The Swedish navy also reduced the number of its units after the end of the Cold War. However, Putin's annexation of Crimea in 2014 caused those responsible to rethink their approach.
On 18 May, the Swedish government officially submitted its application to join the NATO defence alliance. At the same time, NATO headquarters in Brussels received the application for membership from neighbouring Finland. In addition to the two Scandinavian countries, NATO itself will also benefit greatly from accession - once all hurdles have been cleared and all 30 existing NATO member states have given their approval.
Beide Staaten bringen moderne und bestens ausgebildete Streitkräfte in das Bündnis, deren jeweilige Schwerpunkte allerdings auf den Landstreitkräften liegen. Die Marinen beider Länder arbeiten seit Jahren eng zusammen und sind größtenteils auf die flachen Gewässer der Ostsee und die Verteidigung der skandinavischen Küsten hin ausgelegt. Nachstehend werfen wir einen Blick auf den Werdegang und die Ausstattung der Svenska Marinen – der königlich schwedischen Marine. Sie dient dem Schutz von rund 1500 Kilometer Küstenlinie zwischen Skagerrak und Bottnischem Meerbusen.[ds_preview]
Historical development
Die Geschichte der schwedischen Marine in ihrer heutigen Form kann, wenn man von den Expeditionen und Raubzügen der Wikinger absieht, bis ins frühe 16. Jahrhundert zurückverfolgt werden. Nach dem Zerfall der Kalmarer Union erwarb Reichsverweser Gustav I. am 7. Juni 1522 Kriegsschiffe von der Hansestadt Lübeck. Danach folgte eine umfangreiche Expansion der Marine, in Folge derer Schweden zur größten Seemacht im Ostseeraum avancierte. Nach dem Aufstieg Russlands zur europäischen Supermacht und dem Großen Nordischen Krieg (1700–1721) erloschen jedoch alle Ambitionen für eine weitere Vergrößerung und ab dem 19. Jahrhundert beschränkte man sich fast ausschließlich auf die Verteidigung der schwedischen Küsten. Von 1886 bis 1957 unterhielt die schwedische Marine eine Flotte von insgesamt 15 auf die Küstenverteidigung hin ausgelegten kleinen Schlachtschiffen sowie insgesamt zehn Kreuzern, deren letztes Exemplar, die GÖTA LEJON, im Jahr 1970 als letztes big gun ship an die chilenische Marine verkauft wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden von der schwedischen Marine insgesamt acht leistungsfähige Zerstörer der ÖLAND-, HALLAND- und ÖSTERGÖTLAND-Klasse in Auftrag gegeben, die die Seewege nach Schweden schützen sollten. 1972 schließlich entschied sich die schwedische Marine zur Ausmusterung sämtlicher verbliebener größerer Überwassereinheiten innerhalb eines Jahrzehnts, was dazu führte, dass die schwedische Flotte seit Ende der 1980er-Jahre nur noch aus Korvetten und Patrouillenfahrzeugen sowie Minenabwehrbooten, Hilfsschiffen und U-Booten besteht (im konventionellen U-Boot-Bau zählt die schwedische Kockums-Werft seit mehreren Jahrzehnten zu den führenden Anbietern.
