Gemeinsames Training von Marsoc-Marineinfanteristen und Spezialkräften der Delta Force. Foto: USMC

Gemeinsames Training von Marsoc-Marineinfanteristen und Spezialkräften der Delta Force. Foto: USMC

15 Jahre MARSOC: Spezialkräfte des US Marine Corps

Jede Teilstreitkraft des US Militärs hat ein eigenes Spezialkräfteoberkommando, auch das US Marine Corps (USMC). Das Marine Special Operations Command (Marsoc) ist kleiner als die vergleichbaren Kommandos der anderen Teilstreitkräfte. Mit rund 3200 Angehörigen stellt Marsoc lediglich fünf Prozent des Spezialkräftepersonals der US-Streitkräfte. Der Etat ist noch bescheidener; lediglich zwei Prozent der Gelder, die das Pentagon für Spezialkräfte (Special Operations Forces, SOF) ausgibt, kommen Marsoc zugute. Dennoch führt das Marine Corps zehn Prozent der SOF-Einsätze durch. Kommandoteams sind ständig auf drei Kontinenten aktiv, zuweilen auch in Europa.

Aufstellung wider Willen

Marsoc wurde erst vor 15 Jahren aufgestellt. Der offizielle Geburtstag ist der 24. Februar 2006. Bereits zuvor unterhielt das USMC eigene Spezialkräfte (siehe Kasten „Force Recon“), doch waren diese – im Gegensatz zu den Spezialkräften der anderen Teilstreitkräfte – weder in einem eigenen TSK-spezifischen Kommando zusammengefasst noch dem TSK-gemeinsamen Spezialkräfteoberkommando der US-Streitkräfte (US Special Operations Command, USSOCOM) angegliedert.[ds_preview]
Die Entscheidung zur Aufstellung von Marsoc erfolgte nicht durch die USMC-Führung. Tatsächlich hatte sich das Marinekorps lange gegen diesen Schritt gesträubt, nicht zuletzt mit der Begründung, dass die gesamte TSK bereits eine Eliteeinheit sei. Letztendlich sprachen der damalige Verteidigungsminister Donald Rumsfeld sowie der damalige Generalstabschef General James Jones ein Machtwort. Als Begründung wurde vor allem die Überlastung der Spezialkräfte der übrigen TSK angesichts der Einsätze in Afghanistan und im Irak sowie des allgemeinen globalen Antiterrorkrieges genannt. Die Ausweitung der Spezialkräfte (Special Operations Forces, SOF) des Marine Corps und ihre operative Einbindung unter USSOCOM sollte die optimale Verwendung sämtlicher Spezialkräfteressourcen des US-Militärs gewährleisten.
Marsoc wurde weitgehend aus dem Stand heraus aufgestellt. Den operativen Kern stellten zwei der bereits bestehenden Force-Reconnaissance-Spähkompanien des USMC. Je eine Kompanie diente als Kader für ein SOF-Bataillon. Um die Bataillone auf Einsatzstärke auszubauen, wurden Marineinfanteristen aus herkömmlichen Kampfverbänden abgestellt. Die erforderliche Spezialkräfteausbildung dieser ersten Truppen wurde weitgehend im Verband durch die Force-Recon-Veteranen durchgeführt. Bereits ein Jahr nach der formellen Aufstellung des Spezialkräftekommandos erfolgte die erste Einsatzentsendung einer Marsoc-Kompanie nach Afghanistan. Offenbar erwies sich dieser Schritt jedoch als verfrüht. Der für Afghanistan zuständige Spezialkräftekommandeur – ein General der US Army – schickte die Marsoc-Kompanie vorzeitig nach Hause.

