Launch of a Standard Missile 2 from the USS Oscar Austin, photo: US Navy

Launch of a Standard Missile 2 from the USS Oscar Austin, Photo: US Navy

IAMD ranges from ASMD to T/BMD

National and alliance defence is once again becoming the focus of attention at NATO. The ability to defend against approaching missiles in an international network is central to this.
Das Maritime Theater Missile Defence Forum (MTMD-Forum) wurde 1999 auf Initiative der Niederlande, der USA und Deutschlands gegründet. Im Jahr 2004 schlossen sich Australien, Großbritannien, Kanada, Italien und Spanien dem Forum an und bestätigten ihr Engagement durch ein gemeinsamen Memorandum of Unterstanding. 2009 und 2015 folgten die Beitritte von Frankreich und Norwegen, 2016 der Beitritt Dänemarks. Jüngstes und damit zwölftes Mitglied ist seit 2020 Belgien. Sie alle betreiben Einheiten, die im Verband Anti Air Warfare (AAW) oder Ballistic Missile Defense (BMD) durchführen können.[ds_preview]
Zweck des Forums ist es, die Interoperabilität einer maritimen Missile Defence Capability zu verbessern sowie die Integration von maritimen Fähigkeiten im Bereich Air and Missile Defense in bestehenden Joint-and-combined-Strukturen der NATO Integrated Air and Missile Defence (N-IAMD) zu fördern. Das Forum befasst sich mit dem gesamten Spektrum von der Anti-Ship Missile Defence (ASMD) über die Einzelschiff- und Verbandsflugabwehr hin zum Gebietsschutz inklusive der Abwehr ballistischer Flugkörper, der (Theater) Ballistic Missile Defense (T/BMD).
Das MTMD-Forum ist keine internationale Organisation im klassischen Sinne. Es ist eine Organisation, die im Memorandum of Unterstanding Ziele und Arbeitsweise festgelegt hat.
Im Einzelnen sind dies:
- Identifikation, Verifizierung und Korrektur von Interoperabilitätsproblemen
- Modelling und Simulation, Hardware in the Loop (HWIL) und Live-fire-Übungen, darin eingeschlossen sind technische Evaluation und Analyse
- Entwicklung und Bereitstellung von Interoperabilitätsstandards
- Verbesserung des gemeinsamen Lagebilds (Common Tactical Picture, CTP)
- Training von Operationsdienstpersonal in multinationalen Übungen
Die derzeit größten Projekte des Forums betreffen grundsätzlich die drei Handlungsfelder Architekturen, Interoperabilität und (Schnittstellen-)Standards, die durch Modellbildung und Simulation sowie durch prototypische Versuche unterstützt werden. Der Fokus der Aktivitäten im Forum hat sich im Lauf der Zeit durch die Aufnahme weiterer Nationen, neue technologische und operative Schwerpunkte sowie die Entwicklung der Bedrohungslage kontinuierlich gewandelt. Zunächst lag der Schwerpunkt auf technologischer Interoperabilität zwischen den Einheiten der beteiligten Nationen. Dazu kamen grundsätzliche konzeptionellen Überlegungen für die Ausgestaltung eines maritimen Anteils an BMD.
Während der Übung Formidable Shield startet ein SM-2 vom US-Zerstörer Ross, Foto: US Navy/Claire DuBois

Während der Übung Formidable Shield startet ein SM-2 vom US-Zerstörer Ross, Foto: US Navy/Claire DuBois

Nach den beiden großen Beitrittsrunden 2004 und 2009 wurde die Thematik zusätzlich zu den technologischen und konzeptionellen Überlegungen zur maritimen Integrated Air and Missile Defence (IAMD) breiter gefasst. Die bestimmende Frage nach der Interoperabilität kanalisierte die Aktivitäten des Forums in den folgenden Jahren auf die technischen Aspekte einer Force Threat Evaluation and Weapon Assignment. Damit einhergehend folgte die konvergierende Ausrichtung zwischen der technischen und operativen Gewichtung der Aktivtäten innerhalb des Forums. Architekturen sowie Standards des Datenaustauschs wurden weiterentwickelt und die regelmäßigen Teilnahmen an multinationalen Übungen lieferten operative Test- und Trainingsmöglichkeiten.

Die Frage der Interoperabilität ist noch immer der bestimmende Faktor für die Arbeit innerhalb des Forums. Operative multinationale Übungen bleiben weiterhin ein relevanter Baustein, um die Arbeit messbar machen, validieren und verbessern zu können. Dazu nimmt das Forum an internationalen Übungsreihen wie Formidable Shield teil und initiiert eigene Testvorhaben wie die At Sea Demo.
Die Übungsserie Formidable Shield wurde durch die US Navy unter der Leitung der 6. US-Flotte im Jahr 2017 gestartet. Der Kommandeur des Kampf- und Unterstützungsverbands Naval Striking and Support Forces NATO (Strikfornato) koordiniert die operative Durchführung der Übung, deren Mission eindeutig in der Bereitstellung von IAMD und dabei insbesondere BMD für die verbündeten Nationen definiert ist. Formidable Shield findet zu großen Teilen im Atlantik bis zur Küste Schottlands sowie vor Norwegen statt. Die teilnehmenden Nationen unterstützen die Übung mit der Bereitstellung von IAMD-fähigen Überwasser- und Lufteinheiten sowie durch Abstellung von Personal, das in den multinationalen Stab der Übung integriert wird. Formidable Shield findet alle zwei Jahre statt.
Die Übungsreihe wurde ins Leben gerufen, um die Interoperabilität der teilnehmenden NATO-Staaten in einem live firing event unter Nutzung der bestehenden NATO-Kommandostrukturen zu trainieren, neue Doktrinen und Taktiken zu testen und weiterzuentwickeln. Es handelt sich hierbei um die mit Abstand komplexeste IAMD-Übung, in der „live“ Sensoren und Effektoren auf Drohnenziele und simulierte Ziele eingesetzt werden.
Ergänzend dazu führt das Forum die Aktivität ASD durch, in der der Fokus auf technischer Interoperabilität liegt. ASD ist aufgeteilt in die Bereiche Atlantik und Pazifik und wird jedes Jahr alternierend in diesen Bereichen durchgeführt.
ASD und Formidable Shield bieten eine Möglichkeit, um Daten für die Verbesserung der Interoperabilität zwischen den Nationen, aber auch hinsichtlich der Fähigkeitsentwicklung im Allgemeinen zu sammeln.
Die Teilnahme der Deutschen Marine an diesen Übungsserien erlaubt eine regelmäßige Überprüfung der NATO-Konformität der Anlagen und Geräte sowie der Leistungsstandards von Schiff und Besatzung, die richtungsweisend für die weitere Fähigkeitsentwicklung in der Marine sind.

Fregattenkapitän Gilda Prüß ist im Marinekommando Abteilung Planung/Konzeption tätig.

Gilda Prüß

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