"Berlin-Express" heading for its home port of Burchardkai. Photo: HHM, Ahmadi

"Berlin-Express" heading for its home port of Burchardkai. Photo: HHM, Ahmadi

Hamburg - Hapag-Lloyd's newbuilding programme

Die Reederei Hapag-Lloyd hat Aufträge für den Bau von 24 Containerschiffen vergeben. Zwölf Schiffe für je knapp 17.000 Container und zwölf kleinere Frachter mit etwa 9.000 TEU; Investitionskosten etwa 3,7 Milliarden Euro. Den Zuschlag für den Bau der neuen Flotten haben zwei Werften in China bekommen.

"A cleaner future for shipping" – eine saubere Zukunft für die Schifffahrt – steht in großen Buchstaben auf den 400 Meter langen Containerfrachtern der bereits fahrenden und zukünftig auf zwölf Schiffe anwachsenden Berlin-Express-Klasse (seit 2023, 23.660 TEU, Bauwerften in Asien). Diese können sowohl mit Dieselöl als auch mit Flüssiggas (Dual-Fuel-Motoren) betrieben werden.

Kritik

Der Vorsitzende des NABU Hamburg kritisierte, dass Flüssig-Erdgas trotz einiger Vorteile immer noch Methan sei (80 bis 95 %) und damit ein Treibhausgas. Über einen Zeitraum von 100 Jahren sei Methan rund 30-mal klimaschädlicher als CO2, falls es zum Beispiel bei der Exploration (Gasförderung) oder bei der Verbrennung von fossilem LNG im Motor als Methanschlupf in die Umwelt gelange. Dieser Methanschlupf beschleunige den Treibhauseffekt, werde jedoch kaum dokumentiert, oder gemessen.

E-Fuels

Für die nächste Schiffsgeneration setzt Hapag-Lloyd auf Flüssiggas-Motoren, die zunächst mit Biomethan fahren sollen. Als Alternativ-Kraftstoff käme eventuell auch Ammoniak in Frage. Methanol gilt als sauberer Treibstoff, der sich synthetisch herstellen lässt und mit erneuerbarer Energie erzeugt als "grüner" Kraftstoff gilt. Nach Angaben der Reederei können mit den neuen Antrieben im Vergleich zu den älteren bis zu 95 Prozent der bisherigen CO2-Emissionen eingespart werden.

„Hanoi-Express“. Foto: Hapag-Lloyd

„Hanoi-Express“. Foto: Hapag-Lloyd

Internationaler Player
Wegen der Angriffe von Huthi-Rebellen im Roten Meer ist Frachtraum aktuell knapp und teuer. Die meisten Reedereien nehmen Umwege um das Kap der Guten Hoffnung, wodurch Schiffe länger unterwegs sind. Allerdings sind in Folge der Krise im Roten Meer auch die Frachtraten und die Gewinne der meisten Reeder stark gestiegen.

Mit einer der größten Investitionen in der Firmengeschichte erreicht Hapag-Lloyd einen "bedeutenden Meilenstein", so der Vorstandschef, denn auch der Betrieb mit einer effizienteren Flotte verbessere die Position der Reederei im internationalen Wettbewerb.

Firmenzentrale am Hamburger Ballindamm. Foto: Hapag-Lloyd

Firmenzentrale am Hamburger Ballindamm. Foto: Hapag-Lloyd

Schwächelnde Wirtschaft

Angesicht der beunruhigenden Lage am Wirtschaftstandort Deutschland ist auch die heimische Schiffbauindustrie offensichtlich unattraktiv und wenig konkurrenzfähig. Wenn es kein Umdenken in der Politik gibt und die Rahmenbedingungen damit so bleiben wie sie sind, beispielsweise hohe Energiepreise und überbordende Bürokratie, wird es auch kein Entgegenkommen deutscher oder europäischer Reeder geben. Dann sind Flensburger Schiffbau Gesellschaft (FSG) und FSG-Nobiskrug wiederum nur Vorboten und noch nicht das Ende.

Allerdings

Auch den Reedereien muss klar sein, dass ihre Firmenpolitik zum Sterben der deutschen und europäischen Schiffbauindustrie beiträgt. Sollten also deutsche Firmen, die im asiatischen Raum billiger produzieren lassen, einmal nach Steuergeldern verlangen, sollten Bund und Länder dies nicht vergessen haben.

Quelle: kdk, NDR

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