The American sailor Charles French saved the lives of fifteen comrades in 1942. It was not until 80 years later that his heroic deed received the recognition it deserved.
Nahe der Salomoneninsel Guadalcanal versenken japanische Kriegsschiffe in den frühen Morgenstunden des 5. September 1942 den amerikanischen Truppentransporter USS Gregory. Ein Rettungsfloß mit 16 Überlebenden driftet ohne Antrieb und Ruder auf eine japanisch besetze Insel zu. Ensign Robert Adrian warnt seine Männer vor der drohenden Gefangennahme. Matrose Charles J. French, der als einziger Floßinsasse nicht verwundet ist, zieht spontan seine Uniform aus und bindet sich ein Seil um die Taille.[ds_preview] Mit der Aufforderung an Adrian, ihm laufend die Richtung zu weisen, springt er ins Wasser und beginnt, das Floß in Richtung offenes Meer zu ziehen. Acht Stunden lang kämpft er gegen die Wellen an, bis ein Aufklärungsflugzeug das Floß sichtet und ein Landungsboot zur Bergung der Männer entsendet.
Vor Ort befindliche Kriegsberichterstatter verbreiteten die Meldung bereits am nächsten Tag. French wurde als „menschliches Schleppboot“ tituliert. Im Oktober nannte Adrian im Rahmen eines Radiointerviews dann weitere Details. So berichtete er, dass es ebenfalls French war, der nach Versenkung des Schiffs die Verwundeten aus dem Wasser barg. Adrian nominierte ihn für das Navy Cross, die höchste Auszeichnung der amerikanischen Marine. Letztendlich erhielt French lediglich ein Belobigungsschreiben des Flottenkommandeurs.
Der Grund für die mangelnde Anerkennung ist bis heute umstritten. Eine These besagt, dass die Navy die Verleihung eines Ordens ablehnte, weil der Kommandant der Gregory für seine Leistung in der fraglichen Nacht nur eine nachgeordnete Auszeichnung erhielt. Eine Verleihung des Navy Cross an eines der rangniedrigsten Besatzungsmitglieder wäre demnach gemäß der damals herrschenden Meinung der Marineführung untragbar gewesen.
Die Alternativthese besagt, dass French aufgrund von Rassendiskriminierung eine höhere Auszeichnung vorenthalten wurde. In den Vorkriegsjahren durften Afroamerikaner lediglich als Köche oder als Bedienstete in der Offiziersmesse (Mess Attendant) bei der US Navy dienen. Als Mess Attendant 2nd Class unterstand Charles French trotz seiner fünfjährigen Dienstzeit bei der Navy protokollarisch sämtlichen weißen Matrosen seines Schiffs. Selbst die Anfang 1942 erlassene Anordnung von Präsident Roosevelt, sämtliche Bordverwendungen für schwarze Rekruten zu öffnen, wurde durch die Führung der Navy als „der Einsatzmoral abträglich“ zurückgewiesen. Erst im Verlauf des Zweiten Weltkriegs – sowie in den ersten Jahren des Kalten Kriegs – wurden Minderheiten nach und nach ihren weißen Kameraden gleichgestellt und die Laufbahnen vollständig für sie geöffnet.
Späte Wiedergutmachung
Zwar wurden mehrere afroamerikanische Matrosen im Verlauf des Zweiten Weltkriegs mit dem Navy Cross und anderen Orden ausgezeichnet, doch stellte eine jüngst vom Pentagon durchgeführte Untersuchung fest, dass der Anteil der Ehrungen nicht im Verhältnis zur Leistung der schwarzen Matrosen stand. Die Navy versucht nun gezielt, dieses schwarze Kapitel ihrer Geschichte aufzuarbeiten.
Hierbei wurde auch die Personalakte von Charles Jackson French wieder geöffnet. „Ich will nicht versäumen anzuerkennen, dass Charles French zu einer Zeit diente, in der unsere Streitkräfte und unsere Gesellschaft durch Vorurteile und Diskriminierung geprägt waren“, erklärte Captain Ted Carlson, Kommandeur der Naval Base San Diego am 23. Mai 2022. Carlsons Aussage erfolgte im Rahmen der posthumen Verleihung der Navy and Marine Corps Medal an French. Der Orden wurde im Beisein seiner Hinterbliebenen feierlich übergeben. Gleichzeitig wurde eine zur Ausbildung von Rettungsschwimmern genutzte Schwimmhalle auf dem Marinestützpunkt San Diego nach French benannt.
Im Januar 2024 schließlich gab Marine-Staatssekretär Carols Del Toro bekannt, dass der zukünftige Lenkwaffenzerstörer DDG-142 nach Charles J. French benannt wird. Die Kiellegung des Schiffes der Arleigh-Burke-Klasse ist für 2027 geplant; die Auslieferung an die Flotte soll 2031 erfolgen.
Sidney E. Dean












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