Whiskey on the rocks
Zu Beginn der 1980er-Jahren zeigte ein weltweit beachtetes Ereignis, dass bei den Streitkräften des militärisch neutralen Schwedens nur unzureichende Möglichkeiten zur U-Boot-Abwehr vorhanden waren. Im Oktober 1981 strandete das sowjetische U-Boot S-363 unweit des schwedischen Marinestützpunktes Karlskrona, ohne von der schwedischen Marine ausgemacht worden zu sein. Nach dem daraus resultierenden diplomatischen Eklat und der Freigabe des Bootes der WHISKEY-Klasse kam es in den kommenden Jahren zu zahlreichen weiteren vermeintlichen oder realen U-Boot-Sichtungen oder –Ortungen in schwedischen Gewässern. Dabei kamen schwedische Minen und Wasserbomben zum Einsatz, ohne jedoch auch nur einmal – soweit bekannt – tatsächlich ein ausländisches U-Boot „dingfest“ machen zu können. Diese auch international als „schwedische U-Boot-Vorfälle“ bekannt gewordenen Ereignisse sorgten in im Land für ein großes Medienecho und öffentliche Diskussionen über die Qualität der eigenen Marine. Interessanterweise kam es nach rund zwei Jahrzehnten ohne solche Vorkommnisse ab 2011 wieder zu vereinzelten Ortungen ausländischer U-Boote in schwedischen Gewässern. Die vielen vermeintlichen U-Boot-Ortungen füllen mittlerweile zahlreiche Sachbücher und werden heute zum Teil den Geräuschen von Meereslebewesen, beispielsweise großen Heringsschwärmen, zugesprochen. Die Anstrengungen der schwedischen Marine, mögliche russische oder eventuell sogar NATO-U-Boote in den eigenen Gewässern zu orten, rückten diese in den Fokus der Marineanalysten der westlichen Welt.

Two Visby-class corvettes - Karlstad at the front, Nyköping at the rear, photo: Saab
Die Marine heute
Der Chefposten der schwedischen Marine wird seit dem 21. Januar 2020 von der 54-jährigen Ewa Skoog Haslum eingenommen. Der Offizierin im Rang eines Konteradmirals unterstehen rund 5000 Marinesoldaten, die in der 3. Kriegsmarineflottille (3. Sjöstridsflj) in Karlskrona, der 4. Kriegsmarineflottille (4. Sjöstridsflj) in Berga südlich von Stockholm, der 1. U-Boot-Flottille (1. Ubflj) in Karlskrona oder dem Amphibischen Korps (Amf) in Berga, Göteborg und auf Gotland ihren Dienst verrichten. Das Amphibische Regiment hat seine Wurzeln in der 1902 gegründeten sogenannten Küstenartillerie (Kustartilleriet), die bis in die 1990er-Jahre bestand und danach in eine konventionelle Marineinfanterie umgewandelt wurde. Das Amphibische Korps umfasst heute rund 950 Marineinfanteristen, die mit 147 CB-90 Kampfbooten (Stridsbåt 90H, 15,9 Meter Länge, für den Transport von bis zu 21 Marineinfanteristen ausgelegt, gefertigt bei Dockstavarvet), 100 kleinen Landungsbooten der G-Klasse (8,2 Meter Länge, hergestellt von der finnischen Marine Alutech) und drei Griffon 8100-TD-Luftkissenbooten (11,7 Meter Länge, ausgelegt für bis zu 20 Marineinfanteristen, gefertigt bei Griffon Hoverwork im britischen Southampton) ausgerüstet sind. Dem Amphibischen Korps stehen weiterhin fünf Patrouillenboote der TAPER-Klasse (23 Meter Länge, acht Personen Besatzung, bewaffnet mit je zwei 12,7-Millimeter-Maschinengewehren, gebaut bei der Djupviks varv) zur Verfügung. Sechs weitere von der Marine genutzte Boote dieses zwischen 1993 und 1999 gefertigten Typs wurden im Jahr 2020 durch den Einbau eines Sonars von Kongsberg zu U-Boot-Abwehrfahrzeugen umgerüstet. Dieser Umbau erfolgte als direkte Reaktion auf die völkerrechtswidrige Annektierung der Krim durch Russland sowie den in den Folgejahren entstandenen Ausbau der russischen Ostseeflotte in Baltijsk bei Kaliningrad und Kronstadt auf der Insel Kotlin vor Sankt Petersburg. Bei den drei Flottillen stehen heute weiterhin sieben Korvetten, drei Hochseepatrouillenboote, neun Minensucher, ein Aufklärungsschiff, fünf konventionelle für die schwedischen Küstengewässer ausgelegte Jagd-U-Boote sowie verschiedene, kleinere Hilfs- und Ausbildungsschiffe im Dienst, darunter auch das 104 Meter lange, 6150 Tonnen verdrängende U-Boot-Rettungsschiff BELOS. Nach dem Ende des Kalten Kriegs wurde größtenteils die Marinebasis Karlskrona zu Verwaltungszwecken als Hauptquartier genutzt. Von hier wurden auch die anderen Marineeinrichtungen in Berga und Göteborg mitverwaltet. Auf der Marinebasis Karlskrona sind mehrere kommerzielle Firmen angesiedelt, die für den Objektschutz, die EDV der schwedischen Gewässerüberwachung sowie Hafen- und Logistikdienstleistungen verantwortlich sind und ebenfalls zahlreiche kleinere Dienst- und Hafenboote sowie Torpedofangboote und Schlepper betreiben. In Karlskrona befindet sich zusätzlich das schwedische Naval Warfare Centre, das mehrere Schulboote und die beiden Segelschoner FALKEN und Gladan im Bestand hat.

