: Of the six destroyers of the Daring class (Type 45), only one was operational in 2021 (Photo: BAE Systems)

: Of the six destroyers of the Daring class (Type 45), only one was operational in 2021 (Photo: BAE Systems)

Global Britain in the distance

Budget problems and a lack of foresight thwart the Royal Navy's plans

Der Verteidigungsausschuss des britischen Parlaments hat mit seinem am 14. Dezember des vergangenen Jahres veröffentlichten Bericht „We‘re going to need a bigger Navy“ eine Breitseite gegen die britische Regierung abgefeuert. Darin wurden erhebliche Bedenken und Zweifel hinsichtlich der Größe und Fähigkeiten der Royal Navy erhoben: [ds_preview]Die Marine verfüge über zu wenig Zerstörer, Fregatten, und U-Boote, ihre Offensivfähigkeiten seien begrenzt, es fehle ein Plan für den Ersatz der außer Dienst gestellten Hilfs- und Unterstützungsschiffe, die Anzahl der Kampfflugzeuge vom Typ F-35 sei unklar und die von der Regierung auferlegten Budgetbeschränkungen führten zu gravierenden Problemen im Betrieb der Flotte und zu erheblichen zeitlichen Verzögerungen bei der Beschaffung, Instandsetzung und Wartung der Einheiten. Das untergrabe vor allem die Einsatzbereitschaft der Einheiten. So war 2021 von den sechs Zerstörern der DARING-Klasse nur einer einsatzbereit, die anderen befanden sich in einer zeit- und kostenaufwendigen Werftliegezeit oder hatten technische Probleme. Der Flugzeugträger HMS QUEEN ELIZABETH war 2021 bei seinem Einsatz im indopazifischen Raum auf Begleitschiffe aus den USA und den Niederlanden angewiesen, da eigene Eskorts nicht verfügbar waren. Daher sei die entsprechende eigene Flotte zu vergrößern, damit der Flugzeugträger künftig auch ohne Hilfe von befreundeten Staaten und nur mit eigenen Eskorts operieren könne.

Einschließlich der sechs Zerstörer des Typs 45 befindet sich die derzeitige Anzahl der großen Über-wasserkampfschiffe mit nur 18 Einheiten auf einem historischen Tiefststand. Davon seien aber zahlreiche Einheiten in der Instandsetzung und Wartung. Da die derzeitige Flotte ihre vielfältigen Aufgaben von der Präsenz im indopazifischen Raum über NATO-Verpflichtungen und maritime Sicherungsaufgaben bis hin zur nationalen Verteidigung nicht vollauf erfüllen könne, hat der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses Tobias Ellwood gefordert, die Eskortflotte zu verdoppeln und die U-Bootflotte zu vergrößern. Im Bericht heißt es, insgesamt brauche die Royal Navy mehr Schiffe mit modernsten Technologien und Waffensystemen wie Hyperschall-Raketen. Auch müssen die Offensivfähigkeiten der Schiffe gestärkt werden, denn die vorherigen Regierungen hätten die Verteidigungsbudgets reduziert und damit defensive Fähigkeiten priorisiert. Angesichts der unzureichenden Finanzierung habe die Regierung die Royal Navy gebeten, sich in den nächsten fünf Jahren auf immer älter werdende Schiffe zu verlassen, bis neue Einheiten der Flotte zulaufen. Das aktuelle Schiffbauprogramm sieht die Beschaffung von fünf Mehrzweckfregatten des Typs 31, acht der U-Jagd dienenden Fregatten des Typs 26 und zwei Versorgern, sogenannten Fleet Solid Support Ships, vor, die aber erst gegen Ende des Jahrzehnts in Dienst gestellt werden und dann die älteren Fregatten des Typs 23 ersetzen sollen. Damit werde aber die Anzahl der großen Überwassereinheiten nicht über 19 hinausgehen.

Flugzeugträger HMS QUEEN ELIZABETH im Sueskanal Foto: Royal Navy/Crown Copyright

Flugzeugträger HMS QUEEN ELIZABETH im Sueskanal, Foto: Royal Navy/Crown Copyright

Als Lichtblick werden die beiden neuen Flugzeugträger HMS QUEEN ELIZABETH und HMS PRINCE OF WALES gesehen, letzterer soll Ende dieses Jahres einsatzbereit sein. Beide Träger würden die Kampfkraft der Flotte enorm stärken und sollen ab 2023 vor allem im Rahmen der NATO weltweit operieren. Die Regierung habe zwar versprochen, demnächst den Gesamtumfang der Flotte zu vergrößern, doch der Bericht äußert Zweifel an der erforderlichen Finanzierung und am Zeitplan des Vorhabens.

Dieter Stockfisch

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken

Your email address will not be published. Erforderliche Felder sind mit * markiert

en_GBEnglish