Einsatzausbildung in Kalifornien vor der Entsendung nach Afghanistan. Foto: USMC

Einsatzausbildung in Kalifornien vor der Entsendung nach Afghanistan. Foto: USMC

Voll etabliert

Die Wachstumsprobleme sind zwischenzeitlich längst überwunden. Die Personalstärke des Marsoc umfasst heute rund 3200 Planstellen. Dies schließt sowohl die eigentlichen Kommandosolddaten wie auch speziell ausgebildete Unterstützungskräfte ein. Hinzu kommen mehrere Hundert zivile Verwaltungskräfte und Techniker. Befehlshaber ist ein Generalmajor.
Dem Marsoc-Hauptquartier in Camp Lejeune, North Carolina, unterstehen ein Einsatzregiment, ein eigenes Ausbildungszentrum, sowie eine Unterstützungsgruppe.
Die Marsoc-Kommandosoldaten unterstehen dem 4. Marine Regiment. Diesem traditionsreichen Verband unterstanden bereits die ersten Spezialkräfte des USMC, die zwischen 1942 und 1944 vorübergehend als Jägertruppen für den Pazifikkrieg aufgestellt wurden. Zu Ehren dieser Spezialtruppen wurde die Bezeichnung Marine Raiders 2015 auch den heutigen Marsoc-Kommandos verliehen.
Dem Marine Raider Regiment (MRR) unterstehen drei Bataillone. Gegenwärtig sind zwei Bataillone im Camp Lejeune und eine Einheit im Camp Pendleton in Kalifornien stationiert. Aus Effizienzgründen wurde 2019 beschlossen, die kalifornische Einheit ebenfalls nach North Carolina zu verlegen. Der Umzug soll 2022 abgeschlossen sein.
Jedem Bataillon unterstehen vier Kompanien zu je vier Einsatzteams. Jedem Team gehören 14 Soldaten an. Als Teamführer dient jeweils ein Hauptmann, unterstützt durch einen Stabsfeldwebel (Master Sergeant). Jedes Team ist in zwei Trupps oder „taktische Elemente“ zu je sechs Soldaten unter Führung eines Hauptfeldwebels (Sergeant First Class) unterteilt.
Obwohl das Personal aller Einheiten grundsätzlich weltweit einsetzbar ist, werden die Bataillone gezielt auf die Einsatzbedingungen in verschiedenen geographischen Gebieten ausgerichtet: Während das 1st MRB (Marine Raider Battalion) auf den Pazifikraum spezialisiert ist, sollen das 2nd MRB im Mittleren Osten und das 3rd MRB in Afrika zum Einsatz kommen.
Der Aufbau der Unterstützungsgruppe Marine Raider Support Group (MRSG) spiegelt die Struktur des Einsatzregiments wider. Es bestehen drei Unterstützungsbataillone. Jede dieser Einheiten ist auf die logistische Versorgung eines bestimmten Einsatzbataillons ausgerichtet. Ferner stellen sie einsatzrelevante Führungstruppen an die Kommandoeinheiten ab. Jedem Unterstützungsbataillon unterstehen jeweils eine Fernmeldekompanie, eine Feldnachrichtenkompanie und eine Logistikkompanie.
Das Marine Raider Training Center (MRTC) führt die Grund- und Fortgeschrittenenausbildung der Spezialkräfte sowie die Einsatzausbildung der etablierten Einheiten durch. Es koordiniert Übungen mit anderen Teilstreitkräften und TSK-gemeinsamen Dienststellen, entwickelt Einsatztaktiken und prüft Anforderungen hinsichtlich der Beschaffung neuer Waffen und Optroniksysteme.

Personal und Ausbildung

Die gesonderte Spezialkräfte-Laufbahngruppe für Mannschaftsdienstgrade wurde 2011 eingeführt, für Offiziere erfolgte dieser Schritt 2014. Kommandosoldaten im Mannschaftsdienstgrad werden als Critical Skills Operators (CSO), Offiziere als Special Operations Officer (SOS) bezeichnet. Bewerber für die CSO/SOS-Ausbildung müssen mindestens drei Jahre Diensterfahrung aufweisen, die Dienstgrade Korporal oder Unteroffizier beziehungsweise Oberleutnant oder Hauptmann bekleiden und anspruchsvolle Führungs-, Leistungs- und Fitnessstandards erfüllen. Bewerber, die sämtliche Grundvoraussetzungen erfüllen, werden zu einem vierzigtägigen Auswahlverfahren zugelassen. Hier werden die körperliche wie die seelische Belastbarkeit sowie verschiedene praktische Eignungskriterien geprüft. Jährlich werden drei solcher Auswahltests durchgeführt. Von rund 200 Bewerbern pro Kurs bestehen durchschnittlich 60.