Historische Aufnahme eines Zerstörers in der unterirdischen Muskö-Basis in den 1960er-Jahren, Foto: gemeinfrei
Im Oktober 2019 rückte ein fast vergessener und von vielen westlichen Analysten als Relikt des Kalten Kriegs eingestufter, ehemals geheimer Marinestützpunkt wieder in den Fokus des Interesses der internationalen Fachwelt. Die schwedische Regierung hatte bekannt gegeben, den größtenteils stillgelegten Marinehafen Muskö auf der gleichnamigen Insel 70 Kilometer vor Stockholm wieder zu reaktivieren. Der in den 1950er- und 60er-Jahren gebaute unterirdische Stützpunkt mit drei Trockendocks, die zu Zeiten des Kalten Kriegs hauptsächlich von Zerstörern und U-Booten genutzt wuden, soll der schwedischen Marine zukünftig als militärisches Hauptquartier dienen. 2005 waren große Teile des Stützpunktes an die Werft Saab Kockums verpachtet worden. Der damalige – und heutige – sozialdemokratische Verteidigungsminister Peter Hultqvist bezeichnete in seiner Rede zur Wiederöffnung der Muskö-Basis diesen Schritt als wichtiges sicherheitspolitisches Signal. In einer ersten Phase wurde ein Kontingent von 100 Personen in der gemäß Hultqvists Worten „wahrscheinlich größten militärischen Untergrundbasis der Welt“ stationiert. Die Verlegung war 2018 geplant worden und dient dazu, die militärische Verwaltung zu dezentralisieren, und im Konfliktfall die Marine aus dem unterirdischen Schutz heraus kommandieren zu können.
Mine defence vehicles
Während des Kalten Kriegs unterhielt die schwedische Marine eine beachtliche Anzahl an Torpedo- und Flugkörperschnellbooten, deren letzte Vertreter – die 41,5 Meter langen, bis zu 40 Knoten schnellen Boote der YSTAD-Klasse – im Jahr 2005 ausgemustert wurden.
Viele Patrouillenfahrten im direkten Küstenvorfeld werden heute von den insgesamt neun Minenjagdbooten der Klassen LANDSORT/KOSTER- und STYRSÖ durchgeführt. Bei der LANDSORT-Klasse handelt es sich um sieben zwischen 1983 und 1992 bei Kockums gebaute, 47,5 Meter lange und 360 Tonnen verdrängende Boote. Der Rumpf entstand in Schichtbauweise aus sechs Zentimeter PVC umgeben von glasfaserverstärktem Kunststoff. Beginnend im Jahr 2005 erhielten fünf der sieben Fahrzeuge ein umfangreiches Midlife-Upgrade. Dies umfasste ein neues Minenabwehrsystem (Atlas Integrated MCM Systems inklusive Atlas HMS-12M Bugsonar), ein Luftverteidigungssystem auf Grundlage des Arte 726 von den Schnellbooten der ausgemusterten KAPAREN-Klasse, die Link-16-Befähigung sowie weitere Komponenten, die eine Teilnahme an internationalen Einsätzen ermöglicht.
