In der bisher größten Ausschreibung für den Ausbau der Windenergie, mit der die Offshore-Kapazität Dänemarks bis zum Ende des Jahrzehnts mehr als verdreifacht werden soll, sind bis zum Ablauf der ersten Ausschreibungsfrist am 5. Dezember keine Gebote eingegangen.
Die dänische Energiebehörde teilte mit, sie werde nun einen Dialog mit den Windkraftfirmen einleiten, um die Gründe dafür herauszufinden. Der dänische Klima- und Energieminister bezeichnete die Ergebnisse als „sehr enttäuschend“ und sie entsprächen „ganz und gar nicht den Erwartungen“ der breiten Mehrheit im Parlament, als die politische Vereinbarung zum Ausbau der Offshore-Windkapazitäten des Landes unterzeichnet wurde.

Übersicht der neuen Offshore-Windparks. Foto: Danish Energy Agency
Diese erste erfolglose Ausschreibung zur Errichtung der ersten drei Offshore-Parks in der Nordsee (North Sea I A1, A2 und A3) von den insgesamt sechs mit mindestens 6 Gigawatt Windkraft bis 2030 gäben „keinen Anlass zu großem Optimismus“ für die weiteren drei Offshore-Parks in den dänischen Küstengewässern (Hesselø, Kattegat und Kriegers Flak II), deren Ausschreibungsfrist am 1. April 2025 abläuft.
In Dänemark mit knapp 6 Millionen Einwohnern sind einige der größten Windenergieunternehmen der Welt ansässig, darunter Vestas Wind Systems und Ørsted. Die zusätzlichen Offshore-Parks sollen Dänemark bis 2045 kohlenstoffneutral machen. Dieses Ziel könnte nun verpasst werden.

Dänische Windkraft-Pläne in der Ostsee. Foto: Danish Energy Agency
Möglicherweise liegt es an den Ausschreibungsmodalitäten: Es wurden eine Reihe von Anforderungen eingeführt, um Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung bei den Projekten zu gewährleisten. Der Ausbau der Offshore-Windenergie wurde ohne staatliche Subventionen aber mit einer jährlichen Konzessionszahlung angeboten. Die Bieter zahlen über 30 Jahre eine noch festzulegende Gebühr für das Recht zur Nutzung des Meeresgebiets und müssen zudem eine 20-prozentige Beteiligung dem dänischen Staat übereignen, der damit Minderheitseigentümer an jedem Projekt würde. Für Investoren offensichtlich nicht lukrativ genug.
kdk, gCaptain, Danish Energy Agency










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