Sea Lynx in special livery for the Tiger Meet, photo: Bw/Cora Mohrdieck

Sea Lynx in special livery for the Tiger Meet, Photo: Bw/Cora Mohrdieck

Roar like a tiger

The Tiger Meet has been an established NATO event for many years. A Sea Lynx from MFG 5 also took part with its striking special livery.

Tiger! Tiger! Tiger! - The battle cry of the participants at the NATO Tiger Meet 2024, which was organised by Tactical Air Wing 51 at Jagel Air Base for the third time this year after 2004 and 2014, will probably ring in the ears of the "NATO Tigers" for a long time to come.

Erstmals in der Geschichte der Deutschen Marine waren in diesem Jahr auch elf Soldatinnen und Soldaten des Marinefliegergeschwaders 5 (MFG 5) aus Nordholz an dieser NATO-Hochwertübung beteiligt, bei der ausschließlich fliegende Verbände, die eine Raubkatze in ihrem Wappen tragen, teilnehmen dürfen. Die dritte Bordhubschrauberstaffel des MFG 5 beteiligte sich mit einem sonderlackierten Sea Lynx Mk 88A und vier Staffelangehörigen sowie sieben Technikern der Technischen Staffel Mk 88 aus dem Geschwader an diesem Event. Die Maschine wurde dazu[ds_preview] von einem Team der Luftwaffe aus Manching in der Woche vor dem Tiger Meet in Nordholz aufwendig lackiert. Eine besondere Lackierung zeichnet viele der teilnehmenden Luftfahrzeuge aus und macht das Event so auch zu einem Pflichtprogramm für Planespotter.

Sea Lynx in special livery for the Tiger Meet, photo: Bw/Cora Mohrdieck

Die Marine übt im Rahmen von Nato Tiger Meet mit Spezialisierten Kräften, Foto: Bw/Cora Mohrdieck

Der Schwerpunkt dieser Großübung liegt auf der Planung, der Führung und dem Einsatz einer großen Anzahl an Luftfahrzeugen mit den verschiedensten Aufgaben. Im Verlauf der zweiwöchigen Übung nehmen die Staffeln abwechselnd die Rolle des Angreifers und des Verteidigers ein. Neben dem direkten Luftkampf werden auch Angriffsmissionen gegen Bodenziele und Flugabwehrsysteme oder auch Missionen zur Luftnahunterstützung geflogen. Bei Luftunterstützungsszenarien erhalten die Kampfbomber ihre Zielkoordinaten erst kurz vor Erreichen des Ziels durch am Boden eingesetzte Joint Terminal Attack Controller. Hierbei kamen dann auch die Marineflieger mit ihrem Sea Lynx in einer für Marineverhältnisse eher ungewöhnlichen, wenn auch einsatznahen Verwendung zum Einsatz.

Statt mit einer Sonaranlage, mit der normalerweise durch den Sea Lynx U-Boote aufgespürt werden, oder Torpedos zur U-Boot-Bekämpfung war der Hubschrauber mit dem schweren Maschinengewehr M3M für den Eigenschutz und die Nahsicherung ausgerüstet worden. Gemeinsam mit den Hubschraubern der französischen Heeresflieger, die mit zwei Tiger-und vier Gazelle-Kampfhubschraubern sowie einem Transporthubschrauber NH 90 angereist waren, wurde unter anderem der taktische Anflug einer Landezone geübt, die zuvor durch die Kampfhubschrauber freigekämpft wurde. Dort wurden dann die erwähnten Joint Terminal Attack Controller abgesetzt, um weitere Luftnahunterstützung durch die Kampfflugzeuge zu koordinieren.

Den französischen Heereskameraden konnten so der deutsche Luftraum und die Besonderheiten des Seeflugs nähergebracht werden. Die Marineflieger wiederum lernten, wie das Kämpfen und Anlanden in einer Landezone bei einer gemischten Hubschrauberformation erfolgt.

