Australia is planning to double the size of its navy. This will create the largest fleet since the Second World War.
The Australian Navy published the details of its new fleet construction plan in February. According to the plan, the navy is to be significantly expanded and modernised. The aim is to maintain the country's ability to deal with regional and global threats to its interests and general security. This includes not least the ability to operate fully within a multinational framework - especially in co-operation with the USA, Japan and European partners - and to contribute to collective protection. At the heart of Australia's defence planning is China's increasingly aggressive posture.
Gegenwärtig stehen sieben Fregatten der ANZAC-Klasse, drei Zerstörer der HOBART-Klasse sowie drei amphibische Kriegsschiffe der BAY- und CANBERRA-Klassen im Dienst der Royal Australian Navy (RAN). In Verlauf der nächsten 20 Jahre soll die Zahl der Einheiten verdoppelt werden, vor allem durch die Einführung von zwei neuen Fregattenklassen sowie von korvettengroßen unbemannten Einheiten. Zusätzlich zur Einführung[ds_preview] neuer Schiffsklassen werden die bereits im Dienst befindlichen Zerstörer mit neuen Waffen, Sensoren und Führungssystemen aufgerüstet. Die ANZAC-Klasse wird hingegen nicht, wie ursprünglich geplant, saniert und modernisiert, sondern im Verlauf der nächsten zehn Jahre schleichend ausgemustert.
Die Hochseeflotte wird künftig in zwei Kategorien unterteilt. Tier 1 bezeichnet die Einheiten mit der höchsten Offensivfähigkeit. Die hier insgesamt neun vorgesehenen Schiffe bilden den Kern der Hochseekriegsflotte.
Die drei Lenkwaffenzerstörer der HOBART-Klasse sind primär für die Flug- und Raketenabwehr optimiert und werden als Air Warfare Destroyers bezeichnet. Die mit 48 Vertikalstart-Silos (VLS) ausgestatteten Schiffe beherrschen allerdings das Gesamtspektrum der Seekriegsführung. Sie werden derzeit aufgerüstet, um die Kampfkraft noch zu steigern. Das aktuell eingesetzte Aegis-Führungssystem wird durch die neueste Version, Baseline 9 genannt, ersetzt.
Der von Kongsberg und Raytheon entwickelte Seezielflugkörper Naval Strike Missile wurde vor Kurzem auf der HOBART-Klasse integriert und erstmalig im Rahmen der Seeübung Rimpac 2024 eingesetzt. Dieses leistungsstrke Waffensystem löst die bislang in 2x4-Konfiguration geführten Harpoon ab. VLS-gestützte Flug- und Raketenabwehrsysteme SM-2 Block IIIC beziehungsweise SM-6 sowie Marschflugkörper des Typs Tomahawk Land Attack Missile (TLAM) zur Bekämpfung von Landzielen werden ebenfalls eingeführt. Ende Juli deutete der Stabschef der australischen Marine, Vizeadmiral Mark Hammond, die Indienststellung der TLAM bis zum Ende dieses Jahres an.
Ein Nachfolger der 7000 Tonnen verdrängenden HOBART-Klasse soll Mitte der 2040er-Jahre gebaut werden. Details des neuen Schiffs sollen bis 2035 festgelegt werden, um den Baubeginn ab 2043 zu ermöglichen, erklärte Admiral Hammond. Bereits jetzt steht fest, dass die neue Klasse auf der Osborne Werft in Adelaide gefertigt werden soll.

Lenkwaffenzerstörer Hobart
und die Fregatte Stuart, Foto: US Navy
HUNTER-Klasse
Ergänzt werden die Zerstörer durch sechs Fregatten der zukünftigen HUNTER-Klasse. Die mit modernsten Einsatzsystemen ausgestatteten Schiffe sollen für U-Jagd, Flug- und Raketenabwehr sowie Seekriegsführung ausgestattet werden. Besonders hervorgehoben werden allerdings die U-Jagdfähigkeiten. Als Grundlage dient das von BAE Systems entworfene Global Combat Ship, das als Typ 26 bei der britischen Royal Navy eingeführt wird. Die von BAE Systems Australia für die Ansprüche der RAN angepasste Ausführung wird auf der Osborne Naval Shipyard gebaut. Der erste Stahl für das Typschiff wurde im Juni 2024 feierlich zugeschnitten. Diese Einheit soll 2034 in Dienst gestellt werden; die Fertigstellung des sechsten und letzten Schiffes ist für 2043 vorgesehen.
Mit 151 Meter Länge und maximal 8800 Tonnen Verdrängung sind die neuen Fregatten größer und schwerer als die Zerstörer der HOBART-Klasse. Der Codlog-Antrieb umfasst eine Gasturbine MT30 von Rolls Royce und vier Dieselaggregate MTU Typ 20V 4000 M53B, die zusammen 27 Knoten Höchstfahrt ermöglichen. Die Einsatzreichweite beträgt 7000 Seemeilen. Der Entwurf des Rumpfs ist darauf ausgerichtet, die Sonarsignatur des Schiffes zu reduzieren.

