The war in Ukraine continues to dominate the agenda of the German armed forces and navy. At the 26th naval workshop in Linstow, procurement times will take centre stage as a decisive factor.
Vom 23. bis 25. September trafen sich Experten aus Marine, Industrie und Forschung zum Marineworkshop der Deutschen Gesellschaft für Wehrtechnik unter dem Motto „Kriegstüchtigkeit – was bedeutet das für uns?“ Wie sich die Zeiten ändern, erkennt man an den Überschriften. Im Jahr 2022 war mit dem Titel „Nutzung in die Zukunft denken: Materielle Einsatzbereitschaft und Zukunftsfähigkeit der Flotte“ die Zeitenwende-Regierungserklärung von Bundeskanzler Olaf Scholz noch nicht abgebildet. Anders auf der Jubiläumstagung 2023, als mit dem Motto „Hoch die Fahrt und hart das Ruder! – Gemeinsam für eine einsatzfähige Marine“ das Motiv zu erahnen war. Der diesjährige Marineworkshop lautete[ds_preview] „Kriegstüchtigkeit – was bedeutet das für uns?“, was wohl als Zitat von Verteidigungsminister Boris Pistorius gemeint war.

Gut besuchte Ausstellungshalle, Foto: hsc
Die letzten drei Marineworkshops fanden statt, während in Europa ein Krieg tobte. Spürt man das? Eindeutig ja, nicht nur an der Rhetorik der Vorträge und dem Titel, auch am Inhalt der Gespräche. Im Interview mit Admiral Igor Kabanenko (siehe marineforum Heft 10-24) wurde deutlich, welchen Stellenwert inzwischen Drohnen beziehungsweise unbemannte Systeme haben, Masse zählt, das sagte auch Konteradmiral Christoph Müller-Meinhard: „Heute sind es billige und in Massen vorhandene Waffen, sie verändern die Art, wie wir Seekrieg führen.“ Diese Systeme sind günstig und in Massen verfügbar, die Produktion in schneller Weise sei insbesondere bei failed states und Terrorgruppen zu beobachten.

Carsten Wibel (A&R, l.) und Holger Schlüter, Foto: hsc
Weiter sagte er: „Der Faktor Zeit ist der entscheidende Faktor.“ Er formulierte fünf Forderungen der Marine: Erstens forderte er realistische Instandsetzungsplanung und Termintreue. Zweitens, dass Produkte und Dienstleistungen am Ende das erfüllen, was vorher besprochen wurde. Es gäbe keine Zeit für Nachbesserungen. Drittens bräuchte die Marine bei der Erneuerung der Flotte dringend Termintreue von der Industrie. Viertens sei das Top-Thema der Marine nach wie vor die Munition, hier sieht er einen guten Weg. Fünftens sagte Konteradmiral Müller-Meinhard, der als Vertreter des erkrankten Inspekteurs auftrat, man bräuchte „mehr Linie statt Klasse“ und nannte als Beispiel die 15 verschiedenen Radartypen und 18 verschiedenen Führungs- und Waffeneinsatzsysteme in der Flotte. Als eigenen Beitrag der Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr und auch der Industrie kündigte er an, dass die Deutsche Marine aktuell ein Systemunterstützungszentrum F 126 plane. Der Faktor Zeit sei das Hauptkriterium, so Müller-Meinhard, und zählte mehrere Projekte auf, die schnell vonstattengingen: die kurzfristige Machbarkeitserprobung des Luftverteidigungssystems Iris-T SLM auf der Fregatte 125 und mehrere Erprobungen unbemannter Systeme bei Tests der Wehrtechnischen Dienststelle in Eckernförde.

Austausch am Stand von CAE, Foto: hsc
Zudem hat die Deutsche Marine eine Capability Working Group etabliert, um neue Systeme zu integrieren. Er bezeichnete die Marine als „Spitze des Dreiecks“, welches für ihn aus Forschung, Industrie und der Deutschen Marine bestehe, um gemeinsam die Flotte neu auszurichten.
Mit rund 700 Besuchern war der diesjährige Marineworkshop überaus gut besucht, man hatte im Vorfeld sogar Absagen erteilen müssen, so Generalmajor a.D. Wolfgang Döring bei seiner Willkommensrede.
Holger Schlüter











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