Belgian shrimp fishermen in the Wadden Sea. Photo: Fernand Schreel / CC BY-SA 3.0

Belgian shrimp fishermen in the Wadden Sea. Photo: Fernand Schreel / CC BY-SA 3.0

Climate data 2024: North Sea warmer than ever

Last year, the North Sea reached its highest temperatures since regular measurements began. The Baltic Sea has also continued to warm. The latest data from the Federal Maritime and Hydrographic Agency (BSH) shows that the average water temperatures in the North Sea and Baltic Sea last year were significantly higher than the long-term average.

Das BSH ermittelt seit 1968 mittlere Temperaturwerte und Anomalien und erstellt seit 1995 wöchentliche Analysen. Aus den zusammengetragenen Daten geht hervor, dass die Nordsee mit durchschnittlich 12,1 Grad den höchsten jemals gemessenen Wert erreichte. Die Oberflächentemperatur stieg um bis zu 1,5 Grad über das langjährige Mittel im Referenzzeitraum von 1997 bis 2021.[ds_preview]

Im gesamten Ostseeraum betrug die Temperatur laut BSH im Jahresdurchschnitt 9,6 Grad und damit mehr als ein Grad über dem Langzeitmittel im gleichen Referenzzeitraum. Das ist das zweitwärmste Jahr seit Beginn unserer Datenreihe, so der Leiter des Referats Marine Klimafragen am BSH; nur 2020 sei das Wasser der Ostsee noch wärmer gewesen.

Salzwiese und Priel am Spiekerooger Inselwatt. Foto: Jürgen Howaldt / CC BY-SA 2.0

Salzwiese und Priel am Spiekerooger Inselwatt. Foto: Jürgen Howaldt / CC BY-SA 2.0

Stetiger Trend

Die Daten zeigen, dass sich die Temperaturen von Nord- und Ostsee seit über 50 Jahren nur in eine Richtung bewegen. Diese Entwicklung sei eine direkte Folge des Klimawandels, so die Leiterin der Abteilung Meereskunde am BSH.

Muschelbank mit Miesmuscheln, Pazifischen Austern und Herzmuscheln auf Schiermonnikoog (NL). Foto: Sonty567 / Gemeinfrei

Muschelbank mit Miesmuscheln, Pazifischen Austern und Herzmuscheln auf Schiermonnikoog (NL). Foto: Sonty567 / Gemeinfrei

Problemstellung

Was den Menschen im ersten Moment eine angenehme Zeit am Wasser verheißt, ist für das Ökosystem Meer mit weniger angenehmen Auswirkungen verbunden. Das Alfred-Wegener-Institut (AWI) in Bremerhaven berichtete, dass im Zuge des Klimawandels bestimmte Fischarten polwärts wanderten und bodenbewohnende Arten sich in tieferes und kälteres Wasser zurückziehen würden.

Miesmuscheln sind zunehmend invasiven Arten ausgesetzt. Bild: Heinrich-Böll-Stiftung / Meeresatlas 2017

Miesmuscheln sind zunehmend invasiven Arten ausgesetzt. Bild: Heinrich-Böll-Stiftung / Meeresatlas 2017

Beobachtet werde zudem ein deutlicher Anstieg an eingeschleppten wärmeliebenden Arten, die bisher zwar keine heimischen Organismen bedrohten, jedoch zu einer Veränderung des Lebensraumes führten. Riesige Riffe pazifischer Austern und hektargroße Unterwasserwälder, gebildet von Algen aus Fernost, seien unmittelbar von jedem Wattwanderer zu erkennen, so ein AWI-Forscher.

Und das ist längst noch nicht alles. Acht hochindustrialisierte Staaten, die mit rund 80 Millionen Menschen in den Küstenbereichen leben, werden durch brummende Containerriesen versorgt und machen die Nordsee zu einem der verkehrsreichsten und lautesten Meere weltweit. Der Unterwasserlärm macht vor allem Meeressäugern wie den Schweinswalen zu schaffen. Zusätzlich liegen hier drei der größten und wichtigsten europäischen Seehäfen – Rotterdam, Antwerpen und Hamburg. Dazu kommt eine intensive Ausbeutung aller Ressourcen. Öl- und Erdgasförderung, große Fischereiflotten, die jährlich etwa zwei Millionen Tonnen Fisch aus dem Meer holen, Offshore-Windkraftparks und nicht zuletzt intensiver Tourismus bilden die Säulen der Wirtschaft der Küstenländer. Und über die Flüsse gelangen auch noch Schadstoffe ins Meer.

Outlook

Dieser intensive, nicht nachhaltige Hot-Spot menschlicher Nutzung, wird sicherlich nicht folgenlos bleiben. Wenn die Probleme wie Überfischung, Massentourismus und Umweltverschmutzung (z. B. Plastikmüll und Lärm) nicht bald beherzt angegangen werden, kann aus der Nordsee als kleinem Randmeer des Atlantiks vielleicht auch ein „Totes Meer“ werden…

kdk, NDR, BSH, AWI

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