400,000 tonnes VLOC NSU "Tubarao" with rotor sails. Graphic: Anemoi Marine Technologies

400,000 tonnes VLOC NSU "Tubarao" with rotor sails. Graphic: Anemoi Marine Technologies

Japan - Large ore ship receives rotor sails

Die japanische Reederei NS United Kaiun Kaisha Ltd. (NSU) und das brasilianische Bergbauunternehmen Vale International SA haben vereinbart, innovative Rotorsegel auf ihren Very Large Ore Carrier (VLOC) zu installieren. So wird der Erzfrachter "NSU Tubarao" (400.000 Tonnen) im September 2025 mit fünf kippbaren Rotorsegeln des britischen Unternehmens Anemoi Marine Technologies ausgestattet. Das Schiff steht seit September 2020 unter einem langfristigen Chartervertrag mit Vale und gehört zur sogenannten Valemax-Klasse.

VLOC NSU „Tubarao“ mit geklappten Rotorsegeln. Foto: Anemoi Marine Technologies

VLOC NSU „Tubarao“ mit geklappten Rotorsegeln. Foto: Anemoi Marine Technologies

Diese Installation stellt einen weiteren Schritt in den Bemühungen der maritimen Industrie dar, den Klimawandel zu bekämpfen und die Treibhausgasemissionen zu reduzieren. Die fünf Rotorsegel sind 35 Meter hoch und haben einen Durchmesser von 5 Metern. Sie sollen den Kraftstoffverbrauch und die CO2-Emissionen um 6-12 % senken.
Rotorsegel sind eine modernisierte Version des Flettner-Rotors und machen sich den Magnus-Effekt zunutze, um Schub zu erzeugen. Vereinfacht gesagt wird durch Druckunterschiede eine Querkraftwirkung (Antriebskraft) erzeugt, die ein rotierender runder Körper (Zylinder oder Kugel) in einer (Wind-) Strömung erzeugt.

Prinzipskizze des Magnus-Effektes eines Rotorsegels. Grafik: Wikimedia - CC BY-SA 3.0

Prinzipskizze des Magnus-Effektes eines Rotorsegels. Grafik: Wikimedia - CC BY-SA 3.0

Das zu den drei weltgrößten Mineralabbau-Unternehmen zählende Minenkonsortium Vale gilt nach Dammbrüchen der Absetzbecken in zweien seiner Erz-Tagebauanlagen (Bento Rodrigues 2015 und Brumadinho 2019, beide in der Region Minas Gerais/Brasilien) als nicht ganz unumstritten. Allerdings macht Vale auch seinen erheblichen Einfluss als Vorreiter bei der Einführung der Rotorsegel-Technologie auf einigen der weltweit größten Erzschiffen geltend. Im Jahr 2021 installierte das Unternehmen fünf kippbare Rotorsegel auf einem VLOC-Neubau, der vom finnischen Rotor-Spezialisten Norsepower Oy geliefert wurde. Im November 2023 gab Vale Pläne bekannt, die 400.000 Tonnen große Valemax-VLOC „Sohar Max“ mit ebenfalls fünf 35 Meter hohen zylindrischen Faltsegeln von Anemoi Marine Technologies auszustatten.

Im August 2024 rüsteten die japanische Mitsui O.S.K. Lines und Vale einen Massengutfrachter der 200.000-Tonnen-Klasse mit zwei Norsepower-Rotorsegeln nach und setzten damit erstmals diese Antriebsunterstützung auf einem Capesize-Massengutfrachter ein. Diese Schüttgutfrachter sind zu groß für die Schleusen von Suez- und Panama-Kanal und müssen somit die Schifffahrtswege um die südlichen Kaps befahren.

Vales Eisenerzschiffe verkehren in der Regel auf den langen Hochseerouten zwischen Brasilien, China und dem Nahen Osten – ideale Bedingungen für das Nutzen von neuen/wiederentdeckten Windantriebs-Technologien, die sich umweltschonend auswirken, gleichzeitig aber auch – wirtschaftlich relevant – die steigenden Kosten fossiler Treibstoffe stabil halten.

Quelle: kdk, gCaptain

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