Stromtankstelle in See. Quelle: Parkwind

Stromtankstelle in See. Quelle: Parkwind

Nordsee - E-Ladestation für Schiffe im Testbetrieb

Der belgische Offshore-Windparkbetreiber Parkwind testet seit Kurzem eine Ladestation für Schiffe, die über ein Umspannwerk mit dem eigenen Windpark „Nobelwind“ verbunden ist. Den Strom liefern 50 Windräder, die 47 km vor der Küste Belgien installiert sind.

Die vom britischen Unternehmen MJR entwickelte Technik verbindet und entkoppelt Schiffe automatisch mit der Ladestation, teilte MJR mit, ein spezialisiertes Ingenieurbüro für elektrische Energie- und Automatisierungssysteme mit Sitz in Großbritannien. Die Firma bietet schlüsselfertige Lösungen und Dienstleistungen für die kommerzielle Schifffahrt,[ds_preview] die Offshore-Energie und den Unterwasserbau an, mit Fokus auf Dekarbonisierung.

Geladen werden können Schiffe, die im Betrieb des Windparks eingesetzt werden.

Die Technik eignet sich laut Parkwind für die kleineren Crew Transfer Vessels mit einer Ladeleistung von bis zu 2 MW aber auch für die größeren „Hotelschiffe“, Service Operation Vessels mit einer Ladeleistung von bis zu 8 MW. Die Erkenntnisse aus dieser Teststation sollen einfließen in die erste kommerzielle Ladestation, die voraussichtlich im ersten Quartal 2025 in Betrieb gehen soll.

Die erste Ladeboje soll in einem Offshore-Windpark verankert werden. Foto: Stillstrom

Die erste Ladeboje soll in einem Offshore-Windpark verankert werden. Foto: Stillstrom

Parkwind ist ein Offshore-Windunternehmen, das Windparks entwickelt, finanziert und in Belgien, Deutschland, Großbritannien, Japan und Taiwan betreibt und die gesamte Wertschöpfungskette der Offshore-Windenergie abdeckt. Seit 2023 ist Parkwind vollständig im Besitz von JERA, einem japanischen Energiekonzern, der zu den größten Stromerzeugern der Welt gehört.

Auch der dänische Logistikkonzern Møller-Maersk will mit dem eigens dafür im Jahr 2022 gegründeten Tochterunternehmen "Stillstrom" elektrisch betriebene Schiffe aufladen bzw. herkömmlich betriebene Schiffe vor Anker mit Strom versorgen. Dafür hat es gemeinsam mit dem Energieunternehmen Ørsted eine spezielle Ladeboje entwickelt.

Anker-Reede vor dem Hafen von Skagen. Quelle: Marinetraffic

Anker-Reede vor dem Hafen von Skagen. Quelle: Marinetraffic

Zusammen mit dem Betreiber des Hafens von Skagen werde nun geprüft, ob die Technik für den ausgewiesenen Ankerplatz vor Skagen einsetzbar ist. Dort würden jährlich mehr als 3800 Schiffe für mindestens sechs Stunden liegen. In dieser Zeit produzierten sie jährlich 66.000 Tonnen CO₂-Emissionen, die durch den Ladestrom von einer Boje gemindert werden könnten. Die Ladeboje kann kleinere batterie- oder hybrid-elektrische Schiffe aufladen und größere Schiffe mit Strom versorgen, sodass sie ihre mit fossilen Brennstoffen betriebenen Motoren abschalten können, daher auch der Name Stillstrom.

Das geistige Eigentum, das in die Ladeboje einging, soll für alle zugänglich gemacht werden, damit die Dekarbonisierung auf See vorankommt, so Møller-Maersk.

kdk

Quelle: Heise, MJR, Møller-Maersk

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