Interview von Alexander Gottschalk
Nach siebeneinhalb Monaten Seefahrt und der Umrundung der Welt ist das Indo-Pacific Deployment 2024 der Deutschen Marine vorüber. Zeit für ein Gespräch mit den beiden Kommandeuren der Task Group 500.01, den Flottillenadmiralen Axel Schulz und Helge Risch.
Herr Flottillenadmiral Schulz, mit welchen Erwartungen sind Sie als Commander Task Group am 7. Mai aufgebrochen?
Für mich persönlich stellt das diesjährige Indo-Pacific-Deployment (IPD 24) eine Once-in-a-lifetime-Erfahrung dar. So geht es sicher auch den meisten dabei gewesenen Soldatinnen und Soldaten. Eine Weltumrundung ist immer etwas ganz Besonderes. Hinzu kommt, dass die beiden Einheiten als erste Nicht-Schulschiffe seit Gründung der Bundesmarine 1956 den Erdball in Gänze umrundet haben. Zuvor hatten lediglich das Schulschiff Deutschland in den Jahren 1965 und 1974 und das Segelschulschiff Gorch Fock 1987 Weltreisen unternommen.
Neben diesem emotionalen Aspekt hatte ich jedoch schon bei der Planung Respekt vor dem Auftrag und den Herausforderungen. Für die Deutsche Marine standen mehrere Aufträge im Vordergrund: Präsenz in indopazifischen Gewässern zu zeigen und damit für die internationale regelbasierte Weltordnung einzustehen, die partnerschaftlichen Beziehungen in der Region auszubauen und gleichzeitig die Interoperabilität mit ihren Marinen durch bilaterale und multinationale Übungen zu verbessern, und schließlich Offizieranwärterinnen und -anwärter auszubilden sowie verbandsintern zu trainieren.
Wo lagen die größten Herausforderungen in Planung, Vorbereitung und Umsetzung dieser herausragenden Seefahrt?[ds_preview]
Sie können sich vorstellen, wie viel planerische Arbeit eine Seefahrt dieser Größenordnung im Voraus erfordert und welcher Abstimmungsbedarf marineintern, aber vor allem im Hinblick auf unsere internationalen Partner und den Routenverlauf einschließlich aller Übungsvorhaben bestand. So müssen nicht nur alle Manöver operationell vorbereitet, sondern auch die gesamte Logistik im Hinblick auf Nachversorgung mit Kraftstoff, Proviant und Verbrauchsgütern vorausgeplant werden. Selbstverständlich trug der Einsatzgruppenversorger Frankfurt am Main mit seinen herausragenden logistischen Fähigkeiten zur erhöhten Seeausdauer und teilweisen Unabhängigkeit von landgebundener Infrastruktur bei. Die großen Proviantlasten beispielsweise halten große Mengen an Tiefkühlwaren und Trockenproviant und auch andere Produkte des täglichen Bedarfs bereit. Diese ließen sich auch auf See bei Versorgungsmanövern über Drahtseilverbindungen von einem Schiff aufs andere verbringen. Aber auch Personalwechsel erfordern eine umsichtige Planung, insbesondere die beiden Besatzungswechsel auf der Baden-Württemberg, aber auch die Ein- und Ausschiffungen der Offizieranwärterinnen und -anwärter in drei Törns.

Flottillenadmiral Axel Schulz war erster Commander Task Group 500.01, Foto: Bw/Leon Rodewald
So eine international im Fokus stehende Reise ist zudem militärpolitisch sehr anspruchsvoll. Das Marinekommando stand mit dem Bundesministerium der Verteidigung und dem Auswärtigen Amt in enger Abstimmung und in einem monatelagen Planungsprozess. Fragen wie die Auswahl, welche Nationen zu besuchen und welche Botschaften zu senden seien, mit welchen Marinen vertiefte Übungen unternommen und welche Partnerschaften ausgebaut werden sollen, um gemeinsam für freie Seeschifffahrtswege zu sorgen, standen hierbei im Vordergrund.
Für den Stab standen daher im Vorfeld mehrere internationale Dienstreisen zu Planungskonferenzen und zur Absprache der bilateralen Übungen in See während der Passagen sowie der multinationalen Übungen Rimpac und Noble Raven an.
Es war nicht zuletzt politischer Wille, dass deutsche Unternehmen der maritimen Rüstungsindustrie die Fregatte Baden-Württemberg wie auch den Einsatzgruppenversorger Frankfurt am Main im Rahmen eines Industriedialogs in Staaten, zu denen enge Rüstungsbeziehungen bestehen, nutzen dürfen sollten. Auch diese Häfen galt es zu identifizieren.
