Until the Second World War, the Museum of Oceanography built up an important collection of maritime exhibits. However, war damage and the subsequent confiscation destroyed Kaiser Wilhelm II's dream.
Ja, das hat es tatsächlich gegeben – ein Museum für Meereskunde mitten in Berlin, aus der Taufe gehoben unter dem schifffahrtbegeisterten Kaiser Wilhelm II. und damals Pflichtprogramm für jeden patriotisch gesinnten Deutschen. Heute zum Teil in der Sammlung des Deutschen Technikmuseums aufgegangen und mit einzelnen Exponaten auch im Wehrgeschichtlichen Ausbildungszentrum (WGAZ) in Flensburg-Mürwik vertreten, besaß es seinerzeit Weltrang. Eröffnet wurde es am 5. März 1906 in den Räumen des Chemischen Instituts in der Georgenstraße 34–36 in Berlin-Mitte. Als Bestandteil der Berliner Universität sollte es das Interesse der Bevölkerung an der Seefahrt wecken, was ganz im Sinne des Kaisers war.[ds_preview]

Historische Fotos des Museums für Meereskunde aus Albrecht Pencks
„Führer durch das Museum für Meereskunde in Berlin“ von 1918, Fotos: Archiv Autor
Bereits um die Jahrhundertwende hatte Wilhelm II. die Gründung eines Marinemuseums in Berlin angeregt und seinen Staatsekretär Admiral Alfred von Tirpitz mit der Realisierung beauftragt. Das Reichsmarineamt und das Kultusministerium erarbeiteten in der Folge einen Entwurf für ein Institut für Meereskunde mit meereswissenschaftlichen Sammlungen, erster Direktor wurde Ferdinand Freiherr von Richthofen. Gemeinsam mit seinen Mitarbeitern Ernst von Halle und Erich von Drygalski nahm er alle bedeutenden Sammlungen Europas in Augenschein und sorgte auch dafür, dass die per allerhöchster Kabinettsorder geforderte Beteiligung der kaiserlichen Marine an dem Projekt umgesetzt wurde.
Um 1900 wurden die ersten Exponate in die Sammlung aufgenommen. Die im Laufe des Jahres freigewordenen Gebäude des Chemischen Instituts mussten allerdings dafür umfassend umgebaut werden. Die Eröffnung im März 1906 erlebte Direktor von Richthofen nicht mehr. An seiner Stelle empfing sein Stellvertreter Drygalski die erlauchten Gäste, zu denen außer Kaiser Wilhelm II. und Fürst Albert I. von Monaco hochrangige Minister, Militärs, Diplomaten und Repräsentanten der Stadt Berlin zählten. Der Kaiser zeigte sich beeindruckt und sparte nicht mit Auszeichnungen. So berichtete eine Zeitung, dass der Vorstand der Reichs-Marine-Sammlung den Roten Adlerorden 3. Klasse, zwei Kustoden den Roten Adlerorden 4. Klasse, der Hauswart das Allgemeine Ehrenzeichen und ein Büroassistent eine „goldene Busennadel“ erhalten hätten.
Das Museum konnte schon im Gründungsjahr über 100 000 Besucher verzeichnen. Allerdings war man infolge des stetig wachsenden Sammlungsbestands bald gezwungen, sich nach zusätzlichen Räumen umzuschauen. Diese fand man in einem heute noch existierenden Gebäude in der Dorotheenstraße 28, das 1913 im Beisein von Admiral von Tirpitz eröffnet wurde.
In einem von Direktor Albrecht Penck herausgegeben Begleitheft ist die Raumaufteilung des Museums detailliert wiedergegeben. Im Vorflur konnten sich die Besucher zunächst einen Überblick über Seenotrettung und die dabei verwendeten Apparate verschaffen. Betraten sie anschließend das Erdgeschoss, wurden sie von der sogenannten Reichsmarinesammlung mit zahlreichen Gemälden und Modellen von Torpedobooten, U-Booten, Panzerkreuzern und Linienschiffen empfangen.

