The Bonhomme Richard was not the first US Navy ship to fall victim to the flames. Has the navy learnt anything from these incidents?
The amphibious warship USS Bonhomme Richard wurde im April formell ausgemustert. Bei einem viertägigen Brand wurde das 22 Jahre alte Schiff im Juli 2020 so stark beschädigt, dass sich die Instandsetzung nicht lohnen würde, stellte die US Navy bereits im Herbst fest. Die Brandursache wird noch untersucht. Der ursprüngliche Verdacht, dass der Brand absichtlich durch ein Besatzungsmitglied gelegt wurde, konnte bislang weder erhärtet noch ausgeschlossen werden.[ds_preview]
Fest steht, dass das am 12. Juli gegen 08:30 Uhr entdeckte Feuer auf dem unteren Fahrzeugdeck des Schiffes ausbrach. Die Bonhomme Richard befand sich zu diesem Zeitpunkt zur Überholung im Dock der Naval Station San Diego. Im Mittelpunkt der dort durchgeführten Arbeiten stand eine Umrüstung des Schiffes, um den Einsatz des neuen senkrechtstartenden Jagdbombers F-35B zu ermöglichen. Der Brand griff schnell über Belüftungskanäle und offene Schotten auf weite Teile des Schiffes über. Die Hitze im Schiffsinneren erreichte bis zu 650 Grad.
Da der Brand an einem Sonntag ausbrach, befand sich nur eine minimale Wachmannschaft an Bord. Aus Sicherheitsgründen wurde der größte Teil dieses Personals nach Entdeckung des Brands bis zum Eintreffen der Feuerwehr evakuiert. Im Verlauf der nächsten vier Tage wurden die Standortfeuerwehr, zivile Feuerwehrkräfte aus den umliegenden Gemeinden, aber auch Besatzungsmitglieder verschiedener Schiffe einbezogen.

Brand auf der Bonhomme Richard
Vorläufige Lehren
Auch wenn die offiziellen Abschlussberichte noch ausstehen, können bereits verschiedene grundsätzliche Schlussfolgerungen gezogen werden. Ähnlichkeiten bestehen dabei mit den Ergebnissen der Untersuchungen des Brands von 2012 auf dem Jagdunterseeboot USS Miami. Auch die Miami war zum Zeitpunkt des Unglücks im Wartungsdock. Auch hier wurde das Schiff – das nachweislich einer Brandstiftung zum Opfer fiel – zum Totalschaden erklärt.
Die Wartungsphase ist in vieler Hinsicht die gefährlichste Phase im Dienstleben eines Schiffes. Es wird teilweise mit offenem Feuer gearbeitet. Interne Baugerüste fördern die Ausbreitung eines Feuers in höhergelegene Decks. Schotten können oft nicht geschlossen werden, weil Leitungen von einem Schiffsteil zum Nächsten verlegt wurden; dies war auch auf der Bonhomme Richard der Fall, sodass es unmöglich war, die Sauerstoffversorgung des Feuers durch Absaugen der Luft in den einzelnen Räumen zu entziehen. Es müssen folglich im Rahmen künftiger Wartungsphasen provisorische Maßnahmen zur Brandverhütung und für die schnelle Eindämmung von Bränden ergriffen werden.
Die Brandbekämpfung muss bereits bei Eintreffen des Schiffes im Wartungsdock vorsorglich unter den verschiedenen zur Verfügung stehenden Behörden und Reaktionskräften geplant und eingeübt werden. Es muss einerseits eine klare Führungsstruktur festgelegt werden; sowohl im Falle der Miami wie der Bonhomme Richard gab es zuerst Verwirrung unter den von verschiedenen Standorten anrückenden Feuerwehrverbänden, die erste Phase der Brandbekämpfung wirkte unkoordiniert. Zweitens müssen die externen, zur Verstärkung herangezogenen Einsatzkräfte frühzeitig über die Schiffsarchitektur und -ausstattung informiert werden, um im Notfall sofort gezielt vorzugehen. Fraglich ist, ob ausreichendes Wachpersonal eingesetzt wurde. Fest steht, dass das Fahrzeugdeck zum Zeitpunkt des Brandes nicht unter Aufsicht stand.
Rear Admiral Philip Sobeck, zum Zeitpunkt des Zwischenfalls Befehlshaber der amphibischen Kräfte der US-Pazifikflotte, erklärte bereits im Juli, dass das automatische Brandbekämpfungssystem der Bonhomme Richard zwecks Wartung ausgeschaltet war. Dies ist nach Aussage der Navy-Führung im Rahmen der Werftphase eine häufige Praxis. Es gibt Vorschläge, die Brandschutzsysteme immer nur abschnittsweise zu warten, damit das System insgesamt einsatzfähig bleibt. Es wird auch geprüft, ob eine ausreichende Anzahl mobiler Feuerlöscher im Schiff verteilt bereitstanden.
Wann die offiziellen Untersuchungsberichte vorgelegt werden, steht derzeit nicht fest. Ursprünglich wurden sie bereits für Dezember 2020 angekündigt. Der Abschlussbericht zum Brand der Miami im Jahr 2012 war 200 Seiten lang und enthielt 99 einzelne Vorschläge. Im Falle der Bonhomme Richard laufen vier verschiedene Untersuchungen parallel zu einander. Ein Ausschuss sucht nach potenziellen strukturellen Designschwächen des Schiffes, die das Ausbreiten des Feuers hätten fördern können. Die zweite Untersuchung befasst sich mit der Reaktion der Schiffs- und Standortführung sowie der Reaktionskräfte. Eine interne kriminalistische Untersuchung von Navy und zivilen Bundespolizeibehörden erforscht die eigentliche Brandursache. Schließlich führt der Befehlshaber der 3. US-Flotte, in dessen Kommandogewalt der Standort San Diego fällt, eine eigene Untersuchung durch. Falls die Navy alle vier Untersuchungen abschließen will, ehe Ergebnisse veröffentlicht werden, könnte noch einige Zeit vergehen.

Zivile und militärische Feuerwehrleute versuchten, den Brand zu löschen
Text: Sidney E. Dean; Photos: US Navy











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