Bücher Marcus Bawdon: Food and Fire, 65 Rezep- te und Tricks für authentisches Outdoor Cooking, Koehler im Maximilian Verlag, Hamburg 2019, 24,95 Euro, ISBN 978-3- 7822-1349-3 In Zeiten von Corona gewinnt das Essen zu Hause schon mangels Alternativen wieder an Bedeutung. Da kommt das Buch von Marcus Bawdon zur Eröffnung der Grillsaison gerade recht. Dass man Kar- toffeln und Esskas- tanien in einer offe- nen Glut garen kann, weiß man spätestens als Jugendlicher, auch wenn man kein Pfad- finder ist. Dass man auch Fleisch, Mu- scheln oder Gemüse auf die Glut eines le- bendigen Feuers le- gen kann, und dass dies nach dem „schmut- zigen Rösten“ erstaunlich gut schmeckt, lernte der Verfasser dieser Rezension, nachdem er sich mit dem Kapitel „Dirty“ dieses Buches in der Praxis auseinandergesetzt hatte. Doch nicht nur diesem urtümlichen „Caveman Style“ hat sich Bawdon verschrieben. Als Outdoor-Koch informiert er ausführlich über alle Arten von Grills und Smokern, über Brennstoffe, Marina- den und Ausrüstung, von unerlässlich bis nice to have. In 65 Rezepten vom besagten Dirty Ribeye Roast bis zum süßen Dessert vom Grill beschreibt Bawdon ausführlich, wie man es am besten macht. Er gibt so manchen Tipp fürs Gril- len mit und ohne Drehspieß, Garen im Rauch, Pfannengerichte, die auch indoor auf dem Holz- ofen gelingen und Lagerfeuer-Mahlzeiten mit und ohne Romantik. Marcus Bawdon ist besessen vom Kochen mit Feuer. Er ist Herausgeber des UK BBQ Ma- gazins, Food-Blogger, Caterer und Juror von BBQ-Events. Für Marcus Bawdon hat Out- door-Cooking ganzjährig Saison. Mit dieser Charakterisierung ist auch schon die Zielgrup- pe dieses Buches umschrieben. Es wendet sich an Männer und Frauen, die das ursprüngliche Kochen und Grillen mit Feuer lieben. Einfach, ohne elektronische Hilfsmittel, nur mit eigenen Zutaten, der Flamme oder Glut und viel Spaß. Feuer frei! Walter Kümmel Olaf Rahardt: Einsatzgruppenversorger EGV 702 der BERLIN-Klasse, Schiff Profile, Heft 23, UNITEC-Medienvertrieb, Stengel- heim 2019, 11,80 Euro, Artikel-Nr.: 2023 Ohne tatkräftige Unterstützung vermag das stärkste Kampfschiff nicht dauerhaft effizient zu operieren. Deshalb bedarf es Hilfsschiffen, welche die Betreuung in den Auslandshäfen ausführen, in Krisensitu- ationen Bestand leisten und die Einsatz- fähigkeit in den Seegebieten insgesamt MarineForum 6-2020 sicherstellen. Den drei innovativen Einsatz- gruppenversorgern der BERLIN-Klasse, die die Namen BERLIN, BONN und FRANKFURT AM MAIN tragen, widmet sich Olaf Rahardt in der 23. Ausgabe der Zeitschriftenreihe Schiff Profile. Zunächst wird der Schiffbau der Versorger selbst unter die Lupe genommen, wobei in- formative Textpassagen durch zahlreiche Farbfotos ergänzt werden und so eine ge- lungene Führung an Deck und durch das Schiffsinnere ermöglicht wird. Auf diese Weise erhält der Leser detaillierte Einblicke, die alle Bereiche und Facetten der gegebe- nen Räumlichkeiten und deren vielseitige Funktionen beleuchten, von den Lager- und Maschinenräumen über die Mannschafts- unterbringung bis hin zu den beeindrucken- den Deckskränen oder der technisch ausge- feilten Navigationsbrücke. Im folgenden Kapitel wird die Schiffstech- nik thematisiert. Die Schiffsbetriebstechnik wird dabei ebenso erläutert wie Sicherheits- systeme, die Schiffselektronik oder relevan- te Kommunikations- mittel. Im Anschluss daran widmet sich