transporter der Klasse 766, HARZ und EIFEL, außer Dienst gestellt und in den Niederlanden abgewrackt. Den Betriebsstofftrans- porter WITTENSEE der Klasse 763 hat 1995 die griechische Ma- rine übernommen. 1991 und 1993 folgten die Minentransporter der SACHSENWALD-Klasse (762), SACHSENWALD und STEIGERWALD. Die Werkstattschiffe ODIN und WOTAN wurden 1991 über die Vebeg an die Niederlande und Belgien zum Abwracken verkauft. Die eisbrechenden Schlepper der Klasse 721 EISBÄR und EIS- VOGEL wurden 1997 an die USA beziehungsweise 2006 an Ita- lien verkauft. Von den 13 Landungsbooten der SPROTTE-Klasse (521), die zwischen 1996 und 2000 außer Dienst gingen, konn- ten fünf Boote an Bremen, Wilhelmshaven und Kiel verkauft werden. Die restlichen Einheiten wurden verschrottet. Auch von den meisten Hafenschleppern trennte sich die Marine. So wurden bereits 1990 die fünf Hafenschlepper der LÜTJE-HÖRN- Klasse (723) an die griechische Marine verkauft, und zwischen 1993 und 1998 erfolgte die Außerdienststellung der sieben Ha- fenschlepper der SYLT-Klasse (724), die an Griechenland, Lett- land und Norwegen sowie an Unternehmen in Ostfriesland und Brunsbüttel verkauft wurden. Abwicklung der Volksmarine Mit der Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 hatte die Bun- desmarine 192 Kampf- und Hilfsschiffe der damaligen Volks- marine (VM), 16 Schiffe des Seehydrographischen Dienstes der DDR sowie 8323 Marinesoldaten übernommen. Es galt, diesen Schiffsbestand schnell abzuwickeln und das Personal abzubau- en. Der damalige Befehlshaber der Flotte, Vizeadmiral Dieter Franz Braun, stellte nach Begutachtung der VM-Einheiten fest, die Einheiten seien zwar solide gebaut, doch technologisch um 20 bis 30 Jahre zurückgeblieben. Der Generalinspekteur der Bundeswehr, Admiral Dieter Wellershoff, bemerkte, bis auf we- nige Hilfsschiffe sei die VM-Flotte mit gerechtfertigtem Aufwand künftig nicht mehr zu betreiben. Von dem Schiffsbestand der Volksmarine sind heute nur noch sechs Schiffe als Museumsunikate erhalten geblieben. 151 Ein- heiten wurden der Vebeg übergeben. Viele davon gingen an Länder in aller Welt, darunter Indonesien, Tunesien, Malta, Jor- danien, Lettland, Belgien, die Niederlande, Singapur, Uruguay oder die Vereinigten Arabischen Emirate. Indonesien erhielt mit 39 Einheiten den größten Posten. Neben 16 U-Jagdbooten der PARCHIM-Klasse und 12 Landungsschiffen der FROSCH-I-Klasse auch zwei Landungsschiffe der FROSCH-II-Klasse und neun Mi- nensucher der KONDOR-II-Klasse. Die USA haben eine Korvette der TARANTUL-Klasse für Raketen-Erprobungen erhalten und als USS HIDDENSEE in Betrieb genommen. Die Bundespolizei See übernahm zwei Patrouillenboote der SASSNITZ-Klasse, ihren An- forderungen entsprechend umgebaut und modernisiert. Die üb- rigen Einheiten der Volksmarine gingen in die Verschrottung. ≈ Zwei U-Boote der Klasse 206A wurden an Kolumbien verkauft geben. Zwischen 1982 und 1990 hat die Marine acht Mehr- zweckfregatten der BREMEN-Klasse in Dienst gestellt: BREMEN, NIEDERSACHSEN, RHEINLAND-PFALZ, EMDEN, KÖLN, KARLSRUHE, AUGSBURG, LÜBECK. Die Fregatten der Klasse 122 waren pri- mär für die U-Jagd konzipiert und mit