Unter dem Titel „Verbundenheit hat Meer verdient“ informierte der Freundeskreis Marineschiffe KÖLN 2017 in einer Broschüre die Öffentlichkeit über die von ihm mitunterstützte Entscheidung des damaligen Inspekteurs der Marine, Vizeadmiral Andreas Krause, die fünf neuen Korvetten des zweiten Loses der Klasse 130 nach den Städten AUGSBURG, EMDEN, KARLSRUHE, KÖLN und LÜBECK zu benennen.
Diese Beibehaltung der fünf traditionsreichen Namen von Schiffen deutscher Marinen ist Grundlage der Patenschaftspflege als Ausdruck bürgerlicher Solidarität mit maritimer Sicherheit.
Am 21. April wird deshalb die Oberbürgermeisterin der Stadt Köln, Henriette Reker, als sechste Bürgermeinsterin der Domstadt die neue Korvette auf den Namen KÖLN taufen. Damit setzt sie eine seit 1909 mit der Taufe des Kleinen Kreuzers CÖLN begonnene Tradition der Verbundenheit vieler Bürger mit der Marine fort. Beispielhaft dafür schiffte sich 1932 der damalige Kölner Oberbürgermeister Konrad Adenauer, der 1928 den Leichten Kreuzer KÖLN als dritte Einheit dieses Namens getauft hatte, für mehrere Tage als „Badegast“ an Bord ein.
Seit Gründung der ersten deutschen Marine im Jahr 1848 unter der schwarz-rot-goldenen Flagge vertreten Kriegsschiffe unser Land auf den Meeren der Welt. Die Namensgebung nach deutschen Ländern, Städten oder Flüssen ist Ausdruck der Verbundenheit mit unseren Bürgern, denn als Waffenpotenziale dienen solche Schiffe auf vielfältige Weise dem Schutz und der Vertretung der vitalen maritimen Interessen unseres Landes. So sind mit dieser Namensgebung Städtepatenschaften seit mehr als einem Jahrhundert Zeichen der Solidarität mit der Sicherung maritimer Interessen unseres Landes. Sie haben sich als wichtiges Band der Verbundenheit zwischen Bürgern und Besatzungen bewährt. Die vielen Aktivitäten solcher Patenschaften sind Maßnahmen der Pflege einer der unumstrittensten und schönsten Traditionen unserer Marine, die der Besatzung den Sinn ihres Auftrags kontinuierlich vor Augen führen und der Bevölkerung die Notwendigkeit einer Sicherung der Seewege und Vertretung unserer maritimen Interessen auf den Meeren der Welt deutlich werden lassen. Wenn nun die Deutsche Marine fünf neue Korvetten erhält, so geschieht dies vor allem, um die ständig wachsenden Anforderungen in Einsätzen zusammen mit den Bündnispartnern und den freien Völkern der Welt zur Schaffung einer Friedensordnung erfüllen zu können.
Mit der Rückbesinnung auf fünf Traditionsnamen wird eine seit mehr als hundert Jahren währende Solidarität von Bürgern mit der Marine weitergetragen. Die Namen von fünf deutschen Großstädten stehen für die Verbundenheit vieler Bürger der fünf zugehörigen Bundesländer. Patenschaften stehen auch als Mittel der Traditionspflege für die Kontinuität einer mehr als ein Jahrhundert bestehenden emotionalen Verbundenheit. Dafür gilt das Leitwort: „Verbundenheit hat Meer verdient.“
Ob nun Oberbürgermeisterin Reker die sechste KÖLN nach der Weisung von Großadmiral Alfred von Tirpitz mit „deutschem Schaumwein aus deutscher Produktion“ (vgl. marineforum 9-2021) tauft, wird sich zeigen. Es liegt der Marineführung ein Vorschlag aus der Stadt am Rhein vor, das Schiff mit Kölsch, der einzigen Sprache, die man auch trinken kann, als Zeichen der besonderen Verbundenheit Kölner Bürger mit „ihrer neuen KÖLN“ zu taufen.
Heinrich Walle












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