In addition to supporting the land, air, space and sea dimensions, the cyber and information domain dimension also conducts its own operations. The planning and management of these CIR operations are the main task of the Operations Department in the CIR Command with the Cyber and Information Domain Component Command.
In den 2010er-Jahren wuchs mit der steigenden Häufigkeit von Hackerangriffen das gesellschaftliche Bewusstsein, dass in einer zunehmend vernetzten Welt Wirtschaft, Gesellschaft und selbst der Staat ganz anders verwundbar sind, als es klassische Bedrohungen der Vergangenheit bisher impliziert hatten. So waren bereits damals Betreiber sogenannter kritischer Infrastrukturen (Kritis) Opfer von Cyberattacken und[ds_preview] durch den Ausfall ihrer IT-Systeme zeitlich befristet handlungsunfähig.
Mit zunehmendem Bewusstsein für diese Bedrohungen erließ die Bundesregierung im Jahr 2016 die Cybersicherheitsstrategie, in deren Folge die Aufstellung der Abteilung Cyber/Informationstechnik (CIT) im Bundesministerium der Verteidigung und im April 2017 die Aufstellung des militärischen Organisationsbereichs Cyber- und Informationsraum (CIR) erfolgte.
Mit der Unterstellung des Kommandos Informationstechnik der Bundeswehr, des Kommandos Strategische Aufklärung und des Zentrums für Geoinformationen der Bundeswehr wurden die Anteile Digitalisierung, IT-Bereitstellung, IT-Betrieb und -Schutz, Aufklärung und Wirkung, Fähigkeiten der operativen Kommunikation sowie die Bereitstellung von Geoinformationen im militärischen Organisationsbereich CIR zusammengefasst. Die diesem Organisationsbereich zugewiesenen bundeswehrgemeinsamen Aufgaben des Militärischen Nachrichtenwesens und des Betriebs zentraler Anteile des IT-Systems der Bundeswehr ergänzen sowohl den Auftrag als auch die Fähigkeiten des Kommandos Cyber- und Informationsraum. So aufgestellt, ist das Kommando in der Lage, die vier anderen Dimensionen Land, Luft, See und Weltraum sowie alle anderen Organisationsbereiche zu unterstützen, ebenso aber auch in der Dimension Cyber- und Informationsraum eigenständig entsprechende Operationen zu planen und zu führen.

Generalinspekteur Carsten Breuer beim Zentrum
Operative Kommunikation, Foto: Bw/Stefan Uj
Eine CIR-Operation ist definiert als der koordinierte Einsatz von Fähigkeiten der Dimension Cyber- und Informationsraum, der zum Zweck von Aufklärung, Wirkung, Betrieb oder Schutz im CIR durch einen militärischen Führer geplant und geführt wird.
Solche Operationen werden national auf höchster taktischer Ebene aus dem Kommando Cyber- und Informationsraum in der Rolle eines Cyber and Information Domain Component Command (CIDCC) geführt. Dabei können CIR-Operationen sowohl eigenständig und dabei auch lage- und auftragsbezogen aus anderen Dimensionen heraus unterstützt oder aber in Unterstützung anderer Dimensionen durchgeführt werden. Insbesondere in der frühen Phase einer krisenhaften Entwicklung sind eigenständige CIR-Operationen von besonderer Bedeutung. Sie wirken aber im Zuge der weiteren Entwicklung oder Zuspitzung der Lage wahrscheinlich vermehrt unterstützend zu konventionellen Operationen.
Da sich die klassischen Phasen Frieden, Krise und Krieg im Cyber- und Informationsraum deutlich schwieriger voneinander abgrenzen lassen, ist der rechtliche Rahmen von besonderer Bedeutung und wesentlicher Faktor der Operationsplanung. Mit Blick auf die permanenten Angriffe auf deutsche IT-Infrastruktur und die oft fehlende Attribuierbarkeit ist davon auszugehen, dass im Cyberraum, aber auch im Informationsraum der Status Frieden bereits seit vielen Jahren überholt ist und die Aktivitäten anderer Akteure bereits jetzt in einem Grauzonenbereich stattfinden.
