Der Einsatzgruppenversorger USNS Robert F. Kennedy, das neueste Schiff des US Navy Logistikkommandos Military Sealift Command, wurde Ende vergangenen Jahres auf der Nassco-Werft von General Dynamics im kalifornischen San Diego feierlich getauft.
Das Schiff ehrt den 1925 geborenen Robert F. Kennedy, der von 1961 bis 1964 als Justizminister im Kabinett seines Bruders John F. Kennedy diente. Schwerpunkte seiner Amtszeit waren sein Engagement für die Bürgerrechtsbewegung sowie eine konsequente Bekämpfung des organisierten Verbrechens. Der auch als RFK bekannte Robert Kennedy fiel 1968 im Verlauf seiner eigenen Präsidentschaftskandidatur einem Attentat zum Opfer. Er wird von einigen Historikern als Inbegriff des modernen amerikanischen Liberalismus bezeichnet.[ds_preview] „Wenn wir dieses Schiff taufen, gedenken wir der Beharrlichkeit und des Geistes von Robert Kennedy“, erklärte Nancy Pelosi, ehemalige Sprecherin des US-Repräsentantenhauses, die die Hauptansprache zur Feier vortrug.
Die Robert F. Kennedy ist das vierte von vorerst neun in Auftrag gegebenen Schiffen der John-Lewis-Klasse. Sämtliche Einheiten dieser Klasse sind nach Menschen benannt, die herausragende Leistungen für Menschen- und Bürgerrechte vollbrachten. Wie die Schwesterschiffe ist die Kennedy 227 Meter lang und verdrängt 22 000 Tonnen. Die Transportkapazität beträgt rund 25 750 Kubikmeter für Betriebsstoffe wie Diesel, Schiffskraftstoff und Flugbenzin, 1570 Kubikmeter Trockengut und 1360 Kubikmeter Kühlproviant. Das mit zwei Dieselmotoren ausgestattete Schiff erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 20 Knoten.

Nancy Pelosi hielt die Ansprache zur Schiffstaufe, Foto: US Navy
Um die Gefahr eines Ölaustritts zu reduzieren, ist die Kennedy als doppelwandiger Tanker konstruiert. Das Schiff besitzt auch verstärkte Fracht- und Ballasttanks. Zur Eigenschutzausrüstung zählen Maschinengewehre und Nixie-Torpedotäuschkörper. Ferner sind Vorrichtungen für die Montage von CIWS-Schnellfeuergeschützen, SeaRAM-Flugabwehrsystemen, sowie Countermeasure-Anti-Torpedo-Torpedos vorhanden.
Die John-Lewis-Klasse löst die zwischen 1986 und 1996 in Dienst gestellten Versorger der Kaiser-Klasse ab. Wie auf allen Versorgern der US-Logistikflotte besteht die Besatzung aus Zivilisten und wird 99 Köpfe zählen. Die Kosten belaufen sich auf 700 Millionen Dollar pro Einheit.

Stapellauf der USNS Robert F. Kennedy, Foto: US Navy
Start mit Hindernissen
Die Taufe der Kennedy erfolgte mit rund einjähriger Verspätung. Schuld war die verzögerte Auslieferung eines Reduktionsgetriebes durch den Hersteller. Doch auch am 28. Oktober zeigte sich das Schiff widerspenstig. Nachdem Robert Kennedys Tochter Kathleen Kennedy Townsend die traditionelle Sektflasche am Bug zerschmettert hatte, weigerte sich das Schiff, die Helling herunterzurutschen. Spontan legten Kathleen Kennedy, Nancy Pelosi und Marinestaatssekretär Carlos del Toro Hand an. Nach 90 Sekunden Muskeleinsatz kam der Neubau endlich ins Rutschen, bejubelt durch die 400 anwesenden Ehrengäste.
Das genaue Datum der Indienststellung des Versorgers steht noch nicht fest. Läuft es wie bei den zuvor gebauten Schiffen dieser Klasse, dürfte die Robert F. Kennedy Anfang 2025 zur Flotte stoßen. Im gleichen Jahr soll der Flugzeugträger John F. Kennedy ausgeliefert werden, sodass die Politikerfamilie dann gleich mit zwei Schiffen in der Flotte vertreten sein wird.
Sidney E. Dean










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