Im November 2022 hatte die Regierung den Generalstabschef der norwegischen Streitkräfte, General Eirik Kristoffersen, um seine Empfehlung gebeten, wie die Landes- und Bündnisverteidigung künftig organisiert und ausgestattet sein sollten. Das 68 Seiten umfassende Papier wurden im Mai vorgelegt und Anfang Juni veröffentlicht. Es enthält umfangreiche Vorschläge wie eine Aufstockung des Umfangs der Streitkräfte und Verbesserung ihrer Strukturen, vor allem aber eine Verstärkung maritimer Fähigkeiten und der Flugabwehr. Die Einsatzbereitschaft in allen Bereichen sei deutlich zu erhöhen - so deutlich,[ds_preview] dass es einer Verdoppelung gleichkäme!
U212CD
Der Generalstabschef sieht in der Fähigkeit zur Unterwasserkriegführung eine Priorität der Zukunft und möchte die Zahl der zulaufenden U-Boote auf sechs erhöhen. Norwegen hat vier U-Boote U212CD in Deutschland bestellt.

Modell U212CD für Norwegen und Deutschland. Grafik: tkMS
Fertigungsplanung
Die Verträge für die U-Boote U212 Common Design (CD) wurden am 8. Juli 2021 zwischen dem Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr, der norwegischen Beschaffungsbehörde Forsvarsmateriell und dem Auftragnehmer thyssenkrupp Marine Systems (tkMS) unterzeichnet. Das erste neue U-Boot soll 2029 an Norwegen ausgeliefert werden. Die beiden deutschen Boote (Baunummern 3 und 5) sollen 2032 bzw. 2034 ausgeliefert werden. Die beauftragte Werft beziffert das Auftragsvolumen mit rund 5,5 Milliarden Euro. Im Vertrag ist die Option auf weitere Boote für beide Vertragsstaaten vorgesehen.
Fregatten und Standardschiffe
Im Bereich Marine plädiert der Streitkräftechef neben einer Verstärkung der U-Bootwaffe für die Anschaffung von mindestens vier, besser noch sechs neuen Fregatten, damit Norwegen weiterhin kompatibel zur NATO bleiben und einen relevanten Beitrag zum Bündnis leisten könne. In Ergänzung zu den Kampfschiffen sollten vier größere und 16 kleinere Standardschiffe mit modularen Waffen- und Sensorsystemen als kostengünstige Lösung eine ausreichende Präsenz entlang der Küste sicherstellen.
Rüstungskooperation
Käme es zu einer Realisierung dieser Vorstellungen wäre es nicht nur aus militärischer Sicht vorteilhaft für die norwegisch-deutsche Rüstungskooperation.












0 Kommentare