Wir wussten, dass unsere Präsenz in der Region, insbesondere im Ost- und Südchinesischen Meer nicht unbeachtet bleiben wird. Auch war mir nicht von vorherein klar, wie das mediale Echo in den besuchten Häfen sein würde.
Hinzu kommt, dass es – nach den Kalt- und Warmwassererprobungen – die erste Reise einer Fregatte der Klasse 125 in Gewässer mit außergewöhnlichen klimatischen Bedingungen war. Keiner wusste, ob das Material diese monatelange Weltreise unbeschadet übestehen würde. Insofern stellte das IPD 24 auch eine Belastungsprobe für die Intensivnutzung der Fregattenklasse 125 dar.
Was die Besatzungen angeht, blieb auch abzuwarten, wie sich die Motivationslage unter den Männern und Frauen im Verband entwickeln würde, weil diese über Monate an Bord verbleiben würden. Aber, mein Fazit ist: Mensch und Material haben sich während des IPD 24 absolut bewährt!
Was war für Sie der spannendste und auch emotionalste Moment während des Deployments?
Für mich war es bei jedem Einlaufen in einen Hafen immer wieder spannend, auf Menschen in anderen Kulturkreisen zu treffen. Mit ihnen zusammenzuarbeiten, ein gemeinsames Verständnis von maritimer Sicherheit zur Durchsetzung der Freiheit der Meere und sicherer Seeschifffahrtswege auf der Basis der regelbasierten internationalen Weltordnung zu entwickeln, empfand ich als herausfordernd. Das mir entgegengebrachte Vertrauen und die Entschlossenheit zur Kooperation erfüllen mich mit Zufriedenheit.
Bei den Courtesy Calls und den Empfängen an Bord der Schiffe gab es dann Gelegenheit, die internationalen Beziehungen zu vertiefen und sich auf Augenhöhe auszutauschen.
Wenn Sie mich nach dem spannendsten Moment fragen, so gab es viele: Von der Teilnahme an der Parade anlässlich der Fleet Week in New York über die Passage des Panamakanals bis zu den gemeinsamen Manövern mit der Deutschen Luftwaffe und den internationalen Partnern, vor allem bei Rimpac. Am größten war aber sicher die Konzentration solcher Momente vor und während der Passage des Ost- und Südchinesischen Meeres – und hier insbesondere der Taiwanstraße. Am Ende war diese weniger kritisch als befürchtet. Natürlich ließen uns die chinesischen Streitkräfte wissen, dass wir nicht willkommen waren, und wir wurden entsprechend beschattet, allerdings war alles im Sinne der gebotenen Seemannschaft grundsätzlich sicher.
Wie bewerten Sie die Durchhaltefähigkeit und die Belastbarkeit beider Schiffe unter klimatisch fordernden Bedingungen, die Dauer des Deployments sowie die Motivation und Leistungsbereitschaft Ihrer Besatzungen?
Beide Schiffe haben die rund 45 000 Seemeilen – das sind rechnerisch zwei Erdumrundungen – ohne größere Einschränkungen gemeistert. Ihr technischer Klarstand ist unverändert beeindruckend. Dabei hat die Fregatte 125 ihre Leistungsfähigkeit in der Intensivnutzung nachgewiesen. Intensivnutzung bedeutet, dass sich diese Schiffsklasse bis zu zwei Jahre in See befinden kann, bis eine Werftliegezeit ansteht. Und dies in allen Ozeanen, unabhängig von den meteorologischen Bedingungen.
Für die Besatzungen auf der Baden-Württemberg kam hinzu, dass sie zweimal während der laufenden Mission wechselten, in San Diego und in Singapur. Dies bedeutete, nach einigen Wochen im Landdienst in Wilhelmshaven innerhalb weniger Tage die gesamte Ausstattung zu überprüfen und zu übernehmen und dann wieder als Team in See zu sein. Das erforderte einen immens hohen koordinativen Aufwand und eine besondere Konzentration, denn das Schiff musste schnellstmöglich operativ auf dem Level fortsetzen, auf dem es die Vorgänger übergeben hatten; es gab keine Verschnaufpause beim IPD.
Erlauben Sie mir eine persönliche Bemerkung. Ich bin hochzufrieden mit der Motivation meiner Besatzungen auf beiden Schiffen. Sie haben beispielgebende Leistungen erbracht und unsere Marine vorbildlich repräsentiert. Insbesondere den Kameradinnen und Kameraden der Frankfurt am Main gilt meine Anerkennung und mein höchster Respekt, haben sie doch diese Once-in-a-lifetime-Weltreise vom Auslaufen am 7. Mai bis zum Einlaufen am 8. Dezember ohne Besatzungswechsel gemeinsam bestritten.