1996/97 wurden bei Kockums die insgesamt vier kleineren Einheiten der STYRSÖ-Klasse gefertigt, 36 Meter lange, 205 Tonnen verdrängende Boote mit Glasfaser-Rumpf, die mit einer Uven-Unterwasserdrohne zur Sonaraufklärung sowie einem Schleppsonar ausgestattet wurden. Die sowohl als Minenjäger wie auch als Minenräumer einsetzbare STYRSÖ-Klasse wurde unter größtmöglicher Nutzung von Commercial-off-the-shelf-Technologie (COTS) gefertigt, was die Updatemöglichkeiten der bordeigenen IT-Systeme deutlich verbessert. Ab 2004 wurde bei zwei Booten der Klasse – SPÅRÖ (M 12) und STURKÖ (M 14) – ein Großteil der Minensuchausrüstung entfernt, um sie anschließend zu Taucherunterstützungsbooten umzurüsten.

U-Boot Södermanland im Öresund, Foto: Saab
Das derzeit größte Schiff der schwedischen Marine ist die 1980 auf der Karlskronavarvet gefertigte CARLSRKRONA (P 04), die 1982 als Minenleger und Schulschiff – folgerichtig damals mit der Kennung M04 – in Dienst gestellt wurde. Ab 2009 erfolgten Umbau und Umklassifizierung zum Hochseepatrouillenboot und die anschließende Verwendung bei der EU-Marineoperation Atalanta am Horn von Afrka.
Corvettes
Seit der Ausmusterung der letzten Zerstörer in den 1980er-Jahren stellen Korvetten – mit Ausnahme des oben beschriebenen Patroullenbootes CARLSKRONA – die größten Kampfschiffe der schwedischen Marine dar. Als direkte Reaktion auf die zuvor erwähnten U-Boot-Vorfälle rund um Schweden gab die schwedische Marine bei Karlskronavarvet die beiden für die U-Boot-Bekämpfung ausgelegten Korvetten der STOCKHOLM-Klasse – STOCKHOLM (K 11) und MALMÖ (K 12) – in Auftrag. Die beiden 50 Meter langen, 380 Tonnen verdrängenden Fahrzeuge verfügen über einen aus zwei Dieselmotoren und einer Gasturbine bestehenden Codag-Antrieb. Konstruktiv handelt es sich bei ihnen um eine deutlich vergrößerte Version von Schnellbooten der SPICA- und SPICA-II-Klasse. Beide mit 57-Millimeter-Bordgeschütz, vier Torpedorohren, Schleppsonar, vier Anti-U-Boot-Granatwerfern und sechs RBS-15-Seezielflugkörpern ausgestatteten Schiffe wurden am 1. Mai 1986 in Dienst gestellt. Sie wurden zwischen 1999 und 2000 grundlegend modernisiert und dabei mit neuen elektronischen Systemen, neuen Motoren sowie umfangreichen Modifikationen an Rumpf und Mast versehen. Ab 2009 nahmen beide Korvetten an der EU-Mission am Horn von Afrika teil. 2015 erfolgte die Umklassifizierung zu Patrouillenbooten, weshalb die K-Kennung in eine P-Kennung umgeändert und die Besatzung reduziert wurde.
Auf die STOCKHOLM-Klasse folgte die vergrößerte GÖTEBORG-Klasse, die zwischen 1986 und 1993 bei Karlskronavarvet gefertigt wurde und ursprünglich sechs Einheiten umfassen sollte. Das Ende des Kalten Kriegs veranlasste die schwedische Marine dazu, die letzten beiden Korvetten vor Baustart zu streichen. Die 57 Meter lange, 425 Tonnen verdrängende GÖTEBORG-Klasse besteht daher aus den vier Einheiten GÖTEBORG (K 21), GÄVLE (K 22), Kalmar (K 23) und Sundsvall (K 24). Angetrieben werden die Schiffe von drei MTU-Dieselmotoren in Kombination mit einem Wasserstrahlantrieb. Die Bewaffnung besteht aus einem 57- und einem 40-Millimeter-Geschütz, vier Torpedorohren, einem Werfer für Anti-U-Boot-Granaten sowie acht RBS-15-Seezielflugkörpern. Momentan sind nur noch GÄVLE und SUNDSVALL aktiv, beide waren 2006 und 2007 für die UN vor dem Libanon im Auslandseinsatz. Die beiden anderen Einheiten wurden eingemottet.
