Even before the start of the Second World War, Germany began building aircraft carriers. However, the design was oversized and the operational concept was not fully developed.
France recently announced initial data on the configuration of its new aircraft carrier. Politicians and the military are fully convinced that billions should be invested in such an armaments project. "All the major naval powers are renewing or acquiring this capability," says the Ministry of Defence in Paris. It refers to forecasts that the global number of aircraft carriers will increase from 28 today to 36 in the 2040s. France has built four aircraft carriers to date. As enthusiastic as the French are about this complex weapon system, Germany is unhappy about it. Germany has only tried its hand at building an aircraft carrier once. The history of the Graf Zeppelin in Nazi Germany is a prime example of failed armament.
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Bereits die Namensgebung wirkt wie ein schlechtes Omen. Zeppeline waren der Grund, warum das Deutsche Reich zum Nachzügler bei Flugzeugträgern wurde. Deren Entwicklung gewann kurz vor dem Ersten Weltkrieg an Fahrt bei den Seemächten Japan, Großbritannien, Frankreich und den Vereinigten Staaten. Es lockten stark erweiterte Aufklärungs- und Angriffsmöglichkeiten für Flugzeuge. Denn die frühen Modelle flogen nur wenige Hundert Kilometer bei unter fünf Stunden Einsatzdauer. Dieses Bedürfnis, den Aktionsradius im Luftkrieg auszuweiten, hatte Deutschland nicht. Wie kein anderes Land, setzte es auf die militärische Nutzung der Luftschiff-Technologie. Zeppeline operierten tagelang und konnten Tausende Kilometer zurücklegen. Der deutsche Marineoffizier Paul Köppen beschrieb in einer Analyse 1930: „Die Marine besaß zu Kriegsbeginn über Luftschiffe ein Aufklärungsmittel mit so weit reichendem Aktionsradius, dass sie von Mutterschiffen für Flugzeuge unabhängig war.“ Das Kaiserreich errichtete für seine Luftschiff-Flotte ein aufwendiges Netz von Basen von der Nordsee über das Baltikum bis ans Schwarze Meer. Doch die Deutschen hatten auf das falsche Pferd gesetzt: Die rasante Entwicklung der Jagdflugzeuge machte die Zeppeline schon 1916 militärisch wertlos; sie konnten leicht abgeschossen werden und waren aufwendig herzustellen.
Während des Krieges schafften die Alliierten nur improvisierte Flugzeugschiffe über Umbauten. Die deutsche Marine gab sich mit Schwimmflugzeugen zufrieden. Japan stellte mit der Hosho 1922 den ersten richtigen Flugzeugträger in Dienst. Die Westmächte zogen nach. Für Deutschland verbot der Versailler Vertrag die Militärluftfahrt. In der Marine sah man jedoch das Potenzial, in einem kommenden Krieg über flugzeugtragende Schiffe Großbritanniens Nachschubrouten im Atlantik effektiver angreifen zu können. Noch in der Weimarer Republik lief seit 1928 der Aufbau von Marineluftstreitkräften im Geheimen an. Aber erst 1934 begann die Marine mit Vorentwürfen zu einem künftigen Flugzeugträger. Bis dahin hatten die deutschen Seestreitkräfte keine professionellen Vorarbeiten angestellt mittels umfassender Analysen der bisherigen Typen und deren Technik. Der verantwortliche Ingenieur Wilhelm Hadeler erinnerte sich nach dem Krieg: „Unter diesen Umständen erwies es sich als wertvoll, dass ich aus eigenem Interesse, die im deutschen schiffbaulichen Fachschrifttum erschienenen Hinweise gesammelt hatte, soweit sie mir zugänglich waren.“ Hadeler begann also, sich über Fachzeitschriften in den Bau eines Trägerschiffs einzuarbeiten. Ein Jahr später, 1935, schuf das Flottenabkommen mit Großbritannien eine legale Möglichkeit für den Bau deutscher Flugzeugträger. Dem Deutschen Reich standen nun 35 Prozent der britischen Flugzeugträgertonnage zu. Das waren zwei Trägerschiffe.
