In addition to the 212A class (v.), Italy also has boats of the Sauro class

In addition to the 212A class (v.), Italy also has boats of the Sauro class

Submarines International: Strong together

A successful German-Italian partnership began with the construction of the submarine class 212A. Portugal is now also benefiting from the advantages of the tri-national partnership.

25 years ago, on 22 April 1996, Germany and Italy signed a Memorandum of Understanding (MoU) to mark the beginning of a far-reaching partnership in the field of submarines. The aim was not only to build the pioneering U 212A class submarines as successors to the German 206 class and the Italian Sauro class. Even at this time, the partnership was already looking far into the future.

Im Anschluss an die Phase der Beschaffung wurde das MoU am 2. September 2002 durch ein Supplement ergänzt. Dieses legte nun den Schwerpunkt auf den gemeinsamen In-Service-Support der Klasse neuen Boote. Das Supplement fokussierte auf die folgenden Kernbereiche, welche diese erfolgreiche Kooperation bis heute prägen: [ds_preview]

  • Beschaffung und Austausch von Material
  • technisch-logistische Unterstützung
  • Instandsetzungsleistungen
  • gemeinsame Ausbildung

Aufgrund des Schwerpunktes, der im Wesentlichen die materielle Einsatzbereitschaft des strategischen Waffensystems U-Boot bei gleichzeitiger Steigerung der Wirtschaftlichkeit zum Ziel hat, befindet sich ein Großteil der Organisation im Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw). Diese Organisation besteht aus verschiedenen Gremien, deren Teilnehmer aus den Nationen gebildet werden:

  • Steering Committee (Projektleiter)
  • Joint Board In-Service-Support (Nutzungsleiter)
  • Logistic-Support Working Group (Arbeitsebene Logistik und Instandsetzung)
  • Configuration Management Board (Arbeitsebene Konfigurationsmanagement)
  • Expert Meeting for Training (Vertreter der U-Boot Ausbildungszentren)

Über die Jahre hinweg haben beide Nationen diese Regierungskooperation zu einer beispielhaften Partnerschaft entwickelt. Aufgrund der technischen Gemeinsamkeiten wurden Ersatzteile gemeinsam beschafft und untereinander ausgetauscht. Nicht nur im Rahmen geplanter Instandsetzungsvorhaben, sondern insbesondere bei unvorhergesehenen technischen Ausfällen waren beide Nationen so in der Lage, sich gegenseitig zu unterstützen. Hierzu wurde ein virtueller Bestand (Common Pool) eingerichtet. Über die Regelungen des MoU konnte so Material zwischen den Nationen ausgetauscht und die Wirtschaftlichkeit bei der Beschaffung gesteigert werden.

Doch nicht nur das Material bedingt die Einsatzfähigkeit der Boote, sondern auch der Ausbildungsstand der Besatzungen. Insbesondere im Bereich der taktischen Ausbildung tauschten sich die Partnernationen intensiv aus. Zudem war es möglich, notwendige Instandsetzungszeiten der nationalen Ausbildungszentren durch die Nutzung der Kapazitäten des Partners auszugleichen. So konnte ein gleichbleibend hohes Ausbildungsniveau auf beiden Seiten gewährleistet werden.

Folgerichtig unterzeichneten das BAAINBw und das italienische Verteidigungsministerium am 10. März 2017 die Verlängerung des bestehenden MoU und besiegelten so die Fortsetzung der gemeinsamen Erfolge. Nachdem der In-Service-Support auf einer soliden Basis stand, wurde im Rahmen der Verlängerung eine weitere Säule in die Partnerschaft eingefügt, um die Zukunftsfähigkeit der Boote gemeinsam voranzutreiben: Forschung und Technologie. Nach der Indienststellung der Boote des zweiten Loses umfasste die Partnerschaft nunmehr zehn U-Boote der Klasse U 212A (sechs deutsche Boote, vier italienische Boote).  Bereits im Jahr 2016 zeichnete sich eine Erweiterung der Partnerschaft durch einen NATO-Partner ab.

