Auch in unruhigen Zeiten setzt Spanien auf ein starkes militärisches Bündnis, um den maritimen Herausforderungen zu begegnen. Ein Interview mit dem Inspekteur der spanischen Marine, Admiral Antonio Martorell Lacave.
Herr Admiral, zunächst einmal: Herzlichen Glückwunsch zur neuen Position! Es ist uns eine große Ehre, Sie zu interviewen. Auch die deutsche Marine hat einen neuen Chef, wann werden Sie Admiral Schönbach sehen?
Wir haben beide gerade das Amt angetreten und vor uns liegen unzählige Verpflichtungen. Ich hoffe jedoch, bald Gelegenheit zu haben, ihn zu treffen, da Deutschland ein wichtiger Verbündeter in der NATO und in der EU ist. Unsere Marinen sind traditionell freundschaftlich eng miteinander verbunden.[ds_preview]
Aus der Perspektive einer nordeuropäischen Marine müssen Sie eine enorm große Küste und wichtige Seelinien abdecken. Was sind Ihre Prioritäten, wie schätzen Sie die Bedrohung ein?
Tatsächlich hat Spanien eine rund 8000 Kilometer lange Küstenlinie, was eine Priorisierung der Meeresüberwachung in unseren territorialen und hoheitlichen Gewässern sowie in den Meeresgebieten von nationalem Interesse auf der ganzen Welt erfordert. Was die Bedrohungen betrifft, so leisten Spanien und unsere Marine einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der Ziele von NATO und EU im maritimen Raum. Unsere nationale strategische Aufgabe ist es, für die Sicherheit des Seeverkehrs zu sorgen. Es gibt eine Reihe von Risiken und Bedrohungen, darunter illegaler Handel, Piraterie, Terrorismus, Verbreitung von Massenvernichtungswaffen, ungeregelte Migration, Raubbau und Zerstörung des maritimen Lebensraums, Plünderung des Unterwassererbes, Cyberbedrohungen und die Folgen von Schiffsunfällen und Naturkatastrophen. Tatsächlich ist dies eine breite Palette von Aufgaben, die wir auf den Weiten des Meeres haben, daher müssen unsere Aktivitäten klar ausgerichtet sein. Dabei konzentrieren wir uns auf die Straße von Gibraltar und ihre Zufahrten, da dies ein entscheidender choke point ist, ferner die Kanarischen Inseln bis an die Grenzen der spanischen Wirtschaftszone einschließlich des Meeresbodens; Westafrika, der Golf von Guinea und die Regionen am Horn von Afrika, wo die spanische Marine regelmäßig Überwassereinheiten einsetzt. Schließlich sind da noch der Atlantik und das Mittelmeer, wo unsere Einheiten an der NATO-Operation Sea Guardian teilnehmen. Was Ihre Frage betrifft, so möchte ich die negativen Entwicklungen während des vergangenen Jahres in zwei Seegebieten hervorheben: auf der einen Seite der Golf von Guinea, eine entscheidende Region für unsere nationalen Interessen, die gegenwärtig eine nachhaltige Verschlechterung der maritimen Sicherheitslage erlebt. Wir erleben die Zunahme von Straftaten gegen die Handelsschifffahrt in Form von Überfällen und Entführungen. Das hat negative Auswirkungen auf die Freiheit der Schifffahrt und kann sich langfristig auf die Energieversorgung Europas auswirken. Auf der anderen Seite erleben wir, wie Spannungen im östlichen Mittelmeerraum als Folge der Souveränitätsansprüche der Staaten zur Erforschung und Nutzung neuer Energiequellen entstehen.
Darüber hinaus gibt es ein drittes maritimes Gebiet von ständigem Interesse, das Horn von Afrika. Das neue Mandat der Operation Atalanta, das sich aus der von der EU durchgeführten strategischen Überprüfung ergibt, wird eine Herausforderung für das operative Hauptquartier der EU in Spanien darstellen, das seine Führungsposition bei dieser Operation im vergangenen Jahr gefestigt hat. Dieses neue Mandat, das schrittweise neue Aufgaben zur Überwachung illegaler Aktivitäten wie Waffen-, Drogen- und Holzkohlehandel oder illegale Fischerei umfassen wird, wird einen weiteren Schritt hin zur Verwirklichung des Ziels der EU darstellen, als Anbieter globaler maritimer Sicherheit angesehen zu werden.