Im Rahmen des wohl komplexesten Einsatzszenarios, der Landes- und Bündnisverteidigung, können CIR-Operationen von sehr unterschiedlicher Natur sein und reichen vom Einsatz tief integrierter Kräfte in den anderen Dimensionen, gleichsam an vorderster Front, bis zur Unterstützung aus dem reachback, also beispielsweise aus Deutschland heraus. Die in den anderen Dimensionen eingesetzten CIR-Kräfte müssen dabei aufbauend auf ihrer fachlichen Expertise in der Lage sein, den jeweiligen spezifischen Anforderungen der anderen Dimensionen zu genügen, beispielsweise sich selbst zu sichern, um im Zweifel im Kampf oder im Gefecht zu bestehen oder als Rollenträger an Bord von Booten und Schiffen Aufgaben wahrzunehmen. Ein Beispiel hierfür ist eine focus collection operation unter Koordinierung des Joint Intelligence Centers, bei der anlassbezogen Operationen zur Lagebilderzeugung oder -verdichtung unter Abstützung sämtlicher verfügbarer Aufklärungssensoren wie Fregatten, Seefernaufklärer oder ECR-Tornados aller Organisationsbereiche durchgeführt werden.
Planung und Führung
Im Rahmen einer CIR-Operation kommen eine oder mehrere Fähigkeiten der Dimension CIR zum Einsatz und werden zu einer Gesamtoperation verknüpft. Dieses kann Cyberoperationen, elektromagnetische Operationen sowie operative Kommunikation und operatives Wirken im Informationsumfeld umfassen sowie die Bereiche Betrieb und Schutz. Operationen der verschiedenen Fähigkeiten des Organisationsbereichs CIR können und werden dabei in Teilen parallel ablaufen. Deshalb müssen diese grundsätzlich ganzheitlich gedacht und geplant sowie später unter einheitlicher Führung durchgeführt werden. Das CIDCC, das diese Operationen plant und führt, hat dabei die Aufgabe, Aufklärung, Wirkung, Betrieb und Schutz in der Dimension CIR bestmöglich und aus einer Hand sicherzustellen.
Neben der Bereitstellung von Lagebildern des militärischen Nachrichtenwesens und von IT-Services unterstützt der Organisationsbereich CIR somit die anderen Dimensionen im CIR und damit in ihrer jeweiligen Operationsführung.
Um hier eine bestmögliche Synchronisation und Abstimmung zu gewährleisten, wurden sogenannte Cyber Information Domain Teams (CIDT) eingerichtet. Diese werden im Bedarfsfall durch das Kommando CIR als Beratungs- und Verbindungselemente zu anderen taktischen oder operativen Führungskommandos wie Maritime Component Commands oder Joint Forces Commands entsandt. Das CIDT berät hierbei aktiv im Rahmen der Operationsplanung und Operationsführung zu ergänzenden Unterstützungsleistungen aus dem Fähigkeitsportfolio der Dimension CIR, insbesondere unter Rückgriff auf ihre reachback-Fähigkeiten. Damit können und sollen die CIDTs beispielsweise den maritimen Operationsführer bezüglich seiner Möglichkeiten beraten, CIR-Operationen für seine Operationsführung ganzheitlich zu nutzen und unterstützen die Operationsführung aktiv mit den CIR-Fähigkeiten.
In der Praxis
Die Aufklärungsoperation Pulse Refresh Exercise, die vom 15. bis 25. September 2023 stattfand, ist ein Beispiel für eine Aufklärungsoperation im elektromagnetischen Umfeld, die durch das CIDCC geführt wurde und bei der das Kommando CIR das unterstützte Kommando war. Unterstützung erhielt das Kommando CIR dabei durch das Marinekommando, das die Aufklärungsfähigkeiten in die Aufklärungsräume verbracht hat. Insbesondere durch den Einsatz der Flottendienstboote wurde maßgeblich zum Erfolg dieser Operation beigetragen.
Ziel der Operation war es, vor dem Hintergrund der aktuellen Bedrohungen, Aufklärung im elektromagnetischen Umfeld zu betreiben, dabei eine große Menge an Daten zu gewinnen und diese mit Hilfe von Methoden der künstlichen Intelligenz zu strukturieren und auszuwerten. Neben der Generierung von Aufklärungsergebnissen hatte die Operation Pulse Refresh Exercise das Ziel, die Vorrausetzungen für den Einsatz von künstlicher Intelligenz zu testen, zu verbessern und sie in der Folge zukunftsfähig für die Aufklärung zu entwickeln und auszubauen. Dabei wurden mehrere Fregatten sowie Flottendienstboote erfolgreich als Sensoren eingebunden. Sie konnten neben wertvollen Grundlagendaten zusätzlich echtzeitnah georeferenzierte Lagebeiträge für die Operationsführung im CIDCC erbringen.
Die Fähigkeiten des Kommandos CIR können insbesondere dann zur Operationsführung beitragen, wenn der Schwerpunkt der Operation in einer anderen Dimension liegt. Dabei sind sowohl Szenare im Rahmen des Internationalen Krisenmanagements, des Nationalen Risiko- und Krisenmanagements bis hin zur Landes- und Bündnisverteidigung denkbar.
