Nach Angaben des singapurischen Verteidigungsministeriums lief am Donnerstag, 20. Juli, das U-Boot der Marine Singapurs „Impeccable“ seinen Heimatstützpunkt Changi in Singapur an. Die Ankunft des ersten Bootes der in Kiel gebauten Invincible Klasse wurde mit einer Zeremonie gebührend gewürdigt. Sie hatte Kiel an Bord des Transportschiffes „Rolldock Storm“ Anfang Juni verlassen. Das vom singapurischen Verteidigungsministerium veröffentlichte Bild zeigt die „Impeccable“ beim Einlaufen in den Marinestützpunkt RSS Singapura auf eigenem Kiel.[ds_preview]
Als Baunummer 2 des vier Einheiten umfassenden Programmes ist „Impeccable“ das erste nun in Singapur eingetroffene Boot. Baunummer 1, „Invincible“, verbleibt in Deutschland, um die Ausbildung von Besatzungen zu unterstützen. Sie wurde bereits 2019 getauft und zwischenzeitlich ausgeliefert. Nach Aussagen des singapurischen Verteidigungsministeriums von Ende Februar 2023 soll sie nach Abschluss der Seeerprobung voraussichtlich noch in diesem Jahr nach Singapur überführt werden.

RSS Impeccable bei Nachweisfahrten in der Ostsee - Werftbesatzung tkMS. Foto: Michael Nitz
„Impeccable“ wurde zusammen mit ihrem Schwesterboot „Illustrious“, Baunummer 3, am 13. Dezember 2022 in Beisein von Bundeskanzler Olaf Scholz getauft. Wann allerdings „Illustrious“, deren werksseitige Seeversuche schon abgeschlossen sind, auf ihre Reise in den südostasiatischen Stadtstaat gehen wird, ist noch nicht bekannt.
Die „Impeccable“ wird nun in den freien Gewässern östlich von Singapur eine Reihe von Seeerprobungen, Ausbildungsfahrten und Übungen durchführen, um ihre volle Einsatzfähigkeit nachzuweisen.
Überfälliger Ersatz

RSS Impeccable bei Nachweisfahrten in der Ostsee - noch unter deutscher Flagge. Foto: Michael Nitz
Die U-Boote vom Typ 218 SG / Invincible-Klasse sind mit einem leicht verlängerten Rumpf von 70 Metern und einem Durchmesser des Druckkörpers von 6,3 Metern, einer Verdrängung von 2.000 Tonnen an der Oberfläche (2.200 Tonnen unter Wasser) aus dem Typ 214 abgeleitet (Südkorea, Portugal, demnächst Türkei). Ihr schlankes Design ist auf eine niedrige Signatur ausgelegt und verfügt über einige maßgeschneiderte Lösungen, die speziell für den Einsatz in den flachen und stark befahrenen tropischen Gewässern Singapurs konzipiert sind. Um Konstruktion und Anordnung der Ausrüstung bei verringertem Wartungsaufwand zu optimieren soll die Defence Science and Technology Agency der Republik Singapur (DSTA) Modellierungs- und Simulationsstudien durchgeführt haben. Die Boote verfügen über den Brennstoffzellen-AIP-Antrieb mit Eigenschaften wie sie aus dem Typ 212A (Deutschland, Italien, demnächst Norwegen) bekannt sind. Die X-Heckruder-Konfiguration mit dem Propellerwirbel-Diffusor gehört zu den besonderen äußerlichen Merkmalen. Die Unterwassergeschwindigkeit soll über 15 Knoten liegen, über Wasser ist das Boot mehr als 10 Knoten schnell. Die Besatzungsstärke beträgt 28 Personen. Typ 218 SG soll mit dem Integrated Sensor Underwater System (ISUS 100) der neuesten Generation von Atlas Elektronik ausgestattet sein.
Die vier Invincibles sollen die U-Boote der Archer- und Challenger-Klasse ersetzen, die inzwischen mehr als 60 bzw. 40 Jahre alt sind. Sie wurden von Singapur beschafft, um Erfahrungen und Fachwissen zu sammeln. Nach dem über 20-jährigen Einsatz in der Marine des Stadtstaates waren modernere U-Boote, die dem operativen Umfeld und den Sicherheitsherausforderungen der nächsten 30 Jahren gewachsen sind, überfällig.












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