In a bureaucracy, few things are as persistent as bureaucracy. Now the flood of bureaucracy is to be de-bureaucratised with the help of bureaucratic de-bureaucratisation processes.
The idea came from an office administrator at the Ministry of Defence working from home. She was fed up with emails and her whinging three-year-old, who asked how much money mum got for each email. Bingo! What if administrative action was made subject to a fee?
Verwaltung, Stabsarbeit, Geschäftsordnung? Es soll einheitlich geregeltes Handeln in der Führung von Behörden sichern. Das kann beliebig kompliziert und schlimm kleinteilig sein – in Vorgänge zerlegt. Nennt man auch Prozesse, wer will schon vorgehen? Inhaltlich werden so Entscheidungen zu Grundsatzangelegenheiten, Gesetzesvorlagen und Führung der nachgeordneten Bereiche – wieso eigentlich „geordnet“? – herbeigeführt. Herbeigeführt, nicht getroffen.[ds_preview]
Viele Zuständige generieren ein „mitgezeichnetes“ Papier, was den Vorgesetzten und Vorgesetztinnen vorgelegt wird. Mit der Unterschrift ergeht zumeist ein Auftrag, mit dem der Unterschreiber zum Wollenden in einer ihm bisher unbekannten Sache wird. Wird der erfüllte Auftrag erneut zur Unterschrift vorgelegt, wird er etwas entscheiden, von dem er nicht wusste, dass er es wollen würde. In dieser Willensbildung gibt es Begleitinstrumente wie Anlagen, Hintergründe und Sprechzettel oder auch Besprechungen. Viel Kraft und Zeit geht mit dem unvermeidlichen Gezänk drauf.
Besonders im Verteidigungsministerium, wo juristisch geprägte Verwaltungsmenschen auf pragmatisch-kämpferische Soldaten treffen. Soldaten werden versetzt, Beamte bleiben – was für beide gegenseitig sehr erlösend sein kann. Das ist munterer als in den Ministerien, in denen man sich einheitlicher Mentalität bedient. Gilt im großen Stile auch für ganz Berlin oder Brüssel: Politideen kosten immer Geld und verursachen immer Bürokratie. Nochmal, liebe Volksvertreter: immer! Politiker erschaffen Gesetze, es folgen Posten inklusive Organisation und Büros, wo sie dann nach ihrer Abwahl einen Job kriegen. Ein häufig angewandter Trick, wenn’s nicht recht klappt mit der Führung oder man sich einen Namen machen will, ist Umstrukturierung. Das wird auf Militär- und Beamtenakademien gelehrt, nennt man vulgo Kästchenmalen. Es wird suggeriert, Verwaltungshandeln sei Führung. Das verbrauchte irre Ressourcen – bis jetzt.
Zurück zur Sekretärin: Sie schmuggelte die Idee ins Büro einer Staatssekretärin, als gerade mal wieder „Zustand“ war – irgendwas ist ja immer. Hastig abgezeichnet ging die Vorlage in die Entscheidungswege. Und nun scheint es, so gut unterrichtete Kreise, als Versuch eingeführt zu werden. Es gibt ein bis dato nicht festgelegtes Ressortbudget, heruntergebrochen auf Referate. Das Geld existiert lediglich als virtuelles Guthaben, kennt man vom Sondervermögen. Damit muss jede Abteilung, jedes Referat und jeder Sachbearbeiter auskommen. Vorlagen zur Information oder zu Entscheidungen (1000 €), Kurzmitteilungen (250 €), Sprechzettel (50 €) und Sprechmappen (1500 €) werden budgetiert. Ebenso werden E-Mails berechnet, die Anzahl der Adressaten begrenzt, angeblich pro Adresse 1,50 Euro. Besonders teuer werden angeblich Besprechungen, man hört von bis zu 10 000 Euro für Morgenlagen. Überschreibungen werden möglich sein, eine Art Emissionshandel also. Sparsame Referate kriegen am Ende des Jahres Vorlagen leicht durch, Mitzeichnungen entfallen, Gegendarstellungen sind unbezahlbar und E-Mails werden seltener. Stilübungen sind ein für alle Mal passé, sorry Admirals. Alle werden gleich angesetzt, kein Bonus für besonders belastete Bereiche und stolze 30 Prozent Mehrkosten außerhalb der Regeldienstzeit. Die Kritik der Gremien, deren Arbeit natürlich ausgenommen ist, stößt sich daran, dass Referate, die nicht oder wenig Aktivitäten zeigen, bevorteilt werden. Auch nicht neu. Hochbelastete Referate würden schnell insolvent. Tja.
Das Pilotprojekt startet diesen Monat. Man hört, dass zusätzliche Dienstposten zur Administration der GOKoVo (Geschäftsordnungskostenverordnung) gefordert wurden. Der alte Reflex funktioniert gut am darin geübten ersten Dienstsitz. Und die Sekretärin? Arbeitet angeblich seit Anfang des Monats in einer Beratungsagentur.
Wilhelm Unruh ist freier Publizist und Kenner der Bonner Szene. Sein Bruder Gustl Unruh ist seit 50 Jahren Kolumnist beim marineforum.
Wilhelm Unruh












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