Sie haben insgesamt 230 Offizieranwärterinnen und -anwärter in mehreren Etappen auf dem Weg von Europa nach Tokio an Bord ausgebildet. Welche Eindrücke nehmen die jungen Frauen und Männer von dieser Seefahrt mit?
Ich bin der festen Überzeugung, dass das Bordpraktikum auf unseren Schiffen der „grauen Flotte“ ein integraler Bestandteil der Offizierausbildung sein sollte – neben den zumeist theoretischen Anteilen an der Akademie, der Marineschule Mürwik und der seemännischen Ausbildung an Bord des Segelschulschiffs Gorch Fock. Im Seebetrieb eines Kriegsschiffs sind sie integraler Bestandteil der Kampfgemeinschaft. Dadurch erleben die jungen Frauen und Männer die Tätigkeitsbilder der Marine in den verschiedensten Aufgabenbereichen – wir sprechen von Verwendungsreihen – und spüren die Auswirkung der Elemente auf das Schiff. Das lässt sich nicht im Klassenzimmer simulieren. Die Offizieranwärterinnen und -anwärter „erfahren“ im wahrsten Sinne des Wortes die Weltmeere. Sie erweitern dabei auch ihren Horizont, beim IPD vor allem im Umgang mit anderen Kulturen, Religionen und Marinen. Die praktische Ausbildung und die gesammelten Erfahrungen sind daher Kern der Ausbildung junger Offizierinnen und Offiziere, sind unersetzlich und prägen nachhaltig. Angesichts der Reiseroute und ihrer herausragenden Häfen lässt sich auch feststellen: Begeisterung lässt sich nicht durch Schreibtische und Bilder wecken.

Flottillenadmiral Axel Schulz (M.) mit den Kommandanten der Frankfurt am Main, Fregattenkapitän Hanno Weisensee (l.), und der Baden-Württemberg, Fregattenkapitän Sascha Huth, in Jakarta, Foto: Bw/Leon Rodewald
Sie haben am größten maritimen Manöver der Welt unter US-Führung in den Gewässern rund um Hawaii teilgenommen. Wie waren Ihre Eindrücke und was nehmen Sie an lessons identified mit?
Die diesjährige Teilnahme am weltgrößten Marinemanöver Rim oft the Pacific, kurz Rimpac, mit 39 Schiffen und 29 beteiligten Nationen war ein einer der operativen Höhepunkte, allein schon aufgrund der Anzahl der eingebundenen Schiffe und Flugzeuge sowie der 25 000 teilnehmenden Soldatinnen und Soldaten. Wir unterstreichen hiermit unsere Solidarität und Verbundenheit mit den Anrainerstaaten im indopazifischen Raum beim Eintreten für den Erhalt der internationalen regelbasierten Weltordnung sowie für freie weltweite Seeschifffahrtswege und senden politisch mit der Teilnahme zweier Schiffe beim zweiten IPD ein besonders starkes Signal.
Das sogenannte partnering, also die Zusammenarbeit mit verschiedensten Nationen außerhalb der klassischen NATO-Nationen ist herausfordernd, aber auch gewinnbringend zugleich. Herausfordernd, weil es darum geht, schnellstmöglich gemeinsame Einsatzgrundsätze und -verfahren zu entwickeln, um einen Auftrag zu erfüllen, gewinnbringend, weil der Erfahrungsaustausch mit anderen Marinen neue Erkenntnisse in Bezug auf Seekriegsverfahren mit sich bringt. Hierdurch wurde die Interoperabilität vor allem mit Nicht-NATO-Marinen maßgeblich gesteigert und über die Dauer der Übung verstetigt. Darüber hinaus festigten wir unsere Partnerschaft im indopazifischen Raum auch über persönliche Kontakte. Hierfür boten die Liegezeiten in den verschiedenen Häfen gute Gelegenheiten.
Welche Bedeutung hatten die ergänzenden bilateralen Übungen mit den Partnernationen im Indopazifik? Im Jahr 2021 war bereits die Fregatte Bayern im Indopazifik präsent. Konnten die Besatzungen des IPD 24 auf diese Erfahrungen aufsetzen und die Zusammenarbeit weiter ausbauen?