Kaiser Wilhelm II, Fotos: Archiv Autor
Im Lichthof begrüßte eine imposante Büste Wilhelms II. in Admiralsuniform die Gäste. Gezeigt wurden hier außer einer maßstabsgetreuen Nachbildung der Kommandobrücke des Linienschiffs SMS Braunschweig Ansichten von kaiserlichen Yachten und ein imposanter Baldachin aus Kriegs- und Kommandoflaggen. Auch Galionsfiguren und Signalapparate und vor allem der sogenannte Waffensaal in Raum VIII mit seinen Schiffsgeschützen, Minen und Torpedos gehörten zu den Attraktionen. Schließlich waren im Erdgeschoss Modelle von Dampfbooten und Maschinenanlagen untergebracht, die einen umfassenden Einblick in die damalige Ingenieurskunst gaben.
Im ersten Stockwerk wurden vor allem Konstruktionszeichnungen, Modelle von Werften und Schleppanstalten, aber auch interessante Beispiele aus dem Holz- und Segelschiffbau gezeigt. Mehrere Räume waren der Meeresbiologie und -geologie gewidmet. Hier konnte man sich über die Lebensweise von Meerestieren informieren und bekam Skelette von Delphinen und Seehunden sowie Nachbildungen von Korallenriffen und Schwammgründen zu sehen.
Eine besonders interessante Sektion war die der wissenschaftlichen Messinstrumente. Mit ihren Navigationsapparaten, Chronometern und Lotvorrichtungen nahm sie allein vier Räume ein und zeigte die gesamte Entwicklung der maritimen Messtechnik seit dem 15. Jahrhundert.
Das zweite Stockwerk schließlich bot außer einer maßstabsgetreuen Erste-Klasse-Kabine eines Schnelldampfers des Norddeutschen Lloyds Bilder und Modelle von Fracht-, Segel- und Spezialschiffen. Modelle historischer und moderner Fischereifahrzeuge rundeten die Ausstellung ab, zu deren Besonderheiten auch eine portugiesische Wappensäule aus dem 15. Jahrhundert und das älteste Tauchboot der Welt gehörten.
Unterversorgt und ausgebombt
Bei einer solch vielseitigen Sammlung war das Interesse der Öffentlichkeit verständlicherweise groß. Die Raumnot indes blieb bestehen. In den 1920er-Jahren bemerkte ein Mitglied des Leitungsgremiums, dass das Museum aufgrund der beengten Verhältnisse seinen Auftrag nicht mehr erfüllen könne. Hinzu kam der chronische Geldmangel. Denn obgleich bei seiner Gründung etatmäßig dem preußischen Kultusministerium zugewiesen, blieb das Haus finanziell unterversorgt und verfügte 1929 lediglich über ein Jahresbudget von 10 000 Reichsmark.
Eine Umgliederung der Institute Anfang der 1930er-Jahre brachte ebenfalls keine Verbesserung. Zwar konnte das Museum 1931 mit dem Auszug des Geographischen Instituts aus der Georgenstraße das gesamte Gebäude für sich nutzen, aber die nicht abreißende Flut gespendeter Exponate machten bald das Anmieten neuer Lagerräume notwendig. In der NS-Zeit versuchte man durch Ausgliederung der Reichs-Marine-Sammlung noch einmal Abhilfe zu schaffen.

In der Dorotheenstraße 28 fand das
Museum zusätzliche Räumlichkeiten, Foto: Autor
Die 1940 von Großadmiral Erich Raeder verfügte Umwandlung in ein Museum der Kriegsmarine erfolgte allerdings nur auf dem Papier. Die zunehmend prekäre Kriegslage und die massiven alliierten Luftangriffe auf Berlin machten schließlich eine Auslagerung der Bestände notwendig, das Museum selbst blieb von den Kriegsfolgen nicht verschont. Am 30. Januar 1944 fiel eine Luftmine in den Lichthof des Gebäudes in der Georgenstraße und zerstörte einen Teil der noch vorhandenen Sammlung Fischerei. Im Oktober desselben Jahres ging die Biologische Abteilung nahezu verloren. Ende April 1945 brannte der Mittelbau aus, womit die überaus wertvolle Instrumentensammlung vernichtet wurde.
Das Kriegsende leitete dann das endgültige Ende des Museums ein. Nach der Übernahme durch die Abteilung für Volksbildung beim Magistrat von Berlin im Mai 1945 wurden zunächst ein Ministerialamtmann und danach zwei Professoren als Leiter eingesetzt. 1946 wurde der größte Teil der noch vorhandenen Sammlung von der sowjetischen Besatzungsmacht beschlagnahmt. Am 31. Dezember 1946 erfolgte die offizielle Auflösung. Die Gebäude wurden danach größtenteils abgerissen, lediglich der Komplex in der Dorotheenstraße 28 blieb erhalten. Er ist heute Teil der Humboldt-Universität.
Andreas von Klewitz studierte Slawistik sowie Ost- und Südeuropäische Geschichte und ist freischaffender Publizist.
Andreas von Klewitz












The history of the Berlin Museum of Oceanography in Georgenstraße (1906-1944) was actually more than just a museum. As I recall, its full name was "Museum and Institute of Oceanography". In addition to its scientific tasks, the institute even had a department for "maritime affairs" - apparently an early approach to maritime policy - and this with the backing of the Kaiser. In 1914, two university institutes were added in Kiel, namely the "Royal Institute for Maritime Traffic and World Economy". At the same time, the "Royal Seminar for International Law" was established in Kiel, which was to specialise in maritime law, among other things. Under the names "Institute for World Economics" and "Walther Schücking Institute for International Law", both celebrated their 100th anniversary in 2014. It is therefore remarkable that even before the First World War, there was a scientific (and political) overview of maritime interests in Germany, starting in Berlin.
of the state.
All that remains is the wish:
Berlin, Berlin by the sea, it would be nice if it were like this today!
says Uwe Jenisch, Kiel