Fast Roping von einem Chinook-Hubschrauber. Foto: USMC

Fast Roping von einem Chinook-Hubschrauber. Foto: USMC

Wer die Auswahlphase besteht, durchläuft die neun Monate dauernde Kommandoausbildung. Nach deren Abschluss werden die Soldaten einem der Einsatzbataillone zugeteilt. Dort erwerben sie im Verlauf der ersten achtzehn Monate zusätzliche Qualifikationen, darunter eine einsatzrelevante Sprachausbildung. CSO/SOS-Soldaten bleiben in der Regel für den Rest ihres aktiven Dienstes bei den Spezialkräften.
Führungstruppen werden als Special Operations Capabilities Specialists (SOCS) eingestuft. Letztere werden den Einsatzkompanien und -teams angegliedert, um spezialisierte Aufgaben wahrzunehmen. Bewerber für den Dienst als SOCS-Führungskräfte müssen bereits eine relevante Spezialausbildung absolviert haben – entweder als Fernmeldespezialist, Sprengmeister, Hundeführer, Frontnachrichtendienstspezialist oder als Joint Tactical Air Controller (JTAC), dem Zieleinweiser für Artillerie und Fliegerkräfte – und eine Vollqualifikation auf diesem Gebiet vorweisen. Sie erhalten durch die Spezialkräfteschule eine sechswöchige Einzelkämpferausbildung sowie eine sechs- bis zwölfwöchige, auf die Anforderungen der Spezialkräfte zugeschnittene Fortgeschrittenenausbildung auf ihrem Fachgebiet. Im Gegensatz zu den Kommandosoldaten dienen Führungstruppen in der Regel nur fünf Jahre bei Marsoc; danach werden sie wieder konventionellen Verbänden zugeteilt.
Die dritte Personalkategorie trägt die Bezeichnung Combat Service Support Specialists. Hier sind Versorgungs- und Unterstützungstruppen einschließlich Logistikern, Wartungspersonal, und Pionieren zusammengefasst. Sie werden zwar auf die besonderen Ansprüche der Spezialkräfte ausgerichtet, erhalten jedoch keine SOF-Zusatzausbildung. Sie dienen in der Regel nur drei Jahre lang bei Marsoc, ehe sie wieder zu einer konventionellen Einheit versetzt werden.
Hinzu kommen schließlich Special Operations Independent Duty Corpsmen, Sanitäter der US Navy die eine 24-wöchige Zusatzausbildung erhalten und zu den Spezialkräfteeinheiten des USMC (und der Navy) abgestellt werden.

Aufgaben- und Fähigkeitsprofil

Die primären Aufgabenbereiche von Marsoc umfassen:

  • Direct-Action-Angriffe auf Punktziele
  • Insurgentenbekämpfung; dabei reichen die Einsätze von Direct Action bis hin zur Beratung, Planung und Führung größerer Offensivkampagnen im Konzert mit den Sicherheitskräften des Gastlandes
  • Zieleinweisung für Flugzeuge und Artillerie, die häufig hinter feindlichen Linien stattfindet
  • Spezialaufklärung (Special Reconnaissance), eine zeitkritische Aufklärung von operativer oder strategischer Bedeutung
  • Foreign Internal Defense (FID); darunter versteht man die Ausbildung und Beratung fremder Sicherheitskräfte vor Ort, vor allem in den Bereichen Insurgentenbekämpfung und Abwehr interner Bedrohungen
  • Terrorbekämpfung einschließlich Geiselbefreiung
  • Information Operations (IO); dies sind Maßnahmen gegen feindliche Kommunikations- und Informationssysteme durch Direct Action, elektronische Kriegsführung oder psychologische Kriegsführung und Propaganda

Der aktuelle Aufgabenschwerpunkt liegt auf dem Bereich FID und erfolgt im erweiterten Rahmen der Terrorbekämpfungsstrategie der USA.

