For 140 years, the Office of Naval Intelligence has made an important contribution to the US Navy's information advantage.

For 140 years, the Office of Naval Intelligence has made an important contribution to the US Navy's information advantage.

Knowledge is power

For 140 years, the Office of Naval Intelligence has made an important contribution to the US Navy's information advantage. Today, several thousand employees use traditional methods and state-of-the-art equipment to gain the necessary knowledge.

The US Office of Naval Intelligence (ONI) is the oldest foreign intelligence agency in the United States. Its mission focuses on the collection and analysis of scientific, technological, geopolitical and military information of maritime significance. This reconnaissance and analysis activity primarily serves the United States Naval Forces, but also complements the work of the other 16 foreign intelligence agencies of the United States.

Der Marinenachrichtendienst wurde am 23. März 1882 gegründet, um [ds_preview]„Informationen zu sammeln die [den US-Seestreitkräften] in Kriegs- wie in Friedenszeiten nützlich sind.“ Die vollständige Aufgabenpalette umfasste ursprünglich 14 Kategorien, von der Beschreibung ausländischer Kriegsschiffe und Küstenbefestigungen bis hin zur Beobachtung und Analyse fremder Marineeinsätze.

Rear Admiral Curt Copley befehligt seit Juni 2021 das ONI, Foto: US Navy

Rear Admiral Curt Copleybefehligtseit Juni 2021 das ONI, Foto: US Navy

Anlass war die Erkenntnis, dass die US Navy im Vergleich zu den großen Seemächten in Europa, Russland und Japan veraltet und kampfschwach war. Eine Reformergruppe innerhalb des Offizierkorps drängte, unterstützt durch einige weitsichtige Politiker, auf eine gezielte Modernisierung. Um diese Modernisierung zu Unterstützen, wurde die Gründung eines Dienstes vorgeschlagen um Informationen über die neuesten technologischen und einsatztaktischen Entwicklungen im Ausland zu sammeln.

Die neue Dienststelle wurde vorerst dem für die Erstellung von Seekarten verantwortlichen Navigationsamt der Navy unterstellt. Erster Amtsleiter (Chief Intelligence Officer) wurde der zur Reformbewegung gehörende Lieutenant Theodorus Mason, der bereits 1878 auf eigene Kosten Europa bereist hatte, um sich aus erster Hand über die dortigen Flotten sowie die Schiffbau- und Waffenindustrie zu informieren. Seine detaillierten Berichte trugen wesentlich zur Gründung des ONI bei. Masons erste bedeutende Amtshandlung war die Entsendung von Marineattachés nach Europa, Asien und Lateinamerika. Als akkreditierte Angehörige der US-Botschaft sammelten die Attachés Informationen über Zusammensetzung und Fähigkeiten der Seestreitkräfte der jeweiligen Region, sowie über marinerelevante technologische Entwicklungen in den Gastländern. Diese Tätigkeit erfolgte offen, durch Flottenbesuche sowie die Besichtigung von Werften, Stahlwerken und Rüstungsfirmen. Im Austausch informierten sie ihre Gastgeber über die US Navy und die amerikanische Rüstungsindustrie.

Feuertaufe im Spanisch-Amerikanischen Krieg

Mason wurde 1885 durch Lieutenant Raymond Rodgers abgelöst. Rodgers erweiterte das Tätigkeitsfeld des Geheimdienstes. Angesichts der zunehmenden amerikanischen Interessen im Pazifik, wurde mit der Aufklärung auf Hawaii und Samoa sowie in Panama begonnen. Eine Kryptografieabteilung wurde aufgestellt und im Jahr 1890 wurde der Dienst, seinem wachsenden Stellenwert entsprechend, direkt dem Marineminister unterstellt. Wenige Jahre später – im Rahmen des Spanisch-Amerikanischen Kriegs von 1898 – wurde das Portefeuille um verdeckte Aufklärung erweitert.

