Schifffahrt · Schiffbau · Technologie mit einem deutlich verbesserten gemeinsamen Angebot den Inter- essenten Al Seer Marine aus Abu Dhabi ausstechen können. Aller- dings sollen sich auch prominente Stimmen aus der Region für die „Unterweser“-Lösung stark gemacht haben. Während Al Seer dem Vernehmen nach beabsichtigte, die Werft mehr oder weniger unver- ändert mit dem Bau und der Reparatur von Yachten fortzuführen, wollen die neuen Eigentümer Zech und Rönner dagegen nur noch einen Teil des Geländes für den Schiffbau nutzen, etwa für die Re- paratur und Instandhaltung von Kreuzfahrtschiffen. Angestrebt wird eine enge Zusammenarbeit mit der zur Rönner Gruppe gehörenden Bredo-Werft. Im nördlichen, weitgehend ungenutzten Teil des Ge- ländes soll ein maritimer Industriepark entstehen. Seegüterumschlag nimmt wieder zu Die deutschen Seehafenbetriebe haben im vergangenen Jahr nach Angaben des Statistischen Bundesamts 288,7 Millionen Tonnen Gü- ter umgeschlagen. Das sind zwar 4,7 Prozent mehr als im Jahr davor, aber dieses Ergebnis ist weiterhin deutlich hinter dem der Vorkrisen- jahre zurückgeblieben. Zunahmen um 9,7 Prozent waren beim Um- schlag von Energieträgern wie Kohle, Rohöl und Erdgas zu verzeich- nen, beim Rohstoffsegment Erze, Steine und Erden waren es 9,3 Prozent. Bei landwirtschaftlichen Produkten gab es dagegen einen Rückgang um 2,2 Prozent. Der Umschlag von Fahrzeugen auf den Autoterminals stieg um 4,4 Prozent, der von Maschinen und Ausrüs- tungen sogar um 42,9 Prozent. Der Containerumschlag, der häufig als wichtiger Indikator für die Bemessung des Gesamtumschlags angesehen wird, nahm um 5,9 Prozent auf 14,8 Millionen TEU zu. Darunter belief sich der Anteil Hamburgs auf 8,7 Millionen TEU mit einem Plus von 2,2 Prozent, der Anteil der bremischen Häfen sum- mierte sich auf etwas über fünf Millionen TEU mit einem Plus von 5,2 Prozent. Das Passagieraufkommen in den deutschen Seehäfen, darunter auch die Inselversorgungshäfen, wuchs 2021 um 18,9 Pro- zent auf 19,5 Millionen Passagiere. Das Passagieraufkommen ohne Inselverkehre stieg um 27,2 Prozent. Aufgeteilt nach Regionen nahm der Umschlag in den Europaverkehren um 7,5 Prozent und der mit Amerika um 4,1 Prozent zu. Die Güterver- kehre mit der Region Asien gingen demgegenüber um 7,1 Prozent zu- rück. In den Güterverkehren mit Russland wurden 26,7 Millionen Tonnen umgeschlagen, 13,5 Prozent mehr als im Jahr davor. Nach Einschätzung des Statistischen Bundesamts bleibt der Ausblick nach der leichten Erholung im vergangenen Jahr angesichts des russischen Überfalls auf die Ukraine und den damit verbundenen wirtschaftlichen Veränderungen sowie der anhaltenden Pandemie ungewiss. A L H H : o t o F L A D : o t o F Bald kommt die DAL KALAHARI unter die Hapag-Lloyd-Flagge Hapag-Lloyd kauft Deutsche Afrika-Linien Nach der Übernahme des niederländischen Afrika-Spezialisten NileDutch im vergangenen Jahr hat Hapag-Lloyd sein Afrika-Ge- schäft mit dem Ankauf der Deutschen Afrika-Linien (DAL) von der Hamburger Rantzau-Gruppe (Essberger) weiter verstärkt. Wie schon beim Verkauf der Hamburg Süd von der Familie Oetker 2017 an Maersk begründet auch Rantzau den Verkauf der 1885 zunächst als Woermann-Linie gegründeten Deutschen Afrika-Li- nien damit, dass man als kleinere und familiengeführte Reederei zunehmend unter den Druck der marktbeherrschenden Mega- Carrier geraten sei und die steigenden Anforderungen aus Um- welt- und Klimaschutz im Dienst nach Südafrika auf Dauer nicht mehr kompensieren könne. Die Reederei will sich künftig auf die europäische Chemikalienfahrt konzentrieren. Hapag-Lloyd sieht in der Eingliederung der DAL nach eigenen Angaben eine wert- volle Ergänzung der wachsenden Aktivitäten in Afrika dadurch, dass den Kunden ein besseres Netz und eine zusätzliche Ha- fenabdeckung geboten werden könne. Immobilien als neues Geschäftsfeld für die Meyer Werft Meyer geht fremd. Nicht wirklich, aber ein bisschen. Mit dem Bau von Immobilien, schwimmenden natürlich, will sich die Papenburger Meyer Werft neben dem kränkelnden Bau von Kreuzfahrtschiffen ein neues Geschäftsfeld erschließen. Dafür hat sie gemeinsam mit dem Spezialbauunternehmen Admares Marine in Turku das Joint Venture Meyer Floating Solutions für die Entwicklung exklusiver schwimmender Im- mobilien gegründet. Beide Partner wollen so ihre jeweiligen Stärken und Erfahrungen bündeln und verfügen nun nach eigener Einschätzung über ein beispielloses Know-how. Die Bild 7 fehlt t f r e W r e y e M : k i f a r G Beim Containerumschlag verzeichneten die deutschen Seehäfen ein Plus von fast sechs Prozent 48 marineforum 5 – 2022 Schwimmendes Boutique-Hotel Meyer-Gruppe, die das Produktportfolio und die Patente von Admares Marine übernehmen wird, erwartet, dass der Bau von Immobilien auf dem Wasser künftig exponentiell wach- sen wird. Es geht um schwimmende Villen, Wohnungen, Hotels und sonstige touristische Einrichtungen.