The San Marco will leave the Baltic Sea through the Kiel Canal on 20 June 2023 after Kiel Week, photo: Thomas Nägele

The San Marco leaves the Baltic Sea on 20 June 2023 the Baltic Sea after the Kiel Week through the Kiel Canal, photo: Thomas Nägele

Carrier in mini format

The San Giorgio class has enriched the Italian navy for three decades. A replacement is not to be procured until the 1930s.

In addition to the two aircraft carriers Giuseppe Garibaldi and Cavour, the Italian Navy operates three smaller amphibious units of the San Giorgio class, which can be deployed in a variety of ways. Two ships - the San Giorgio and the San Marco - were put into service with the Marina Militare in 1988/89. A third ship with a slightly modified design named San Giusto followed in 1994.
Mit Abmessungen von 133 Meter Länge, 20,5 Meter Breite, einem Tiefgang von 5,25 Meter und einer Verdrängung rund 8000 Tonnen bei voller Beladung sind die Schiffe der San-Giorgio-Klasse sehr kompakt. [ds_preview]Die Einheiten sind als amphibische Transportdocks des Typs Landing Platform Dock (LPD) klassifiziert, entsprechen in ihrer Aufgabenstellung aber eher einer „Miniversion“ der Hubschrauberträger der amerikanischen Wasp-Klasse.

Die San Giorgio tauchte erstmals 1980 in den Planungsdokumenten der italienischen Marine auf, wurde 1986 genehmigt und am 5. März 1984 bei Fincantieri geordert. Die nachfolgende San Marco wurde am 26. März 1985 mit Finanzmitteln des italienischen Katastrophenschutzes in Auftrag gegeben. Diese zweite Einheit ist speziell für die Bewältigung von humanitären Hilfseinsätzen ausgerüstet und verfügt über umfangreichere medizinische Einrichtungen als ihr Schwesterschiff. Beide Schiffe wurden in Riva Trigoso und Muggiano gefertigt und sind im Marinestützpunkt Brindisi beheimatet.

Im November 1990 wurde das dritte Schiff, die San Giusto, autorisiert und im März 1991 ebenfalls bei Fincantieri bestellt. Die San Giusto kann im Kriegsfall die gleichen Aufgaben wie ihre beiden Schwesterschiffe übernehmen, in Friedenszeiten fungiert sie allerdings hauptsächlich als Schulschiff der italienischen Marineakademie in Livorno. Sie ist ebenfalls stationiert im süditalienischen Brindisi. Da die San Giusto einige bauliche Veränderungen, darunter eine deutlich breitere Insel, größere Rumpfzugänge sowie Rampen und eine Auslegung des Flugdecks mit sechs statt vier Landepunkten hat, wird diese dritte Einheit mitunter als separate Schiffsklasse eingeordnet.

Vor der Küste von Klaipeda in Litauenführen multinationale amphibische Kräfte von der San Marco aus amphibische Operationen im Juni 2023 durch, Foto: US Navy

Vor der Küste von Klaipeda in Litauen führen multinationale amphibische Kräfte von der San Marco aus amphibische Operationen im Juni 2023 durch, Foto: US Navy

Die San-Giorgio-Klasse wird von zwei Dieselmotoren GMT A 420.12- von Grandi Motori Trieste mit je 6264 Kilowatt Leistung angetrieben, die auf zwei Verstellpropeller wirken und den Schiffen eine Höchstgeschwindigkeit von 21 Knoten verleihen. Eine Bugstrahlruderanlage ist ebenfalls installiert. Über die Heckklappe kann das 20,5 × 7 Meter messende Welldeck im Bauch des Schiffes geflutet und mittels eines beweglichen 40-Tonnen-Brückenkrans drei mitgeführte, 18,5 Meter lange Landungsboote zu Wasser gelassen werden. Neben der 180 Personen starken Besatzung können zusätzlich noch 350 Marineinfanteristen eingeschifft werden.
Es stehen Kapazitäten zur Mitnahme von bis zu 30 mittelschweren Kampfpanzern oder 36 gepanzerten Fahrzeugen zur Verfügung. Die beiden ersten Einheiten der Schiffsklasse können zwei kleinere, 13 Meter lange Landungsboote in Rumpföffnungen auf der Backbordseite transportieren. Die dritte Einheit hat sogar Platz für drei Boote dieses Typs, die allerdings im Freien an Backbord gelagert werden.

