wie individuelle Anschreiben an Reservedienstleistende, direkte Kontaktaufnahme und intensive Betreuung, ist es gelungen, auch im Rahmen von Einsatzverpflichtungen zahlreiche Vakanzen zu kompensieren. Auch der Wiedereinstieg von Reservedienstleistenden wird als mögliche Alternative verfolgt. Durchaus ein Bereich, in dem noch viel Potenzial vorhanden ist.
Regelmäßig können Soldatinnen und Soldaten aus den unterschiedlichsten Gründen nicht auf den für sie vorgesehenen Dienstposten an Bord eingesetzt werden. In der Folge hat dies eine Ausschiffung zur Folge oder verhindert den Dienstantritt nach Zuversetzung von den Ausbildungseinrichtungen. Das Projekt Ready to Board verfolgt das Ziel, die Herstellung der Verwendungsfähigkeit zu beschleunigen, die Soldatinnen und Soldaten währenddessen sinnvoll einzusetzen, zielgerichtet an der Herstellung der körperlichen Fitness zu arbeiten – beispielsweise durch Ernährungsberatung – oder, wenn Sie absehbar nicht an Bord verwendet werden können, schnellstmöglich zu versetzen. Somit wird die „Antretestärke“ erhöht und die Einsatzfähigkeit gestärkt. Darüber hinaus soll das Projekt den Anteil an „seefahrtunwilligen“ Soldatinnen und Soldaten verringern, denn diese belasten in nicht unerheblichem Maß die Strukturen.
Zusammenarbeit mit den Karrierecentern
In den zurückliegenden Monaten wurde die Zusammenarbeit mit den Karrierecentern der Bundeswehr weiter intensiviert. Während einer zweitägigen Einweisung vor Ort wurde allen Karrierecentern von Hannover bis München vorgestellt, was an Bord gefordert, aber auch was geboten wird:
Ø vielfältige und anspruchsvolle Aufgaben und Tätigkeiten
Ø Bordleben und Kameradschaft
Ø „Abenteuer Seefahrt“
Ø mehr als nur Geld
Ø sehr gute Aufstiegsmöglichkeiten
Unter dem Motto „Schiff zum Anfassen“, bildete die Besichtigung einer Einheit einschließlich Gesprächen mit den Besatzungehörigen und die Vorstellung der besonderen Herausforderungen im Personalbereich einen weiteren Schwerpunkt. Dies sollte in erster Linie dazu dienen, den Karriereberatern, Einplanern, Truppenpsychologen sowie dem ärztlichen Dienst des jeweiligen Karrierecenters ein umfassendes Bild hinsichtlich Vakanzen und den damit verbundenen Auswirkungen auf die Einsatzbereitschaft der Schiffe aufzuzeigen. Vermittelt werden sollte eine Antwort auf die Frage, welches Personal es priorisiert zu bewerben gilt.
Soziale Medien spielen heute mehr denn je eine große Rolle im Bereich der Personalwerbung und -gewinnung, aber auch bei der Bindung aktiver Soldaten. Mit Einrichtung des Talentmagnets Marine durch den Inspekteur Anfang dieses Jahres beteiligen sich Betreiber von Social-Media-Accounts sowie weitere Keyplayer der Einsatzflottille 2 an der Erarbeitung einer Strategie zur Intensivierung und Umsetzung der Personalwerbung für die Marine. Auch die Einsatzflottille 2 hat einen Social-Media-Nukleus eingerichtet, der, ergänzend und unterstützend zum Talentmagnet Marine, entsprechende Inhalte verfasst den Instagram-Account Salzwassersoldaten eingerichtet hat. Ziel ist es, die schon vorhandenen Accounts der Schiffe und Besatzungen zu unterstützen, zu ergänzen und durch gezielte, permanente Präsenz die Einsatzflottille 2 in der Öffentlichkeit zu präsentieren. Dabei liegt die realistische Darstellung der vielfältigen Aufgaben und Tätigkeiten an Bord im Fokus, denn wer kann die Marine besser erklären als unsere eigenen Männer und Frauen.
