After the Sea Lion, the German Navy is about to introduce the Sea Tiger. Insight into the status of further development of one of the world's most modern naval helicopters.
As part of the multinational NATO Helicopter 90 (NH 90) project, a helicopter family in the nine to eleven tonne class was developed for transport and naval missions. The initiators of the development programme were France, Italy, the Netherlands and Germany.
Two basic versions, a naval helicopter (NFH) and a transport helicopter (TTH), were developed from a common basic helicopter. National helicopter variants were derived from the respective basic versions in order to fulfil specific national requirements.
Die Deutsche Marine betreibt mit dem NH 90 Sea Lion bereits eine NFH-Variante, die die Aufgaben ihres Vorgängers, des Sea King Mk 41 nicht nur im taktischen Lufttransport von Personal und Material über See und Land übernehmen wird. Auf die neuen Hubschrauber werden[ds_preview] noch in diesem Jahr die Unterstützung von Spezialkräften und spezialisierten Kräften sowie der Search-and-Rescue-Einsatz vollständig transferiert. Diese Hubschraubervariante wird im internationalen Kontext als NGEN (NFH German Navy) bezeichnet.
In ähnlicher Weise soll der NH 90 Multi Role Frigate Helicopter (MRFH), in der Marine auch NH 90 Sea Tiger genannt, seinen Vorgänger Sea Lynx Mk 88A als Bordhubschrauber der Fregatten der Deutschen Marine bruchfrei ablösen. Die Bordhubschrauber als sogenannte organisch fliegende Komponente im Systemverbund Kampfschiff dienen als Sensor- und Effektorträger in der Über- und Unterwasserseekriegsführung. Dafür werden sie mit entsprechenden Missionsrollen zur Anti-Submarine Warfare und Anti-Surface Warfare ausgestattet. Hierzu werden zusätzlich zu den Systemen der Variante NH 90 Sea Lion eine Tauchsonaranlage, bis zu zwei Sonarbojenwerfer, eine Waffenanlage und ein verbessertes Selbstschutzsystem integriert. Die Waffenanlage ermöglicht den Einsatz von Torpedos zur U-Boot-Jagd und weitreichenden Seeziel-Lenkflugkörpern gegen Überwasserziele. Darüber hinaus soll der MRFH als bordgestützter Fregattenhubschrauber durch entsprechende modulare Rollenausstattungen unterschiedliche maritime Operationen und im SAR-Dienst innerhalb eines Schiffsverbands durchzuführende Such- und Rettungseinsätze unterstützen.
Nach der Auswahlentscheidung zugunsten einer weiteren Variante des NH 90 im Jahr 2018 wurde Ende 2020 durch die NATO Helicopter Management Agency eine Änderungsvereinbarung zum bereits bestehenden Entwicklungs- und Beschaffungsvertrag für den MRFH mit dem Systemhersteller NATO Helicopter Industries (NHI) geschlossen. Dieser Vertrag sieht die Integration der neuen Fähigkeiten in die Variante NGEN und die Auslieferung von 31 Hubschraubern im Zeitraum 2025 bis 2030 vor.
Im Zeitplan
Die Entwicklung verlief weitestgehend planmäßig, sodass der Erstflug eines MRFH mit nur leichter Verspätung gegenüber dem ursprünglichen Plan Ende November 2023 stattfand. Dabei wirkt sich die Verzögerung des Erstflugs nicht auf den Gesamtzeitplan bis zum Auslieferungsbeginn aus.
Auf dem Weg zur Erlangung der militärischen Musterzulassung durchläuft der MRFH derzeit mehrere Qualifikationskampagnen zur Erbringung der erforderlichen Nachweise über die Vertragserfüllung einschließlich der Erfüllung der luftrechtlichen Anforderungen. Mit einer knapp achtwöchigen Kampagne aus dem französischen Marignane heraus wurden bei diversen Flügen das neue Tauchsonar sowie die Fähigkeit zum Verbringen und Nutzen von Sonarbojen durch das Führungs- und Waffeneinsatzsystem (FüWES) des Hubschraubers im Mittelmeer bei Wassertiefen bis zu 500 Meter qualifiziert. Die mit den Sonarsensoren und dem Radar gewonnenen Daten dienen dem FüWES dazu, die Effektoren Torpedo und Seeziel-Lenkflugkörper einzusetzen. Diese Fähigkeiten wurden ebenfalls im Rahmen der Marignane-Kampagne nachgewiesen.

Zur Missionserfüllung wird der Sea Tiger mit verschiedenen
Systemen ausgestattet, Fotos: Airbus/Eric Raz
Bei der sich im zweiten Quartal 2024 anschließenden Flugkampagne im bayrischen Greding wurden die Leistungen und Fähigkeiten der ESM-Anlage (Electronic Support Measures) in enger Zusammenarbeit mit den Spezialisten der Wehrtechnischen Dienststelle 81 (WTD 81)in Greding qualifiziert. Die ESM-Anlage ist eine Weiterentwicklung der Anlage des Sea Lion mit verbesserten Leistungswerten. Sie dient dem Auffassen von elektromagnetischer Strahlung und damit dem Identifizieren und Klassifizieren von gegnerischen Radaranlagen und anderen elektromagnetischen Strahlern.