Hubschraubern vom Typ Sea Lynx Mk 88A ausgerüstet. Das Typschiff BREMEN und die RHEINLAND-PFALZ gingen 2014 und 2013 außer Dienst und wur- den in den Jahren 2017 und 2021 in der Türkei abgewrackt. Die KÖLN wurde 2012 deaktiviert und 2016 in den Niederlanden ver- schrottet. Im Marinearsenal Wilhelmshaven liegen derzeit noch die außer Dienst gestellten Fregatten NIEDERSACHSEN, EMDEN und AUGSBURG, die KARLSRUHE im Kieler Arsenal. Dort warten sie auf ihre Verwertung durch die Vebeg. Nur die LÜBECK befin- det sich noch im Dienst. Minenabwehreinheiten Zur Zeit des Kalten Krieges bildeten die deutschen Minenstreit- kräfte mit über 60 Einheiten die größte maritime Minenabwehr- Formation in der NATO. Die Flottille der Minenstreitkräfte verfügte 1990 noch über 58 Minenabwehr-Einheiten verschiedener Klas- sen und Typen. Davon sind heute im 3. Minensuchgeschwader in Kiel nur noch zwölf Minenjagdboote verblieben: zehn Minen- jagdboote der FRANKENTHAL-Klasse (Typ 332) und zwei umge- baute Boote der ENSDORF-Klasse (Typ 352). Zwischen 1996 und 2016 gingen das 1., 4., 5., 6. und 7, Minensuchgeschwader außer Dienst. Die Flottille wurde zwar erst 2016 aufgelöst, der Boots- bestand aber bereits ab 1990 systematisch abgebaut. Von den Minensuchbooten der SCHÜTZE-Klasse (340/341) konnten fünf unter anderem nach Griechenland und Zypern verkauft werden, Der Rest wurde abgewrackt. Sieben der acht Boote der ARIAD- NE-Klasse (394) wurden 1991/92 abgewrackt, ein Boot erhielt die Hafenfeuerwehr Hamburg. Zwischen 1991 und 1995 wurden die Minenjagdboote der LINDAU-Klasse (331A/B) ausgemustert. Je- weils zwei Boote wurden von Lettland, Estland und Litauen über- nommen, drei Boote kamen für den Weiterverkauf zur Vebeg, ein Boot ging 1995 an das Marinemuseum Wilhelmshaven und ein Boot an ein Jugendheim in Duisburg. Von den zehn Booten der FRAUENLOB-Kasse (394) erhielt Estland vier Stück, ein Boot kam in das Militärhistorische Museum Dresden, zwei Boote kamen zur Marinetechnikschule nach Parow und drei Einheiten wur- den in Dänemark abgewrackt. Die sechs Hohlstablenkboote der SCHLESWIG-Klasse (351) wurden 1999 und 2000 außer Dienst ge- stellt und dann von Südafrika übernommen. Die Minenjagdboote WEIDEN und FRANKENTHAL der Klasse 332 wurden 2006 ausge- mustert und sofort von den Vereinigten Arabischen Emiraten als AL HASBA und AL MADJAN wieder aktiviert. Tender, Versorger, Transporter, Schlepper Von den sechs Tendern der RHEIN-Klasse (401) erhielt die tür- kische Marine 1991 und 1994 die Tender ELBE und DONAU. Die Schwesterschiffe RHEIN, MAIN, NECKAR und WERRA wurden ab- gewrackt. Die Tender der MOSEL- und LAHN-Klasse (402 und 403) mit den Namen MOSEL, SAAR und LAHN, kamen 1990 und 1991 zur Abwrackung in die Türkei. Zwischen 1991 und 2004 erfolgte die Außerdienststellung der acht Versorger der LÜNE- BURG-Klasse (701). Das Typschiff und die NIENBURG wurden an Kolumbien verkauft, die griechische Marine erhielt COBURG und SAARBURG, die FREIBURG übernahm Uruguay. Die GLÜCKSBURG ging nach Ägypten und die OFFENBURG nach Spanien. Abge- wrackt wurde die MEERSBURG. 1992 wurden die Betriebsstoff- 26 marineforum 3 – 2022 e k l i W n r ö B / j w B : o t o F