Das amphibische Landungsschiff Castilla bei der Operation Atalanta
In der EU haben Sie die drittgrößte Marine. Verändern der Brexit und der Fokuswechsel der US Navy Ihre Rolle?
Die spanische Marine muss reaktionsschnell und flexibel sein. Machen wir uns nichts vor, wir leben in einer Welt, die auf internationaler Ebene von zunehmender Komplexität und Unsicherheit geprägt ist. Die Auswirkungen sind überregional, Technologien entwickeln sich mit immer größerer Geschwindigkeit. Diese Ungewissheit erfordert, dass wir zusammen mit unseren verbündeten Partnern sehr flexibel auf neue Herausforderungen reagieren müssen.
Ein solches Beispiel war die Übertragung des operativen Hauptquartiers und damit des Kommandos über die Operation Atalanta von Northwood nach Rota. Diese Verlegung hing direkt mit dem Brexit zusammen. Darüber hinaus ist Großbritannien ein wichtiger Verbündeter der NATO, und sein Beitrag zur kollektiven Verteidigung bleibt so standhaft wie eh und je.
Was die US-Marine betrifft, so müssen wir die Einrichtung des neuen NATO Joint Forces Command in Norfolk berücksichtigen, das sich voll und ganz dem Schutz der sea lines of communication von den USA nach Europa widmet. Wir müssen auch an die BMD-Zerstörer in Rota denken. Es wird durch ein Geschwader von MH-60R-Hubschraubern verstärkt. Zudem ist das Mittelmeer immer noch Schauplatz regelmäßiger Übungen von Carrier Strike Groups und Expeditionary Forces. Es stimmt, dass die Aktivitäten der amerikanischen Marine auf See nicht mehr so zahlreich sind wie in früheren Jahrzehnten, aber es besteht kein Zweifel daran, dass sie trotzdem diesen Verantwortungsbereich der NATO scharf im Auge behält.

Erst vor wenigen Wochen wurde die Isaac Peral bei Navantia getauft
Sie können wertvolle Beiträge liefern, zum Beispiel neue U-Boote und gefragte amphibische Komponenten. Was glauben Sie, welche Erwartungen zukünftig an Sie gestellt werden?
Es ist unser Ziel, eine ausgewogene, umfassende, technologisch fortschrittliche, expeditionäre und interoperable Flotte zu formen und zu erhalten. Flexible und leistungsfähige Schiffe, die unter einer robusten Befehls- und Steuerungsstruktur mit konsistenter logistischer Unterstützung in ihren Heimathäfen und Einsatzgebieten zur Verfügung stehen. Kurz- und mittelfristig erwarten wir neben dem Abschluss der U-Boot- und Fregattenprogramme für die Typen S-80 und F-110 auch ein Unterwasser-Einsatzschiff, das für U-Boot-Rettungseinsätze, alle Arten von Tauchaktivitäten und den Schutz des maritimen Lebensraums nutzbar ist. Um jedoch die Fähigkeiten der Flotte zukünftig gewährleisten zu können, benötigen unsere Streitkräfte stabile und berechenbare Budgets, um die Regeneration von Einheiten zu gewährleisten, die sich dem Ende ihrer Betriebsdauer nähern. Der Bedarf ist hoch, aber ich möchte den Austausch der SH-60B-Hubschrauber und der hydrographischen Flottille besonders hervorheben. Langfristig werden wir uns auf Schlüsseltechnologien konzentrieren, die in zukünftigen operativen Szenarien etwas bewirken werden: 5G, Digitalisierung und künstliche Intelligenz.

Als fünfte und letzte Einheit der Alvaro-de-Bazan-Klasse wurde die Cristobal Colon 2012 in Dienst gestellt
Das Mittelmeer ist ein Interessengebiet für fast jede europäische Marine, für Russland und die amerikanische Marine. Inwiefern betreffen Sie das östliche Mittelmeer und die dortigen Ereignisse?