In der zweiten Woche der Übung wurden alle Hubschrauber im Rahmen einer Combined Air Operation in die gesamttaktische Lage eingebunden. Es galt, mehrere abgeschossene Piloten hinter feindlichen Linien aufzunehmen und zu evakuieren. Dazu wurden durch Kampfjets zunächst feindliche Flugabwehrstellungen ausgeschaltet, anschließend weitere Bedrohungen am Boden durch die Kampfhubschrauber bekämpft bevor NH 90 und Sea Lynx die Kampfretter der Luftwaffe absetzen konnten, die dann die Kontaktaufnahme und Rettung am Boden durchführen konnten. Im Anschluss erfolgte unter Deckung durch Kampfflugzeuge die Extraktion des geretteten Personals. Dieses Einsatzszenario erforderte Fähigkeiten, die im Ernstfall auf das Personal eines Hubschraubers an Bord einer Fregatte zukommen kann. Die Möglichkeit, diese NATO-weit standardisierten Verfahren im internationalen Umfeld und im Rahmen eines hochkomplexen Szenarios trainieren zu können, ist daher für die Marineflieger als Gewinn zu bewerten.

Jeder detailliert vorbereiteten Mission folgte eine umfangreiche Nachbereitung, das sogenannte Debriefing, bei der der Flug minutiös nachbesprochen wurde, um aus Fehlern, aber auch voneinander zu lernen. Parallel hierzu fanden bereits die Vorbereitungen für die nächste Mission am Folgetag statt, sodass neben dem technischen Personal, das den Hubschrauber sicher und ohne einen einzigen technischen Ausfall durch die zweiwöchige Übung brachte, auch das fliegende Personal der Sea-Lynx-Staffel durchgehend in Planung, Flugdienst und Nachbereitung gebunden war.

Ohne engagierte Techniker läuft gar nichts, Foto: Bw/Cora Mohrdieck

Ohne engagierte Techniker läuft gar nichts, Foto: Bw/Cora Mohrdieck

Nachdem feststand, dass den Marinefliegern aus Nordholz bereits im ersten Jahr die Teilnahme mit einem Luftfahrzeug ermöglicht werden würde, wurde getreu dem Motto „ganz oder gar nicht“ auch die Teilnahme an mehreren Missionen sowie allen angebotenen kameradschaftlichen und sozialen Events vereinbart. Diese begleitenden Veranstaltungen, die unter anderem einen internationalen Abend, ein festliches Abendessen und die berühmt-berüchtigten Tiger Games umfassten, sorgten innerhalb der zwei Wochen für ein Kennenlernen und Zusammenwachsen der internationalen Gemeinschaft. Dieses vielbeschworene Gemeinschaftsgefühl zeigte sich ganz besonders in der Einstellung der Teilnehmer bei dieser Übung: Gemeinsam trainieren und gemeinsam kämpfen können sorgt dafür, dass alle gemeinsam noch stärker, selbstbewusster und einsatzbereiter auftreten können. Ganz getreu dem Motto des NATO Tiger Meet: „Hard to be humble“ – Es ist schwer, bescheiden zu sein.

Nur Tiger dürfen hier in die Luft, Foto: Bw/Cora Mohrdieck

Nur Tiger dürfen hier in die Luft, Foto: Bw/Cora Mohrdieck

Die Bordhubschrauberstaffel des MFG 5 wird nach diesem erfolgreichen Debüt alles daran setzen, auch im kommenden Jahr – dann in Portugal – am nächsten NATO Tiger Meet teilnehmen zu können, um dann hoffentlich in naher Zukunft als vollwertiges Mitglied bei den NATO-Tigern mitfliegen zu können.

Das NATO Tiger Meet fand 2024 bereits zum 58. Mal statt, hat seine Ursprünge im Jahr 1961 und wurde seitdem nahezu jährlich von einem der in der NATO Tiger Association organisierten Verbände ausgerichtet. In diesem Jahr waren 15 fliegende Staffeln aus zehn Nationen mit insgesamt rund 60 Flugzeugen und acht Hubschraubern vertreten. Hinzu kommen noch vier Nationen, die Beobachter entsandt haben.

Aufgrund der Komplexität der Übungsszenarien, des Ablaufs der Übung sowie der vielfältigen sozialen Events, die die Übung begleiten, sieht die NATO Tiger Association als Dachorganisation normalerweise zunächst die Teilnahme eines neuen Mitgliedes im Beobachterstatus vor, damit dieses im Folgejahr mit dem nötigen Hintergrundwissen an der Übung partizipieren kann und so den Anwärterstatus zur Aufnahme in die Gemeinschaft erreicht. Erst nach mehrjähriger kontinuierlicher und beständiger Teilnahme kann einer Einsatzstaffel der offizielle Status eines Full Member der NATO Tigers zuerkannt werden.

Kapitänleutnant Sebastian Henze ist Sea-Lynx-Pilot im Marinefliegergeschwader 5.

Sebastian Henze

 

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