Abseiltraining der Hundestaffel. Foto: USMC

Abseiltraining der Hundestaffel. Foto: USMC

Einbindung in USSOCOM und operativer Stellenwert

Vorbereitung eines Schlauchbooteinsatzes. Foto: USMC

Vorbereitung eines Schlauchbooteinsatzes. Foto: USMC

Seit 2015 ist ständig eine Marsoc-Kompanie in Afrika, im Mittleren Osten und Zentralasien sowie im Bereich Pazifik und Südostasien präsent. Dies entspricht einer Präsenz von rund 400 Personen. Die verschiedenen Kompanien jedes Bataillons wechseln einander hierbei alle sechs Monate ab. Es gilt einerseits, langfristig Kontakte in den Partner- und Einsatzländern auszubauen und zu pflegen und gleichzeitig die Ortskenntnisse der US-Soldaten auszubauen. Sicherheitskräfte der Gastländer werden unter anderem in Patrouillentaktik, Kampf im urbanen Gelände sowie Einsatz- und Schießtaktik für Kleinkampfverbände ausgebildet, um ihre Fähigkeiten im Kampf gegen Terroristen und Guerillas zu steigern. Ferner dient diese Marsoc-Vorauspräsenz der schnellen Reaktionsfähigkeit im Krisenfall. Die einzelnen Teams und Trupps der Kompanien werden zumeist an verschiedenen Orten der Region eingesetzt, um die Wirkreichweite zu steigern. Hierdurch kann Marsoc zu jeder Zeit eine Präsenz in 16 bis 17 verschiedenen Ländern wahren. Gelegentliche Trainingsentsendungen führen auch nach Europa.
Das tägliche Training der einzelnen Bataillone ist stark auf die geografischen, gesellschaftlichen und militärischen Gegebenheiten der vorgesehenen Einsatzregion abgestimmt. Vor jeder turnusmäßigen Entsendung erfolgt eine intensive Einsatzausbildungsphase. Dieses Training erfolgt kooperativ mit Spezialkräften anderer TSK sowie mit USMC-Fliegerverbänden. Zum Abschluss der Einsatzausbildung findet eine als Raven Unit Readiness Exercise bezeichnete zehntägige Übung statt. Die Einsatzszenarien schließen Aufgaben im Gelände wie im urbanen Raum ein. In jüngster Zeit werden auch unterirdische Einrichtungen in die Szenarien eingebaut. „Wir versuchen, diese Szenarien nicht auf die Terroristen- und Extremistenbekämpfung zu beschränken“, erklärte Major General Daniel Yoo, der zwischen 2018 und 2020 Befehlshaber von Marsoc war. „Wir versuchen auch die Großmachtrivalität zu berücksichtigen und ein stärker umkämpftes Einsatzumfeld zu gestalten. Wir expandieren die Übungen, um Soldaten auf TSK-übergreifende und Koalitionseinsätze vorzubereiten. Wir beziehen von Fall zu Fall sowohl konventionelle Kräfte und SOF anderer TSK ein, zuweilen auch zivile Behörden sowie alliierte Kräfte, vor allem Kanadier und Briten.“

Nur wenige überstehen das harte Auswahlverfahren. Foto: USMC

Nur wenige überstehen das harte Auswahlverfahren. Foto: USMC

Zukunftspläne

Das USMC legte 2018 ein als Marsof 2030 bezeichnetes Planungspapier vor, das die Entwicklung der Spezialkräfte im Verlauf des nächsten Jahrzehnts bespricht. General Yoo resümierte 2020 im Rahmen eines Presseinterviews, dass es vor allem darum geht, Marsoc auf einen eventuellen Großmachtkonflikt vorzubereiten. „Wir bieten das umfassende Spektrum der SOF-Fähigkeiten, sowohl am Boden wie im maritimen Umfeld. Hinsichtlich des direkten und des indirekten Konfliktpotentials stellt China die stärkste langfristige Bedrohung dar. Die gefährlichste kurzfristige Bedrohung stellt zweifelsohne Russland dar. Es geht darum, Chinas Konzept des unbeschränkten Kriegs ebenso wie Russlands Einsatz der psychologischen Kriegsführung zu kontern.“ Als weitere aktuelle Herausforderungen nannte Yoo den Einsatz von Milizen und Söldnern als chinesische und russische Stellvertreter in Afrika, sowie die asymmetrischen Bedrohungen durch den Iran und Nordkorea; in den genannten Regionen unterhält Marsoc eine ständige Vorauspräsenz.
Der größte Beitrag, den Spezialkräfte wie Marsoc leisten können, liegt darin, die Einsatzkraft der Partner zu stärken, resümierte General Yoo, der 2020 in Pension ging. Dies schließt sowohl die Streitkräfte befreundeter Staaten wie auch diverse zivile Behörden des eigenen Landes ein – vom Nachrichtendienst über Diplomaten bis hin zu Entwicklungshelfern. In diesem Sinne sieht Marsof 2030 den SOF-Soldaten der Zukunft als Chimäre, der Elemente des Kommandosoldaten, des Nachrichtendienstlers, des Propagandaoffiziers, des Cyberkriegers und des Diplomaten vereint. Diese Vielfältigkeit soll gewährleisten, dass SOF sich dem stetig wandelnden sicherheitspolitischen Umfeld anpassen können.

