If you want to survive in battle today, you need to be able to exchange information in real time - even with units from other nations. A disruptive approach is now being developed for a continuously updated naval command and control capability.
The German Mission Network (GMN) programme harmonises the existing command information systems of the armed forces, aligns them in a service-oriented manner and transfers them to a common platform. This enables the capability for national and multinational mission and operations management.
Mit GMN Seegehend erfolgt hierbei die Umsetzung für die maritime Dimension und der Aufbau des bundeswehrgemeinsamen, führungsebenenübergreifenden, national und multinational interoperablen Informations- und Kommunikationsverbunds auf den Schiffen und Booten der Marine. Damit können Informationen der deutschen, NATO- und Missionsinformationsräume mit Einstufungen bis geheim verarbeitet und[ds_preview] verteilt werden.
Eine notwendige Voraussetzung, um auf dynamische Entwicklungen der Bedrohungslage reagieren zu können, ist, die Möglichkeiten von Software Defined Defence mit agilen Realisierungszyklen zu verwenden. Demgegenüber stehen langwierige, statische Verfahren der Bestandswelt.
Der Bedarf nach multinationaler Interoperabilität wird durch die Umsetzung der Vorgaben des Federated Mission Networking (FMN) in dem jeweils gültigen Spiral Rechnung getragen.
Die Migration hin zu GMN-Konformität hat weitreichende Auswirkungen auf Prozesse, IT-Implementierung und Organisation des IT-Betriebs der Deutschen Marine. Ausgangsbasis für die technische Realisierung sind die (Teil-)Projekte GMN F 126, Satcom Schiffe und GMN 2, in Verbindung mit dem Mobilen Kommunikationssystem der Bundeswehr (MobKommSysBw) sowie weiteren Enabler-Projekten.
Die Informationsübertragung auf seegehenden Einheiten erfolgt im Dreiklang von Satellitenkommunikation, öffentlichem terrestrischen Mobilfunknetz (Public Land Mobile Network, PLMN mit LTE oder 5G) und Landanschluss im Hafen.
Federführend für die Satellitenkommunikationsanlagen ist das Projekt Satcom Schiffe, wobei neu zulaufende Klassen wie die Fregatten 126, die Flottendienstboote und die Betriebsstoffversorger bereits über die entsprechende Ausstattung verfügen werden. GMN 2 stellt die Führungsfähigkeit der Marine am Standort Rostock mit dem Führungszentrum der Marine (FüZ M) auf Basis serviceorientierter IT national und multinational bis Ende 2025 sicher. Die bislang in Eigenregie der Marine realisierte Weitverkehrsanbindung seegehender Einheiten (Maritimes Offenes Transportnetz, Motran) wird durch das querschnittlich in die Bundeswehr eingeführte Mobile Kommunikationssystem der Bundeswehr schrittweise abgelöst.
Der Projektanteil GMN F 126 bildet den Nukleus von GMN Seegehend und dient somit als
Blaupause für dessen weitere Entwicklung. Das IT-Service Modul GMN Seegehend wird dann perspektivisch für alle Schiffs- und Bootsklassen bereitgestellt. Der IT-Serviceschnitt GMN Seegehend F 126 stellt die Grundlage dar.
Das Servicemodul GMN Seegehend wird zu einem schiffs- bzw. bootsklassenspezifischen IT-Service Package zusammengestellt. Dieses wird je Sicherheitsdomäne an Bord und in den zugehörigen Landanlagen in sogenannten spezifischen Konfigurationen ausgebracht. Führungs- und Fachinformationssystemanteile seegehender Einheiten werden in allen Sicherheitsdomänen bordseitig autarkiefähig ausgebracht. Dies umfasst Hardware wie Server und Informationssicherheitskomponenten, Core-Services (Infrastruktur-, Plattform- und Management-Services), Community-of-Interest-Services (COI-Services) und Fachanwendungen, die bislang keinem IT-Service zugeordnet wurden, aber von der Marine an Bord benötigt werden.
COI-Enabling Services erfüllen Funktionalitäten, welche durch verschiedene COIs benötigt werden, beispielsweise für Operationsplanung oder Situational Awareness. COI-Specific Services erfüllen spezifische Funktionalitäten der jeweiligen COIs zur Unterstützung von Operationen, Übungen und Routineaktivitäten. Diese COI-Services umfassen den Service für das maritime Lagebild und die Führungsfähigkeit mit dem National Maritime Command & Control Service Bw (NMC2S Bw), Predictive Maintenance mit Big Data und KI (TeManS Bw), das digitalisierte Schiffslazarett als medizinisches IT-Netz (MIT-Netz Service) und die Sensorreichweiten-Simulation (PPPS Bw). Core-Services bieten, unabhängig von der COI, unter Verwendung von Infrastruktur-, Architektur- und Grundbausteinen die allgemeinen technischen Funktionen zur Implementierung von servicebasierten Umgebungen (Virtualisierer, gemeinsam genutzte Server-Komponenten wie Datenbank-, Mail- und Sharepoint-Server). Der Serviceschnitt mit den zugrundeliegenden Softwareanteilen ab Platform Service über COI-Enabling- bis zu COI-Specific Services ist ähnlich wie das Knochengerüst der Aufbau der Applikationsstruktur an Bord. Sinnvoll ausgeprägte Inter-Service-Beziehungen sind wie Muskeln und Sehnen des Knochengerüsts und bringen den Aufbau in Bewegung.
