The Seapower Sympolium has now become a permanent fixture in Kiel. This time, the focus was on the influence of the new era on international maritime security policy.
Am 15. Juni kamen knapp hundert internationale Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Militär und Politik zum Kiel International Seapower Symposium (KISS) in Kiel zusammen. KISS wird seit sieben Jahren in seiner aktuellen Form durch das Institut für Sicherheitspolitik an der Universität Kiel (ISPK) organisiert und hat sich zur führenden maritim-sicherheitspolitischer Fachkonferenz in Kontinentaleuropa entwickelt. Auch in diesem Jahr konnte die Konrad-Adenauer-Stiftung als Partner gewonnen werden.[ds_preview]

Konferenzteilnehmer, Foto: Henrik Schilling
Unter dem Motto „The German Navy, it‘s allies & the Zeitenwende in international affairs“ diskutierten die elf Vortragenden aus Deutschland, Belgien, Spanien, der Schweiz, Australien, Kanada, Großbritannien und den USA in fünf Panels die aktuellen und zukünftigen strategischen Herausforderungen für die Deutsche Marine und ihre Partner.
Der Konferenztitel war dabei nicht zufällig gewählt. Als europäische Nation mit einer mittelgroßen Marine stehen Deutschland und seine Seestreitkräfte exemplarisch für viele der fundamentalen maritim-sicherheitspolitischen Herausforderungen: Wie bei der nötigen Modernisierung der recht wenigen Flaggenstöcke die Balance wahren zwischen der Befähigung zum hochintensiven Gefecht und der ungeliebten Notwendigkeit niedrigschwelliger Verpflichtungen im internationalen Krisenmanagement? Wie die gebotenen Investitionen in Hochtechnologie finanzieren, um im Bündnis die Technologieführerschaft zu erhalten und gleichzeitig anschlussfähig zu bleiben für kleinere Partner? Und wie planen und rüsten in einem dynamischen und zunehmend komplexen sicherheitspolitischem Umfeld?

Flottillenadmiral Sascha Rackwitz, Foto: Henrik Schilling
Moderiert wurde die Veranstaltung gewohnt charmant von der renommierten Expertin für internationale Verteidigung und maritime Sicherheit Alix Valenti aus Bologna. Den Auftakt machte Flottillenadmiral Sascha Helge Rackwitz, Kommandeur der Einsatzflottille 1. In seiner Keynote „175 Years and Counting: Charting the Course for the German Navy and its Allies“ zog er Parallelen zwischen der heutigen Zeitwende und wiederkehrenden, teilweise historischen Diskussionen um Transformationen innerhalb der Flottenstruktur Deutschlands und der NATO. Dabei zeigte er auf, dass das planerische Kernanliegen einer balanced fleet der Realität bis heute meist nicht standhält.
Das zweite Panel „The Economics of Seapower – Punching your weight, or Above” wagte den Blick auf die Zahlen. Diskutiert wurde die Renaissance der Geopolitik und die zwingend erforderliche europäische Rolle als eigenständiger Akteur, die Versäumnisse aber auch Chancen der europäischen (maritimen) Rüstungsindustrie sowie Richtung und Tempo der deutschen Zeitenwende vor dem Hintergrund der am Vortag veröffentlichten Nationalen Sicherheitsstrategie.
Das folgende Panel „Naval Strategy for medium-sized Navies“ spannte den Bogen von der in der europäischen Wahrnehmung naturgemäß im Schatten der US Navy stehenden kanadischen Marine zur Deutschen Marine als mittelgroße Marine. Beiden gemein ist die Herausforderung zu definieren, welche Fähigkeiten für Marinen dieser Größenordnung von Bedeutung sind und wie man diese erhalten und verbessern kann. Abgerundet wurde das Panel mit einer Betrachtung der gegenseitigen und sich verstärkenden Abhängigkeiten Europas und der USA sowie die darauf aufbauende Frage, ob die Bündnispartner ihre wechselseitigen Erwartungen tatsächlich erfüllen können.
Mit dem vierten Panel „All in on uncrewed“ wurde der Blick in die technologische Zukunft gerichtet und die Frage aufgeworfen, wie unbemannte Systeme den Weg in die Seekriegsführung finden werden. Beleuchtet wurden die Einsatzbereitschaft dieser Technologie und die Frage, welche Handlungen von Staaten zu erwarten sind, die über derartige Systeme verfügen. Dabei wurden vor allem Seestreitkräfte betrachtet, bei denen die breitere Implementierung unbemannter Systeme gerade erst beginnt. Ein Fallbeispiel lenkte abschließend den Blick auf Australien und die dortigen Einsatzmöglichkeiten.
Anknüpfend an das Panel stellte Kapitän zur See Christoph Mecke vom Marinekommando den internationalen Teilnehmern das Zielbild 2035+ der Marine vor. Insbesondere die avisierte Rolle unbemannter Systeme in der Deutschen Marine traf dabei auf das Interesse der Zuhörer.
Nach dem Ende des offiziellen Teils der Konferenz bot das Einlaufbier den Konferenzteilnehmern eine weitere Gelegenheit zum ausgiebigen Netzwerken und Reflektieren des Tages.
Brijan Franke ist Praktikant am Institut für Sicherheitspolitik an der Universität Kiel und studiert Politik und Soziologie an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel.
Brijan Franke












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