Immer wieder fahren russische „Forschungsschiffe“ mit seltsamen Routen durch die Ostsee. Medienberichten zufolge beobachteten Bundespolizei und Bundeswehr seit Längerem, dass Dutzende russische Spionageschiffe das Netz von Pipelines und Leitungen auf dem Grund von Nord- und Ostsee flächendeckend kartographieren.
Angesichts der aktuellen Bedrohungslage sei eine schnelle Krisen- und Reaktionsfähigkeit als Vorsorgemaßnahme wichtig. Deshalb verlege die Bundesregierung nun Spezialkräfte an die Küste von Schleswig-Holstein, wie der Spiegel berichtete. Die Bundespolizei verfüge mit ihrer Spezialeinheit GSG 9 auch über Fähigkeiten und Einsatzmittel für maritime Einsatzlagen.
In Neustadt/Holstein hat die Bundespolizei zudem einen eigenen Hafen. Dort sind auch die vier Einsatzschiffe der Potsdam-Klasse (86 Meter, 57 mm Kanone) beheimatet, die bei Krisenlagen auch die auf Antiterroreinsätze spezialisierte GSG 9 an Bord nehmen und schneller in den Einsatz bringen können, so die stellvertretende Vorsitzende des Haushaltsausschusses im Deutschen Bundestag.

Einsatzboot „Bad Düben“ (BP83) der Potsdam-Klasse. Foto: Michael Nitz
Die GSG 9 unterhielt bisher Antiterror-Einheiten in Sankt Augustin bei Bonn und in Berlin. Die maritime Einheit verfügt über eigene Schnellboote und auch Taucher, die von allen Schiffen des Bundes aus operieren können.
In Sicherheitskreisen hieß es, die Gefahr von Sabotageakten gegen die kritische Infrastruktur in Nord- und Ostsee sei spätestens durch die Attacken auf die Nord-Stream-Gaspipelines deutlich geworden. Folglich müsse die Reaktionsfähigkeit der Bundespolizei erhöht werden. Dabei könnten konkrete Auskünfte zu strategischen Standortfragen der GSG 9/Bundespolizei auch aus einsatztaktischen Gründen nicht erteilt werden, so ein Sprecher des zuständigen Bundesinnenministeriums.
Weitere Details zu den Spezialkräften der Bundespolizei oder der Bundeswehr sind natürlich stets interessant und ‚sexy‘. Gerade in Zeiten von verstärkter Aufklärung durch gegnerische Nachrichtendienste muss und soll an dieser Stelle jedoch Schluss sein. Es sollte selbstverständlich sein, nicht alles, was man weiß oder zu wissen glaubt, auch publizieren zu müssen.










0 Kommentare