Helos auf dem Oberdeck

Die beiden ersten Schiffe wurden zwischen 1999 und 2001 größeren Umbaumaßnahmen unterzogen. So wurden die 76-Millimeter-Bordgeschütze entfernt und die Flugdecks nach vorne verlängert. Auf der Backbordseite der Flugdecks wurden Plattformen zur Aufnahme zusätzlicher Helikopter installiert. Ursprünglich verfügten die Schiffe über Bugtüren, die während des Umbaus entfernt wurden – dadurch verloren die Schiffe die Möglichkeit, eine direkte Strandlandung, wie sie auch die Tanklandungsschiffe des Zweiten Weltkriegs vermochten, durchzuführen.

In den seitlichen Einbuchtungender San Marco können zwei kleine Landungsboote des Typs LCVP transportiert werden, Foto: Thomas Nägele)

In den seitlichen Einbuchtungen der San Marco können zwei kleine
Landungsboote des Typs LCVP transportiert werden, Foto: Thomas Nägele)

Im gleichen Zug wurden die technischen Einrichtungen für den Flugbetrieb verbessert, der seitdem auch bei Nacht durchgeführt werden kann. Sämtliche mitgeführten Helikopter – beispielsweise der AgustaWestland AW-101 für U-Jagd, elektronische Aufklärung oder die Unterstützung von amphibischen Landungsoperationen, oder der Agusta Bell AB-212 für die U-Jagd – werden an Deck gelagert und nicht im 100 × 20,5 Meter messenden Fahrzeughangar. Das Flugdeck kann aus dem Schiffsinneren über einen 13,5 × 3,5 Meter großen, 30 Tonnen tragenden Fahrstuhl und einen 16-Tonnen-Kran erreicht werden. Die dritte Einheit San Giusto verfügt im Gegensatz zu den vorherigen Schiffen über einen Taxiway, über den die Landezone des vorderen Flugdecks mit der hinteren verbunden ist. Als einzigem Schiff ist ihr das 76-Millimeter-Geschütz am Bug erhalten geblieben.

Nach der Elimination des 76-Millimeter-Bordgeschützes sind die beiden ersten Schiffe nur noch mit zwei Maschinenkanonen MK 25 Millimeter L/90 von Rheinmetall Defence und zwei 12,7-Millimeter-Maschinengewehren bewaffnet. Zur elektronischen Ausstattung der San-Giorgio-Klasse zählen ein Suchradar SMA MM/SPQ 702, ein Navigationsradar GEM Elettronica MM/SPN-760(V)1 (X/Ka-Band) und ein Feuerleitradar Selex ES RTN-10X sowie eine Elettronica ECM/ESM-Suite INS-3 zur elektronischen Kriegsführung. Die San Giusto ist zusätzlich mit einem Führungs- und Waffeneinsatzsystem IPN-20/SADOC-2 Combast mit zwei Multifunktionskonsolen und vier Einzelfunktionskonsolen ausgestattet. Die Systeme können sich über Link 11 mit anderen schwimmenden oder fliegenden NATO-Einheiten verbinden.

In den zurückliegenden Jahrzehnten waren die drei Einheiten der San-Giorgio-Klasse an zahlreichen humanitären Einsätzen und Stabilisierungsmissionen, beispielsweise am Horn von Afrika bei der Pirateriebekämpfung, bei amphibischen Landungen im Libanon 2006 oder bei der Ausbildung der libyschen Küstenwache ab 2016 beteiligt.

Blick von der Insel der San Marcoauf den hinteren Teil des Flugdecks, Foto: Stefan Ulsamer

Blick von der Insel der San Marco auf den hinteren Teil des Flugdecks, Foto: Stefan Ulsamer

In den 2030er-Jahren sollen die drei Einheiten durch drei neue amphibische Angriffsschiffe ersetzt werden, die aber nicht über ein durchgehendes Flugdeck verfügen und damit eher mit der amerikanischen San-Antonio-Klasse vergleichbar sein sollen.
Im Juni 2023 nahm die San Marco am US-geführten NATO-Seemanöver Baltops teil, machte im Anschluss im Marinehafen Kiel fest und war damit eine der Hauptattraktionen der Kieler Woche.

Dieser Beitrag erschien erstmals in Navy Ops Band 11.

Stefan Ulsamer is a freelance journalist specialising in marine technology.

Stefan Ulsamer

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