Ladung gekühlt auf minus 253 Grad Celsius Die Kobe-Werft von Kawasaki Heavy Industries hat mit der SUISO FRONTIER den weltweit ersten Tanker für den Transport von flüssigem Wasserstoff fertiggestellt. Dessen vakuum-isolierter Doppelhüllen- Tank besitzt ein Fassungsvermögen von 1250 Kubikmetern. Der zu transportierende Wasserstoff wird in Australien aus Braunkohle ge- i k a s a w a K : o t o F Stapellauf der SUISO FRONTIER auf der Kawasaki-Werft in Kobe wonnen und für den Seetransport auf minus 253 Grad Celsius her- untergekühlt. Dadurch wird sein Volumen um den Faktor 800 kom- primiert. Die SUISO FRONTIER ist bei 109 Meter Länge und 19 Meter Breite mit rund 8000 GT vermessen. Der Antrieb erfolgt über einen Dieselmotor und sorgt für 13 Knoten Geschwindigkeit. Der Proto- typ soll wichtige Erkenntnisse über die Transportmöglichkeiten des flüchtigen Gases liefern, denn seine Moleküle sind so klein, dass sie sogar durch Stahl hindurchdiffundieren können. Dieser innovative Neubau ist im Zusammenhang mit der Ankündigung des ehemali- gen japanischen Premierministers Shinzo Abe zu sehen, der 2017 ankündigte: „Japan wird als erstes Land der Welt eine Wasserstoff- basierte Gesellschaft sein.“ Deutsche Universalhäfen fallen beim Seegüterumschlag ab Hamburg, der größte deutsche Seehafen, legte für das Jahr 2020 eine Umschlagbilanz vor, die mit 126,3 Millionen Tonnen weniger schlecht ausfiel als vorhergesagt, denn der Rückgang lag nicht wie befürchtet im zweistelligen Bereich, sondern „nur“ bei 7,6 Prozent. Auch so kann man versuchen, ein Ergebnis im Endeffekt positiv zu bewerten. Der Stückgutumschlag kam auf gut 87,8 Millionen Tonnen und liegt damit um 7,9 Prozent unter dem Ergebnis von 2019. Der Massengutumschlag pendelte sich auf 38,5 Millionen Tonnen ein. Das sind 6,7 Prozent weniger als im Vorjahr. Auch beim Container- umschlag, dem wichtigen Gradmesser im Wettbewerb der großen Häfen, musste Hamburg mit 8,5 Millionen TEU einen Rückgang um 7,9 Prozent hinnehmen In den Bremischen Häfen, also den in Bremen und Bremerhaven, wurden insgesamt 66,5 Millionen Tonnen umgeschlagen. Das ent- spricht einem Rückgang von 4,2 Prozent gegenüber 2019. Zu die- sem Gesamtumschlag trugen die Hafenanlagen in Bremen 10,4 Millionen Tonnen bei (minus 14,3 Prozent), während sich selbiger in Bremerhavens bis Ende 2020 auf 56,1 Millionen Tonnen einpendel- te (minus 2,1 Prozent). In den Stadt-Bremischen Häfen verzeichnete vor allem der Massengutumschlag einen deutlichen Einbruch um 5,8 Prozent auf 8,6 Millionen Tonnen. In Bremerhaven, inzwischen vom belgischen Zeebrügge als Europas Fahrzeugumschlagplatz Nummer eins verdrängt, wurden insgesamt 1,7 Millionen Fahrzeuge abgefertigt, etwa zwei Drittel davon im Import. Insgesamt entspricht das einem Rückgang um 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Beim Containerumschlag, der tragenden Säule in Bremerhaven, gingen mit 4,8 Millionen TEU 1,8 Prozent weniger Boxen über die Kaikanten. Besonders negativ fällt der Vergleich der beiden großen deutschen Containerhäfen mit den Wettbewerbern in der sogenannten Nord- range auf, und das bezogen auf den Containerumschlag. In diesem Segment blieb der Verlust in Rotterdam mit 3,7 Prozent relativ mode- rat und in Antwerpen gingen sogar 1,3 Prozent mehr TEU über die Kaikanten als im Vorjahr 2019. Die Gründe für diese Entwicklung sind sicherlich vielschichtig. Von externer Seite wird vielfach auf die höhe- re Produktivität in den Westhäfen verwiesen, was wohl nicht zuletzt auf die dort gepflegte allgemeine Flexibilität in Bezug auf Vorschrif- ten und ähnlichem zurückzuführen ist. Sowohl Hamburg als auch Bremen/Bremerhaven begründen ihr Zurückfallen im Containerum- schlag gegenüber den Westhäfen vor allem mit dem schleppenden Fortgang des notwendigen Infrastrukturausbaus, sprich der Anpas- sung der Fahrwasser von Elbe und Außenweser an die Tiefgänge der sehr viel größer gewordenen Schiffe. Während die entsprechenden Maßnahmen auf der Elbe nach gut 15 Jahren wahrscheinlich 2021 abgeschlossen werden können, liegt das Projekt der Vertiefung der Außenweser seit rund 20 Jahren in den Schubladen der Entschei- der. Auch diese sich jahrelang hinziehenden Prozesse gehören zu den Faktoren, die dazu beitragen, dass der Wirtschaftsstandort Deutschland im internationalen Vergleich immer weiter zurückfällt. Insgesamt sind in den deutschen Seehäfen im Jahr 2020 275,7 Mil- lionen Tonnen Güter umgeschlagen worden, das sind 6,4 Prozent weniger als im Jahr davor. Der Containerumschlag ging als wich- tiger Gradmesser um 6,9 Prozent auf 14 Millionen TEU zurück. Zu den Defiziten in den deutschen Häfen gehört unter anderem, dass sie auf dem Gebiet alternative Kraftstoffe hinter die Wettbewerber zu- k c o t s r e t t u h S : o t o F Beim Containerumschlag fallen die deutschen Häfen zurück rückfallen. Während immer mehr Schiffe LNG für ihren Antrieb nutzen, fehlt in den deutschen Häfen eine angemessene Infrastruktur für die Bebunkerung oder Nachversorgung, wie der Zentralverband Deutscher Seehafenbetriebe beklagt. „Stattdessen haben wir komplexe und da- zu in jedem Hafen andere Genehmigungsverfahren für den Bunker- vorgang. Wenn wir beim Klimaschutz, bei der Luftreinhaltung und bei zukunftsweisenden Energieträgern wie Wasserstoff vorankommen und Wettbewerbsnachteile vermeiden wollen, dann müssen die Gesetz- und Vorschriftengeber endlich tätig werden. Der ZDS begrüßt daher den vom Deutschen Maritimen Zentrum (DMZ) erarbeiteten Leitfaden „Bunker Guidance für alternative Kraftstoffe in deutschen Seehäfen“ und unterstützt die Schaffung von standortübergreifenden Standards für den sicheren und effizienten Umgang mit kombinierten und verflüs- sigten Gasen und anderen Kraftstoffen.“ 5 – 2021 marineforum 47