Die NMIC-Zentrale versorgt US-Kriegsschiffe ständig mit aktuellen Daten, Foto: US Navy

Die NMIC-Zentrale versorgt US-Kriegsschiffe ständig mit aktuellen Daten, Foto: US Navy

Bereits im Vorfeld des sich anbahnenden Konflikts erstellten ONI-Stabsoffiziere ab 1894 in Zusammenarbeit mit dem Naval War College Kriegspläne. Gleichzeitig wurden die nachrichtendienstlichen Aktivitäten schwerpunktmäßig auf die spanische Marine sowie auf die Hafen- und Küstenanlagen der spanischen Kolonien in der Karibik und in Asien verlagert. Ein sich von den kanarischen Inseln bis nach Port Said erstreckendes einheimisches Agentennetzwerk wurde aufgestellt, um die US Navy über spanische Flottenbewegungen zu informieren. Agenten wurden sogar innerhalb des Marinearsenals in Cadiz sowie im Telegrafenamt von Havanna angeworben.

Kurz vor Ausbruch des Kriegs im April 1898 wurden die Fähnriche Henry Ward und William Buck, als britische Sportsegler getarnt, nach Spanien entsandt. In Gibraltar trennten sich die Männer. Ward segelte in einer gecharterten Rennjacht der auslaufenden spanischen Hauptflotte hinterher und telegrafierte seine Berichte während Zwischenstopps auf Madeira und in der Karibik nach Washington. Die US-Flottille in der Karibik war so jederzeit über die gegnerische Position informiert und konnte die Armada sofort nach deren Ankunft auf Kuba im Mai einschließen und beim Ausbruchsversuch am 3. Juli zerstören.

Buck, der in Heidelberg studiert hatte, blieb – nunmehr als deutscher Arzt getarnt – zurück, um den Kriegshafen Cadiz auszuspionieren. Er bediente sich dabei des kompletten Agentenarsenals, inklusive Perücken, falscher Bärte sowie als Gürtelschnallen und Spazierstöcke getarnten Schusswaffen, die allerdings nie zum Einsatz kamen. Buck meldete am 16. Juni das Auslaufen der spanischen Unterstützungsflottille in Richtung Sueskanal in der Absicht, die spanische Garnison auf den Philippinen zu verstärken. Um dies zu verhindern, starteten ONI-Attachés in Europa eine Desinformationskampagne. Sie „ließen durchsickern“, dass ein US-Geschwader nach Europa entsandt werden sollte, um die nun schutzlose spanische Küste anzugreifen. Der Bluff fruchtete. Madrid rief die Unterstüzungsflottille zurück. Die abgeschnittenen spanischen Truppen auf den Philippinen mussten am 14. August kapitulieren.

Ausbau  

Der für Washington erfolgreiche Ausgang des Krieges lässt sich zum großen Teil auf die Vorbereitungsarbeit des Marinenachrichtendienstes zurückführen. Der Stellenwert des Dienstes nahm zu, als Leiter fungierte fortan ein Kapitän zur See. dieser erhielt 1911 den noch heute gültigen Amtstitel Director of Naval Intelligence (DNI). Der Geheimdienst wurde im Rahmen der organisatorischen Reform der Navy 1915 dem neu geschaffenen Amt des Marinestabschefs (Chief of Naval Operations) unterstellt. Im Vorfeld des amerikanischen Eintritts in den Ersten Weltkrieg wurde der Dienst aus dem Kriegsplanungsprozess herausgelöst, erhielt dafür aber die Zuständigkeit für maritime Spionage- und Sabotageabwehr. Hierzu gehörten die Sicherheitsüberprüfung von Marineangehörigen, die Durchsuchung andockender ausländischer Schiffe sowie die Überprüfung der Sicherheitsmaßnahmen amerikanischer Werften und Munitionsfabriken. Der Kongress bewilligte 1916 einen bedeutenden Personalausbau, um die neuen Aufgaben wahrnehmen zu können. Das neue Personal – überwiegend Reservisten und zivile Mitarbeiter – übernahm primär den Abwehrauftrag, während aktives Navy-Personal weiterhin Feindaufklärung, nachrichtendienstliche Auswertung, und Rüstungsspionage betrieb.