Ein wahrer Quantensprung gelang der schwedische Marine mit den fünf Stealth-Korvetten der VISBY-Klasse: VISBY (K 31), HELSINGBORG (K 32), HÄRNÖSAND (K 33), NYKÖPING (K 34) und KARLSTAD (K 35). Mit mehrjährigen Verzögerungen wurden sie zwischen 2002 und 2015 in Dienst gestellt. Eine sechste Einheit, UDDEVALLA (K 36), wurde aus Kostengründen gestrichen, die hierfür bereits georderten Schiffssysteme konnten zur Errichtung eines VISBY-Klasse-Simulators genutzt werden. Die bei der 72,7 Meter langen, 640 Tonnen verdrängenden VISBY-Klasse angewandten Maßnahmen zur Reduzierung der Infrarotsignatur und des Radarquerschnitts verleihen den Schiffen ein radikales Äußeres. Zwei MTU-Dieselmotoren und vier Gasturbinen des Typs Vericor TF 50A bewegen zwei Rolls-Royce-Wasserstrahlantriebe und verleihen den Korvetten eine Spitzengeschwindigkeit von mehr als 35 Knoten. Der Rumpf entstand in Sandwichbauweise mit PVC-Kern und Karbonfaser-PVC-Laminat. Die Schiffe, die von der schwedischen Marine während der letzten Jahre auf zahlreiche internationale Einsätze geschickt wurden, sind mit einem 57-Millimeter-Geschütz von Bofors, acht RBS-15-Seezielflugkörpern, vier Torpedorohren, einem Anti-U-Boot-Mörser von Saab sowie Minen bewaffnet. Weiterhin umfasst die Ausstattung ferngelenkte Unterwasserfahrzeuge für die Minensuche von Saab und zur Minenräumung von Atlas Elektronik, ein Bugsonar sowie das Sea Giraffe 3D-PESA-Radar von Saab. Ein Helikopterlandedeck ermöglicht die Austausch von Personal und Material. Anfang 2021 unterzeichneten Saab und die schwedische Marine den Auftrag für ein umfassendes Midlife-Upgrade der VISBY-Klasse sowie den Beginn der Planungen für eine als VISBY II bezeichnete, vergrößerte Nachfolgeklasse.
Submarines
In den 1950er-Jahren fertigte Kockums zwölf U-Boote der HAJEN- und DRAKEN-Klassen, bei denen es sich im Prinzip um schwedische Nachbauten der gegen Ende des Zweiten Weltkriegs zum Einsatz gekommenen deutschen Hochseeboote des Typs XXI handelte, sogenannten „Elektrobooten“. Die letzten dieser Boote blieben bis 1988 in schwedischen Diensten. Bei den Ende der 1960er-Jahre bei Kockums und der Marinewerft in Karlskrona vom Stapel gelaufenen fünf Booten der SJÖORMEN-Klasse sind hingegen deutliche US-Einflüsse sichtbar. Der tropfenförmige Rumpf und das X-förmige Ruder der 51 Meter langen SJÖORMEN-Klasse entstanden in Anlehnung an das experimentelle Erprobungsboot USS ALBACORE, das die Grundlage vieler späterer amerikanischer Atom-U-Boot-Klassen bildete. In den 1990er-Jahren wurden vier SJÖORMEN-Boote nach Singapur verkauft und erhielten eine umfangreiche Modernisierung. Zwei Einheiten stehen heute noch in Diensten des südostasiatischen Stadtstaates.
