Concept image of the Argus in action, graphic: Eastern Shipbuilding Group

Concept image of the Argus in operation, graphic: Eastern Shipbuilding Group

U.S. Coast Guard: For coastal areas and the high seas

After a delay of several years, the first ship of the US Coast Guard's newest class was christened.

The christening and launching of the first unit of the US Coast Guard (USCG) HERITAGE class took place on 27 October at the Eastern Shipbuilding shipyard in Panama City, Florida.

Der Name der neuen Klasse reflektiert die Tatsache, dass sämtliche Einheiten nach historischen Schiffen der Küstenwache benannt werden. Die USCGC ARGUS beispielsweise trägt den Namen eines der ersten zehn Zollschiffe der USA. [ds_preview]Diese erste ARGUS diente von 1791 bis 1804. Die 14,5 Meter lange, 48 Tonnen verdrängende Slup hatte eine zehnköpfige Besatzung, deren Bewaffnung aus Musketen, Pistolen, und Äxten bestand. Die Hauptaufgabe bestand in der Bekämpfung von Schmuggel und Zollbetrug. Zur Erfüllung dieses Auftrags wurden einfahrende Handelsschiffe möglichst weit auf See abgefangen, um die Ladung zu kontrollieren, ehe ein Teil der Ware unter Umgehung der Einfuhrsteuern vor der Küste auf Leichter umgeladen werden konnte.

Neben der Bezeichnung HERITAGE-Klasse werden die neuen Schiffe auch als Offshore Patrol Cutter (OPC) und als Maritime Security Cutter – Medium bezeichnet. Die USCG will insgesamt 25 Einheiten der Klasse erwerben, um die seit durchschnittlich 40 Jahren dienenden Medium Endurance Cutter (MEC) abzulösen. Die Gesamtkosten des Programms liegen bei zwölf Milliarden Dollar.

Operativ füllen die Schiffe die Lücke zwischen den großen National Security Cuttern, die autonom Hochsee- und Überseepatrouillen durchführen, und den kleineren Fast Response Cuttern, die in Küstennähe eingesetzt werden. Die mittelgroßen OPCs sind rund 111 Meter lang bei 3700 Tonnen Verdrängung. Sie führen eine Basiscrew von 104 Personen, können aber bis zu 126 Menschen unterbringen. Die zwei Dieselmotoren 16V28/33D STC von Fairbanks Morse ermöglichen eine Einsatzreichweite von 10 200 Seemeilen bei 14 Knoten Fahrt. Die Höchstfahrt beträgt 22,5 Knoten, womit die Schiffe bis zu fünf Knoten schneller sind als die MEC. Die Einheiten können bis zu 60 Tage ununterbrochen auf See verbringen. Rumpf und Bordsysteme sind arktistauglich.

Concept image of the Argus in action, graphic: Eastern Shipbuilding Group

Concept image of the Argus in action, graphic: Eastern Shipbuilding Group

 

Das Einsatzprofil umfasst allgemeine Wasserschutzaufgaben einschließlich Seenot- und Katastrophenhilfe, Polizeiaufgaben wie die Bekämpfung von Drogen-, Waffen- und Menschenschmuggel und das Abfangen von Migranten sowie Einsätze im Rahmen der nationalen Sicherheit einschließlich Einbindung in Navy-Verbände in Übersee – vor allem Zwecks Embargoüberwachung und weiterer polizeiähnlicher Aufgaben. Als Bewaffnung führen die neuen Cutter ein 57-Millimeter- Deckgeschütz Bofors Mk 110, ein 25-Millimeter- Bushmaster-Geschütz Mk 38 Mod 3 mit einem koaxialen 7,62-Millimeter-Maschinengewehr auf dem Dach des Hubschrauberhangars, zwei auf fernbedienbaren Waffenstationen montierte Maschinengewehre Browning M 2 mit Kaliber 12,7 Millimeter sowie Montagevorrichtungen für vier weitere schwere MGs. Zwei Nulka-Werfer Mk 53 Mod 10 sowie das defensive elektronische Kampfsystem AN/SLQ-32C(V)6 zur Erfassung und Störung gegnerischer Radarsignale runden das Eigenschutzsystem ab. Mittschiffs werden drei Over-The-Horizon-fähige Festrumpfschlauchboote geführt. Als Bordhubschrauber kommen MH-60, MH-65 sowie unbemannte Helikopter in Betracht.

Argus voran

Das Konsortium rund um die Eastern Shipbuilding Group erhielt 2016 den  Auftrag zur Entwicklung der OPCs, der Bau wurde 2018 beschlossen. Das Beschaffungsprogramm geriet allerdings in Zeitverzug, sowohl aufgrund technischer Verzögerungen als auch aufgrund von Infrastrukturschäden nach einem Orkan. Die Kiellegung des ersten Schiffs fand erst im April 2020 statt. Die USCG beschloss aufgrund der Verzögerungen, dass Eastern Shipbuilding lediglich die ersten vier Einheiten herstellen wird. Der Auftrag für die restlichen Einheiten wurde 2022 an Austal USA erteilt.

Der Stapellauf der ARGUS gilt als Signal dafür, dass die Einführung der neuen Klasse endlich in greifbare Nähe rückt. Die formelle Indienststellung des Schiffs wird nun im September 2024 erwartet, rund drei Jahre später als ursprünglich vorgesehen. Die Einsatzerprobung des neuen Schiffs wird dann ein weiteres Jahr in Anspruch nehmen, sodass eine volle Einsatzbereitschaft frühestens Ende 2025 zu erwarten ist. Die Auslieferung der nächsten drei Einheiten der Klasse soll zeitlich gestaffelt bis 2026 erfolgen.

Sidney E. Dean

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