Das Mittelmeer war in der Antike als Mare Nostrum, als „unser Meer“, bekannt, und seitdem verfolgt hier fast jede Macht unterschiedliche Interessen. Heutzutage müssen die europäischen Marinen zusammenarbeiten, um in diesem Raum eine sichere Umgebung zu schaffen. Spanien konzentriert seine Bemühungen auf den westlichen und zentralen Teil, arbeitet aber in Solidarität mit unseren Freunden und Verbündeten daran, innerhalb der NATO und der EU auch vertrauensbildende Maßnahmen im Osten durchzuführen. Die NATO unternimmt dort große Anstrengungen. Unser Beitrag zu den Standing Naval Forces sind Fregatten und Minenjäger, und wir arbeiten hart daran, zur Aufrechterhaltung der Sicherheit in der Region beizutragen. Natürlich bin ich besorgt über die irreguläre Einwanderung, die Libyenfrage, die Syrienkrise und die zunehmende Präsenz der Marine der Russischen Föderation im Osten; aber der Ansatz Spaniens ist der Multilateralismus durch den Dialog in internationalen Verteidigungs- und Sicherheitsorganisationen wie der EU, der NATO, der OSZE und den Vereinten Nationen, um all unseren gemeinsamen Herausforderungen, insbesondere auf See, zu begegnen.
Einige europäische Marinen planen, Schiffe in den Fernen Osten zu entsenden – planen Sie, Signale in Richtung China zu senden?
Spanien engagiert sich aktiv mit seinen Freunden und Verbündeten für Frieden und Stabilität auf der ganzen Welt. Daher haben wir bereits Schiffe in Bereichen eingesetzt, in denen das Völkerrecht und die Schifffahrt durch Piraterie und andere Kriminalität bedroht sind. Es stimmt, dass die Freiheit der Schifffahrt in weiten Teilen der Welt gefährdet ist, aber wir müssen uns der von unserer Regierung festgelegten Prioritäten sowie unserer eigenen Fähigkeiten und Grenzen bewusst sein, überhaupt in fernen Gebieten zu operieren. Die spanische Marine hat daher vorerst keine Pläne, Schiffe in den Fernen Osten zu entsenden.
Die spanische Armada ist doppelt so groß wie die deutsche Marine und sieht beeindruckend aus, aber können Sie auch die Missionen und NATO-Anforderungen sicherstellen?
Das grundlegende und dauerhafte Ziel der NATO besteht darin, die Freiheit und Sicherheit aller Mitglieder durch politische und militärische Mittel zu gewährleisten. Die größte Verantwortung der Allianz besteht darin, unsere Territorien und Menschen zu schützen und zu verteidigen. Um dieses Ziel zu erreichen, bedarf es gemeinsamer Anstrengungen, einer gemeinsamen Reaktion aller Verbündeten auf der Grundlage eines echten Engagements in Friedenszeiten und in krisengeschüttelter Zeit.
Verantwortung für die gemeinsame Reaktion bedeutet, dass Verbündete auf neue und innovative Weise für die gemeinsame Verteidigung arbeiten, und die Zusammenarbeit mit internationalen Organisationen wie den Vereinten Nationen, der Europäischen Union, der Afrikanischen Union, der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa und gegebenenfalls anderen Partnern, um zur Wahrung der Freiheit und Sicherheit der Allianz beizutragen.
Es ist wichtig, zweifelsfrei anzuerkennen, dass die Stärken der NATO Solidarität und Zusammenhalt sind. Daher sind die Missionen und Anforderungen der NATO keine Wahl einzelner Nationen allein, weil alle zur Allianz beitragen müssen, um ein gemeinsames Ziel zu erreichen. Spanien und insbesondere die spanische Marine werden ein verlässlicher Partner und Verbündeter im Rahmen unserer Möglichkeiten und Fähigkeiten bleiben. Dazu einige Fakten, die das derzeitige Engagement Spaniens gegenüber der NATO widerspiegeln: Für die Operation Sea Guardian hat Spanien seit 2019 den drittgrößten Beitrag geleistet. Die Standing NATO Maritime Group 2 führen wir seit Juni 2020 und im Juni 2021 haben wir die Verantwortung für die Standing NATO Mine Countermeasures Group 2 übernommen.

Von der Bonifaz-Klasse werden fünf Einheiten produziert
Wie sehen Sie Ihre künftige Rolle im Mittelmeerraum, besonders im Hinblick auf Nordafrika und die Herausforderungen der Migration?
