Every year, tens of thousands of tonnes of fishing nets, known as ghost nets, end up in the sea. Sea creatures and diving birds get caught in them indiscriminately and usually die an agonising death. Artificial intelligence is now helping to salvage them.
Since the 1960s, fishing nets have no longer been made from the perishable natural materials hemp, sisal or linen, but from synthetic materials such as polypropylene, polyethylene and polyamide (nylon, Kevlar). Nets or net parts manufactured in this way and then lost or disposed of at sea only decompose after several hundred years and thus contribute to the plastic pollution of our oceans.
Geisternetze machen nach neuesten Studien zwischen 30 und 50 Prozent des Meeresplastiks aus und fangen sinnlos weiter. Mit der Zeit sinken sie auf den Meeresgrund und zersetzen sich in kleinere Mikroplastikteile (unter 5mm Größe) und gelangen dann in die marine Nahrungskette - mit noch nicht umfänglich bekannten Folgen für das größte Ökosystem auf unserem Planeten. Auch[ds_preview] für die Verbraucher ist Mikroplastik problematisch, bilden die Meere doch die Hauptnahrungsquelle für über eine Milliarde Menschen.

Geisternetz auf See – verloren oder entsorgt? Foto: WWF/Marijke De Boer.
WWF Deutschland engagiert sich deshalb bereits seit 2013 aktiv gegen verlorene Fischernetze in der Ostsee. Um auch gegen die langfristige Bedrohung durch Kunststoffnetze vorzugehen, hat WWF Deutschland in Zusammenarbeit mit dem Sonarexperten Crayton Fenn (Fenn Enterprises/USA), mit dem deutschen Dienstleister und IT-Berater Accenture sowie mit Microsoft AI eine auf Künstlicher Intelligenz (KI) gestützte Plattform zur Identifizierung von Geisternetzen entwickelt.
Ziel ist es, mit einem Schiff und mit Hilfe von Sonar die Netze gezielt aufzuspüren und Methoden zur umweltverträglichen Bergung und Entsorgung zu entwickeln. Der Identifizierungsprozess beginnt mit Sonardaten, die von diversen Organisationen (Forschungsgruppen, Energieunternehmen, staatlichen Stellen) gesammelt und dem Projekt zur Verfügung gestellt werden. Nach dem Hochladen dieser Daten in die Cloud-basierte KI-Identifizierungsplattform „GhostNetZero“, durchsucht das KI-System die Sonardaten automatisch nach verräterischen Anzeichen von Geisternetzen. Bisher konnte WWF Deutschland nur eine manuelle Suche für seine Aufräumarbeiten einsetzen, ein sehr zeitaufwändiger Prozess.
Hightech gegen Vermüllung
Mit Sonar können bis zu 100 Meter breite Streifen gescannt werden, so dass der WWF seit 2019 bereits 20 Tonnen Geisternetze in der Ostsee identifizieren, bergen und entsorgen konnte. Erst diese Kombination aus Sonarsuche und automatisierter KI-gestützter Detektion ermöglicht den nötigen Quantensprung, denn der Meeresboden ist weltweit kartiert und hält riesige Datenmengen bereit. Wenn es gelänge, zukünftig vorhandene Bilddaten aus stark befischten Meeresgebieten gezielt und automatisiert überprüfen zu können, wäre das ein echter Durchbruch.

Grafik: WWF
Um die Wirkung der Plattform zu maximieren, sucht der WWF nach weiteren Institutionen, die hochauflösende Sonardaten zur Verfügung stellen. Dabei könnten gegebenenfalls die Marinen aus aller Welt helfen, mit den Sonar-Daten der grauen Schiffe in jedem befahrenen Seegebiet.

Verlorengegangene Fischernetze stellen eine ernsthafte Bedrohung für die maritime Fauna dar. Foto: WWF/Martin Siegel
Erstmals werden auch private Taucher mittels der App „GhostNetZero“ an der Vorbereitung von Geisternetzbergungen beteiligt. Bereits gemeldete Positionen von verlorenen Fischernetzen werden unter Wasser überprüft und von den Tauchern bestätigt, wenn es sich bei dem Objekt tatsächlich um ein Geisternetz handelt. Der WWF lässt die über die GhostNetZero-App verifizierten Funde regelmäßig von staatlichen Institutionen und aus Sicherheitsgründen nur von professionellen Tauchern bergen.
Conclusion
Das Vermüllen der Weltmeere mit Plastik ist ein globales Problem. Die genauen Mengen, wie viele Netze jedes Jahr in den Meeren landen, sind nicht bekannt. WWF Polen schätzte im Jahr 2011, dass allein in der Ostsee jährlich bis zu 10.000 Netze bzw. Netzteile verloren gehen. Zuviel, um es nicht endlich systematisch anzugehen. Der beste Weg ist allerdings weiterhin das Vermeiden von Plastik und da hilft wohl nur ein globales Plastikverbot, um einer ansonsten nie endenden Aufgabe Herr zu werden.
Autor: kdk












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