Die Herausforderungen bei der Umsetzung einer Social Media Strategie der Einsatzflottille 2 liegen in den bislang technisch und materiell eingeschränkten Möglichkeiten, aber auch im personellen Bereich. Schließlich wird diese Aufgabe aufgrund fehlender organisatorischer Grundlagen von allen Beteiligten neben ihrer originären Tätigkeit wahrgenommen. Hier werden derzeitig mit Nachdruck Wege gesucht, um die Bemühungen rund um das Thema Social Media mit entsprechendem Leben zu füllen.
Der betriebene Aufwand lohnt sich, da die Nutzung digitaler Kanäle heute unerlässlich ist, um sich in Echtzeit als potenzieller und interessanter Arbeitgeber zu präsentieren.
Maßnahmen außerhalb Einflussbereich Einsatzflottille 2
Wie dargestellt, ist sich die Einsatzflottille 2 aufgrund eigener Betroffenheit der Brisanz der Personallage und -entwicklung bewusst. Sie bemüht sich mit allen Mitteln und Kräften um Lösungen. Aber auch außerhalb Wilhelmshavens steht das Thema Personal auf Platz eins.
Die Zentralisierung von Anwärterpersonalführung, Laufbahnwechseldezernat, Ausbildungssteuerung und operativer Personalführung in unterschiedlichen Unterabteilungen und Referaten hat nach Einschätzung der Einsatzflottille 2 seit der Auflösung der Stammdienststelle der Bundeswehr und der Aufstellung des Bundesamts für das Personalmanagement der Bundeswehr dazu geführt, dass durch die Schaffung vieler zusätzlicher Schnittstellen erhebliche Reibungsverluste entstanden sind. Insbesondere im Bereich der Personalführung der Unteroffiziere und Mannschaften wären deutlich schlankere und effizientere Strukturen sowie der Weg zurück zur Personalführung aus einer Hand ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Die Marine bringt sich aktuell mit dem nachdrücklich formulierten Wunsch nach mehr Dezentralisierung, Flexibilisierung auch hinsichtlich Laufbahnrecht und Priorisierung der kritischen Verwendungsreihen gegenüber dem Bundesamt für das Personalmanagement und dem Verteidigungsministerium ein.
Dies betrifft auch die Stärkung des Truppenvotums bei Auswahlverfahren. Hier entwickelte sich in den letzten Jahren ein stark formalisiertes Verfahren. Einige Entscheidungen treffen dabei auf Unverständnis bei Vorgesetzten und Soldaten, da die fachliche Bewährung und charakterliche Eignung keine messbaren, sehr wohl aber aus Truppensicht entscheidende Kriterien sind. Nur durch Einbeziehung des truppendienstlichen Votums kann die Übernahme des am besten geeigneten Personals sichergestellt werden. Darüber hinaus wird durch die Stärkung des Votums der Truppe das Engagement, sich für leistungsstarke Soldatinnen und Soldaten einzusetzen, entsprechend gewürdigt.
Des Weiteren werden derzeit verschiedene Möglichkeiten durch das Marinekommando hinsichtlich der Vorgaben der Laufbahnausbildung und der Anforderungen an Laufbahnen geprüft. Als Beispiel ist hier die Flexibilisierung im Rahmen der sogenannten zivilberuflichen Aus- und Weiterbildung zu nennen. Nicht für jede Verwendungsreihe wird ein Berufsabschluss zur Wahrnehmung der Tätigkeit benötigt. Hier wird geprüft, den Soldatinnen und Soldaten zukünftig mehr Flexibilität einzuräumen, die Ausbildung zum Beispiel auch ans Ende der Dienstzeit zu legen, um dann gut vorbereitet in den zivilen Arbeitsmarkt zu wechseln.
Zudem steht die Berufsbindung verschiedener Verwendungsreihen auf dem Prüfstand. So wird beispielsweise zwar an der Notwendigkeit einer abgeschlossenen Ausbildung für den Smut festgehalten, jedoch wird die Voraussetzung auf weitere Berufe des Lebensmittelbereiches, darunter Bäcker und Metzger, ausgedehnt.
