There is a lot of movement in the maritime fleet of the Defence Technology Unit 71. Two more multi-purpose boats are due to be delivered in the coming year.
Die Wehrtechnische Dienststelle für Schiffe und Marinewaffen, Maritime Technologie und Forschung, die WTD 71, sieht der Ablösung dreier Boote ihres Fuhrparks entgegen. Am 22. Juli des vergangenen Jahres beauftragte das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) die Fassmer-Werft mit der Herstellung und Lieferung von zwei Messbooten Seeversuche Küste. Sie werden die Plätze der Mehrzweckboote der Klasse 745, Breitgrund und Mittelgrund, und des Sperrwaffenversuchsboots Wilhelm Pullwer der Klasse 741 einnehmen. Die Fähigkeiten der Vorgänger werden auch auf den neuen Einheiten verfügbar sein.[ds_preview]
Bei den neuen Messbooten Seeversuche Küste handelt es sich um zwei baugleiche, nach zivilen Standards konstruierte Boote. Dennoch entsprechen sie den besonderen Anforderungen wehrtechnischer Erprobungen. Zu ihrem Tätigkeitsprofil gehören das Absichern und Bergen von Torpedos im Rahmen von Erprobungen, die Begleitung von U-Booten bei der Flachwassererprobung, der Einsatz autonomer Unterwasserfahrzeuge sowie Tauchereinsätze im Rahmen der wehrtechnischen Untersuchungen von Tauchgeräten und Ausstattungen. Sie sind so ausgelegt, dass die Ausstattung aufgabenbezogen angepasst werden kann. Damit soll eine zielgerichtete Konfiguration der Einheiten ermöglicht werden.
Die neuen Einheiten sollen 2023 zulaufen. Dann werden Breitgrund und Mittelgrund je 35, die Wilhelm Pullwer sogar 58 Dienstjahre auf dem Buckel haben. Die Kosten der angelaufenen Ersatzbeschaffung wurden vom Bundesministerium der Verteidigung im April 2020 mit 46 Millionen Euro angegeben.
Der erste Stahlschnitt erfolgte im April dieses Jahres. Die Kiellegung des ersten Boots wird im Juni oder Juli erwartet. Der verfolgte Entwurf der Fassmer-Werft weist Ähnlichkeiten zur 65-Meter-Yacht aus dem Portfolio des Familienunternehmens von der Unterweser auf.

Grafik: Fassmer/PIZ BAAINBw
Die WTD 71 ist das maritime wehrtechnische Kompetenzzentrum. Themen ihres Aufgabenbereichs Systeme See im Bereich Wehrtechnische Forschung sind die Erforschung und Verfügbarmachung von Werkstoffen, Technologien und technologischen Konzepten für Überwasserschiffe, U-Boote, unbemannte Fahrzeuge und Unterwasserwaffen. Hierzu zählen die Aspekte Führung, Feuerleitung, Sonartechnologien, Signaturen, Standfestigkeit, Durchhaltefähigkeit und maritime Umwelt sowie deren technisch-wirtschaftliche Bewertung. Ihr kommt damit Bedeutung als Erprobungsstelle für Schiffe, Marinewaffen und maritime Technologie zu. Sie unterstützt alle Rüstungsprojekte der Marine, aktuell beispielsweise die in der Entwicklung befindliche Fregatte Klasse 126 und das U-Boot Klasse 212CD. An der Einführung der Fregatte Klasse 125 wie auch an der Beschaffung des zweiten Loses der Korvetten Klasse 130 war sie ebenso beteiligt. So fand die seewärtige Erprobung des Radargerätes TRS-4D für die Fregatten 125 auf dem Erprobungsboot Kronsort der WTD 71 statt. Darüber hinaus unterstützt sie die Fähigkeitsanpassung der Fregattenklassen 123 und 124.
Im Jahr 2020 standen der WTD 71 Mittel für den wissenschaftlichen Bereich in Höhe von 9,4 Millionen Euro zur Verfügung, von denen 4 Millionen für Personalausgaben, 3,7 Millionen für Sachausgaben und 1,7 Millionen für Investitionen aufgewandt wurden. Die neun Liegenschaften der Dienststelle verteilen sich die über ganz Schleswig-Holstein. Für die Erfüllung ihrer Aufgaben verfügt die WTD 71 über neun Seefahrzeuge. Sämtliche Erprobungsboote sowie das Forschungsschiff Planet der Klasse 751 sind im Maritimen Unterstützungszentrum (MUZ) zusammengefasst. Zukünftig werden auch die die beiden neuen Messboote hier eingegliedert.
Zurzeit werden zwei weitere neue Einheiten für die Dienststelle in Eckernförde gebaut. Tamsen Maritim in Rostock erhielt den Auftrag zur Lieferung dieser Arbeitsboote mit den Aufgaben Sichern, Transport und Schleppen (STS). Sie ersetzen die drei Einheiten der Klasse 743 AM 6 (Y1674), AM 7 (Y1675), AM 8 (Y1679).
Bereits im Herbst vergangenen Jahres lief der von Abeking & Rasmussen gebaute Messponton Schönhagen als Nachfolger für die 51 Jahre alte Bundesmessschute zu.
Hans Uwe Mergener












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