Vor Kurzem wurde die Erprobung des Laserwaffendemonstrators auf der Fregatte SACHSEN abgeschlossen. Einblick in die Zukunft der maritimen Verteidigungstechnologie.
In einer sich ständig wandelnden Bedrohungslandschaft ist die Weiterentwicklung von Verteidigungstechnologien unabdingbar. Dies gilt auch für neuartige Hochenergie-Laserwaffen, da diese ein großes Potenzial für zukünftige Anwendungen bieten. Bisher wurden leistungsstarke Laser in Deutschland nur unter laborähnlichen Bedingungen getestet. Die „hochpräzise und skalierbare Wirkung gegen agile/signaturarme Ziele im Nah- und Nächstbereich schwimmender Systemträger der Marine“ (HoWiSM) eines Laserwaffensystems wurde nun erstmals im Rahmen des gleichnamigen Projekts seegestützt in einem Laserwaffendemonstrator auf der Fregatte SACHSEN nachgewiesen.[ds_preview] Den Auftrag für den Bau des Demonstrators hat die Arbeitsgemeinschaft Hochenergie-Laser Marinedemonstrator erhalten, die aus MBDA Deutschland und Rheinmetall Waffe Munition besteht. Die Industrieanlagen-Betriebsgesellschaft (IABG) hat das Vorhaben mit wichtigen konzeptionellen Arbeiten begleitet. Kürzlich wurde mit dem Abschluss der Erprobungsphase ein bedeutender Meilenstein erreicht.
Insgesamt wurden in der Erprobungsphase über 300 Einzelversuche durchgeführt. Dies ermöglichte eine umfassende Untersuchung der gesamten Funktionskette, von der Erstentdeckung eines Ziels bis hin zum scharfen Schuss. Dabei wurde eine Vielzahl von Daten gesammelt, die das umfangreiche Wirkungsspektrum des Laserwaffendemonstrators auf verschiedene Ziele unter realitätsnahen Bedingungen aufzeigen. Die Erprobung mit scharfem Schuss fand innerhalb der deutschen Wirtschaftszone auf See statt.

LWD-Modul, integriert in einem 20-Fuß-Container. Foto: BAAINBw
Da Erprobungen von Hochenergielasern unter einsatznahen Bedingungen auf offener See in Deutschland in dieser Form noch nicht durchgeführt wurden, mussten durch das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) unter Einbeziehung der Wehrtechnischen Dienststellen 71 und 91 sowie verschiedener Experten und Laserschutzbeauf¬tragten zunächst die Voraussetzungen für eine sichere Versuchsdurchführung geschaffen werden. Um die Versuche durchführen zu können, mussten zunächst komplexe Genehmigungsprozesse abgeschlossen werden. Gleichzeitig wurde der Weg für weitere Versuche sowie für den Betrieb zukünftiger Laserwaffensysteme unter realen Umweltbedingungen in Deutschland geebnet.
Die akribische Planung und Umsetzung dieser Versuche war nur in Zusammenarbeit mit den genannten spezialisierten Partnern möglich. Hier hat die IABG das BAAINBw mit ihrer Fachexpertise bei der Erstellung von Testszenarien und in der Entwicklung des Laser-Schießsicherheitskonzepts unterstützt und dadurch mit zum Erfolg der Erprobungsphase beigetragen.
Ein zentraler Bestandteil der Erprobungsstrategie war ein iteratives Verfahren zur kontinuierlichen Verbesserung. In jeder Erprobungskampagne wurden potenzielle Verbesserungen identifiziert, umgesetzt und erneut getestet. Dieser Ansatz hat wesentlich zur Optimierung des Laserwaffendemonstrators beigetragen und wichtige Erkenntnisse für die mögliche Entwicklung eines zukünftigen Seriensystems geliefert.

Der Laserwaffendemonstrator in Aktion an der Steilküste bei Putlos, Fotos: BAAINBw
Aktuell liegt der Fokus auf der Auswertung der umfangreichen Datenmenge, die während der Erprobung gesammelt wurde. Die Auswertungsergebnisse werden wichtige Impulse für die weitere Vorgehensweise und Feinjustierung im Projekt HoWiSM liefern.
Die Bundeswehr und ihre Partner sind sich der Herausforderungen bewusst, die auf dem Weg zur vollständigen Implementierung eines operativen Laserwaffensystems noch zu bewältigen sind. Die erfolgreiche Erprobung zeigt allerdings, dass die Anpassung und Weiterentwicklung von Verteidigungstechnologien möglich und vielversprechend sind.
Das HoWiSM-Projekt und die erfolgreiche Erprobung des Laserwaffendemonstrators sind ein beeindruckendes Zeugnis für das Engagement der Bundeswehr und ihrer Partner auf dem Weg zu einer kontinuierlichen Modernisierung der maritimen Verteidigungslandschaft. Zudem ebnet dieses Projekt den Weg für weitere Innovationen in der Verteidigungstechnologie.
Alexander Manz ist Vice President Maritime bei der IABG.
Alexander Manz










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