Deutschland ist ein verlässlicher und gesuchter Kooperationspartner im Indopazifik. Wir haben große Wertschätzung durch unsere internationalen Partner erfahren. Wann immer sich die Möglichkeit ergab, nutzten wir die Gelegenheit zu bilateralen Übungen mit ihnen auf der Route, zumeist vor oder nach den Hafenaufenthalten. Im Schwerpunkt fanden Verbandsstationierungs- beziehungsweise Wachoffizier-Fahrübungen, Seeversorgungsmanöver sowie Überwasser- und Flugabwehrmanöver statt. Darüber hinaus kamen Bordhubschrauber zum Einsatz, und einzelne Besatzungsangehörige wurden zwischen den Schiffen per Speedboot für einen Ausbildungstag ausgetauscht und konnten so ihren persönlichen Horizont erweitern.
Intensiv haben wir beispielsweise mit den Marinen von Japan, Südkorea, Indonesien, Singapur, Malaysia und Indien geübt. Teilweise konnten wir dabei auf die Ergebnisse der bereits 2021 erfolgten Übungen mit Fregatte Bayern aufbauen und diese auf einem höheren Level fortsetzen. Darüber hinaus konnten bei erstmaligen Hafenbesuchen neue Partnermarinen gewonnen und die Grundlagen gelegt werden für zukünftige Indo-Pacific Deployments.
In den einzelnen Manövern traten selbstverständlich Unterschiede in Bezug auf materielle Rüststände der Schiffe in Bezug auf Waffensysteme, Sensorik und Ausbildungshöhen, aber auch operationelle und taktische Verfahren auf. Hier halfen ein Austausch und die Definition eines gemeinsamen Abholpunkts, auf dem dann im weiteren Verlauf der verschiedenen Einzelübungen aufgebaut werden konnte. Glücklicherweise war es bei diesem IPD leichter als 2021 unter Covid-Bedingungen, da der Landgang uneingeschränkt möglich und Face-time-Meetings zu operativen Vorbereitungen nicht eingeschränkt waren.

Bundeskanzler Olaf Scholz mit Besatzungsangehörigen im indischen Hafen Goa, Foto: Bw/Leon Rodewald
Herr Flottillenadmiral Schulz, Sie haben den Verband in Singapur mit einem lachenden und einem weinenden Auge verlassen. Dabei sagten Sie, dass Sie sehr gern mit dem Einsatzgruppenversorger Frankfurt am Main in Wilhelmshaven eingelaufen wären. Welche Emotionen löst es in Ihnen aus, beinahe einmal um die Welt gefahren zu sein?
Sicherlich wäre ich gerne mit der Besatzung der Frankfurt am Main und dem Heimatwimpel im Mast in Wilhelmshaven eingelaufen. Aber letztlich bin ich dankbar, dass ich überhaupt die Möglichkeit hatte, diese außergewöhnliche Mission und diese Kampfgemeinschaft führen zu dürfen. Auch in diesem Zusammenhang spreche ich gerne von einer Once-in-a-lifetime-Erfahrung, die nur wenigen meiner Kameradinnen und Kameraden in der Marine während ihrer gesamten Dienstzeit zuteil werden durfte. Einmal um die Welt zu fahren, in New York mit dem Schiff von Europa kommend einzulaufen, den Panamakanal zu passieren, zwei Ozeane zu durchfahren, am größten Marinemanöver der Welt vor Hawaii teilzunehmen und viele verschiedene asiatische Metropolen wie Tokio, Seoul und Singapur kennenzulernen, schafft grandiose Erinnerungen und wäre schon was gewesen. Diese Eindrücke werden auch die maritime DNA der über 200 eingeschifften Offizieranwärterinnen und -anwärter prägen und sie zeitlebens davon zehren lassen.
Für mich persönlich führen mich meine Aufgaben nun als Stellvertretender Abteilungsleiter in die Personalabteilung des Bundesministeriums der Verteidigung nach Bonn. Das erforderte eine frühere Rückkehr nach Deutschland. Aber man sollte immer dann gehen, wenn es am schönsten ist und man eigentlich noch bleiben wollte.
Gleichzeitig gilt es aber auch festzustellen, dass unsere wiederholte Präsenz im Indopazifik neben dem Haupteinsatzgebiet der NATO-Nordflanke die Bereitschaft Deutschlands demonstriert, zusammen mit den Wertepartnern Verantwortung zu übernehmen und für die internationale regelbasierte Weltordnung und die Freiheit der Schifffahrtswege einzutreten. Ganz im Sinne des Leitmotivs des Inspekteurs der Marine, Vizeadmiral Jan C. Kaack: Regionally routed – globally committed.
