And what about us existing customers?" I have often heard this or something similar when it comes to new ideas for making service in the armed forces more attractive and attracting additional applicants. People also like to talk about human resources.
Um es klar zu sagen: Wir sind weder Ressource noch Kunde! Wir sind Soldatinnen und Soldaten und setzen im Extremfall unser Leben ein, um „... der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen, ...“.[ds_preview]
Das sollte man sich auf der Zunge zergehen lassen – „tapfer zu verteidigen“. Kein Kunde und keine Ressource wird das jemals machen können.
Dieser vermeintlich lockere Umgang mit Sprache soll ein gewisses Maß an Normalität unseres Berufes zeigen. Der Beruf des Soldaten ist aber kein normaler Beruf. Wie erwähnt, setzen wir in letzter Konsequenz unser Leben ein. Menschen, die das machen, sind weder Kunden und schon gar nicht Ressourcen. Es ist durchaus in Ordnung, auch stolz auf die eigene Aufgabe und den eigenen Beruf zu sein. Beruf – ein Begriff, der seinen Wortstamm in der Berufung hat. Dabei geht es nicht um Überhöhung gegenüber anderen Tätigkeiten, jeder Beruf hat seine Berechtigung für den Einzelnen wie für die Gesellschaft. Aber nur wenige fordern den Einsatz des eigenen Lebens, und noch weniger fordern diesen für den Erhalt und die Durchsetzung der Freiheit, und nur einer bezieht dies auf die gesamte Bevölkerung.
Achtsamkeit mit Sprache, Achtsamkeit mit Worten erzeugt Achtsamkeit mit und zeigt Respekt vor Menschen. Wir müssen uns wieder besinnen, achtsam zu sein. Sprache ist oft zwangsweise kurz und knapp gehalten. Kurze Überschriften sprechen schneller an, markige Worte erzeugen Aufmerksamkeit. Aber sie lassen auch Raum für Fehlinterpretationen, erzeugen unter Umständen den gegenteiligen Effekt. Es sei an dieser Stelle insbesondere auf die Verwendung von kernigen kurzen Sätzen hingewiesen. Ja, ich kann meine Besatzung mit einer knackigen Ansprache motivieren, noch einmal mehr über die Grenzen der eigenen Leistungsfähigkeit hinauszugehen. Leider arbeiten Demagogen und Hetzer mit dem gleichen Mittel – aber mit deutlich anderen Worten. Damit schließt sich der Kreis: Die Kraft der richtigen Worte im richtigen Zusammenhang ist es, auf die wir achten sollten, ja müssen.
So wie im Beispiel des Bestandskundens, ein Begriff, der ursprünglich aus der Werbung von Mobilfunkanbietern stammt. Der Anbieter möchte seinen Bestandskunden behalten und bietet ihm daher Vergünstigungen an, die der Neukunde nicht bekommt. Ist das vergleichbar mit Verbesserungen, die Soldatinnen und Soldaten in und für ihren Dienst erhalten? Oder Anreize, die Menschen motivieren sollen, in die Streitkräfte einzutreten? Keinesfalls! Leider sind vor allem die erwähnten Anreize oftmals isoliert entstanden, ohne auf die Auswirkungen auf oder die Wahrnehmung von bereits aktiven Angehörigen unserer Marine zu achten. Und da schließt sich erneut der Kreis, es müssen die richtigen Worte im richtigen Zusammenhang genutzt werden. An dieser Stelle bedeutet das konkret, dass unseren Kameradinnen und Kameraden in der Marine nachvollziehbar erklärt werden muss, warum die Anreize für die Neuen so sind, wie sie sind und tatsächlich andere Zeiten auch mal andere Mittel erfordern. Das ist die Aufgabe für die, die solche Anreize schaffen.
Wir alle sind Marine, wir alle dienen Deutschland. Wir alle müssen achtsam mit Sprache umgehen und haben genauso das Recht, dies von unseren Kameradinnen und Kameraden – gleich ob vorgesetzt, untergeben oder auf derselben Ebene – einzufordern.
Nun mag sich der eine oder die andere zum Schluss fragen, was hat das mit Marine zu tun? Ein ehemaliger Inspekteur sagte mir mal: „Marine ist nichts Besonderes, sondern anders“ Auch wenn ich mit einem Augenzwinkern nicht ganz zustimmen mag, das Anderssein stimmt. Umso schwerer ist es, Menschen für diese Aufgabe zu begeistern und zu gewinnen. Und umso wichtiger ist es daher, dass gerade wir auf Sprache achten und achtsam mit ihr und den Menschen umgehen.
Wir sind Marine und auch ich bin ein Teil davon.
Fregattenkapitän Marco Thiele ist Vorsitzender Marine im Vorstand des Deutschen BundeswehrVerbandes.
Marco Thiele












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