Nicht jede schwimmende Einheit benötigt dabei die Vollausstattung mit DataCenter-Ausprägung, wie sie im Projekt F 126 erarbeitet wird. Trossschiffe und Minenjagdboote beispielsweise können bereits kurzfristig mit einer Initial Operational Capability (IOC) auf Basis des Bundeswehr-querschnittlich etablierten Mission Enabling Service der Bundeswehr (MESBw) ausgestattet werden. Der MESBw dient zur Unterstützung der Einsatz- und Operationsführung auf der strategischen, operativen und taktischen Ebene in allen Führungsgrund- und Fachgebieten für den Einsatz von Streitkräften in nationaler und multinationaler Umgebung unter Einhaltung mandatierter Vorgaben. Um maritime Zusatzmodule ergänzt, ermöglicht er der Marine die Führung seegehender Einheiten auf der Höhe der Zeit.
Die technischen Prozessschritte beinhalten, ausgehend von einem Basis-Software-Release GMN, die Softwareintegration, Tests und den Aufbau eines um marinespezifische Fachanwendungen und IT-Services ergänzten Release GMN Seegehend. Nach Plattform-Integration, Test- und Abnahmeverfahren steht ein klassenspezifisches Release an Bord einer konkreten seegehenden Einheit zur Nutzung bereit.
Die projektübergreifende Koordination aufseiten des öffentlichen Auftraggebers erfolgt in enger Zusammenarbeit mit der Marine, den Integrierten Projektteams der Plattformprojekte sowie auf Rüstungsseite im Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) durch den Koordinator für die maritimen Anteile der Abteilung I.
Ziel ist es, dem Bedarfsträger Deutsche Marine und den Plattformprojekten der Abteilung See des BAAINBw ein IT-Produkt an die Hand zu geben, welches an die Fähigkeiten und Rollen der jeweiligen Schiffs- und Bootsklassen angepasst ist. Die konsequente Umsetzung der oben beschrieben Maßnahmen soll nicht nur eine einheitliche Nutzbarkeit und optimierte Bedienung gewährleisten, sondern auch die Administration an Bord vereinheitlichen. Dadurch werden die erforderlichen Ausbildungsbedarfe reduziert und eine künftig konsequente Weiterentwicklung und Anpassung an sich wandelnde Bedarfe der Marine ist sichergestellt.
Die Bestandsflotte sowie künftig zulaufende Einheiten werden mit einheitlicher, GMN-konformer Hardware und entsprechenden IT-Services ausgestattet. Bedarfsänderungen im Zeitverlauf wird durch regelmäßige Releases, gegebenenfalls weitere IT-Services sowie turnusmäßige Hardwareregeneration Rechnung getragen. Die marinespezifische Forderung nach Autarkiefähigkeit, Redundanz der Kernkomponenten und Bordtauglichkeit in einem „schwimmenden Rechenzentrum“ ist sichergestellt.
Der Betrieb im IT-System der Bundeswehr ist in Verantwortung vom Systemzentrum Digitalisierung Dimension See. Die Grundlage ist durch das Kommando Cyber- und Informationsraum in zentral definierten Prozessgrundlagen und in Anbindung an das Programm GMN als Treiber für architekturelle und technologische Weiterentwicklungen gegeben und wird damit vom Releasebau über Test- und Freigabeprozesse bis zum Roll-out an Bord durchgängig sichergestellt. Aktuelle Betriebs- und Ausbildungsaufwände werden effizienter und leisten einen Beitrag dazu, knappes Personal optimal einzusetzen. FMN-Konformität ermöglicht die Interoperabilität im multinationalen Umfeld und damit eine schnelle Integration sowie Anbindung von IT-Systemen militärischer und ziviler Partner.
GMN Seegehend ist von hoher Bedeutung für die Deutsche Marine, um eine kontinuierliche und stets aktuelle Führungsfähigkeit sicherzustellen. Es stellt einen weiteren Meilenstein in Richtung eines bundeswehrgemeinsamen, Führungsebenen übergreifenden, national und multinational interoperablen Informations- und Kommunikationsverbunds für die Streitkräfte dar. Gerade im Angesicht der aktuellen außenpolitischen Lage und Stärkung einer europäischen sowie transatlantischen Stabilität ist Führungsfähigkeit für die Einsatz- und Operationsführung der Marine und die Kriegstüchtigkeit der Streitkräfte unabdingbar.
Technischer Regierungsdirektor Marcus Bloch und Major Alexander Heil sind tätig in der Abteilung I des Bundesamts für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr.
Marcus Bloch und Alexander Heil













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