Für Spanien ist, wie ich bereits sagte, das Mittelmeer ein vorrangiger Interessensbereich, eine Region, die ständig vor zahlreichen Herausforderungen für unsere Verteidigung und Sicherheit steht. Die Instabilität in der Sahelzone, auch ausgelöst durch die Pandemie, scheint kurzfristig nicht gelöst werden zu können. Infolgedessen nehmen die Migrationsströme auf dem westlichen Mittelmeer und auf den Atlantikrouten zu, was sowohl das spanische Festland als auch die Kanarischen Inseln betrifft. Diese Entwicklung ist besorgniserregend, auch für die maritime Sicherheit. Die spanische Marine arbeitet daher mit internationalen Hilfsorganisationen zusammen. Wir unterstützen auch die nordafrikanischen Staaten, insbesondere Marokko, Algerien und Tunesien. Das ist ein Beitrag für die gemeinsame Sicherheits- und Verteidigungspolitik der EU.
Erwarten Sie mehr Engagement der nordeuropäischen Partner?
Alle europäischen Länder, nicht nur die Mittelmeerländer, müssen sich über die Probleme Afrikas und des Mittelmeerraums Sorgen machen und sich den potenziellen und realen Herausforderungen und Bedrohungen des Südens stellen. Die Allianz sollte ihre 360-Grad-Vision in ganz Europa beibehalten, um den Anforderungen aller Mitgliedsländer Rechnung zu tragen. Gleichzeitig sucht die EU nach einem umfassenden Ansatz im Süden, sodass beide Organisationen ihre Koordinierung vor allem im Mittelmeerraum verbessern sollten. Spanien muss als europäisches Land und vor allem aufgrund seiner geografischen Lage dazu beitragen, die Bedingungen für die Sicherheit in der Region zu schaffen. Aber das ist ein gemeinsames Ziel für Europa. Was das Engagement der nördlichen Länder betrifft, so denke ich an einen politischen Zusammenhalt, in dem alle Länder gemeinsame und globale Interessen und nicht nur regionale Anliegen teilen. Die Sicherheit in Afrika und im Mittelmeerraum ist auch die Sicherheit Mittel- und Nordeuropas. Ihre Marine, die Deutsche Marine, arbeitet hart für das Mittelmeer und wir danken Ihnen für Ihr Engagement im Kampf gegen gemeinsame Bedrohungen.
Die meisten europäischen Marinen denken über eine Zusammenarbeit im Beschaffungswesen und in der operativen Zusammenarbeit nach. Sie haben eine lange Tradition in Partnerschaften, wie wird Ihr zukünftiges Engagement sein?
Wie ich bereits sagte, ist und bleibt das Meer in diesem äußerst anspruchsvollen Szenario ein wesentliches Element für die Sicherheit, den Wohlstand und das Wohlergehen einer maritimen Nation wie Spanien. Daher muss die spanische Marine, um diesen Herausforderungen zu begegnen, einen umfassenden und gemeinsamen Ansatz verfolgen, um die Zusammenarbeit der staatlichen und nichtstaatlichen Akteure zu verbessern, vor allem unter dem Dach von EU, NATO und UNO. Diese Prioritäten wurden auf politischer Ebene festgelegt. In den verteidigungpolitischen Richtlinen 2020 werden die Grundzüge unseres außenpolitischen Handelns klar genannt:
- Unterstreichung der transatlantischen Dimension unserer Verteidigung
- Verbesserung der Gemeinsamen Sicherheits- und Verteidigungspolitik der EU
- Förderung vertrauensbildender Maßnahmen in den Ländern des Mittelmeerraums, Afrikas und der Sahelzone durch Sicherheitskooperationen
- Verstärkung der Bindungen mit Ländern, die aufgrund unserer gemeinsamen Wurzeln historisch an Spanien gebunden waren
Schwerpunkte sind die Zusammenarbeit bei der Materialbeschaffung, Forschung und Entwicklung. So haben wir zum Beispiel in der Vergangenheit erfolgreich mit den Niederlanden Amphibien- und Kampfunterstützungsschiffe geplant und gebaut, und wir glauben, dass ein window of opportunity für die Internationalisierung unserer Verteidigungsindustrie unter Nutzung der Pesco-Projekte und des neuen Europäischen Verteidigungsfonds offensteht. In der Tat leiten wir das 4E-Projekt (Essential Elements of European Escorts), das sich auf die Gestaltung der wichtigsten gemeinsamen Elemente für die zukünftigen europäischen Einheiten in vier Bereichen (Kampf, Information, Plattform- und Navigationssysteme) konzentriert. Außerdem sind wir an dem Projekt European Patrol Corvette beteiligt, um bis Ende dieses Jahrzehnts ein Schiff mit begrenzter Kampffähigkeit zu erwerben. Es gibt auch einige Projekte im Zusammenhang mit der Beschaffung von unbemannten maritimen Fahrzeugen.

