Anyone who believes that a ship with modern equipment is a product from northern Germany should take a look at the suppliers from inland areas. The maritime high-tech industry is particularly well represented in Baden-Württemberg and Bavaria.
Many companies based in the federal states of Baden-Württemberg and Bavaria are considered indispensable and traditionally occupy a central position in the overall structure of the German maritime industry and economy. With an annual turnover of over ten billion euros and more than 60,000 jobs, they generate around 20 per cent of maritime value added in Germany and provide 15 per cent of jobs. It was no coincidence that the 11th National Maritime Conference (NMK) was held in Friedrichshafen on Lake Constance in 2019, as it was also intended to emphasise the outstanding importance of the powerful and innovative maritime industry in the south of the country. The motto of the Federal Ministry for Economic Affairs and Energy and the Federal Ministry of Transport and Digital Infrastructure at the NMK was: global - smart - green. This defined the core objectives of a maritime strategy for our country with a view to the future: free and open markets for all competitors (global), exploiting the opportunities of automation and digitalisation (smart) and shaping the sustainability of shipping (green).
Die NMK betonte die Bedeutung des Südens als maritimer Produzent, Zulieferer, Ausrüster und Entwickler für den Schiffbau im Norden und für den Export. „Lägen wir am Meer, würden wir Schiffe bauen“, bemerkte dazu selbstbewusst ein maritimer Wirtschaftsvertreter aus Süddeutschland. Die Industriebetriebe im Süden sind vor allem Zulieferer in der Sensor- und Waffenausrüstung, Antriebstechnik, Systemüberwachung, Schiffsbetriebstechnik, Kommunikationsausrüstung und Elektronik sowie der Ausrüstung.[ds_preview]

Simone-System der Fregatte Klasse 125. Grafik: Diehl Defence
Antriebssysteme
Die Renk AG in Augsburg ist der weltweit führende Anbieter von maßgeschneiderten Sonderantriebsanlagen. Ihre Schiffsgetriebesysteme sind weltweit in 35 Marinen auf über 500 Einheiten von Schnellbooten über Minenjagdboote und Korvetten bis hin zu Fregatten eingebaut. Dazu zählen die Littoral Combat Ships (LCS) der US Navy, die Maritime Security Cutter der US Coast Guard, die italienischen FREMM-Fregatten oder die Fregatten der Klassen 123 und 124 sowie die Korvetten 130 der Deutschen Marine. Für die neuen Fregatten der Klasse 125 hat Renk den innovativen Hybridantrieb Codelag (Combined Diesel-Electric And Gas) entwickelt. Dieser verbindet die Vorteile von elektrischem und mechanischem Antrieb. Er arbeitet ruhig und leise bei niedrigen Geschwindigkeiten und verfügt über ausreichende Kraft für hohe Geschwindigkeiten. Für Langsam- und Marschfahrt sorgen die Elektromotoren und für Schnellfahrt werden die Gasturbine und die Elektromotoren eingesetzt.
In Augsburg befindet sich auch der Motorenhersteller MAN mit seinem Motorenwerk im Standort Nürnberg. MAN hatte schon die Kaiserliche Marine und die Kriegsmarine mit Motoren für U-Boote ausgerüstet. Heute produziert und entwickelt MAN schnelllaufende Viertakt-Dieselmotoren, die sich durch eine kraftvolle Beschleunigung bei sparsamem Kraftstoffverbrauch auszeichnen und auch mit Alternativkraftsstoffen wie LNG betrieben werden können. Damit werden weltweit Fähren, Kreuzfahrtschiffe, Binnenschiffe, Patrouillenboote oder Frachter ausgerüstet. MAN liefert die Motoren, die für die jeweiligen Einsatz- und Betriebsbedingungen optimal ausgelegt sind, einbaufertig. Zudem hat MAN Energy Solutions für 59 Marinen die Antriebssysteme für Patrouillenboote, Offshore Patrol Vessels (OPV), Landungs- und Unterstützungsschiffe, Amphibische Transportschiffe und U-Boote entwickelt. Neben Schiffsmotoren fungiert MAN auch als Zulieferer maritimer Komponenten wie Schiffspropeller, Turbolader, Gas- und Dampfturbinen, Kompressoren oder chemische Reaktoren.
Rolls-Royce Power Systems MTU in Friedrichshafen ist der weltweit führende Hersteller von Großdieselmotoren und kompletten Antriebssystemen für den maritimen Bereich. Seit 25 Jahren sind MTU-Motoren der Baureihen 2000 und 4000 mit über 100 000 verkauften Einheiten Technologie- und Marktführer auf allen Weltmeeren.. Die 16-Zylinder-Schiffsmotoren der Baureihe 8000 zählen seit 20 Jahren zu den meistverkauften ihrer Leistungsklasse. Seit 1950 hat MTU weltweit über 30 000 Marineschiffe von 70 Marinen mit Motoren ausgerüstet. Für die Deutsche Marine ist die Firma Hauptlieferant von Schiffsmotoren und Generatoren. So sind beispielsweise die Fregatten der Klassen 123, 124, 125, die U-Boote der Klasse 212A, die Korvetten 130, die Minenjagdboote und die Einsatzgruppenversorger mit MTU-Motoren ausgerüstet. Das Unternehmen hat auch eine führende Position in der Entwicklung von integrierten Automatiklösungen (Digitale Automations- und Kontrollsysteme) für Schiffe von der Brücke bis zum Propeller und von High-Tech-Motoren mit alternativen Kraftsstoffen eingenommen. So hat MTU das Antriebssystem für den weltweit ersten LNG-Hybridschlepper gefertigt, der Ende 2021 in Dienst gestellt werden soll.
Ebenfalls in Friedrichshafen befindet sich die Zahnradfabrik Friedrichshafen (ZF), die zu den weltweit führenden Unternehmen auf dem Gebiet der Antriebs- und Fahrwerktechnik sowie der Elektromobilität zählt. ZF arbeitet auch im maritimen Bereich und fertigt Getriebe für Yachten und Motorboote, Pod-Antriebe, Ruderpropeller und Bugstrahlruder,
Siemens in München produziert vor allem elektrische Antriebssysteme, Automatisierungssysteme und Schaltanlagen für U-Boote und Überwassereinheiten. Insbesondere ist Siemens der führende Entwickler und Hersteller von Brennstoffzellen. Über 150 U-Boote weltweit wurden bislang mit elektrischen Antrieben ausgerüstet. Dazu zählen auch die U-Boote der Klasse 212A der Deutschen Marine. E-Motoren von Siemens sind auch auf Fregatten, OPVs, Minenjagdbooten und amphibischen Joint Support Ships diverser Marinen eingerüstet.

