Die sechste Köln: Ein besonderer Tag, den man bei den Marine-Enthusiasten der Domstadt und des „Freundeskreis Marineschiffe Köln“ ersehnt hatte: Am 21. April erhielt die sechste Köln offiziell ihren Namen. Noch ersehnter ist die Korvette jedoch in der Marine, denn die Aufträge und Einsätze sind umfangreich und zunehmend.
Um 10.30 Uhr folgte der Reigen der Begrüßungsreden der Ehrengäste. Für die ARGE 130 sprach Tim Wagner, CEO der NVL B.V. & Co. KG als Unternehmen, das zusammen mit thyssenkrupp Marine Systems GmbH und GERMAN NAVAL YARDS KIEL GmbH das Projekt leitet, für das Bundesministerium der Verteidigung die parlamentarische Staatssekretärin Siemtje Möller und für die Stadt Hamburg Innensenator Andy Grote. Der Inspekteur der Marine, Vizeadmiral Jan Christian Kaack hob hervor, wie dringend dieser „Warfighter“ für die Marine gebraucht wird, wie hoch der Bedarf ist und das Kampfkraft eben „sexy“ sei. Er betonte aus eigenem Erleben auch die Bedeutung der Patenschaften von Einheiten der Marine mit Städten und Ländern, insbesondere im Binnenland. Die Taufpatin Henriette Reker, Oberbürgermeisterin Kölns, betonte den Stolz ihrer Stadt, dass wieder ein Schiff mit dem Namen Köln in See stechen wird.
Die traditionelle Taufzeremonie begann mit dem Durchtrennen der Halteleine der Champagnerflasche und dem traditionellen Wunsch nach allzeit guter Fahrt und einer Handbreit Wasser unter dem Kiel. Angeblich war geplant, das Schiff mit einer Flasche Kölsch zu taufen, dieser Bruch einer jahrhundealten Tradition war jedoch nicht denkbar. Das besondere rheinische Flair kam durch musikalische Unterstützung des Marinemusikkorps Kiel dennoch nicht zu kurz, dass die Zeremonie mit der Nationalhymne beschloss.
Im Anschluss an die Taufzeremonie wurde zum Lunch in die Werfthalle gebeten. Bei rheinischem Sauerbraten wurden noch Grußworte gesprochen, die Patenschaftsurkunde unterzeichnet und kleine Geschenke verteilt. Die K 130 II gibt es auch zum Zusammenbauen: mit Blockbausteinen aus Plastik.
Die weiteren Korvetten 7 und 8 befinden sich in der Ausrüstung in Hamburg. Die Baunummer 9, die Korvette "Augsburg", ist noch in der Fertigungsphase. Die zukünftige „Lübeck“ soll die vorerst letzte Einheit des zweiten Loses der Klasse 130 für die Deutsche Marine sein. Ob das die endgültige Entscheidung ist, werden wir die nächsten Monate gespannt begleiten.
Einsatz und Beschaffung der Korvetten Klasse 130
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Die Korvetten Klasse 130 (K130), auch als Braunschweig-Klasse kategorisiert, stellen eine Schlüsselkomponente für Krisenreaktionseinsätze der Marine dar. Hauptaufgaben sind die Aufklärung der Überwasserlage und die Seezielbekämpfung. Der Inspekteur der Marine, Vizeadmiral Jan C. Kaack, unterstrich in seiner Ansprache die Bedeutung der Korvette als Spezialisten der Randmeerkriegführung. Das Einsatzspektrum reicht von der Friedenspräsenz über militärische Aufgaben der Krisenbewältigung bis zum Kampf in Randmeeren und der Waffenwirkung an Land. Die ersten fünf Einheiten der Braunschweig-Klasse befinden sich seit 2008 im Dienst und werden bei internationalen Bündniseinsätzen, etwa im Rahmen der UN-Mission im Libanon (UNIFIL), eingesetzt. Zurzeit verstärkt die Korvette "Erfurt" die Standing Naval Maritime Group 1 der NATO in ihren Aufgaben im Nordflankenraum. Sie wurde infolge der aktuellen Entwicklungen vom ursprünglich vorgesehen Einsatz vor der Küste der Levante am 26. Februar 2022 in Richtung Norwegensee umgeroutet.
Die Beschaffung der K130 geht auf die zweite Hälfte der 1990er Jahre zurück. Eine Bedarfsforderung von 1997 sah vor, die 40 Schnellboote der Deutschen Marine durch 15 Korvetten zu ersetzen. Aus Haushaltsgründen und wegen der damaligen sicherheitspolitischen Lagebeurteilung wurde die Anzahl der Korvetten reduziert. Fünf weitere Korvetten sollten dazu beitragen, die individuellen Einsatzbelastungen aller Korvetten und folglich der Marine insgesamt zu reduzieren. Möglichst große Baugleichheit sollte die Aufwände für Ausbildung sowie Infrastruktur an Land wie auch in technischer, personeller und organisatorischer Hinsicht herabsetzen. Der Plan zur Beschaffung fünf weiterer Einheiten wurde im Herbst 2016 bekanntgegeben und der Bauvertrag am 12. September 2017 unterzeichnet.










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