Wie war es denn für Sie, Herr Flottillenadmiral Risch, den IPD-Verband relativ kurzfristig in Singapur übernehmen zu dürfen?
Es war mir eine große Freude und Ehre zugleich, die Aufgabe als Verbandsführer des IPD-24-Verbands von Flottillenadmiral Schulz in Singapur zu übernehmen zu dürfen und diesen nach Europa zurückzuführen. Mein Ziel war es, die erfolgreiche Arbeit meines Vorgängers fortzusetzen. Die bilateralen Übungen mit den Partnernationen in See sowie die Kontakte zu den entsprechenden Marinen im Hafen konnten genutzt werden, um das gegenseitige Verständnis für die Fähigkeiten der jeweiligen Partner zur erhöhen und eine Vertrauensbasis für zukünftige Unternehmungen aufzubauen oder zu vertiefen.

Flottillenadmiral Helge Risch im Gespräch mit Kanzler Olaf Scholz und Außenministerin Annalena Baerbock, Foto: Bw/Leon Rodewald
Ich habe großen Respekt und bin stolz auf die hohe Einsatzbereitschaft, die Professionalität und die Begeisterung der jeweiligen Besatzungen und des Stabes, die auch unter den Bedingungen des tropischen Klimas allen Belastungen gewachsen waren und die hohe Taktung von Manövern in See sowie der repräsentativen Aufgaben im Hafen herausragend gemeistert haben. Insbesondere der Besuch des Verbands durch unseren Bundeskanzler im indischen Hafen Goa wird mir in Erinnerung bleiben. Er wurde von allen Angehörigen des Verbands als ein Zeichen des Respekts und der Wertschätzung unserer höchsten politischen Führung für die erfolgreiche Durchführung des IPD 24 gewertet.
Zufrieden bin ich auch mit der schiffsinternen und verbandsgemeinsamen Ausbildung auf dem beinahe fünfwöchigen Rücktransit rund um Afrika, von Goa in Indien nach Rota in Spanien. Hier gelang es, die Besatzung Charlie der Fregatte Baden-Württemberg im internen und äußeren Gefecht auf ihren unmittelbar anschließenden Unifil-Einsatz vorzubereiten und gleichzeitig mehrere Hubschrauberpiloten für Decklandungen in See bei Tag und Nacht mit dem Sea Lynx zu qualifizieren.
Nach nunmehr rund 42 Dienstjahren hat es mich persönlich besonders gefreut, gegen Ende meiner Laufbahn in der Marine noch einmal die gelebte Kameradschaft an Bord zu erfahren und Teil einer Kampfgemeinschaft zu werden, die uns als Marinesoldaten auszeichnet und uns von den Kameraden der anderen Teilstreitkräfte unterscheidet. Es ist schön zu sehen, dass sich bei allem notwendigen Wandel manche Dinge nicht ändern!
Herr Flottillenadmiral Schulz, welche Empfehlungen möchten Sie aussprechen?
Insgesamt bin ich jetzt, wo der Auftrag erfüllt ist, sehr stolz darauf, diesen zwischenzeitlich mehr als 400 Köpfe starken maritimen Kampfverband als Seebefehlshaber geführt haben zu dürfen. Hier von der Pier aus, mit inzwischen zwei Monaten Abstand, blicke ich immer noch hoch zufrieden auf die letzten Monate zurück. Die Mission des IPD 24 ist erfüllt. Die Entsendung zweier Marineschiffe hat nicht nur die internationale Wahrnehmung der Deutschen Marine erhöht, sondern auch unsere weltweite Einsatzfähigkeit eindrucksvoll bewiesen. Eine Verstetigung der Präsenz der Deutschen Marine im Indopazifik – wie in den Leitlinien zum Indo-Pazifik der Bundesregierung formuliert – idealerweise wieder mit zwei Schiffen, sofern es die Gesamtauftragslage und der Klarstand der Flotte zulassen, wäre sicherlich zielführend. Eine regelmäßige Teilnahme an bilateralen und multinationalen Übungen mit unseren Partnermarinen – gerade am Manöver Rimpac – wäre gerade mit Blick auf die operativen Fähigkeiten sehr gewinnbringend und könnte zum weiteren Ausbau der Interoperabilität und somit zur Sicherheit der internationalen Schifffahrtswege beitragen.
Meine Herren Admirale, ich danke Ihnen sehr für das Gespräch.
Fregattenkapitän Alexander Gottschalk war Public Affairs Officer des Indo-Pacific Deployments 2024.










0 Kommentare