The laser weapon project for the navy continues after an extremely successful start. The engineers involved are entering uncharted territory - and face new challenges every day.
In 2020, the Federal Office of Bundeswehr Equipment, Information Technology and In-Service Support (BAAINBw) commissioned Arge Hochenergielaser Marinedemonstrator, a joint venture between Rheinmetall Waffe Munition and MBDA Deutschland, to develop and manufacture a laser weapon demonstrator (LWD). The aim was to investigate the state of the art for this new type of weapon system and gain initial experience in its use. The LWD was brought on board the frigate Sachsen in June 2022.
Die fast einjährige Erprobungszeit begann mit Untersuchungen zu Reichweite und Präzision von Radar, optischen Sensoren und Trackingsystem. Letzteres muss für eine erfolgreiche Bekämpfung mit[ds_preview] dem Wirklaser den anvisierten Zielpunkt in großen Entfernungen sicher im Fadenkreuz zu halten, selbst wenn sich Schiff oder Zielpunkt bewegen.
Am 30. August 2022 hieß es dann „first light“ für den Wirklaser. Die Sachsen ging dafür vor der Steilküste des Truppenübungsplatzes Putlos an der Ostseeküste Schleswig-Holsteins in Position. An Land wurden Beschussplatten aufgebaut, die von Bord aus nur mit dem Fernglas ausgemacht werden konnten.
Nun zeigte die Laserwaffe ihre hohe Präzision: Der Laserstrahl traf und beschädigte die Beschussplatten genau dort, wo der Bediener auf seinem Bildschirm den Zielpunkt markierte. Anders als bei Geschossen oder Lenkflugkörpern muss eine Laserwaffe keine ballistische Flugbahn, keinen Windversatz oder Vorhalt berücksichtigen. Es ist eine echte Line-of-sight-Bekämpfung: Genau dort wirken, wo Kamera und Tracking hinschauen. Dies heißt allerdings auch, dass Horizont und Wetter, beispielsweise Nebel, das System begrenzen.
Im Laufe der nächsten Tage und Monate folgten weitere Erprobungen von Sensorik, Trackingsystem und Wirklaser gegen verschiedene Ziele zu Lande, zu Wasser und in der Luft.
Ein zweites Highlight war der Abschuss einer kleinen, handelsüblichen Drohne, die vor der Steilküste in Putlos entlangflog. Der Demonstrator brauchte hierfür nur wenige Sekunden. Waffenlaser funktionieren anders als konventionelle Waffen, welche eine gewisse Flugzeit zum Ziel brauchen und dann nahezu unverzüglich wirken. Der Laserstrahl ist zwar mit Lichtgeschwindigkeit am Ziel, muss dann aber über einen Zeitraum, der dwell time, Energie im Ziel deponieren, um es unschädlich zu machen. Das Besondere war, dass sich sowohl Drohne als auch Wirklasersystem in Bewegung befanden. Zieltracker und Laser haben perfekt miteinander harmoniert und so die für diesen Abschuss erforderliche Präzision ermöglicht.
Tracking einer Drohne, Foto: Bw
Bei einer Testkampagne im Mittelmeer – und bereits bei der Überfahrt dorthin in stürmischer See – wurde das System auf seine Seetauglichkeit geprüft. Dabei musste sich der Laserwaffendemonstrator auch den Herausforderungen des Mittelmeerklimas stellen.
Nach zehn Monaten, über 28 000 Seemeilen, etlichen intensiven Testkampagnen und vielen Laserschüssen stand das Fazit fest: Der Laserwaffendemonstrator hat überzeugt und die an ihn gestellten Erwartungen erfüllt. Die verwendete Technik besitzt somit das Potenzial für ein operatives Laserwaffensystem. Die Voraussetzungen für die Entwicklung eines Hochenergie-Laserwaffensystems für die Bundeswehr sind damit geschaffen.
Ende Februar 2024 wurde die Freigabe für die nächste Projektphase erteilt: die Entwicklung eines Prototyps. Das Gerät wird eine höhere optische Ausgangsleistung haben als der LWD. Dies ermöglicht größere Wirkreichweiten sowie eine Wirkung gegen härtere Ziele. Eine ebenfalls vorgesehene Reduzierung der dwell time kann mit einer höheren Kadenz bei konventionellen Waffen verglichen werden. Zudem werden Sensoren und Trackingsystem ein umfassendes Upgrade erhalten.
Neben den technischen Herausforderungen gibt es auch Arbeit in anderen Disziplinen. So ist es für die Nutzung von Laserwaffen unabdingbar, die Auswirkung der Atmosphäre auf den Laserstrahl und die Wechselwirkung des Laserstrahls mit verschiedenen Materialen zu verstehen. Hierzu wurden durch das BAAINBw mehrere Arbeitsgruppen eingerichtet, um die Expertise von verschiedenen Forschungsinstituten und Bundeswehrdienststellen zu bündeln.
Die Arbeitsgruppen Risikomodelle und Simulationen befassen sich nicht nur mit Fragestellungen der Laserphysik. Ein für das Laserwaffenprojekt wichtiges Arbeitsergebnis sind zwei Computermodelle, die den Einsatz eines Wirklasers und dessen Wirkung auf die Umgebung simulieren: Wohin und mit welcher Intensität wird der Laserstrahl gestreut oder reflektiert, wenn er auf das Ziel trifft? Die Modelle sind essenziell für die Ermittlung von Risiken durch den Wirklasereinsatz für unbeteiligte Dritte genauso wie für das eigene Personal, aber auch zur Planung von Ausbildung und Übungen.
Rechtliche Aspekte
Wie bei allen neuen Waffensystemen, ist eine waffenrechtliche Prüfung notwendig. Neue Waffen dürfen nicht grausamer sein als bereits eingeführte Systeme. Sie dürfen keine inakzeptablen Risiken bergen, weder für Soldaten, noch für unbeteiligte Zivilisten. Zudem müssen neue Waffen im Einklang mit nationalen und internationalen Gesetzen stehen.
Die Nutzung von Lasern als Antimaterialwaffe ist so neu und die Wirkmechanismen so unterschiedlich zu konventionellen Waffen, dass es derzeit keine belastbaren Daten gibt, auf die zurückgegriffen werden kann. Hierbei helfen wiederum die Untersuchungen und Ergebnisse aus den oben erwähnten Arbeitsgruppen.

Schaden an einer Drohne nach wenigen Sekunden
Lasereinwirkung, Foto: Bw
Schiffe der Deutschen Marine operieren oft in internationalen Verbänden. Ein gemeinsames Verständnis zu Laserwaffen ist unerlässlich. Lasersicherheit und Risikomodelle müssen abgestimmt, Grenzwerte für ein akzeptables Restrisiko formuliert und Verhaltensregeln beim Umgang mit Laserwaffen in Ausbildung, Übung und Einsatz vereinbart werden. Daher engagiert sich das Projekt in Kooperationen mit anderen Nationen und in NATO-Arbeitsgruppen.
Die Arbeiten sind also vielfältig, spannend und umfangreich. Bis zur Einrüstung des Laserwaffensystems an Bord des Einsatzgruppenversorgers Bonn vergehen noch Monate. Bis dahin werden die theoretischen Grundlagen und Erkenntnisse ebenso wie die erforderlichen Technologien immer weiter vorangetrieben.
D. Boller ist Mitarbeiter in der Abteilung K des Bundesamts für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr.












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