Weitgehend baugleich sind die deutschen und italienischen U-Boote

Weitgehend baugleich sind die deutschen und italienischen U-Boote

Erweiterung durch Portugal

Sowohl Italien als auch Deutschland pflegen seit Jahren eine enge Kooperation auf dem Gebiet der U-Boote mit Portugal. Als Partner im NATO-Bündnis und als Teil der Familie der Betreiber konventioneller U-Boote fand von jeher ein Austausch zwischen den Nationen statt. Wenngleich die portugiesische Marine mit ihren Booten der Klasse U 209PN keine zur Klasse U 212A baugleichen U-Boote unterhält, so entstammen beide Klassen derselben Familie an konventionellen U-Booten deutscher Konstruktion und weisen so technische Gemeinsamkeiten auf.

Am 21. April 2016 stellte Portugal auf Ebene des Steering Committees den Antrag auf Aufnahme in die bestehende deutsch-italienische Kooperation mit dem Schwerpunkt der gemeinsamen Beschaffung und Bewirtschaftung von Material. Diesem Antrag ging bereits eine Beobachtungsphase voraus, in der Portugal an den Gremien über alle Ebenen hinweg einen Eindruck über die Prozesse der Kooperation gewinnen konnte. Dieser Schritt seitens Portugal stellt einen Meilenstein in der Kooperation dar, zeigt er doch den Erfolg und die Tragfähigkeit einer soliden internationalen Partnerschaft auf Augenhöhe.
In den zwei Jahren wurde durch den intensiven Austausch zwischen Vertretern der portugiesischen Marine und dem Joint Board for In-Service Support (JBISS) der organisatorische Grundstein für die Integration Portugals gelegt. Die bestehenden Säulen der Kooperation hatten sich bewährt und sollten auch im weiteren Verlauf erhalten bleiben.

Am 12. Juli 2019 wurde das trilaterale MoU zum gemeinsamen In-Service-Support U-Boote unterzeichnet und Portugal formal in diese erfolgreiche Kooperation aufgenommen. Hiermit wurde auch der Zweck der Kooperation vom gemeinsamen Design hin zu gemeinsamen Interessen zukunftsorientiert angepasst. Dieser Schritt bedeutet ebenfalls die grundsätzliche Öffnung der Kooperation für andere Mitgliedsstaaten.

Um die trilaterale Organisation zu unterstützen, sind acht italienische Mitarbeiter in Deutschland eingesetzt. Davon versehen fünf Kameraden ihren Dienst im BAAINBw in der Gruppe „U-Boote“ sowie drei in der Werft tkMS in Kiel. Ebenfalls in Koblenz fest in die Struktur der Gruppe U-Boote des BAAINBw integriert ist der portugiesische Verbindungsoffizier. Hier zeigt sich die Integration der Partnerschaft. Im laufenden Tagesgeschäft lassen sich so die technisch-logistischen Notwendigkeiten im In-Service-Support U-Boote aller drei Nationen miteinander verbinden und vor allem kurzfristige und unvorhergesehene Bedürfnisse erfüllen.

Erstes trinationales Treffen des Steering-Committees

Erstes trinationales Treffen des Steering-Committees

Technisch-Logistische Unterstützung

Dass diese Kooperation keine Einbahnstraße ist, zeigt sich vor allem im Tagesgeschäft. So war es im Januar 2020 kurzfristig möglich, nach dem Ausfall der Landanschlusszentrale im Marinestützpunkt Eckernförde die elektrische Versorgung der deutschen U-Boote durch das kurzfristige Ausleihen eines Ladecontainers von der italienischen Marine zu unterstützen. Innerhalb weniger Tage nach der Anfrage konnte der Transport nach Deutschland erfolgen und der Container eingesetzt werden. Gleichermaßen konnte Deutschland im Oktober 2020 durch das Verleihen eines Torpedo-Dummys in Italien unterstützen, um die technische Überprüfung der Torpedotransport- und Staueinrichtung an Bord eines der italienischen U-Boote zeitgerecht durchzuführen.