Die Fregatten der Klasse 125 sind mit dem Radar TRS-4D von Hensoldt ausgerüstet. Foto: Hensoldt
Kommunikationssysteme und Elektronik

16-Zylinder-Schiffsmotor der Baureihe 8000 von MTU. Foto: MTU
Der Technologiekonzern Rohde & Schwarz in München beliefert Seestreitkräfte in aller Welt mit sicheren Kommunikationslösungen sowie Anlagen für die elektronische Kampfführung und für die Fernmelde- und elektronische Aufklärung. Die neu entwickelten Kommunikationssysteme vom Typ Navics dienen der Sprach- und Datenkommunikation, sind störungssicher und arbeiten im Line-of-Sight- und im Beyond-Line-of-Sight-Bereich. Bislang wurden weltweit über 300 Marineschiffe damit ausgerüstet. Das Unternehmen bietet skalierbare strategische und taktische Systeme für die Nachrichtengewinnung, Überwachung und Aufklärung für See-, Luft- und Landstreitkräfte sowie für den Cyberraum an, Das Software Defined Radio (SDR) in Form des Soveron D ist ein wesentliches Element für die Digitalisierung der deutschen Streitkräfte mittels der vernetzten, gesicherten und störfesten Übertragung von Sprache und Daten. So hat R&S die Streitkräfte-gemeinsame, Verbundfähige Funkausstattung (SVFuA) für die Bundeswehr entwickelt. Die Fregatten der Klasse 125 fahren mit Kommunikationsanlagen, Fernmeldeaufklärungssystemen und ESM-Anlagen von Rohde & Schwarz zur See, und die neuen Sea Lion der Marine verfügen über moderne softwarebasierte Funkgeräte. Auch rüstet der Konzern die neuen Fregatten 126 mit dem Kommunikations- Radarerfassungs- und Analysesystem Kora aus. Dabei handelt es sich um ein leistungsstarkes Empfangs- und Analysesystem, das das gesamte elektromagnetische Spektrum inklusive komplexer und breitbandiger Radaremissionen und Kommunikationssignale mit hoher Empfindlichkeit auf große Distanz erfasst, identifiziert und verfolgt. Damit dient es auch als Frühwarnsystem.
Aeromaritime Systembau in Neufahrn bei Freising entwickelt integrierte Kommunikationssysteme für den militärischen Bereich. Dazu gehören IFF-Systeme, U-Boot-Antennen und Fernmeldeaufklärungssysteme. Das Unternehmen beliefert weltweit 45 Marinen mit seinen Produkten. Das Unternehmen Elbit Systems Deutschland – bis 2020 Telefunken Racoms – in Ulm hat sich auf militärische Sensorik spezialisiert. Schwerpunkte liegen in den Technologiefeldern Funkkommunikation, Führungssysteme, elektronische Kampfführung, unbemannte Systeme, Cybersicherheit, C4ISR-Schutzsysteme, taktische Datenlinks und Nachsichtgeräte.
Sensorsysteme
Das Sensorhaus Hensoldt mit Hauptsitz in München und die Tochtergesellschaft Hensoldt Optronics in Oberkochen bieten zivile und militärische Sensorlösungen zur Aufklärung und Überwachung an. Aufgrund der Kompetenzen zählt die Bundesregierung das Unternehmen zur Schlüsselindustrie. Weltweit führend ist das Sensorhaus bei der Entwicklung und Herstellung von U-Boot-Periskopen und Optronikmastsystemen. Seit 2016 hat Hensoldt weltweit über 100 Periskope der Typen Sero 250 und Sero 400 sowie Optronikmastsysteme für U-Boote ausgeliefert. Auch die U-Boote der Klasse 212A sind damit ausgerüstet. Bei der Entwicklung von modernen Marine-Radarsystemen ist Hensoldt führend. Über 70 Schiffe wurden bereits mit dem Radar TRS-3D versehen. Der neue leistungsgesteigerte Typ TRS-4D ist auf den Littoral Combat Ships der US Navy und auf den Fregatten Klasse 125 eingerüstet. Die Korvetten 130 des zweiten Loses erhalten ebenfalls das TRS-4D. Eine Spitzenposition nimmt das Unternehmen in der Entwicklung von Passivradar- und ESM-Systemen wie dem Laserwarner Colds NG ein, der in vielen Marinen bereits im Einsatz ist.
Marineausrüster im Süden