Eine andere Maßnahme, um das Personal länger auf dem Dienstposten statt in der Ausbildung zu verwenden, ist der Erfahrungsaufstieg. Hier erhalten leistungsstarke Soldaten mit Potenzial in ausgewählten Verwendungsreihen die Möglichkeit, mit einer Weiterverwendung auf der gleichen Einheit und einem Minimum an notwendigen, militärfachlichen Lehrgängen, nach dem Erreichen einer entsprechenden Erfahrungsstufe in eine höhere Laufbahn zu wechseln. Diese Maßnahme stellt in der Konsequenz eine Win-win-Situation für Soldat und Einheit dar. Ziel ist es, diese Möglichkeit, nicht nur in technischen Berufen, sondern in allen Verwendungsreihen zu schaffen.
Durch die Einladung aller Karrierecenter nach Wilhelmshaven ist es gelungen, das Verständnis für die Besonderheiten des Dienstes an Bord weiter zu schärfen. Trotzdem ist es notwendig, bundesweit die Bedarfe der Marine noch deutlicher zu kommunizieren, damit Bewerber auch in Bayern oder Thüringen gezielt über Laufbahnmöglichkeiten in der Marine informiert werden. Die entsprechenden Vorgaben dazu werden übergreifend durch das Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr gesteuert, auf dessen Unterstützung die Marine angewiesen ist.
Die eigenen Bemühungen der Einsatzflottille 2 zur Darstellung der Marine in der Öffentlichkeit finden, der Geografie geschuldet, im Schwerpunkt an der Küste statt. Werbemaßnahmen der Bundeswehr werden durch die Arbeitgebermarke im Verteidigungsministerium entwickelt. Die Marine als kleinste Teilstreitkraft findet sich hier nur vereinzelt vertreten. Insbesondere stellen die Spezifika der teils schwer vermittelbaren Botschaften zum Dienst an Bord eine Herausforderung dar. Hier muss die Marine zukünftig mehr Gewicht gewinnen, um gerade im Binnenland und im Süden Deutschlands deutlich sichtbarer zu werden und um das Berufsbild des Seefahrers gezielter zu vermitteln. Erfreulicherweise wird dies aktuell durch Maßnahmen der Arbeitgebermarke Bundeswehr ausgeplant.
Viele weitere Bausteine finden sich in Maßnahmen, die die Verfügbarkeit des Personals erhöhen sollen. So überprüft und überarbeitet beispielsweise der Marinesanitätsdienst die Vorgaben zur medizinischen Begutachtung, die mit nicht mehr zeitgemäßen Ausschlussgründen oftmals verwendungsfähigem Personal nicht erlauben, an Bord tätig zu sein.
A look into the future
Durch den Zulauf vieler moderner Einheiten in den nächsten Jahren und den Weiterbetrieb aktueller Einheiten steigt die Anzahl der Dienstposten in den nächsten Jahren weiter an. Um dem Kernauftrag der Einsatzflottille 2 nachkommen zu können, bedarf es kaltstart- und durchsetzungsfähiger sowie resilienter Schiffe und Besatzungen.
Dem Grundprinzip „können – wollen – machen“ folgend, sind es immer noch die Menschen an Bord, die einen wesentlichen Beitrag zur Abschreckung und Verteidigung leisten. Dies hat die Marine eindrucksvoll ab dem 24. Februar 2022 nachgewiesen, als auf Befehl des Inspekteurs der Marine von einem Tag auf den anderen „alles was schwimmen konnte“ besetzt wurde und in See stach.
Trotz aller Widrigkeiten sind die Soldatinnen und Soldaten an Bord motiviert und begeistert von ihrem Dienst. Das zeigt sich in einer immer noch hohen Personalbindung. Die große Herausforderung besteht darin, es mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln und Anstrengungen zu schaffen, diese Motivation und Begeisterung aufrechtzuerhalten und nach außen zu tragen, damit der Marine auch zukünftig einsatzfähige Besatzungen und Einheiten zur Verfügung stehen.
Benötigt werden Maßnahmen, die zeitnah und vor allem durchschlagkräftig dem gegenwärtigen Trend im Bereich Personal entgegenwirken können. Die Erhöhung des Personalbestands ist ein „Alle-Manns-Manöver“ und die Zielerreichung alternativlos, denn „nicht Schiffe, sondern Menschen kämpfen.“
Kapitän zur See André Dirks ist Abteilungsleiter Personal, Fregattenkapitän Franziska Milde ist Gruppenleiterin Personal in der Einsatzflottille 2.
André Dirks und Franziska Milde












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