Das norwegische Staatsunternehmen Equinor plant eine flächendeckende Notfallvorsorge für die Öl- und Gasfelder in der südwestlichen Barentssee.
Auf Initiative der Barents Sea Operation Cooperation entsteht eine neue Zusammenarbeit zwischen Vår Energi, dem Betreiber des Goliat-Öl-Feldes (etwa 85 km nordwestlich der Stadt Hammerfest), und Equinor, die ebenfalls an dem Ölfeld beteiligt ist. Das geplante Notfallsystem soll die bisherige Lösung, die Vår Energi für das Seegebiet aufgebaut hat, stärken und erweitern. Dazu[ds_preview] werden neue Ressourcen und Fähigkeiten hinzugefügt, die für die Bewältigung von Notsituationen in einem Meeresgebiet erforderlich sind, das durch große Entfernungen, raue Wetterbedingungen und wichtige Energiequellen gekennzeichnet ist.

Übersicht arktischer Seegebiete. Quelle: Norman Einstein, Wikimedia CC BY-SA 3.0
Die norwegische Meeresindustriebehörde hat die Genehmigung für das neue gebietsweite Notfallsystem erteilt, das ab dem 1. Januar 2025 einsatzbereit sein wird und mindestens folgende Komponenten umfasst: Einen Allwetter-Such- und Rettungshubschrauber (SAR), der auf dem Flugplatz Hammerfest stationiert wird sowie drei Notfalleinsatz- und Rettungsschiffe (ERRV - Emergency Response and Rescue Vessel) mit Ölbekämpfungsmöglichkeiten nach dem NOFO-Standard (Norsk Oljevernforening For Operatørselskap/Norwegischer Verband für Ölverschmutzungskontrolle). Die ERRV verfügen über IMR-Fähigkeiten (Inspektion, Wartung und Reparatur), um zu mehr Sicherheit und kürzeren Reaktionszeiten beizutragen. Außerdem soll die Ausrüstung der NOFO-Basis in Hammerfest zur Bekämpfung von Ölunfällen auch für die Plattform-Versorgungsschiffe verfügbar gemacht werden.
Langfristig sollen im Bereich SAR schnellere Reaktionszeiten und eine bessere medizinische Versorgung in dem Gebiet realisiert werden. Dazu gehört auch die kontinuierliche Überwachung des Seegebietes und des Meereises sowie eine zentrale Koordinierung und verstärkte gegenseitige Abstimmung zwischen allen Akteuren, die an der gebietsweiten Notfallvorsorge beteiligt sind. Die Überwachung und Nachverfolgung erfolgt aus der Equinor-Einsatzzentrale in Bergen, die über eine 24/7 Einsatzbereitschaft verfügt.
All dies soll dazu beitragen, die Sicherheit und Vorsorge in der südwestlichen Barentssee grundlegend zu verbessern. Eine ernstzunehmende Notfallvorsorge für Ölunfälle, sollte das Konzept den Praxistest bestehen, hätte tatsächlich mehrere Nutznießer: Neben die Fischerei insbesondere auch die Meeresbewohner.

FPSO “Johan Castberg“ auf dem Weg in die Barentssee. Foto: Luftbildaufnahme Equinor ASA
Denn das neugebaute und gleichnamige schwimmende Produktions-, Lager- und Entladungsschiff (FPSO) „Johan Castberg“ mit einer Tagesproduktion von ca. 30.000 Kubikmetern, ist im gleichnamigen Ölfeld in der Barentssee angekommen, etwa 235 km nordwestlich Hammerfest.

Übersicht norwegischer arktischer Energiefelder. Quelle: stepmap
Die dort nachgewiesenen Vorkommen in dem weltweit nördlichsten Öl-Feld werden auf 450 bis 650 Millionen Barrel Öl geschätzt und das Schiff soll ab 2025 für die nächsten 30 Jahre Öl aus über 300 Meter Wassertiefe fördern. Umweltschützer befürchten nicht beherrschbare Risiken, haben aber bisher vergeblich gegen die Erschließung prozessiert.
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