Modell des Mako-Flugkörpers auf der Tagung Sea-Air-Space, Quelle: CoAspire

Modell des Mako-Flugkörpers auf der Tagung Sea-Air-Space, Quelle: CoAspire

Lockheeds neue Hyperschallwaffe

Das Waffensystem Mako könnte eine kostengünstige und flexible Option darstellen, Kriegsschiffe und trägergestützte Flugzeuge mit Hyperschallwaffen auszustatten.    

Im April stellte Lockheed Martin während der Fachmesse Sea-Air-Space der Navy League in Maryland die Hyperschallwaffe Mako vor. Die Rakete wird gemeinsam mit der Firma CoAspire entwickelt. Das Konzept wurde ursprünglich ab 2017 für das Beschaffungsprogramm Stand-in Attack Weapon (SiAW) der Air Force entworfen. Der entsprechende Vertrag ging letztlich zwar an Northrop Grumman, doch beschloss Lockheed Martin, die Entwicklung auf eigene Kosten fortzuführen in der Hoffnung, alternative Abnehmer zu finden. Die Ausrichtung liegt nun beim Einsatz durch Seestreitkräfte. [ds_preview]

Eine im Maßstab 1:1 gebaute Attrappe wurde bereits an verschiedenen Flugzeugtypen montiert, um die Kompatibilität des Waffensystems zu bestätigen. Lockheed Martin stellte dabei fest, dass zwei Flugkörper intern durch die trägergestützte Variante der F-35C geführt werden können. Mako wäre damit die erste Hyperschallwaffe, die nachweisbar intern von einem Jagdflugzeug der fünften Generation geführt werden kann, denn die Entwicklung von SiAW wird erst 2026 abgeschlossen.

Falls die Wahrung der Stealth-Eigenschaften des Flugzeugs keine Priorität darstellen, können vier weitere Flugkörper extern unter den Tragflächen montiert werden. Auch F/A-18E/F und EA-18G Jäger sowie Seefernaufklärer vom Typ P-8 können die Hyperschallwaffe führen (ebenso wie die Jagdflugzeuge F-35A, F-22 und F-16 der Air Force. Zusätzlich arbeitet das Konsortium an einer Kompatibilität zu den Vertikalstartsystemen (VLS) der Navy, um das Führen der Waffe auf Schiffen und Jagd-Unterseebooten zu ermöglichen. In diesem Kontext ist zu beachten, dass mobile, in Containern untergebrachte VLS-Systeme nun auch die entsprechende Bewaffnung von Schiffen und Booten ermöglichen, die bislang keine Lenkwaffen mittlerer Reichweite führen konnten.

Die meisten technischen Details der Waffe bleiben vorerst vertraulich. Die vier Meter lange Waffe wiegt 590 Kilogramm einschließlich des 59 Kilo schweren Sprengkopfs, also wesentlich weniger als Marschflugkörper vergleichbarer Länge. Um die Bezeichnung Hyperschallwaffe tragen zu können, wird eine Fluggeschwindigkeit von mindestens Mach fünf vorausgesetzt. Nach Angaben von Lockheed Martin Programmanager Rob Osterhoud soll Mako eine begrenzte Abstandsfähigkeit besitzen, doch vermied er direkte Angaben hinsichtlich der Reichweite. Er erklärte allerdings, dass die Reichweite geringer ausfällt als die Leistung des hyperschallschnellen Marschflugkörpers Halo, der eine Reichweite von mehr als 200 Seemeilen besitzt. Hinsichtlich des Navigations- und Zielsuchsystems erklärt Lockheed Martin lediglich, dass der Präzisionsflugkörper mit mehreren Führungssystemen ausgestattet wird, um gegnerische Störmaßnahmen überwinden zu können.

Der Einsatz eines Feststoffraketentriebwerks senkt die voraussichtlichen Herstellungskosten im   Vergleich zu einem Marschflugkörper erheblich. Der manövrierfähige Flugkörper soll sowohl Seeziele als auch feste und bewegliche Landziele wie Flugabwehrsysteme bekämpfen können. Die Ausstattung der F-35 mit einer intern geführten Hyperschallwaffe würde die Fähigkeit, Überraschungsangriffe gegen feindliche Schiffe oder Küstenstellungen auszuführen, steigern. Beim einer Entfernung von 200 Seemeilen zum Ziel würde die Flugzeit rund vier Minuten dauern, verglichen mit mindestens 18 Minuten für einen im Unterschallbereich fliegenden Marschflugkörper.

Sponsor gesucht     

Lockheed Martin erklärte im Verlauf der Messe Air-Sea-Space, dass mit Mako sowohl die US Navy als auch die Seestreitkräfte befreundeter Nationen angesprochen werden sollen. Mehrere Nationen aus aller Welt hätten bereits Interesse an der Hyperschallwaffe gezeigt. Die Exportaussichten sieht er als gut, zumal der Flugkörper auf fast jedem Flugzeug mitgeführt werden kann, dessen Waffenhalterungen 76 Zentimeter Abstand zueinander aufweisen. Rob Osterhoud ergänzte, dass Mako die Technologiereifestufe 6 erreicht habe Der nächste Schritt wären Bau und Erprobung eines einsatzfähigen Prototypen. Hierfür sucht die Firma bislang noch einen Auftraggeber.

Sidney E. Dean

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