Konzept eines wahlweise
unbemannten Kriegsschiffs, Grafik: Austal
Die vorgesehenen Führungssysteme umfassen Aegis Baseline 9.0 und das taktische Combat Management System Saab 9LV. Zu den Sensoren zählen das in Australien entwickelte Phasenradarsystem Ceafar 2, das Radarsystem Ceafar-L für die weitreichende Seeraumüberwachung, das Multifunktionsradar Ceafar-S, das rumpfmontierte Sonar Ultra S 2150 und das Schleppsonar Thales 2087. Die Bordbewaffnung umfasst 32 VLS-Silos Mk 41 zur Führung von SM-2, Evolved Sea Sparrow Missiles und TLAMs, 2x4 Naval Strike Missiles, 2x2 U-Jagd-Torpedos MU 90, ein Deckgeschütz Mk 45 mit Kaliber 127 Millimeter sowie je zwei Geschütze Mk 44 Bushmaster II (30 mm) und Phalanx (20mm).

Basis des Entwurfs Alfa 3000 ist die Korvette Tasma, ein gemeinsamer Entwurf von Navantia und Austal, Grafik: Navantia Australia
Jede Fregatte ist darauf ausgerichtet, einen bemannten U-Jagd-fähigen Bordhubschrauber vom Typ MH-60R sowie mehrere unbemannte Flugzeuge und Unterwasserfahrzeuge zu führen. Im flexibel nutzbaren Nutzlasthangar, der mission bay, können ein zweiter Hubschrauber, vier 11-Meter-Festrumpfschlauchboote oder zehn 20-Fuß-Container untergebracht werden. Die Kernbesatzung besteht aus 180 Personen. Unterbringungsmöglichkeiten bestehen für insgesamt 208 Personen.
Unbemannte Ergänzung
Ergänzt werden die Tier-1-Schiffe durch sechs „wahlweise unbemannte“ Einheiten. Die als Large Optionally-manned Surface Vessel (LOSV) bezeichneten Einheiten werden noch entwickelt. Die Entwicklung erfolgt in den USA, wo sie als Large Unmanned Surface Vessel (LUSV) bezeichnet werden. Sechs verschiedene Firmen haben Prototypen präsentiert und bewerben sich um den vollständigen Entwicklungs- und Produktionsauftrag.
Die Einheiten sollen zwischen 60 und 90 Meter lang sein und 1000 bis 2000 Tonnen verdrängen. Sie werden 32 VLS-Silos mit dem gleichen Flugkörperarsenal führen wie die bemannten Kriegsschiffe der Flotte. Obwohl die korvettengroßen Schiffe grundsätzlich unbemannt operieren können, plant die australische Marine, im Normalbetrieb eine Besatzung an Bord zu stationieren. Hierbei ist allerdings festzuhalten, dass zumindest in der amerikanischen Planung nur kleine Besatzungen vorgesehen sind, und dies primär während der ersten Jahre nach der Einführung. Sie sollen nach amerikanischen Aussagen als Rückversicherung dienen für den Fall, dass die Verbindung zwischen dem Führungsschiff und der unbemannten Einheit unterbrochen wird. Auch die Entsendung von Sicherungsdetachements, die ein Entern der Schiffe verhindern sollen, steht zur Diskussion.