Wartung eines Seezielflugkörpers RBS 15 Mk 3. Foto: Diehl Defence
Aus dem Süden unseres Landes kommen zahlreiche Waffen- und Schutzsysteme für unsere Marine. Die RAM-System GmbH in Ottobrunn produziert in enger Kooperation mit Diehl Defence in Überlingen, MBDA Deutschland in Schrobenhausen und Ulm sowie dem US-Partner Raytheon Missile Systems das Abwehrsystem RAM (Rolling Airframe Missile) gegen Luftbedrohungen. RAM ist das primäre Schutzsystem für den Nah- und Nächstbereich auf den Fregatten und Korvetten der Marine. Seit 2012 wurden über 200 RAM-Systeme weltweit an Partner- und NATO-Marinen ausgeliefert. RAM-System liefert in Kooperation mit Raytheon auch die Flugkörpersysteme ESSM und SM-2, mit denen die Fregatten der Klasse 124 bewaffnet sind.
Diehl Defence hat die Korvetten 130 mit dem schweren Seeziel-Flugkörper RBS 15 Mk 3 ausgestattet. Der gemeinsam mit Saab entwickelte Flugkörper bildet die Hauptbewaffnung der Korvetten. Auch die Korvetten des zweiten Loses werden diesen FK erhalten. Diehl wurde jüngst beauftragt, rund 100 Flugkörper zwischen 2022 und 2026 zu liefern. Das Unternehmen versorgt die Marine zudem mit der Vulcano-Munition für die 127-Millimeter-Geschütze der Fregatten 125. Für diese Schiffe hat Diehl auch das Überwachungssystem Simone (Ship Infra-Red Monitoring, Observation and Navigation Equipment) entwickelt, um gegen asymmetrische Angriffe eine kontinuierliche und lückenlose Überwachung des Nächst- und Nahbereichs der Schiffsumgebung gewährleisten zu können.
Die ESG Elektroniksystem- und Logistik-GmbH in Fürstenfeldbruck beschafft für die Korvetten 130 die Aufklärungsdrohne Skeldar V-200 Sea Falcon. Das Täuschkörpersystem Mass (Multi Ammunition Softkill System) wird von der Rheinmetall Waffe Munition GmbH am Standort Schneizlreuth entwickelt und gefertigt. Rheinmetall hat bislang über 300 Mass-Systeme an Marinen weltweit ausgeliefert und auch die deutschen Fregatten und Korvetten damit bestückt. Von Rheinmetall in Oberndorf kommt das Marineleichtgeschütz MLG 27, von dem bislang 99 Stück für die Marine gefertigt wurden. Erwähnenswert sind auch die 18 neuen Marinehubschrauber NH 90 NTH Sea Lion, die bis 2023 der Marine zulaufen. Diese werden von Airbus Helicopters in Donauwörth geliefert.

Mass-Werfer von Rheinmetall. Foto: Rheinmetall Defence
Author: Dieter Stockfisch












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