Bei den in den 1970er-Jahren gebauten drei Booten der NÄCKEN-Klasse handelte es sich um kleine Küstenboote mit nur 44 Meter Länge und getaucht einer Verdrängung von 1150 Tonnen. Interessanterweise wurde das Typboot 1987 in zwei Hälften geschnitten und mit einem Rumpfmittelstück versehen, welches erstmals einen außenluftunabhängigen Stirling-Antrieb enthielt. Die positiven Erfahrungen beim Betrieb des Stirling-Motors auf der NÄCKEN – die Unterwasserausdauer konnte auf 14 Tage gesteigert werden – veranlassten die schwedische Marine dazu, alle späteren Bootsklassen mit dem damals revolutionären Antriebssystem auszustatten. Die nachfolgende, aus vier Booten bestehende und etwas vergrößerte VÄSTERGÖTLAND-Klasse (48,5 m Länge, getaucht 1270 t Verdrängung) wurde zwischen 1986 und 1988 in Dienst gestellt. Genau wie zuvor die NÄCKEN erhielten auch die letzten beiden Boote der VÄSTERGÖTLAND-Klasse –SÖDERMANLAND und ÖSTERGÖTLAND – ein neues Rumpfmittelstück mit Stirling-AIP-Antrieb. Die beiden anderen Boote wurden nach Singapur verkauft, vor der Auslieferung jedoch ebenfalls dem AIP-Umbau unterzogen. Heute stehen sie als ARCHER-Klasse im Dienst der Republic of Singapore Navy.

Zwei U-Boote der BLEKINGE-Klasse befinden sich derzeit im Bau, Grafik: Saab
Bei der nachfolgenden schwedischen GOTLAND-Klasse (60,4 m Länge, getauchte Verdrängung 1599 t) war der Stirling-Antrieb von Beginn an installiert. Die mit sechs Torpedorohren und einer externen Minenlegvorrichtung ausgestatteten Boote GOTLAND, UPPLAND und HALLAND wurden Anfang der 1990er-Jahre bei Kockums gebaut und 1996 in Dienst gestellt. Aufsehen erregte die GOTLAND, als sie von März 2005 bis Juli 2007 samt Besatzung an die US Navy verleast wurde, in deren Diensten sie sich in zahlreichen Übungseinsätzen an der US-Westküste bewährte und sich unter anderem unbemerkt an den Flugzeugträger USS RONALD REAGAN anpirschen konnte. Ab 2015 erhielten die ersten beiden Einheiten der GOTLAND-Klasse ein umfangreiches Midlife-Upgrade bei Kockums und konnten 2018 und 2019 wieder an die schwedische Marine ausgeliefert werden. Das dritte Boot, die HALLAND, sollte aus Kostengründen ursprünglich keine „Rundumerneuerung“ erhalten, der Ukrainekrieg veranlasste die schwedische Marine allerdings im März 2022 dazu, Saab Kockums mit dem Midlife-Upgrade zu beauftragen.
Derzeit befinden sich zwei stark verbesserte Boote einer weiterentwickelten GOTLAND-Klasse bei Kockums in Vorbereitung. Diese als BLEKINGE-Klasse bezeichneten Boote werden über einen nochmals verbesserten Stirling-AIP-Antrieb und weitreichende Maßnahmen zur Schallreduzierung verfügen. Erstmals wird der Turm der Boote aus dem gleichen Verbundwerkstoff wie der Rumpf der VISBY-Korvetten bestehen. Der Zulauf von HSwMS BLEKINGE und SKÅNE ist derzeit für 2027 und 2028 geplant.
Perspectives
Nach einem erfolgreichen Beitritt Schwedens zur NATO wird das skandinavische Land moderne und schlagkräftige Streitkräfte in das Bündnis einbringen. Zwar liegt der Fokus Schwedens eher auf den Landstreitkräften, die Marine ist gemessen an ihrer relativ geringen Größe aber eine äußerst effektive und moderne Teilstreitkraft. Einige der an Bord der schwedischen Marineschiffe eingesetzten Waffen- und Elektroniksysteme finden sich auch bei verschiedenen NATO-Marinen im Einsatz, was die Bündnisintegration sicherlich nicht allzu schwer gestalten sollte.
Stefan Ulsamer is a freelance journalist specialising in marine technology.
Stefan Ulsamer












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