Sicherung der Landungszone. Foto: USMC

Sicherung der Landungszone. Foto: USMC

Autor: Sidney E. Dean

FORCE RECON

Fallschirmtraining der Spezialkräfte. Foto: USMC

Fallschirmtraining der Spezialkräfte. Foto: USMC

Außerhalb der Marsoc-Struktur unterhält das USMC weiterhin fünf als Force Reconnaissance oder Force Recon bezeichnete Kompanien. Sie werden den aus Infanterie, Artillerie und Fliegerkräften zusammengestellten MAGTF-Entsendungsverbänden (Marine Air-Ground Task Force) zugeteilt. Hier dienen sie primär als Fernspähkräfte, um taktische Aufklärung im Vorfeld des Hauptverbands durchzuführen. Aufklärung kann sowohl im unmittelbaren Umfeld einer Landungszone oder als Fernspähaufklärung erfolgen. Force Recon Einheiten dienen ferner als JTAC für die Erdkampfflugzeuge und Kampfhubschrauber des Verbands, und werden im Bedarfsfall auch für Direct-Action-Einsätze (Sabotage, Angriffe auf Punktziele, Gefangenenbefreiung und Abfangen maritimer Ziele einschließlich Piratenbekämpfung) herangezogen.

Jede Force-Recon-Kompanie besteht aus Führungstruppen und fünf bis sechs Einsatzzügen. Jeder Zug besteht aus 23 Soldaten, einschließlich des Führungsteams und drei Einsatztrupps zu je sechs Mann. Der Anmarsch zum Zielgebiet erfolgt per Schnellboot, Tauchschlitten, Hubschrauber oder Fallschirm.

Force-Recon-Truppen entern ein verdächtiges Schiff. Foto: USMC

Force-Recon-Truppen entern ein verdächtiges Schiff. Foto: USMC

 

MEU-SOC

Der kleinste Einsatzverband des USMC wird als Marine Expeditionary Unit (MEU) bezeichnet. MEUs umfassen rund 2200 Soldaten. Den Kern der Einheit stellt ein aus 1200 Soldaten bestehendes verstärktes Bataillon. Hinzu kommen eigene Artillerie- und Hubschrauberkräfte. MEU-Einheiten werden turnusmäßig eingeschifft, um als amphibische Einsatzgruppe zu fungieren.
Im Jahr 1987 wurde beschlossen, MEU-Einheiten mit der Fähigkeit zu versehen, autonom auf Terrorakte oder andere Bedrohungen der niedrigen Konfliktebene zu reagieren. Seitdem wird den Verbänden vor der Entsendung speziell ausgebildetes Personal angegliedert, das spezialisiert darauf ist, kurzfristig SOF-Einsätze im maritimen Umfeld auszuführen. Hierzu gehören verdeckte Aufklärung, Bergung von abgestürzten Piloten oder Ausrüstung, Geisel- oder Gefangenenbefreiung, Sabotage- und Direct-Action-Einsätze. Mit dieser Zusatzfähigkeit ausgestattete konventionelle Entsendungseinheiten führen die Bezeichnung MEU-SOC (Special Operations Capable).

13. Jan. 2022 | 0 Kommentare

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