Beide Kampagnen wurden zum einen durch Personal der WTD 61 und WTD 81, zum anderen auch durch Marinepersonal vor Ort begleitet. So wurde beispielsweise die operative Bewertung des Sonarsystems durch Marinepersonal maßgeblich unterstützt, das bereits auf dem Sea Lion ausgebildet ist und aufgrund seiner Vorverwendung als Hubschrauberortungsmeister auf dem Mk 88A Expertise im Einsatz von Sonarsystemen aufbauen konnte. Mit dieser Zusammenarbeit erhält die WTD 61 Zugriff auf Wissen zur Bewertung der operativen Fähigkeiten des neuen Sonarsystems. Im Gegenzug hat die Marine noch weit vor der späteren Einsatzprüfung die Gelegenheit, sich mit ihrem zukünftigen Waffensystem vertraut zu machen. Diese Herangehensweise wird von allen Parteien als überaus positiv wahrgenommen. Aus Sicht des Herstellers NHI erhöht dieses transparente Vorgehen in der Nachweisführung maßgeblich die Akzeptanz des Systems und ermöglicht eine flexible und an den Bedürfnissen des Bedarfsträgers orientierte Abstellung der im Rahmen einer Qualifikation unweigerlich zutage tretenden Abweichungen. Auf Seiten des zukünftigen Nutzers erzeugt diese integrative Arbeitsweise frühzeitig die Möglichkeit, sich mit dem kommenden System vertraut zu machen und – in Grenzen – Einfluss auf die finale Konfiguration zu nehmen.
Stimmt die Leistung?
Das Highlight der Qualifikation ist für die Deutsche Marine eine achtwöchige Kampagne in Nordholz, dem zukünftigen Heimatstützpunkt des MRFH. In diesem Multi Role Capability Demonstration genannten Teil der Qualifikation werden anhand von definierten Referenzmissionen die Erfüllung der Leistungsanforderungen des zukünftigen Nutzers nachgewiesen. Dies geschieht mit dem gleichen Ansatz wie bei den Qualifikationsanteilen in Marignane, unter Einbeziehung der Experten der WTD 61 und der Marine.
Mehr als ein Jahr vor der Auslieferung des Hubschraubers hat die Marine bei diesen Flügen die Gelegenheit, zusammen mit der Industrie und der WTD 61 den Hubschrauber und seine neue Sensorik in realitätsnahen Szenarien sowohl im Über- als auch im Unterwasserseekrieg zu überprüfen. Basierend auf den Erfahrungen, die in dieser Kampagne gewonnen werden, kann die Deutsche Marine bereits frühzeitig beginnen, eventuell notwendige Anpassungen bei Ausbildung, Einsatzverfahren und -konzepten auf den Weg zu bringen.
Im Anschluss an die Qualifikationsflüge werden alle Ergebnisse durch den Systemhersteller aufgelistet, ausgewertet und in Abstimmung mit der Bundeswehr bewertet. Gefundene Mängel und Abweichungen von den geforderten Leistungswerten werden je nach Einstufung durch die Industrie entweder bis zur Auslieferung oder in einem anschließenden Softwareupdate behoben. Nach Abschluss all dieser Maßnahmen erteilt das Luftfahrtamt der Bundeswehr die militärische Musterzulassung des NH 90 MRFH, und anschließend kann die modernste Version des NH 90 NFH Ende 2025 an den Nutzer übergeben werden. Nach der Erteilung der Musterzulassung werden ab 2026 dann im Durchschnitt sechs Hubschrauber pro Jahr an die Marine ausgeliefert.
Ähnlich wie beim Sea Lion folgt die Auslieferungsplanung einem stufenweisen Ansatz aus zwei aufeinander aufbauenden Konfigurationen. Dieser Ansatz musste gewählt werden, da die zur vollen Erfüllung der Anforderungen an einen MRFH benötigten Fähigkeiten bei Vertragsschluss im Jahr 2020 noch nicht marktverfügbar waren. Die finale Konfiguration des MRFH zeichnet sich hauptsächlich durch die Integration des taktischen Datenlink-Systems Link 22 aus, daneben kommt unter anderem eine höhere Festigkeit gegen Störungen des Satellitennavigationssystems GPS zum Tragen. Diese Fähigkeiten werden im Rahmen des internationalen Vertrags zur Entwicklung des Software Release 3 für die Gesamtflotte der Nutzernationen des NH 90 entwickelt und der Bundeswehr voraussichtlich ab den späten Zwanzigrjahren zur Verfügung stehen.
Für den MRFH ist geplant, dieses Set an neuen Fähigkeiten unmittelbar nach erfolgter Qualifikation in die Serienproduktion einzubringen. Die bereits im ursprünglich vereinbarten Konfigurationsstand ausgelieferten Maschinen werden im Zuge eines Retrofits, das parallel zur Serienauslieferung begonnen wird, auf den finalen Konfigurationsstand hochgerüstet. Ziel dieser Aktivitäten ist es, in den frühen Dreißigerjahren die gesamte Flotte der MRFH im finalen Konfigurationsstand dem Nutzer zur Verfügung stellen zu können.
Technischer Regierungsdirektor Kai Sanders ist tätig in der Abteilung L des Bundesamts für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr.
Kai Sanders












Hello and a happy new year 2025 Mr Eberl.
Thank you for your question. However, the naming has nothing to do with the tasty tiger prawns (whether blue or black, etc.).
The helicopters currently in use by the naval aviators are initially concerned with "cats of prey"; in this case: lynx, lion and tiger. The "prefix" -SEA- indicates that these are used at sea and are stationed on board a ship or can land there. This requires special material requirements as well as special experience and knowledge on the part of the pilots.
Yours sincerely,
For the editorial team
Klaus Klages
Does anyone actually know why the navy used a tasty large shrimp as its namesake?