Bücher Lennart Souchon: Die Renaissance des Carl von Clausewitz. Strategie für Entscheidungsträger im 21. Jahrhundert, Mittler, 2024, 34,00 Euro, ISBN 978-3813211382 Der Autor beginnt mit einer kurzen Betrachtung der Terminologie von Politik, Strategie, Militärstrategie und Krieg und leitet über ei- nen historischen Kurzabriss des kriegerischen Werdens in Europa hin zu Preußen und Clausewitz und seiner Interpretation des Werks „Vom Kriege“. In klarer und verständlicher Sprache behandelt er die Grundzüge der Theorie von Clausewitz und führt dies anschließend beispielhaft an Einzelaspekten aus. Während der Autor bis hierhin seine Überlegungen aus vorherge- henden Veröffentlichungen überarbeitet und zusammengefasst hat, kommt er im letzten Drittel des Buchs zu seinen Vorschlägen für die Nutzung der Clausewitz-Theorie, um eine Strategieberatung und strategische Entscheidungsfindung für die Bundesregierung zu ermöglichen. Mit Recht bemängelt der Autor hierbei die bisherige politische Unfähigkeit, strategisch und in großen Dimensionen zu denken und zu handeln. Seine Clausewitz-Theorie und deren Nutzung für eine strategische Entscheidungs- findung erörtert er beispielhaft am Afghanistankrieg, Irakkrieg und Libanonkrieg. Dies führt ihn zum Vorschlag eines Strategiekollegiums auf interministerieller Ebene unter der Voraussetzung, dass die handelnden Personen eine entsprechende theoretische Vorbildung in der Clausewitz-Theorie erhalten haben. Spätestens hier stellen sich mit dem Blick auf das Heute einige grundsätzliche Fragen. Wieso haben sich NATO und EU bis zum Herbst 2022 nicht auf ein Russland eingestellt, das seit der Rede Putins auf der Münchner Sicherheitskonferenz 2007 internationa- le Verträge brach, die verbrieften Rechte auf Unversehrtheit der Grenzen missachtete und in Grauzonen unterhalb der Schwelle zum Krieg Einfluss auf politische Systeme, die Wirtschaft von Ländern und auf Wahlen nahm? Wieso haben wir im Westen zugesehen, wie Iran Terroristengruppen wie die Huthis im Je- men, die Hamas in Gaza oder die Hisbollah im Libanon bewaffnete? Die Unterbrechung der Seetransportroute durch das Rote Meer, die zu einer Verzögerung von Lieferungen aus Asien führte, konnte bisher militärisch nicht aufgehoben werden und zeigte vielen arabischen und asiatischen Staaten, dass hier eine neue Auseinandersetzung zwischen David und Goliath entstanden ist. Hilft hier Clausewitz oder doch eher das Denken in maritimen Strategien? Müssten wir nicht auch in Deutschland lernen, in geostrategischen Dimensionen zu den- ken und dann zu agieren? Und dies nicht nur in der Politik, sondern auch in der Wirtschaft? Und wie wollen wir die weltweit verlegten Unterwasserkabel schützen, über die 95 Prozent unserer Daten laufen? Wie gegen Hacker – staatlich wie privat, militärisch wie kriminell – vor- gehen, die die Funktionsfähigkeit von Gesellschaft und Politik untergraben? Wie Satelliten schützen, die eine weltweite Standortbestimmung sicherstellen, aber von staatlichen wie pri- vaten Institutionen gestört werden können? Souchons Denkanstöße kommen zur richtigen Zeit, sollten aber über Clausewitz‘ Theorien hinaus weiterentwickelt werden. Ein möglicher Unterstützer könnte der einzige (!) Lehrstuhlinhaber für Strategie an deutschen Universitäten, Professor Ulrich Schlie aus Bonn, sein. Heinz Dieter Jopp Spende und werde ein Teil von uns. seenotretter.de Einsatzberichte, Fotos, Videos und Geschichten von der rauen See erleben: #teamseenotretter 50 marineforum 12 – 2024 99. Jahrgang · 2024 Herausgeber: Deutsches Maritimes Institut e.V. (DMI) Deutsches Maritimes Institut e.V. (DMI) Jadeallee 102, 26382 Wilhelmshaven Tel.: +49 (0) 4421 500 47 - 0 Fax: +49 (0) 4421 500 47- 29 dmi@mov-moh.de Chefredakteur Holger Schlüter (hsc): Holger.Schlueter@mittler-report.de Redaktion Hans-Uwe Mergener (hum): Rüstung und Politik Dr. Michael Stehr (ms): See- und Völkerrecht Axel Stephenson (ajs): Marinen aus aller Welt Andreas Uhl (au): NATO und Projekte Dr. Heinrich Walle (HeiWa): Geschichte Jürgen Witthöft (hjw): Wirtschaft und Häfen Ständige Mitarbeiter Sidney E. 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