Im Vorfeld des Zweiten Weltkriegs expandierte der Geheimdienst erneut, nunmehr unter Führung von Rear Admiral Walter Anderson. Spionagenetzwerke wurden erweitert, um Informationen über deutsche und japanische Schiffs- und U-Boottechnologie sowie Einsatztaktiken zu sammeln und auszuwerten. Das ONI produzierte Schiffs- und Flugzeugerkennungshandbücher für die US-Streitkräfte. Die Bildauswertungsabteilung untersuchte zigtausende Bilder aus Übersee, und erstellte detaillierte dreidimensionale Geländemodelle zur Unterstützung der Einsatzplanung. Zwei Ausbildungszentren wurden eingerichtet, um Nachrichtendienstoffiziere für den Flottendienst auszubilden.

In die Auswertung fließen auch Drohnenbilder ein, Foto: Northrop Grumman

In die Auswertung fließen auch Drohnenbilder ein, Foto: Northrop Grumman

Die bestehende Auslandsabteilung wurde in sechs geografisch ausgerichtete Büros unterteilt, die neue Agentennetzwerke aufstellten und den Seehandel der kriegsführenden Staaten überwachte. 1941 kamen Büros für strategische Information, Statistik, und Spezialaufträge hinzu. Zu den Hauptaufgaben im Verlauf des Krieges zählten Entschlüsselung, Übersetzung und Auswertung des feindlichen Funkverkehrs sowie sichergestellter Dokumente. Im europäischen Kriegsschauplatz wurde ONI-Personal dem amerikanischen Sonderkommando Office of Special Services zugeteilt, um verdeckte Aufklärung im Vorfeld amphibischer Landungen durchzuführen.

Kalter Krieg ...  

Nach Kriegsende wurden die Nachrichtendienstfunktionen der Navy und des Marine Corps zusammengelegt und eine gesonderte Laufbahn für Nachrichtendienstoffiziere eingeführt. Das ONI begann auch eine Koordinierung nachrichtendienstlicher Aufgaben mit der Küstenwache.
Während des Kalten Kriegs widmete das ONI drei Viertel seiner Zeit der Sowjetunion und dem Warschauer Pakt. Ein als Operational Intelligence Section bezeichnetes Referat wurde 1946 aufgestellt, um Flottenkommandeure ständig mit aktuellen Daten über Standort und Bewegungen der Sowjetflotte zu informieren. Der DNI erhielt 1954 die zusätzliche Stellung des Assistant Chief of Naval Operations (Intelligence) Führungsstab der Navy.

Im Verlauf der 1960er- und 1970er-Jahre wurden einige Aufgabenbereiche, einschließlich Abwehr und strategische Aufklärung, an andere Dienste abgetreten. Auch die Führung der Marineattachés wurde dem 1961 gegründeten teilstreitkrafübergreifenden militärischen Nachrichtendienst Defense Intelligence Agency übertragen. Der ONI-Schwerpunkt während des Kalten Kriegs lag somit wieder bei den Kernaufgaben: marinerelevante wissenschaftlich-technologische Auswertung, geografische Auswertung fremder Küsten und potenzieller Landungszonen sowie taktische Aufklärung und Auswertung. Die Einsatzgruppe Task Force 168 wurde 1969 Zwecks Versorgung der Einsatzkräfte mit taktisch-verwertbaren Informationen eingerichtet. Sie entwickelte sich zur globalen Informationsbeschaffungsabteilung des ONI. Hierzu wurden auch sogenannte Forward Area Support Teams eingesetzt, die teilweise verdeckt agierten. Die TF 168 war auch für das gesamte Informationsbeschaffungsprogramm des ONI zuständig und leitete das Human-Intelligence-Programm zur Führung ausländischer Agenten. Auf der High-Tech-Aufklärungsebene entwickelte das Office of Naval Intelligence das Unterwassersensorennetzwerk Sound Surveillance System zur Erfassung sowjetischer U-Boote.