Rahardt der An- triebsanlage sowie dem Marine-Ein- satz-Rettungszent- rum MERZ, welches die medizinische Versorgung sicher- stellt, darüber hi- naus aber auch im Katastrophenfall als schwimmende Basis genutzt werden kann. Danach werden die Bewaffnung, die Einsatz- bereiche des Bordhubschraubers sowie die Besatzung vorgestellt. Insgesamt liefert Rahardt somit ein in sich stimmiges und ausführliches sowie facet- tenreiches Porträt der Klasse 702, welches nicht zuletzt durch die detailreiche Bebilde- rung von Manfred Franzke zu einem leben- digen Erlebnis wird. Gleichzeitig ist auf die- sem Wege jenen Versorgern ein würdiges Denkmal gesetzt worden, die für den funk- tionierenden Schiffsbetrieb der Marine un- erlässlich sind. Dirk Sieg Manfred Stein, Karl-Hermann Kock, Rein- hard Krause, Gerd Wagner: Walfangreisen der Bark PETREL, Tagebücher von Julius Jacobsen, Augenzeuge der Dezimierung der Pottwale 1877–1884, Koehler im Ma- ximilian Verlag, Hamburg 2018, 29,95 Eu- ro, ISBN 978-3-7822-1318-9 Professor Peter Tamm erwarb kurz vor sei- nem Tode Tagebücher, in denen der aus Rendsburg stammende Julius Jacobsen (1844–1889) seine zwischen 1877 und 1884 durchgeführten Walfangreisen als Steuer- mann der kleinen Bark PETREL in den Süd- atlantik beschrieben hatte. Damit gelang- te eine Quelle zur Schifffahrtsgeschichte von hohem Wert in die Sammlung des von Peter Tamm gestifteten Internationalen Maritimen Museums in Hamburg. Man- fred Stein, wissenschaftlich ausgewiesener Ozeanograph, hat sich der Aufgabe unter- zogen, diese detaillierten Darstellungen von zwei Walfangreisen aus der Endphase des Walfangs mit Handharpunen aus geruder- ten Walfangbooten nicht nur zu transskri- bieren, sondern auch durch Kartendarstel- lungen und zeitge- nössische Abbildun- gen zu verdeutlichen. Damit allein entstand schon ein reales Ge- genbild zu dem 1851 von Herman Melvil- le veröffentlichten Roman „Moby Dick“. Der Meeresbiologe Dr. Hermann Kock kom- mentiert Jacobsens Tagebuchaufzeichnun- gen mit einer Skizze über die seit Mitte des 19. Jahrhunderts beginnende Dezimierung der Bestände von Pottwalen durch Metho- den des traditionellen Walfangs. Dr. Rein- hard A. Krause, Physiker und Inhaber eines nautischen Patentes, vergleicht die Naviga- tion auf der PETREL mit modernen Verfahren. In diesem einmaligen Beitrag wird sogar für Laien verständlich beschrieben, wie die da- maligen Seefahrer mit primitiven Mitteln, Sextant und Chronometer durch die Beob- achtung von Gestirnen zu durchaus brauch- baren Standorten in den Weiten der Ozeane kamen. Krause gibt dann einen Abriss zur Geschichte des Walfangs mit dem Fokus auf seine technischen und wirtschaftlichen Grundlagen, wobei er den Bogen bis in die Gegenwart spannt und davor warnt, dass durch den modernen Walfang die Vernich- tung einer ganzen Spezies von Meeressäu- gern droht. Ein Bildbericht von Krause über den Walfänger CHARLES W. MORGAN in Mystic Seaport illustriert , wie es an Bord der PETREL zwischen 1877 und 1884 ausgesehen haben dürfte. Damit liegt in der von in jeder Hin- sicht ausgewiesenen Fachleuten vorgeleg- ten Dokumentation als Quellenedition ein wertvoller Beitrag zur Schifffahrtsgeschich- te vor. Heinrich Walle Erratum In Heft 5-20 wurde bei der Rezension des Buches „Admiral Gorshkov“ auf Seite 50 der falsche Autor genannt. Geschrieben wurde dieser Text von Dr. Joachim Weber (ISPK). 51