Fregatte Mendes Nunez und Schulschiff Juan Sebastian de Elcano
Wie gehen Sie mit der Herausforderung der Pandemie in der Flotte, im Tagesgeschäft und auf See um?
Als die Krise begann, ergriffen wir einige Sofortmaßnahmen, die darauf ausgerichtet waren, sowohl die Widerstandsfähigkeit der Marine zu erhöhen als auch ein Mindestmaß an Handlungsfähigkeit aufrechtzuerhalten, auch um operative Verpflichtungen zu erfüllen. Die Ausbildung wurde auf das erforderliche Maß reduziert, um den Einheiten die Teilnahme an Überwachungsoperationen, der Operation Atalanta und den Standing NATO Maritime Groups zu gewährleisten. Bis dato hat die Marine Pläne entwickelt, um in der Pandemie die Ausbildung und Einsatzbereitschaft aufrechtzuerhalten. Dazu gehören Telearbeit, Sicherheitsabstand, extreme hygienisch-sanitäre Maßnahmen, massiver Einsatz von VTCs und Online-Ausbildung, die zur Regel wurden. Was die operativen Einheiten betrifft, so haben wir strenge Vorgaben implementiert, die darauf ausgerichtet sind, sogenannte Sicherheitsblasen an Bord zu schaffen, mit Quarantänen und Covid-19-Tests vor dem Auslaufen, der obligatorischen Verwendung von Masken während der ersten Tage auf See, ohne Urlaub oder Freizeit für die Besatzungen und so weiter. Sobald Impfstoffe verfügbar waren, haben wir die Besatzungen der Schiffe vor Einsatzbeginn geimpft. Ein Zeichen für den Erfolg dieser Maßnahmen ist, dass bis auf einen alle geplanten Einsätze erfolgreich durchgeführt wurden. Auch unser Segelschulschiff Juan Sebastián de Elcano hat seine Reise um die Welt fortgesetzt, ohne dass es irgendwelche Covid-Fälle gegeben hätte.
Sie blicken auf eine jahrhundertealte Tradition zurück, Spanien ist eine Seefahrernation. Helfen Ihnen Stolz und Führungstradition, die Herausforderungen der Rekrutierung zu bewältigen?
Es versteht sich von selbst, dass das Leben auf See hart und die Lebensqualität in Europa hoch ist. Daher müssen wir entschlossen versuchen, das Bewusstsein der Bevölkerung zu erreichen, damit sie die Notwendigkeit der Marine und der Streitkräfte versteht, um Frieden und Sicherheit nicht nur in unserem Land, sondern auch in der übrigen Welt zu erhalten. Wie dem auch sei, wir konzentrieren unsere Bemühungen darauf, den Jugendlichen bei der Marine einen attraktiven Arbeitsplatz zu bieten, wo sie eine aufregende Karriere auf modernen und effizienten Einheiten erwartet. Das wichtigste ist die menschliche Seite, die Kameradschaft, die Teamarbeit, die persönliche Anstrengung und auch Opferbereitschaft, um unser Land und unsere Mitbürger zu verteidigen. Diese traditionellen Werte werden auch durch eine qualitativ hochwertige Bildung und gute Aufstiegschancen untermauert. Zunehmend richtet sich die Aufmerksamkeit auch darauf, Beruf und Familie so gut wie möglich in Einklang zu bringen.
Esteban Villarejo Ceballos ist Leiter des Ressorts Verteidigung bei der spanischen Tageszeitung ABC und regelmäßiger Autor unserer Schwesterzeitschrift European Security and Defence.










0 Kommentare