Taufe der koreanischen Mehrzweckfregatte Chungnam im April 2023, Foto: Koreanische Marine
Wie dies seitens der australischen Streitkräfte letztendlich gehandhabt wird, bleibt abzuwarten. Fest steht, dass die LOSVs sich trotz einer Besatzung nicht für den unabhängigen Betrieb eignen. Vielmehr werden LOSVs nur im Verbund mit Zerstörern oder mit den Fregatten der HUNTER-Klasse operieren. Dies bewirkt de facto eine Verdoppelung der pro Einsatz zur Verfügung stehenden Flugkörper der bemannten Kriegsschiffe.
Die US Navy geht derzeit von einer Vertragsvergabe für das LUSV im Fiskaljahr 2027 aus. Vorgesehen ist der Baubeginn für die sechs australischen LOSVs erst Mitte der 2030er-Jahre vorgesehen; die Auslieferung der sechsten und letzten Einheit wird erst Mitte der 2040er-Jahre erwartet. Gebaut werden sollen sie auf der Henderson Marinewerft in Perth.
Mehrzweckkmpfschiffe
Ergänzt werden diese Hochleistungsschiffe durch elf Mehrzweckkampfschiffe der zweiten Kategorie, der Tier 2. Um das technische Risiko zu minimieren und die Beschaffung zu beschleunigen, werden nur bereits im Bau befindliche Entwürfe in Betracht gezogen. Fünf Schiffe wurden in die engere Auswahl genommen: die leichte Fregatte ALFA 3000 von Navantia, die Mehrzweckfregatten DAEGU und CHUNGNAM von Hyundai Heavy Industries, das Design MEKO A-200 von Blohm+Voss sowie die MOGAMI 30 FFM von Mitsubishi Heavy Industries. Eine Entscheidung soll 2025 erfolgen, die Produktion bereits 2026 eingeleitet und das Typschiff dann noch vor Ende des Jahrzehnts ausgeliefert werden. Die ersten drei Einheiten sollen in Übersee auf der Werft des ursprünglichen Herstellers gebaut werden, die restlichen Schiffe dann in Perth.

Für Ägypten gebaute Meko A-200, Foto: Thyssenkrupp
Im Februar erklärte Admiral Hammond, dass es sich nicht um leichte Fregatten oder Korvetten handelt: „Diese Schiffe werden eventuell die gleiche Größe wie die ANZAC-Klasse besitzen oder sogar bis zu 50 Prozent größer sein und doppelt so viele Flugkörper führen.“ Hinsichtlich der Bewaffnung ist dieses Ziel weniger anspruchsvoll als es klingt, da die Anzac-Klasse lediglich acht VLS-Silos führt. Hinzu kommen 2x4 Seezielflugkörper in deckmontierten Abschussvorrichtungen.
Der Vergleich der fünf Kandidaten für die Nachfolge ergibt, dass die – seitens des Herstellers oft als Korvette bezeichnete – ALFA 3000 ein wenig kürzer und leichter als die ANZAC-Fregatten ausfällt. Die im Juli vorgestellte Variante New MMF der japanischen MOGAMI-Mehrzweckfregatte wäre hingegen mit 142 Meter Länge und 4880 Tonnen Verdrängung der größte Bewerber. Diese Schiffe übertreffen die ANZAC-Klasse in beiden Kategorien um ein Drittel. Alle fünf Tier-2-Kandidaten besitzen mindestens 16 primär für Flugabwehr gedachte VLS, 2x4 NSM, 2x3 Torpedorohre für den ASW-Einsatz sowie ein Deckgeschütz des Kalibers 76 oder 127 Millimeter.
Die Gesamtausstattung der angebotenen Grundentwürfe wird bei der Beschaffungsentscheidung eine große Rolle spielen, da die australische Marine möglichst wenige Modifizierungen vornehmen will. Der MOGAMI-Klasse werden derzeit die besten Chancen zugesprochen, nicht zuletzt, weil das Schiff – trotz seiner Größe – mit einer 90-köpfigen Basismannschaft auskommt. Schließlich leidet auch die RAN unter Personalmangel.
Die auf U-Jagd, Seezielbekämpfung und Flugabwehr ausgerichteten Mehrzweckkampfschiffe werden auf jeden Fall kleiner und leichter bewaffnet sein als die HUNTER-Klasse. Die Ausstattung mit modernsten Radar- und Sonarsensoren sowie Führungssystemen wird allerdings die Leistung hinsichtlich Seeraumüberwachung und präziser Gefechtsführung gewährleisten. In Friedenszeiten werden sie Präsenzaufgaben und allgemeine Seepatrouillen wahrnehmen und im Kriegsfall eine Verteidigungslinie zwischen den Tier-1-Offensivkräften und den mit dem Schutz der Küstengewässer beauftragten OPVs und Patrouillenbooten bilden.
Sidney E. Dean












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