Denken wir an das Jahr 2021 zurück. Die letzten deutschen Kräfte verließen Afghanistan am 30. Juni. Nur kurze Zeit später übernahmen die Taliban die Macht, was sowohl ausländische Staatsbürger als auch ehemalige Mitarbeiter der eingesetzten NATO-Kräfte dazu zwang, dem Land den Rücken zuzukehren. Die Bundeswehr unterstützte den Abzug mit einer militärischen Evakuierungsoperation. Dabei lag der Schwerpunkt der Operationsführung ganz klar in den Dimensionen Land und Luft. Die Fähigkeiten im Cyber- und Informationsraum wurden aber auch hier, damals jedoch noch nicht unter der Führung eines CIDCC, zur Unterstützung dieser Operation eingesetzt. So fand Aufklärung mit allen zur Verfügung stehenden Sensoren sowohl im elektromagnetischem Umfeld als auch im Cyberraum statt. Zudem wurde das Informationsumfeld mehrmals täglich analysiert. Die Lagebeiträge des Zentrums für Operative Kommunikation trugen wesentlich zum Gesamtlagebild bei. In solchen Situationen ist auch der Einsatz der operativen Kommunikation zur Leitung der Flüchtlingsbewegungen sowie zur Information der örtlichen Bevölkerung möglich.

IT-Spezialisten tragen wesentlich zum
Gesamtlagebild teil, Foto: Bw/Stefan Uj
Aber auch im Rahmen von Landes- und Bündnisverteidigung kann der Cyberraum zur Unterstützung der Operationsführung in anderen Dimensionen genutzt werden, sei es zur Aufklärung oder zur Wirkung und damit zum Herbeiführen von Effekten. Diese Effekte können aus und mit Mitteln des CIR im Informationsumfeld, im elektromagnetischem Umfeld sowie im Cyberraum erzielt werden und können in ihrer Intensität im gesamten Spektrum von Beeinflussung und Störung bis hin zur Zerstörung reichen.
Ein weiteres mögliches Handlungsfeld stellt künftig auch die Einbindung des Kommandos CIR in Verbindung mit der Expertise der unterstellten Kommandos in die Operationsplanung und Begleitung von Missionen oder Operationen anderer Dimensionskommandos im Sinne der Cyber-Missionssicherheit dar. Hier können Kommandeure im Einsatz über Gefahren aus dem Cyber- und Informationsraum in Bezug auf ihre Mission oder Operation informiert werden. Dazu gehören auch die daraus abgeleiteten Risiken auf die im Einsatzgebiet befindlichen Einheiten und Systeme und Informationen über die Möglichkeiten, diese Risiken zu minimieren. Erste Ansätze wurden in diesem Zusammenhang gemeinsam mit dem britischen Partner, dem UK Strategic Command, bei einer Übung in Großbritannien gemacht. Hier wurde bei einer Übung und einem maritimen Szenario ein solcher Planungsprozess mit Expertiseträgern aus den verschiedenen Bereichen des militärischen Organisationsbereichs CIR, darunter Vertreter der Marine, gemeinsam beübt. Eine ganzheitliche Betrachtung möglicher Gefahren aus dem Cyber- und Informationsraum könnte somit den Kommandeuren im Einsatz und den höheren Kommandoebenen die Möglichkeit geben, Betrachtungen aus allen Dimensionen in die Operationsplanung und -führung mit einfließen zu lassen, die eine Mission oder Operation beeinflussen können.
CIR-Operationen zu Aufklärung, Wirkung, Betrieb und Schutz sind nicht abstrakt, sondern finden bereits jetzt in unterschiedlicher Intensität und Häufigkeit, aber stets lage- und auftragsabhängig statt. Mit der ablauforganisatorischen Aufstellung des CIDCC ist das Kommando CIR dazu in der Lage, die Fähigkeiten aus einer Hand einzusetzen und zu koordinieren. Um dabei Anschlussfähigkeit und eine bestmögliche Beratung zu garantieren wurde mit der Aufstellung der CIDTs eine wesentliche Grundlage für eine konstruktive Zusammenarbeit gelegt. Die CIDTs sind dabei das Gesicht des CIDCC bei den operationsführenden Kommandos und zugleich deren Gesicht im CIDCC.
Nur gemeinsam, in einem ressortübergreifenden und streitkräftegemeinsamen Ansatz können wir den heutigen Herausforderungen begegnen. Hierzu haben wir uns anschlussfähig aufgestellt.
Oberstleutnant i.G. Robert Grönitz ist J5 OpPlg.
Robert Grönitz












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