Doch nicht nur der Austausch und das Leihen von Material ist Baustein dieser bewährten Kooperation. Auch die Nutzung vorhandener Instandsetzungskapazitäten der Partnernationen kann so effektiver ausgelastet werden. So war es möglich, prüfpflichtiges Material von portugiesischen U-Booten in Deutschland kontrollieren zu lassen und den Zeitplan für das Instandsetzungsvorhaben einzuhalten. Hinzu kommt zurzeit verstärkt die Betrachtung von Obsoleszenzen und deren Management. Nach 20 Jahren im operativen Betrieb gilt es nun, den Blick abermals in die Zukunft zu werfen und die Einsatzfähigkeit der U-Boote für die nächsten Jahrzehnte zu gewährleisten. Während ein Großteil hierzu im Rahmen einer umfangreichen Modernisierung durchgeführt wird, müssen einige Anlagen bereits vorher angepasst werden.  Gerade hier sind die Vorteile der Kooperation spürbar. Durch die gemeinsame Definition von Nachfolgeprodukten und die enge Kooperation mit Industriepartnern kann eine Steigerung der Effektivität auf der einen und der Wirtschaftlichkeit aufgrund der Stückzahlen auf der anderen Seite erreicht werden. Hier zählt, dass die beteiligten Nationen nicht einzeln, sondern als starke Gruppe aus drei Nationen auftritt.

Dies zeigt sich auch im Management der Verträge mit der Industrie. Im Rahmen des MoUs verpflichtet sich jeder Partner dazu, die Verträge in seiner Zuständigkeit auch für die anderen Partner zu managen und so gleiche Konditionen für die Kooperation zu gewährleisten. Während das BAAINBw die Verträge mit den deutschen Unternehmen wie TKMS oder Atlas Elektronik managt, übernimmt der italienische Partner das Management mit der Industrie seines Landes, beispielsweise mit Avio und Calzoni. Hier findet eine enge Abstimmung statt, um insbesondere bei Material mit einer langen Lieferzeit frühzeitig und effizient agieren zu können.

2010 und 2011 wurden die beiden portugiesischen Boote der Tridente-Klasse in Dienst gestellt

2010 und 2011 wurden die beiden portugiesischen Boote der Tridente-Klasse in Dienst gestellt

Outlook

Die Kooperation zwischen Deutschland, Italien und Portugal hat ihren Zenit noch längst nicht überschritten. In den ersten 25 Jahren des gemeinsamen Wegs konnte eine grundsolide Basis geschaffen werden, deren Ziel nach wie vor die Einsatzbereitschaft des strategischen Waffensystems U-Boot ist. Dies hat die Integration Portugals in die bestehende Partnerschaft gezeigt. Der aktuelle Schwerpunkt in der Kooperation liegt auf der Abbildung gemeinsamer Verfahren im logistischen System Bundeswehr, um den Verwaltungsaufwand zu reduzieren, die Effektivität zu steigern und so Material in der Kooperation noch schneller an Bord der Boote zu bringen. Diese Umsetzung muss nun konsequent erfolgen, um die Zukunftsfähigkeit weiter zu gewährleisten.

Hinzu kommt der gemeinsame Abschluss von trinationalen Verträgen mit deutschen Industriepartnern zu gleichen Konditionen. Dies reduziert auf allen Seiten den Verwaltungsaufwand und gewährleistet ein gleichbleibend hohes Niveau in der Materialversorgung sowie Instandsetzungs- und Unterstützungsleistungen. Aus drei Nationen mit einer geringen Anzahl an U-Booten ist eine Partnerschaft mit zwölf U-Booten gewachsen, die geschlossen Seite an Seite steht und agiert. Dieses Potenzial gilt es in Zukunft gemeinsam mit den Partnern aus der Industrie zu nutzen, um die Qualität der Leistungen zu halten und in einigen Bereichen noch zu steigern.

Fregattenkapitän Christoph Ploß ist Referent Internationale Kooperation U-Boote im BAAINBw Abteilung See Gruppe S 7 U-Boote
Fotos: Italienische Marine, portugiesische Marine

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