Sofort beauftragte die Marine einen Entwurf. Das Problem, das nun aufkam: Der Nachzügler Deutschland war voller Hast und setzte eine stümperhafte Rüstungsplanung in Gang. Obwohl Flugzeugträger zu den komplexesten Waffensystemen gehören, sollten sofort beide Trägerschiffe gebaut werden. Noch Ende 1935 erging der Auftrag an Werften für die Flugzeugträger A – die spätere Graf Zeppelin – und B. Dabei hatte das deutsche Militär keinerlei Erfahrung mit diesem Schiffstyp. Zahllose Fehlannahmen und bauliche Schwächen waren absehbar. So stellten sich auf der Werft die Räume für die Dampfkessel als zu klein heraus. Schotten mussten durchbrochen werden, was die Gefahr bei Wassereinbrüchen erhöhte. Sinnvoll wäre es gewesen, erst zügig einen Flugzeugträger aufzulegen; diesen ausgiebig zu testen und dann einen zweiten auf Kiel zu legen, in den Verbesserungen einfließen. Zudem belastete eine generelle Krux das Vorhaben: Die Marineleitung um ihren Oberbefehlshaber Admiral Erich Raeder war begierig, über diese neue Seekriegswaffe zu verfügen, hatte aber noch kein reifes Einsatzkonzept.
Die Stärke von Flugzeugträgern liegt darin, dass sie gezielt das Potenzial von Kampfflugzeugen optimieren und nutzen. Die Planer in der Marine hatten jedoch erst vage Vorstellungen von ihnen als Hilfseinheiten für große Kriegsschiffe. Deren Aufklärungs- und Kampfkraft sollten die Flugzeuge ausweiten. Allerdings erhielt die Graf Zeppelin auch starke Schiffsartillerie nebst Panzerung. Das trieb das Gewicht massiv nach oben. Trotzdem kam auch die ambitionierte Forderung von bis zu 36 Knoten Geschwindigkeit. So zügig sind nicht einmal heutige Fregatten unterwegs. Diese Komposition zeigt, wie die Deutschen ihre zwei Flugzeugträger einsetzen wollten: Sie sollten im sogenannten „Kreuzerkrieg“ die Kriegsmarine unterstützen. Ein Konzept für unterlegene Seestreitkräfte. Das sieht vor, mit wenigen schnellen und kampfstarken Kriegsschiffen in die Weite der Ozeane auszubrechen, wo sie schwer aufzuspüren sind. Von dort attackieren sie dann Versorgungsrouten und Stützpunkte des Gegners.
Die aufwendige Konstruktion machte die Flugzeugträger zum Problem für die gehetzte Kriegsrüstung der Nazis. In Marine wie Luftwaffe sahen viele den neuen Schiffstyp als teure Nichts-Halbes-und-nichts-Ganzes-Waffe. Damals wie heute kosten Trägerschiffe abnorme Summen. Nach heutigen Schätzungen hätten die Graf Zeppelin und ihr Schwesterschiff mit Flugzeugen jeweils um die 100 Millionen Reichsmark gekostet. Zur Orientierung: Ein U-Boot des gängigen Typs VII kam auf zwei Millionen Reichsmark in der Herstellung.
Eine Aussprache zu den diversen Vorstellungen gab es nie, so Hadeler in seiner Rückschau „Der Flugzeugträger“ von 1967. Er und seine Planer mussten alle Forderungen in das Vorhaben pressen. Ihre schlussendliche Konstruktion verifizierte die Marine über einen Deal mit den Japanern. Diese erhielten Unterlagen zur Herstellung hochwertigen Panzerstahls; dafür durften die Deutschen einen japanischen Flugzeugträger besichtigen und dessen Fluganlage studieren.
Ende 1936 wurde ein Schiff auf Kiel gelegt, das 250 Meter lang und 27 Meter breit war. Rund 1800 Mann Besatzung samt Piloten waren vorgesehen. 43 Flugzeuge sollte die Graf Zeppelin tragen. Doch gerade der Fokus auf den Hauptaspekt Flugzeuge fehlte. Ingenieur Hadeler vermisste einen „Gegenspieler“ der Luftwaffenseite beim Entwurf, der explizit für die Probleme des Flugbetriebs zuständig war. Das wichtige Zusammenwirken von Marine und Luftwaffe für den Flugzeugträger funktionierte nicht. Die Marine hatte die Verantwortung für das Trägerschiff. Die Flugzeuge samt deren Rüstung waren Sache der Luftstreitkräfte. Dort konnte das aufwendige Hilfsschiffkonzept der Marine kaum überzeugen. Die Luftwaffenrüstung für den Angriffskrieg der Nazis war ausgelastet und Produktionsstrecken für eine überschaubare Anzahl spezieller Trägerflugzeuge freizuräumen kostenintensiv.
Der Marineleitung fiel nichts Besseres ein, als diese ungünstige Ausgangslage mit Hybris-Forderungen zu überspielen. Sie verlangte den Aufbau von Seeluftstreitkräften mit 64 Staffeln zu rund 800 Maschinen. Allein 14 Staffeln davon für die beiden Flugzeugträger. Das waren Planungsdimensionen für entwickelte Flugzeugträger-Marinen wie jene Japans. Für die Luftwaffe unter dem machtbewussten Hitler-Paladin Hermann Göring war es somit ein Leichtes, die Marine auszubremsen. Die Entwicklung eines speziellen Trägerflugzeuges als Aufklärer und Torpedoträger wurde abgebrochen. Die Marine musste mit den beiden deutschen Standardmaschinen planen: dem Jagdflugzeug Messerschmitt 190 und den Sturzkampfbomber Junkers 87. Beide waren über Maße, Gewicht und Fahrwerk ungeeignet für Flugzeugträger.