... und Übergang     

Nach dem Wegfall der sowjetischen Bedrohung wurde der ONI-Etat reduziert. Um die operativen Auswirkungen zu minimieren, erfolgte eine Konsolidierung der wissenschaftlich-technischen und der taktischen Auswertungsbereiche sowie ein Abbau des Verwaltungsapparats. Die verstreut angesiedelten Hauptreferate wurden mit dem ONI-Hauptquartier auf dem Gelände des National Maritime Intelligence Center (NMIC) im nördlich von Washington gelegenen Suitland zusammengelegt. Auch das US Coast Guard Intelligence Coordination Center, das inländische maritime Einsätze unterstützt, und der taktische militärische Nachrichtendienst des Marine Corps wurden ins NMIC verlegt, um die Synergien der verschiedenen maritimen Nachrichtendienstorganisationen zu bündeln. Die Einrichtung verfügt über ein ständig besetztes maritimes Lagezentrum sowie über wissenschaftliche und technologische Forschungslabors und ein Informationstechnologiezentrum. NMIC gilt heute als nationales Zentrum für die Integration strategischer maritimer Informationen.

Für Spezialkräfte sind verlässliche Informationen von besonderer Bedeutung, Foto: USMC

Für Spezialkräfte sind verlässliche Informationen von besonderer Bedeutung, Foto: USMC

Im Jahr 2009 genehmigte der Chief of Naval Operations die Umwandlung des ONI in ein Führungskommando mit vier spezialisierten nachgeordneten Dienststellen. Diese als Centers of Excellence eingestufte Kompetenzzentren sollen die Versorgung der Flotte mit aktuellen Erkenntnissen optimieren. Ferner vermitteln sie umfassendes Wissen über gegnerische Marineoperationen und -fähigkeiten an Führungsstäbe des US-Militärs sowie an andere relevante Dienststellen. Die vier Kompetenzzentren befinden sich alle auf dem NMIC-Gelände.

Kompetenzzentren

Das Nimitz-Center ist das führende Kompetenzzentrum für die operative und strategische Analyse von Ereignissen im maritimen Bereich. Es erstellt eingehende und aktuelle Analysen sowie Prognosen zur Unterstützung der operativen Planung. Diese Informationen fließen auch in den militärpolitischen und strategischen Entscheidungsprozess auf der politischen Führungsebene ein.

Das Farragut Center for Technical Analysis analysiert maritim-militärisch relevante Forschung, Entwicklung und Beschaffung im Ausland, insbesondere bei potenziellen Gegnern. Diese Tätigkeit soll es der Navy und anderen US-Streitkräften ermöglichen, rechtzeitig materielle oder einsatztaktische Gegenmittel zu entwickeln, um den Vorteil neuer gegnerischer Einsatzsysteme zu neutralisieren. Die Erkenntnisse über ausländische Entwicklungen unterstützen ferner die entsprechende Planung und Forschung in den USA und helfen bei der Entwicklung eigener Beschaffungsprioritäten. Weitere Aufgaben dieses Kompetenzzentrums sind: Auswertung neuer ausländischer Materialforschung, Auswertung des abgehörten Funk- und Datenverkehrs sowie Überwachung des akustischen Aufklärungsnetzwerks der Navy und Computersimulation.

Das Kennedy Center for Irregular Warfare unterstützt die Spezialkräfte der Navy sowie das TSK-gemeinsame Spezialkräfteoberkommando der USA durch Aufklärungsdaten, Analysen und durch das Abstellen von Nachrichtendienstspezialisten an Führungsstäben sowie zur Begleitung von Einsatzkräften.
Das Hopper Information Services Center schließlich ist die Datenverarbeitungszentrale des maritimen Nachrichtendienstes.

Plus ça change...

Im Verlauf der letzten 140 Jahre hat sich viel getan. Der Dienst, der mit einem runden Dutzend vorübergehend abgestellter Offiziere begann, umfasst heute weltweit rund 3000 hauptamtliche militärische und zivile Angehörige, darunter Analysten, Wissenschaftler, Ingenieure und Techniker. Dieses Personal wird durch mehr als 800 Navy-Reservisten ergänzt. Die Führung liegt heute bei einem Konteradmiral. Neue Bedrohungen, vom Terrorismus bis zur Cyberkriegführung, sind hinzugekommen. Andererseits blieb der Hauptauftrag weitgehend gleich – Aufklärung über Zustand, Taktik und Ausrüstung fremder Seestreitkräfte sowie Auswertung der ausländischen marinerelevanten Technologie. Hieran dürfte sich auch in den kommenden Jahrzehnten nichts ändern.

Sidney E. Dean

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