In der „Trägergruppe 186“ stellte die Luftwaffe Maschinen und Piloten für die Trägerschiffe zusammen. Die Pläne dazu wurden ständig nach unten korrigiert. Kurz vor Kriegsauftakt 1939 waren es dann kümmerliche vier Staffeln. Drei mit Sturzkampfbombern, eine mit Jagdflugzeugen. Mit dem Überfall der Wehrmacht auf Polen war selbst das hinfällig. Göring unterstellte die Staffeln der Luftflotte 2 für den Landkrieg. Fotos zeigen noch drei Jahre später „Stukas“ auf Feldpisten an der Ostfront, die das Wappen der Trägergruppe tragen: Auf einem roten Anker prangt ein blauer Helm mit Riesenschwingen im Nibelungendesign damaliger Wagneropern.
Doch auf dem Ende 1938 vom Stapel gelaufene Flugzeugträger A, nun auf den Namen Graf Zeppelin getauft, sollten Flugzeuge nie zum Einsatz kommen. Die Marinerüstung wurde in der Folge ganz auf den U-Bootbau ausgerichtet. Auf der Dringlichkeitsliste rutschten die Flugzeugträger an letzte Stelle. Ein Jahr nach Kriegsbeginn kamen Bau und Ausrüstung der Trägerschiffe zum Erliegen. Der Schiffskörper B wurde abgewrackt. Die Graf Zeppelin erlebte 1942 noch einen Wiederbelebungsversuch per „Führeranweisung“. Der Hintergrund dazu: Großbritannien zerstörte 1940 mit Hilfe eines Flugzeugträgers einen Großteil der italienischen Flotte bei Tarent. Im Jahr darauf spürten Flugzeuge eines britischen Trägerschiffs die Bismarck auf und beschädigten deren Ruderanlage. So konnte das Superschlachtschiff Nazi-Deutschlands von alliierten Kriegsschiffen gestellt und vernichtet werden.
Diese erfolgreiche Kriegsführung mit Flugzeugträgern machte Eindruck bei der Marine und sie begann, für den Weiterbau der Graf Zeppelin zu lobbyieren. Der Lagevortrag von Marinechef Raeder am 6. Juni 1941 vor Hitler vermerkt: „Durch das Vorhandensein eines eigenen Flugzeugträgers bei der Kampfgruppe Bismarck hätte das Gesamtergebnis ein vollkommen anderes sein können.“ Die Luftwaffe leistete hinhaltenden Widerstand. Doch Hitler war zunehmend angetan. Er wünschte schließlich nicht nur die zügige Vollendung der Graf Zeppelin, sondern sogar weitere improvisierte Trägerschiffe durch Umbauten. Angesichts der beschränkten Werft- und Flugzeugbaukapazitäten war das illusorisch. Zudem hatte die rasante Entwicklung der Kampfflugzeuge die Graf Zeppelin technisch überholt. Die Wiederaufnahme des Projekts absorbierte nur unnütz Planungskapazitäten. Knapp ein Jahr später kam erneut die abrupte Kehrtwende zur totalen Konzentration auf den Bau von U-Booten. Nach Kriegsende versenkten die Sowjets den unfertigen einzigen deutschen Flugzeugträger in der Danziger Bucht.
Seitdem spielen Planungen zu Flugzeugträgern für die deutsche Marine keine Rolle mehr. Allerdings kommt das Thema in jüngster Zeit wieder hoch. Im Zuge des Aufstiegs Chinas gilt maritime Machtprojektion im Indopazifik für die Europäer als zunehmend wichtig. Großbritannien will mit seinen neuen Trägerschiffen dort Präsenz zeigen. Frankreich bewirbt seinen geplanten Flugzeugträger als europäisches Machtmittel. Doch als die jetzige Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer den Vorschlag brachte, Deutschland könne mit Frankreich einen Flugzeugträger bauen, erntete sie vor allem Häme und Spott. Heute wie damals gilt: Die Investition in dieses komplexe Waffensystem lohnt nur mit einer klaren Einsatzstrategie. Die aber hat Deutschland auch heute nicht.
Björn Müller ist freier Fachjournalist für Sicherheitspolitik und Redakteur beim Magazin „Loyal“ des Verbands der Reservisten der Deutschen Bundeswehr.












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